Freitag, 16. April 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Juliane Kipper und Thomas Badtke
17:42 Uhr

Dax zieht mit Schwung und Rekord Richtung 15.500

Bei 15.255 Punkten schließt der Dax am Donnerstag, am Freitag verabschiedet sich der deutsche Börsenleitindex mit 15.460 Zählern und einem Aufschlag von 1,3 Prozent mit einem neuen Allzeithoch ins Wochenende. Der Dax beendet damit eine seit Anfang vergangener Woche andauernde Konsolidierungsphase, nachdem er das nunmehr "alte" Allzeithoch von 15.213 Punkten markieren konnte. Im heutigen Handelsverlauf stützen den Dax zunächst Rekordwerte von der Wall Street, es folgen gute Konjunkturdaten aus China und dann auch starke Quartalszahlen von Daimler und Heidelbergcement. Dass Dow und S&P-500 zum Handelsstart in den USA erneut Rekordstände erklimmen, schiebt den Dax zum Handelsende hin noch einmal an.

"Der Dax hat den Schwung von der Wall Street und aus China zunächst aufgenommen und zum Befreiungsschlag angesetzt", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Geholfen hat dabei der starke Geschäftsbericht von Daimler, der den ganzen Automobilsektor beflügelte", erläutert sie. "Die Anleger sehen insgesamt, dass die Hoffnung auf eine schnelle Konjunkturerholung nach der Corona-Pandemie möglich ist."

Bei den Einzelwerten drängen sich dank Daimler die Autowerte in den Vordergrund: BMW legt mehr als ein Prozent zu, Conti mehr als zwei Prozent, ebenso VW. Daimler hat lange die Spitzenposition inne, muss sie am Ende aber mit einem Aufschlag von knapp drei Prozent an Siemens mit mehr als drei Prozent abgeben. Die Verliererliste ist kurz: Deutsche Börse gibt mit rund 0,5 Prozent am deutlichsten ab.

Dax
Dax 15.371,82

 

Daimler
Daimler 73,69
Siemens
Siemens 142,52

 

17:17 Uhr

China erlaubt Einfuhr großer Mengen Gold

China erlaubt Insidern zufolge heimischen wie internationalen Banken die Einfuhr großer Mengen Gold ins Land. Rund 150 Tonnen des Edelmetalls zum aktuellen Marktpreis von 8,5 Milliarden Dollar sollen bereits im April und Mai ausgeliefert werden, wie vier mit dem Thema vertraute Personen sagen. Seit Februar 2020 haben die Goldimporte monatlich nur etwa zehn Tonnen oder 600 Millionen Dollar betragen. Die Zentralbank kontrolliert über ein Quotensystem, wie viel Gold in die Volksrepublik gelangt.

China ist der größte Goldverbraucher der Welt. Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt benötigt jedes Jahr Hunderte Tonnen des Edelmetalls. Wegen der Corona-Krise brach allerdings die Nachfrage ein. Inzwischen hat sich die Konjunktur belebt: Im vergangenen Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt mit 18,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum in Rekordgeschwindigkeit. Dadurch hat auch der Appetit auf Goldschmuck, Barren und Münzen zugenommen. Der Großteil von Chinas Goldimporten kommt normalerweise aus Australien, Südafrika und der Schweiz.

Gold in USD
Gold in USD 1.849,22
Gold in Euro
Gold in Euro 1.519,93

16:51 Uhr

Wirecard: Insolvenzverwalter wird Asien-Töchter los

Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffe hat mehrere Töchter des zusammengebrochenen Zahlungsdienstleisters in Asien an den Mann gebracht. Vier Tochterfirmen auf den Philippinen, in Malaysia, Thailand und Hongkong mit zusammen 110 Beschäftigten gehen an den niederländisch-britischen Startup-Investor Finch Capital, der vor einigen Wochen bereits die türkische Wirecard-Tochter übernommen hatte, wie Jaffe und Finch Capital mitteilen. Finch will dort und in Asien mit der neu gegründeten Nomu Pay einen Zahlungsdienstleister aufbauen. Die örtlichen Aufsichtsbehörden müssen der Übernahme aber noch zustimmen.

Die nun verkauften Firmen gehen auf eine Zahlungsabwicklungs-Tochter der US-Bank Citi zurück, der Wirecard für rund 200 Millionen Euro das Zahlungsabwicklungs-Geschäft für Händler abgekauft hatte. Der Verkaufspreis dürfte deutlich darunter liegen. Jaffe sprach aber von "substanziellen Zuflüssen" in die Insolvenzmasse. Damit sei nicht zu rechnen gewesen. Wirecard war im Juni 2020 in die Insolvenz gerutscht, nachdem sich ein großer Teil des über Dritte abgewickelten Geschäfts in Asien als Luftnummer entpuppt hatte. Bilanzierte 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf Konten dort lagen, existieren offenbar nicht.

Verkauft hat Jaffe nach eigenen Angaben auch die Software-Tochter PT Wirecard Technologies Indonesia mit 360 Mitarbeitern. Käufer sei die Technologieholding eines indonesischen Konzerns, dessen Namen der Insolvenzverwalter nicht nannte. Wirecard Australia A&I gehe an einen australischen Zahlungsdienstleister. Die größten Wirecard-Töchter in den USA und Europa hat Jaffe bereits verkauft. Die Verkaufserlöse liegen aber weit unter den Insolvenzforderungen, die Gläubiger und Aktionäre angemeldet haben.

16:16 Uhr

Wall Street liefert weitere Rekorde

Nach der Rekordjagd des Vortages legt die Wall Street am Freitag nach - allerdings mit etwas gemächlicherer Gangart. Zuletzt hatten exzellente Wirtschaftsdaten und extrem positive Geschäftsberichte im Bankensektor gepaart mit gesunkenen Rentenrenditen für Euphorie am Aktienmarkt gesorgt. Davon ist auch zum Wochenschluss noch etwas zu spüren. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,5 Prozent auf 34.201 Punkte, der S&P-500 legt um 0,2 Prozent zu. Beide Indizes erklimmen wiederum Rekordstände. Der Nasdaq-Composite verliert hingegen 0,2 Prozent - er war aber am Vortag vorausgeeilt. Zudem erholen sich die Rentenrenditen etwas.

S&P 500
S&P 500 4.158,00

Gestützt wird die positive Grundstimmung auch von guten Daten aus China: Die chinesische Wirtschaft machte einen signifikanten Wachstumssprung im ersten Quartal - Ökonomen hatten sogar auf noch mehr gehofft. Gleiches gilt auch für die Industrieproduktion in China. Angesichts der sehr hohen Bewertungen müssten Daten jeder Art dies rechtfertigen, mahnen Händler.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 13.429,98

Bei der UBS sieht man diesen Umstand gelassen: Die Analysten teilen die Ansicht, dass die Gewinne die Bewertung rechtfertigen. Sie gehen schon im ersten Quartal 2021 von einem Gewinnwachstum je Aktie im Schnitt von 30 Prozent bei den US-Unternehmen im S&P-Index aus. "Vielleicht sollten wir unsere Erwartungen in den USA und sogar in Europa ein wenig höher schrauben", ergänzt Fondsverwalterin Remi Olu-Pitan von Schroders.

15:49 Uhr

Devisenmarkt: USA werfen Schweiz Regelverletzung vor

Die USA kritisieren die Geldpolitik der Schweiz. Die Schweiz, Vietnam und Taiwan erfüllten gemäß einem Gesetz von 2015 die Voraussetzungen für eine Einstufung als Währungsmanipulatoren, heißt es in einem vom US-Finanzministerium veröffentlichten Bericht. Die Schweizer Notenbank wies diesen Vorwurf zurück. Die Eingriffe am Devisenmarkt seien notwendig, um angemessene geldpolitische Rahmenbedingungen und damit Preisstabilität zu gewährleisten.

14:20 Uhr

Volkswagen profitiert von China-Geschäft

Volkswagen hat zum Jahresauftakt dank der großen Nachfrage in China deutlich mehr Autos verkauft als zu Beginn der Corona-Krise Anfang 2020. Insgesamt wurde mit gut zwei Millionen Fahrzeugen mehr als ein Fünftel mehr an die Kunden ausgeliefert als vor einem Jahr, wie das Unternehmen mitteilt. Allein in China schnellten die Auslieferungen von Januar bis März um fast zwei Drittel nach oben. In Westeuropa wurden dagegen mit 770.200 Fahrzeugen 4,6 Prozent weniger an die Kunden übergeben als vor Jahresfrist.

Von den einzelnen Marken konnten insbesondere die Premiumhersteller Audi und Porsche ein deutliches Plus von rund einem Drittel verbuchen. Für VW blieb ein Anstieg um knapp ein Viertel auf knapp 1,1 Millionen Autos. Aufwärts ging es auch bei Lastwagen der Marken MAN und Scania mit einem Plus von 34 beziehungsweise 27 Prozent. Seat und Skoda hinken der Entwicklung dagegen hinterher: Die Tschechen verkauften gerade einmal 7,2 Prozent mehr Fahrzeuge als zum Jahresauftakt 2020, Seat verbuchte sogar ein Minus im ersten Quartal von 3,7 Prozent.

Der Beginn der Corona-Krise hatte im ersten Quartal die Geschäfte der Autobauer weltweit belastet. Vor allem der erste Lockdown ab März ließ die Verkäufe einbrechen. Inzwischen hat sich die Nachfrage aber wieder deutlich erholt.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 210,40

13:38 Uhr

Verschnaufpause an der Wall Street? Alcoa liefert Impuls

Nach der Rekordjagd am Donnerstag dürfte es an der Wall Street zum Wochenschluss gemächlicher zugehen. Zuletzt hatten exzellente Wirtschaftsdaten und extrem positive Geschäftsberichte im Bankensektor gepaart mit gesunkenen Rentenrenditen für Euphorie am Aktienmarkt gesorgt. Im Blick steht daher weiter die Fahrt aufnehmende Berichtssaison der Unternehmen. Geschäftszahlen legen unter anderem Morgan Stanley, Bank of New York Mellon, Citizens Financial Group und PNC Financial Services vor. Auch die Eisenbahngesellschaft Kansas City Southern legt ihre Quartalsbilanz vor. Anleger hoffen hier auf Erkenntnisse zum gesamtkonjunkturellen Verlauf.

S&P 500
S&P 500 4.158,00

Gestützt wird positive Grundstimmung auch von guten Daten aus China: Die chinesische Wirtschaft machte einen signifikanten Wachstumssprung im ersten Quartal - Ökonomen hatten sogar auf noch mehr gehofft. Gleiches gilt auch für die Industrieproduktion in China. Angesichts der sehr hohen Bewertungen müssten Daten jeder Art dies rechtfertigen, mahnen Händler. Die Messlatte liege sehr hoch.

Alcoa ziehen vorbörslich 2,3 Prozent an. Das Unternehmen konnte im Berichtsquartal abermals höhere Aluminiumpreise durchsetzen. Entsprechend optimistisch fiel der Ausblick auf das zweite Quartal aus. Positiv werden auch Zahlen und Ausblick des Farben- und Lackeherstellers PPG Industries aufgenommen. Der Kurs steigt um rund 5,2 Prozent.

Alcoa
Alcoa 58,02

13:18 Uhr

Türkei verbietet Zahlungen mit Bitcoin & Co

Die türkische Zentralbank verbietet Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Der Handel mit digitalen Währungen und das Bezahlen damit führe möglicherweise zu "irreparablen" Schäden, erklärt die Behörde. Zuletzt hatten immer mehr Geschäfte in der Türkei Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert. Ein Bitcoin verbilligte sich um rund drei Prozent auf 61.490 Dollar. Der Kurs war in den vergangenen Monaten von einem Rekord zum nächsten gejagt und viele Experten warnen vor einer Blase. Auch Aktien von Firmen, die mit Krytowährungen zu tun haben, kamen unter Druck.

Betroffen von der neuen Regel, die ab Ende April gelten soll, seien direkte und indirekte Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen, schrieb die Zentralbank in ihrem Amtsblatt. Kryptowährungen unterlägen keiner Regulierung und Aufsicht durch eine Notenbank und habe daher hohe Risiken. Die Nutzung des digitalen Gelds könne bei Konsumenten und Händlern zu Verlusten führen. Zudem hat die Zentralbank Sorge, dass durch Cyberdevisen die Türkische Lira weiter unter Druck gerät. Sie hat in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren.

Bitcoin
Bitcoin 44.679,50
Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,10

 

13:05 Uhr

Pfeiffer Vacuum überzeugt auf ganzer Linie: zweistelliges Kursplus

Die Aktien von Pfeiffer Vacuum schießen rund 13 Prozent nach oben. Die vorläufig veröffentlichten Zahlen sind einer ersten Einschätzung aus dem Handel zufolge durch die Bank besser als erwartet. Das Geschäft boomt dank der extrem hohen Dynamik am Halbleitermarkt und einer guten Nachfrage von den Endmärkten.

Der Vakuumpumpenhersteller steigerte den Konzernumsatz nach vorläufigen Berechnungen um 25,0 Prozent auf 191,7 Millionen Euro - das höchste Quartalsniveau in der Unternehmensgeschichte. Der Auftragseingang erreichte mit 233,9 Millionen Euro - plus 35,3 Prozent - ein Rekordniveau. In Folge hob Pfeiffer den Ausblick an - Umsatzwachstum und die EBIT-Marge sollen sich 2021 deutlich verbessern und jeweils bei über 10 Prozent liegen. Der Konsens liegt mit einem Umsatzwachstum von 6 Prozent und einer operativen Marge von 9,6 noch deutlich darunter, hier dürfte es zu Anpassungen kommen.

Pfeiffer Vacuum
Pfeiffer Vacuum 158,60

12:55 Uhr

Sorgen über Schottland-Referendum: Pfund gibt nach

Das britische Pfund gibt nach inmitten von Sorgen über Forderungen nach einem zweiten Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands. Der Euro steigt im Verlauf mit 0,8723 Pfund auf ein Siebenwochenhoch, zum Dollar gibt das Pfund 0,2 Prozent nach auf 1,3757. "Anleger haben gezögert, beim Pfund wieder Long-Positionen einzugehen, und eine gewisse Zurückhaltung könnte vor den schottischen Parlamentswahlen am 6. Mai angebracht sein", so ING-Analyst Chris Turner. Hier dürfte es sich zeigen, wie es um den Unabhängigkeitsdrang bestellt sei. Für Turner stellt ein Euro-Kurs von 0,8730 Pfund eine Schlüsselmarke dar.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,16
Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,16

 

12:21 Uhr

Scholz: Digitaler Euro "wird kommen"

Bundesfinanzminister Olaf Scholz rechnet fest mit der Einführung eines digitalen Euro. "Wir sind jetzt auf einem Prozess, der dazu führt, dass er kommen wird. Davon bin ich jedenfalls überzeugt," sagt der SPD-Politiker. Bei der Herausgabe von Währungen müsse die staatliche Souveränität gewahrt werden. Daher begrüße er die Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB). Deutschland werde die Notenbank aktiv unterstützen. "Europa muss bei digitalem Zentralbankgeld vorne dabei sein und es aktiv voranbringen." Bei digitalem Geld dürfe man sich nicht von irgendwelchen Großkonzernen abhängig machen. "Egal wie sie ihr Pseudogeld nennen," fügte er hinzu.

Die EZB hatte am Mittwoch das Ergebnis einer öffentlichen Konsultation zu einem möglichen digitalen Euro veröffentlicht. Danach steht für die Menschen in der Euro-Zone bei einer Digitalversion der Gemeinschaftswährung die Wahrung der Privatsphäre an erster Stelle, gefolgt von der Sicherheit und einer europäischen Reichweite. Bei der öffentlichen Befragung erhielt die EZB mehr als 8200 Antworten von Bürgern, Unternehmen und Verbänden. Die Notenbank hat bislang noch kein grünes Licht für einen digitalen Euro gegeben. Mitte des Jahres will sie entscheiden, ob ein formelles Projekt gestartet werden soll.

11:45 Uhr

Geldvermögen der Deutschen steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Die Privathaushalte besaßen Ende des vergangenen Jahres mit 6,95 Billionen Euro ein so hohes Geldvermögen wie noch nie, wie aus Zahlen der Bundesbank hervorgeht. Im Vergleich zum Ende des dritten Quartals ist das ein Zuwachs von 3,1 Prozent. Ursache der Zunahme war insbesondere der Anstieg von Bargeld und Einlagen bei den Haushalten. Aber auch Gewinne an den Börsen stehen hinter der Erhöhung.

Das Engagement in Bargeld und Bankeinlagen, was für Privathaushalte schnell verfügbare Mittel sind, nahm im Schlussquartal 2020 um 74 Milliarden Euro zu. Die Ansprüche gegenüber Versicherungen erhöhten sich um 21 Milliarden Euro. Kursgewinne an den Finanzmärkten sorgten für viel Rückenwind. Insgesamt lagen die Bewertungsgewinne bei Aktien und anderen Anteilsrechten bei 61 Milliarden Euro. "Die privaten Haushalte blieben im vierten Quartal auf dem Kapitalmarkt sehr aktiv", erklärte die Bundesbank. Beliebt waren Aktien und Anteile an Investmentfonds. Die Haushalte erhöhten ihr Engagement in diese Wertpapiere im Schlussquartal um 21 Milliarden Euro. Stark gefragt waren Investmentzertifikate und Auslandsaktien.

11:28 Uhr

Durch Brexit: London verliert mehr als 400 Finanzhäuser

Der Brexit führt einer Studie zufolge zu einem unerwartet starken Aderlass für die Finanzmetropole London. Mehr als 400 Finanzfirmen haben seit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ihre Geschäfte aus der britischen Hauptstadt nach Kontinentaleuropa verlegt, wie eine Studie der Denkfabrik New Financial zeigt. Das sei deutlich mehr als erwartet. "Wir gehen davon aus, dass die eigentliche Zahl weitaus höher liegt und dass künftig noch mehr Firmen ihre Aktivitäten verlagern", hieß es in der Studie. "Wir stehen erst am Ende des Beginns des Brexit."

Dublin profitiert der Untersuchung zufolge am meisten von dem Verlagerungen. 135 Firmen hätten ihre Unternehmenszentralen dorthin verlagert, danach folge Paris, Luxemburg, Frankfurt und Amsterdam. Banken, Versicherungen und Fondsdienstleister schoben bislang Vermögenswerte in Höhe von insgesamt rund einer Billiarde Pfund in die Länder Kontinentaleuropas. "Frankfurt wird auf längere Sicht Gewinner sein in Bezug auf die Umschichtung von Vermögen. Paris wird dagegen der größte Nutznießer in Bezug auf Arbeitsplätze sein", schreiben die Autoren der Studie.  

11:03 Uhr

Heidelbergcement liefert ab - Anleger greifen zu

Anleger greifen nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Quartal bei Heidelbergcement zu. Die Papiere steigen rund zwei Prozent. Die Zahlen seien eine positive Überraschung, fassten die Analysten von Jefferies zusammen. Die Schätzungen seien zwar möglicherweise vorsichtig gewesen und Fragen zum Gleichgewicht zwischen Preisgestaltung und Kosten im weiteren Jahresverlauf blieben wahrscheinlich bestehen, dennoch sei die Aktie momentan zu billig.

Heidelbergcement
Heidelbergcement 75,06

10:33 Uhr

Porsche steigert Absatz kräftig

Die VW-Konzerntochter Porsche hat den Absatz im ersten Quartal um gut ein Drittel gegenüber dem Vorjahresquartal auf knapp 72.000 Fahrzeuge gesteigert. Am größten Einzelmarkt China - wo Porsche 30 Prozent seiner Gesamtverkäufe erzielt - verzeichneten die Stuttgarter den höchsten Zuwachs mit 56 Prozent. Im Vergleichszeitraum 2020 hatten Produktionsausfälle in der Corona-Krise die Verkaufszahlen leicht gedämpft. "Die Auftragseingänge entwickeln sich nach wie vor sehr gut", erklärte Vertriebschef Detlev von Platen.

10:14 Uhr

Dax springt auf Rekord

Der Dax markiert mit einem Anstieg um 0,6 Prozent auf 15.344 Punkte ein neues Allzeithoch. Im Handel wird auf die Berichtssaison verwiesen, die bisher positive Überraschungen geliefert habe. So zum Beispiel die Deutsche Post, SAP, Daimler und Heidelbergcement aus dem deutschen Börsenleitindex. Nachdem vielfach die Aktienbewertungen als zu hoch eingestuft wurden, relativiere sich dies aktuell. Vom kleinen Verfall sei auf Grund des geringen Open Interest derweil wenig zu erwarten.

"Gute Konjunkturdaten, gute Geschäftszahlen, gute Laune", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel.

Dax
Dax 15.371,82

09:46 Uhr

Pkw-Absatz in Europa explodiert im März, aber ...

Der Autoabsatz in der Europäischen Union hat sich im ersten Quartal im Vergleich zu dem von der beginnenden Corona-Pandemie geprägten Vorjahresquartal etwas erholt. Von Januar bis März stieg die Zahl der Neuzulassungen um 3,2 Prozent auf 2,6 Millionen Pkw, erklärt der europäische Herstellerverband ACEA. Im März belief sich das Plus gegenüber dem Vorjahresmonat auf 87,3 Prozent. Der starke Anstieg ist mit dem niedrigen Vergleichswert Anfang 2020 zu erklären, als die Corona-Krise den Absatz einbrechen ließ. Die Verkaufszahlen liegen im ersten Quartal noch immer weit unter dem Vorkrisenniveau: Von Januar bis März 2019 hatte ACEA vier Millionen Neuwagen gezählt.

09:06 Uhr

Dax ist wieder in Rekordlaune

Zum Wochenschluss deutet der Dax noch einmal an, was in ihm steckt: Der deutsche Börsenleitindex, der in den vergangenen acht Handelstagen seit seinem Allzeithoch am Dienstag nach Ostern auf Konsolidierungskurs war, zieht 0,2 Prozent auf 15.282 Punkte an. Er notiert damit nahe seines Rekordes von 15.312 Zählern. Am Donnerstag hatte der Dow-Jones-Index erstmals in seiner Geschichte über der Marke von 34.000 Punkten geschlossen und damit auch positive Signale an die asiatischen Börsen gesendet.

"Der Dax ist wieder auf Rekordjagd", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. Sie verweist auf "starke Geschäftszahlen von Daimler und Heidelbergcement" auf der einen Seite und "gute Konjunkturdaten aus China". Sie zeigten, dass eine schnelle und deutliche wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise möglich sei.

08:44 Uhr

Asien-Börsen legen moderat zu

Gestützt auf Firmenbilanzen und robuste Konjunkturdaten haben die asiatischen Börsen am Freitag moderat zugelegt. In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,1 Prozent auf 29.683 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index trat auf der Stelle. Die Börse in Shanghai lag 0,8 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen notierte 0,4 Prozent höher.

Nikkei
Nikkei 27.824,83

"Die Märkte sehen einer wirtschaftlichen Normalisierung entgegen, da Impfstoffe kursieren. Die Aktienkurse werden wahrscheinlich allmählich steigen, wenn man die bevorstehenden Gewinne betrachtet", sagte Tomo Kinoshita, globaler Marktstratege bei Invesco Asset Management in Tokio. Die Erwartungen an die Firmenbilanzen beispielsweise im japanischen Chipsektor seien allerdings so groß, dass die Angst vor Enttäuschungen wachse, sagte Shingo Ide, Stratege beim NLI Research Institute. Auch ein chinesisches Wirtschaftswachstum stimmte einerseits positiv, andererseits schwächte sich die Dynamik aufs Quartal gesehen überraschend deutlich ab. Das Bruttoinlandsprodukt stieg insgesamt zwischen Januar und März um 18,3 Prozent, was etwas unter den Erwartungen lag.

08:24 Uhr

Ölpreise geben am Morgen nur leicht nach

Brent Rohöl
Brent Rohöl 68,66

Die Ölpreise haben die starken Gewinne vom Vortag nahezu halten können. Nach einem Kurssprung im Zuge neuer Daten zu den Ölreserven in den USA gaben die Notierungen am Morgen nur leicht nach.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 66,54 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls leicht um zwölf Cent auf 63,03 Dollar. Am Mittwoch waren die Ölpreise stark gestiegen, als die US-Regierung für die Vorwoche einen mehr als doppelt so starken Rückgang der Lagerbestände an Rohöl wie von Analysten erwartet gemeldet hatte.

08:04 Uhr

Daimler übertrifft Analystenerwartungen

Daimler
Daimler 73,69

Der Auto- und Lkw-Bauer Daimler ist vor allem aufgrund eines starken China-Geschäfts besser ins Jahr gestartet als erwartet und hat operativ deutlich mehr verdient als Anfang 2020. Der um Sondereffekte wie Erträge aus Übernahmen oder den Kosten für den Konzernumbau bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe im ersten Quartal knapp fünf Milliarden Euro betragen, teilte der Konzern auf Basis vorläufiger Zahlen in Stuttgart mit.

Experten hatten nach Angaben des Unternehmens knapp vier Milliarden Euro erwartet. Inklusive der Sondereffekte habe der operative Gewinn bei knapp 5,8 Milliarden Euro gelegen. Hier lag die durchschnittliche Analystenprognose den Angaben des Unternehmens zufolge bei knapp fünf Milliarden Euro.

Daimler
Daimler 73,69

 

07:33 Uhr

Eurokurs kaum verändert

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,22

Der Euro bewegt sich wenig. Wie bereits am Vortag hielt sich der Kurs der Gemeinschaftswährung in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. Am Morgen wurde der Euro bei 1,1963 US-Dollar gehandelt und damit nahezu zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1970 (Mittwoch: 1,1964) Dollar festgesetzt. Ein starkes Wirtschaftswachstum in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, sorgte am Morgen nicht für Kauflaune an den Finanzmärkten. An den Aktienbörsen und am Devisenmarkt hielten sich die Kursbewegungen in Grenzen.

07:21 Uhr

Chinas BIP-Zahlen sind was auf Mühlen der Konjunkturfreunde

Die Flut sehr guter Konjunkturdaten setzt sich weiter fort: Die chinesische Wirtschaft hat im ersten Quartal ein kräftiges Wachstum erzielt. Wie das nationale Statistikamt mitteilte, kletterte das Bruttoinlandsprodukt um 18,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor einem Jahr hatten allerdings die massiven Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung von 6,8 Prozent geführt.

Ökonomen hatten für den Jahresstart 2021 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 19,2 Prozent gerechnet. Auch im Vergleich zum Schlussquartal 2020, als die zweitgrößte Volkswirtschaft ein Zuwachs von 6,5 Prozent im Jahresvergleich erzielte, liegt das Plus spürbar höher. In den kommenden Quartalen dürfte der Zuwachs aber nicht mehr ganz so hoch ausfallen, da die chinesische Wirtschaft an den höheren Werten des Vorjahres gemessen wird. China

07:12 Uhr

Wenig Kursbewegungen an Börsen in Ostasien

Nikkei
Nikkei 27.824,83

Eher gedämpft ist die Stimmung zum Wochenausklang an den Börsen in Ostasien und Australien. Zwar überwiegen in der Region die positiven Vorzeichen, doch halten sich die Kursbewegungen in Grenzen, und dies trotz sehr guter Vorgaben der Wall Street, wo am Donnerstag neue Rekordstände verzeichnet wurden. Den Grund für die Zurückhaltung der Anleger machen Marktbeobachter in dem verglichen mit den USA langsamen Voranschreiten der Covid-19-Schutzimpfungen aus.

Wie neue Konjunkturdaten am Vortag gezeigt haben, erholt sich die US-Wirtschaft rasant von dem pandemiebedingten Einbruch im Frühjahr vergangenen Jahres. In Asien steigen derweil vielerorts die Corona-Fallzahlen. So gelten etwa in verschiedenen Regionen Japans ab dem heutigen Freitag wieder verschärfte Einschränkungen, was Befürchtungen aufkommen lässt, dass die wegen der Pandemie auf diesen Sommer verschobenen Olympischen Spiele in Tokio nicht stattfinden können. Das bremst den japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei-225-Index liegt 0,1 Prozent im Plus bei 29.679 Punkten. Etwas stärker, nämlich um 0,5 Prozent, legt der Composite-Index in Schanghai zu. Die chinesische Wirtschaft erlebte im ersten Quartal ein BIP-Rekordwachstum von 18,3 Prozent zum Vorjahr, wie am Freitag veröffentlichten Daten zum Bruttoinlandsprodukt zeigten.

06:30 Uhr

Das wird für den Dax heute wichtig

Der Dax bleibt in seinem Konsolidierungsmodus. Nach seinem Allzeithoch von 15.312 Punkten am Dienstag nach Ostern bewegt sich der deutsche Börsenleitindex in geringen Handelsspannen nach oben und unten - und pendelt zwischen 15.200 und 15.250 Punkten hin und her. Selbst überragende Zahlen der US-Großbanken in der anlaufenden Berichtssaison konnten den Dax bislang nicht aus seiner Lethargie herausholen, am Donnerstag beendete er den Handel mit leichten Aufschlägen. An diesem Konsolidierungstrend dürfte sich auch zum Wochenschluss kaum etwas ändern.

Auf der Konjunktur-Agenda dürften Daten aus der Eurozone in den Fokus rücken: So stehen etwa das Handelsbilanzsaldo und die Verbraucherpreise auf dem Programm. Von US-Seite werden Zahlen zu den Baubeginnen veröffentlicht.

Auf der Unternehmensseite könnten Zahlen des Branchenverbandes ACEA zu den Pkw-Neuzulassungen im März für Kursimpulse bei BMW, Daimler, VW oder auch Zulieferern wie Conti sorgen. Henkel, Covestro und Vonovia laden zur Hauptversammlung. Beim Immobilienkonzern könnte das Aus des Berliner Mietendeckels durch das Bundesverfassungsgericht noch einmal aufgegriffen und thematisiert werden.

Was den Dax im Donnerstagshandel bewegt hat, lesen Sie hier.

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