Freitag, 23. August 2019Der Börsen-Tag

mit Kai Stoppel
17:44 Uhr

Trumps Tirade reißt Dax in die Tiefe

Dax
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Eigentlich sieht es nach einem guten Tag für den Dax aus. Doch zwei Tiefschläge verhageln dem deutschen Leitindex den Handelstag. Der erste kommt gegen 14 Uhr: Die Meldung, China wolle Vergeltungszölle auf Importe aus den USA erheben. Der zweite - und folgenschwerere - Tiefschlag folgt gegen 17 Uhr, als sich die Kurse bereits wieder erholten: Eine Twitter-Tirade des US-Präsidenten Donald Trump gegen China und die US-Notenbank Fed.

Für den Dax bedeutet das einen herben Verlust von 1,2 Prozent zum Handelsende und den Fall auf 11.612 Punkte. Noch schwerer erwischt es jedoch die Wall Street, wo die wichtigsten Indizes wie Dow Jones und S&P 500 am Nachmittag um mehr als 1,5 Prozent nachgeben.

Anleger sind verunsichert, da alles auf eine weitere Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China hindeutet. Trump hat für den Abend bereits eine Gegenreaktion auf die neuen Zölle Chinas angekündigt. Damit droht sich das Eskalationskarussell immer schneller zu drehen. Der "sichere Hafen" Gold ist in dieser Lage gesucht: Die Feinunze verteuert sich zuletzt um 1,9 Prozent auf 1527 Dollar.

Im Dax geraten mit den schlechten Nachrichten vor allem die Aktien der Autobauer unter die Räder: BMW und Daimler rauschen um jeweils mehr als drei Prozent ab und landen ganz unten im Index. Deutliche Verluste fahren auch die Papiere von Infineon, Covestro und Linde ein, die alle mehr als zwei Prozent verlieren.

Das schlechte Marktumfeld hinterlässt am letzten Handelstag der Woche nur wenige Gewinner im Dax. Oben stehen Wirecard mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent. Defensive Aktien - also jener Unternehmen, die in Krisenzeiten auch Gewinne machen - halten sich am besten. Etwa Immobilienkonzern Vonovia mit plus 0,5 Prozent und Versorger Eon mit plus 0,3 Prozent.

17:11 Uhr

Trump außer sich - schwerer Angriff auf Fed-Chef Powell

Nach den neuen Vergeltungszöllen Chinas gegen Waren aus den USA legt US-Präsident Donald Trump auf Twitter nach - in einer ganzen Serie von Tweets richtet sich seine Kritik gegen China und dessen Präsident Xi Jinping, aber erneut auch gegen die Notenbank der USA - allen voran deren Chef Jerome Powell.

"Wie üblich hat die Fed nichts unternommen", kritisiert Trump. "Wir haben einen sehr starken Dollar und eine sehr schwache Fed." In einem weiteren Tweet fährt Trump einen schweren Angriff auf den Fed-Chef und schreibt: "Meine einzige Frage lautet: Wer ist der größte Feind des Volkes, Jay Powell oder Vorsitzender Xi?"

Hintergrund: Trump hatte zuletzt immer wieder Zinsenkungen von der US-Notenbank gefordert. Die Fed will nach den Worten Powells, der am Nachmittag MESZ in Jackson Hole eine Rede gehalten hatte, das weitere Wachstum der amerikanischen Wirtschaft zwar mit angemessenen Maßnahmen stützen. Er machte jedoch keine konkreten Angaben zu möglichen weiteren Leitzinssenkungen.

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16:30 Uhr

Eskalation im Handelskrieg - Goldpreis schnellt hoch

Die Vergeltungszölle aus China auf US-Waren im Wert von 75 Milliarden Dollar verunsichern Anleger und schicken die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt. Doch für eine Geldanlage sind Zeiten der Unsicherheit genau das Richtige: Gold.

Denn das Edelmetall gilt als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten. Und so dreht der Goldpreis mit der erneuten Verschärfung des US-chinesischen Handelsstreits ins Plus und springt wieder über die Marke von 1500 Dollar. Aktuell müssen für die Feinunze 1512 Dollar gezahlt werden, ein Aufschlag von rund 1,0 Prozent.

Seit Monaten ist der Goldpreis bereits auf dem aufsteigendem Ast. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall fast ein Drittel im Wert zugelegt.

Update 17:15 Uhr: Der Preis für eine Feinunze Gold ist mittlerweile auf 1525 Dollar gestiegen. Ein Aufschlag von 1,8 Prozent.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.516,74

 

16:05 Uhr

Zölle auf US-Waren belasten die Wall Street

Eine neue Runde im Handelsstreit zwischen China und den USA verdirbt Aktienanlegern an der Wall Street die Laune. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 geben je 0,4 Prozent auf 26.150 Punkte und 2909 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 0,5 Prozent auf 7922 Punkte.

China kündigte neue Zölle auf US-Güter im Volumen von rund 75 Milliarden Dollar an. Diese sollten zwischen fünf und zehn Prozent liegen und ab dem 1. September beziehungsweise 15. Dezember gelten.

Unter die Räder geraten vor allem Technologietitel: Apple geben 1,4 Prozent nach, Chiphersteller wie Qualcomm, Advanced Micro Devices und Intel fallen um bis zu 1,8 Prozent. Aktien von HP verlieren knapp acht Prozent.

15:50 Uhr

Trump reagiert auf China-Zölle - mit einem Tweet

Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump auf neue Vergeltungszölle Chinas lässt nicht lange auf sich warten. Allerdings kritisiert er nicht China dafür, zusätzliche Zölle auf US-Importe im Wert von rund 75 Milliarden US-Dollar erheben zu wollen. Vielmehr klingt sein jüngster Tweet wie eine Anweisung an die US-Notenbank.

"Jetzt kann die Fed zeigen, was sie drauf hat", kann man Trumps Tweet sinngemäß übersetzen. Das lässt zwar viel Spielraum für Interpretation. Aber bekannt ist, dass Trump sich von der US-Notenbank weitere Zinssenkungen wünscht. Eines ist sicher im Handelskrieg zwischen den USA und China: Er geht weiter.

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15:23 Uhr

Was ist die beste Versicherung gegen Kurseinbrüche?

Der Schlingerkurs beim Dax weckt den Wunsch nach Sicherheit. Anschnallen bevor es zum Unfall kommt, ist die Devise. Welche Präventivmaßnahmen Anleger ergreifen können, um ihre Investitionen abzusichern, bespricht Bianca Thomas mit Matthias Hüppe von der HSBC.

 

14:57 Uhr

Vapiano-Aktie macht kräftigen Satz nach oben

Vapiano
Vapiano 4,55

Die Aktie der kriselnden Restaurantkette Vapiano setzt die jüngste Aufwärtstendenz fort und gewinnt mehr als 16 Prozent auf 4,83 Euro. Damit erholt sich das Papier weiter vom Rücktritt des Chefs der Restaurantkette Cornelius Everke.

Hilfreich sind dabei die Aussagen von Großaktionär Hans-Joachim Sander, der unlängst seine Unterstützung für das angeschlagene Unternehmen unterstrichen hat. Die aktuellen Aufschläge relativieren sich angesichts von Kursverlusten von rund 30 Prozent seit Jahresbeginn.

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(Foto: picture alliance/dpa)

 

14:29 Uhr

Achtreichster Mensch der Welt stirbt mit 79

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David Koch.

(Foto: REUTERS)

Der US-amerikanische Milliardär David Koch, der als einer der reichsten Menschen auf Erden gilt, ist laut einem Bericht im Alter von 79 Jahren gestorben. "Quellen aus dem Familienumfeld sagen, David Koch ist gestorben", schrieb Jane Mayer, Reporterin des Magazins "The New Yorker" auf Twitter.

Koch und sein älterer Bruder Charles haben in den vergangenen Jahrzehnten großen Einfluss auf die Politik in den USA genommen. Ihnen gehört Koch Industries, ein Konzern, der unter anderem im Öl- und Gasgeschäft aktiv ist. Laut "Bloomberg" war David Koch mit einem Vermögen von rund 59 Milliarden Dollar zuletzt der achtreiste Mensch der Welt.

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14:13 Uhr

China schlägt gegen USA zurück - Börsen brechen ein

Senkrecht nach unten geht es am frühen Nachmittag an Europas Börsen: Der Dax verliert innerhalb weniger Minuten mehr als 100 Punkte und rauscht auf unter 11.700 Punkte. Auch der Eurozonen-Index Euro-Stoxx-50 bricht ein.

Auslöser des Kurssturzes sind Meldungen, dass China neue Zölle auf US-Waren erheben will - laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sollen US-Importe mit einem Volumen von 75 Milliarden Dollar mit Strafzöllen belegt werden. Auch sollen Strafzölle auf US-Autoimporte wieder erhoben werden. Die Zölle sind Gegenmaßnahmen auf die ab September greifenden neuen US-Zölle auf chinesische Importe.

Dax
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13:51 Uhr

Flugbegleiterin wegen Facebook-Post gefeuert?

Cathay Pacific Airways
Cathay Pacific Airways 1,20

Eine Flugbegleiterin hat der Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific vorgeworfen, ihr wegen Einträgen im Online-Dienst Facebook in Verbindung mit den Protesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone gekündigt zu haben. Sie sei von einem geplanten Flug nach China abgezogen und am folgenden Tag gefeuert worden, sagte die 26-jährige Gewerkschafterin Rebecca Sy bei einer Pressekonferenz.

Die Geschäftsführung habe ihr Einträge ihres Facebook-Kontos gezeigt, in denen es um die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen die pekingtreue Regierung gegangen sei. Eine offizielle Begründung für ihre Entlassung sei ihr jedoch nicht genannt worden, sagte Sy, die für die regionale Tochter Cathay Dragon tätig war.

Als Reaktion auf massiven chinesischen Druck hatte Cathay Pacific vor einer Woche den Rücktritt ihres Chefs Rupert Hogg bekannt gegeben. Mit dem Schritt übernehme er die "Verantwortung als Unternehmenschef mit Blick auf die jüngsten Ereignisse", teilte die Airline mit.

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Ein Teil der rund 27.000 Cathay-Pacific-Beschäftigten hatte an dem von der Protestbewegung ausgerufenen Generalstreik Anfang des Monats teilgenommen.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

 

13:15 Uhr

Pfund-Rally endet abrupt - Reaktion auf Merkel überzogen?

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,25

Anleger nutzen die jüngste Pfund-Rally für Gewinnmitnahmen. Die britische Währung verbilligt sich um 0,3 Prozent auf 1,2209 Dollar.

Der einprozentige Kursgewinn vom Donnerstag als Reaktion auf die Treffen des britischen Premierministers Boris Johnson mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sei ohnehin überzogen gewesen, kritisierte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Nichts, aber auch gar nichts ist seit gestern besser/einfacher/sicherer geworden."

Merkel hatte unter anderem bekräftigt, dass sie offen für Gespräche sei und bis zum offiziellen Brexit-Termin am 31. Oktober ein Kompromiss in der umstrittenen Frage nach dem künftigen Grenzregime zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland gefunden werden könne.

12:25 Uhr

Apple warnt: Kreditkarte nicht in Jeanshose stecken

Apple
Apple 217,73

Die neue Kreditkarte von Apple aus Titan sieht zwar edel aus - allerdings ist dieser Vorteil auch gleichzeitig ihr Nachteil. Denn Apple ermahnt seine Kunden nun, die Kreditkarte äußerst schonend aufzubewahren, um sie nicht zu verkratzen, berichtet "CNN".

So heißt es auf einer Support-Webseite von Apple, bestimmte Textil-Fabrikate wie Leder und robuste Baumwolle ("Denim"), wie sie in Jeanshosen verarbeitet wird, könnten zu einer Verfärbung der Kreditkarte führen. Und diese könne "nicht abgewaschen werden".

Apple rät daher dazu, die "Apple Card" in Geldbörsen, Taschen oder Beuteln aus weichem Material aufzubewahren. Auch sollte sie nicht in der Nähe von Münzen, Schlüsseln oder anderen rauen Objekten aufbewahrt werden, um sie nicht zu zerkratzen.

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Präsentation der "Apple Card" im März 2019.

(Foto: imago images / Kyodo News)

 

11:48 Uhr

Rekordhoch: "Peppa-Pig-Aktie" geht durch die Decke

Entertainment One
Entertainment One 6,46

Alle Eltern wissen sofort, wovon ich rede: Peppa Pig, das kleine Trickfilm-Schweinchen der gleichnamigen Kinderserie, das mit seiner Familie freudig grunzend jede Menge Abenteuer erlebt. Produziert wird die Erfolgsserie vom börsennotierten Unternehmen Entertainment One – und das steht heute im Fokus an der Londoner Börse. Dort geht es mit den Papieren um mehr als 30 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch von 579 Pence.

Der Grund: Der "Monopoly"-Macher Hasbro will das Unternehmen, das neben "Peppa Pig" auch die Zombie-Serie "Walking Dead" produziert, für 560 Pence je Aktie und damit insgesamt vier Milliarden Dollar übernehmen. Die Führungsgremien beider Firmen unterstützten zwar die Transaktion, kommentierte Analyst Drew McReynolds von der Investmentbank RBC Capital Markets. Aber ein Bieterwettstreit um den britischen Film- und TV-Produzenten sei nicht ausgeschlossen.

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Stoffpuppen von Peppa Pig und ihrer Familie.

(Foto: imago/ZUMA Press)

 

11:24 Uhr

Bericht: Bis zu 2500 Jobs bei Commerzbank vor Aus

Commerzbank
Commerzbank 5,72

Bei der Commerzbank könnte einem Bericht der "Börsen-Zeitung" zufolge ein weiterer Stellenabbau anstehen. Es sei mit der Streichung von 1800 bis 2500 Arbeitsplätzen zu rechnen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die finalen Entscheidungen würden erst auf dem Strategiedialog von Vorstand und Aufsichtsrat Ende September fallen.

Es zeichne sich ab, dass die Einsparungen vor allem die Zentrale betreffen würden. Konkret könnte es um Stabstellen gehen aus den eingestellten Aktivitäten wie dem Investmentbanking und der Schiffsfinanzierung oder dem Personalbereich. Die Commerzbank wollte sich dazu nicht äußern.

An der Börse reagiert die Aktie positiv auf die Nachricht: Im MDax geht es für Commerzbank um 1,1 Prozent nach oben.

 

10:42 Uhr

Ex-Daimlerchef Zetsche übernimmt Posten bei Aldi

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Wie viele andere Spitzenmanager auch richtete der 66-Jährige nach seiner operativen Karriere den Fokus auf die Tätigkeit in Kontrollgremien.

(Foto: imago images / Stefan Zeitz)

Nein, er wird nicht hinter der Kasse stehen: Doch tatsächlich wird der frühere Daimler-Chef Dieter Zetsche künftig seine Kräfte auch dem Handelsriesen Aldi Süd widmen – und zwar als Mitglied des Beirats. Das sagte eine Sprecherin der Discounterkette aus Mülheim an der Ruhr auf Anfrage.

Im Mai war Zetsche aus dem Vorstand des schwäbischen Autoherstellers ausgeschieden, an dessen Spitze er gut 13 Jahre gestanden hatte. Zetsche hatte bereits im Frühjahr den Aufsichtsratsvorsitz des Touristikkonzerns Tui übernommen. Mit Aldi Süd kommt nun ein weiterer Posten hinzu.

10:19 Uhr

Chinas Währung rauscht auf Elfeinhalb-Jahres-Tief

US-Dollar / Yuan
US-Dollar / Yuan ,14

Die Talfahrt der chinesischen Währung geht weiter. Der Dollar steigt im Gegenzug auf ein Elfeinhalb-Jahres-Hoch von 7,0992 Yuan. "Meines Erachtens spiegelt die Yuan-Schwäche einerseits die schwache Verfassung der chinesischen Wirtschaft wider, während sie andererseits die chinesische Taktik hinsichtlich der Handelsspannungen zwischen den USA und China andeuten dürfte", sagte Commerzbank-Analyst Hao Zhou.

Experten zufolge will die Regierung in Peking mit der Abwertung ihrer Währung die Wettbewerbschancen chinesischer Waren auf dem Weltmarkt verbessern, um die Belastungen durch die US-Strafzölle abzumildern. Eine unkontrollierte Yuan-Abwertung sei allerdings nicht zu erwarten, da China in diesem Fall ein massiver Kapitalabfluss drohe, sagte Zhou.

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Der Yuan setzt seine Abwertungsbewegung der vergangenen Tage beschleunigt fort.

(Foto: Xu jingbai - Imaginechina)

 

10:02 Uhr

Star-Ökonomin: Hongkong könnte Welt in Rezession stürzen

Die Unruhen in Hongkong halten an und zeigen bereits ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft: Die Tourismusindustrie leidet, der chinesische Amazon-Rivale Alibaba hat Insidern zufolge bereits seine Börsenpläne auf Eis gelegt. Große Banken drängen mittlerweile in ganzseitigen Zeitungsanzeigen, die Ordnung wiederherzustellen.

Was sich alles nach regional begrenzten Auswirkungen anhört, könnte nach Meinung von Harvard-Ökonomin Carmen Reinhart zu einem Wendepunkt für die Weltwirtschaft werden, wie sie im Gespräch mit "Bloomberg" sagte.

Der Aufruhr in der ehemaligen britischen Kolonie "besorgt mich sehr", so Reinhart. Er könnte als makroökonomischer "Schock" globale Konsequenzen haben - "eine deutliche Abschwächung der Weltwirtschaft oder sogar eine Rezession auslösen", so Reinhart, die Expertin auf dem Feld internationaler Finanzen ist.

 

09:25 Uhr

Spektakel in Frankfurt - SDax-Aktie schießt nach oben

Klöckner & Co
Klöckner & Co 5,67

Für Furore sorgt die Aktie des deutschen Stahlhändlers Klöckner & Co. im SDax - einem kleinen Bruder des Dax - mit einem Kurssprung von bis zu 17 Prozent. Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge will Thyssenkrupp den Stahlhändler übernehmen. "Bislang hatten die Firmen gesagt, dass sie häufig miteinander reden", sagte ein Aktienhändler. Von einer Fusion sei aber nicht die Rede gewesen.

Das "Handelsblatt" brachte darüber hinaus eine Fusion von Thyssen mit dem Stahlkonzern Salzgitter ins Gespräch. Der Thyssen-Vorstand werde sich wohl mit der Idee einer "Deutschen Stahl AG" beschäftigen. "Das ist nicht neu, klingt aber sehr vage", sagte der Aktienhändler. Salzgitter-Aktien legten 4,3 Prozent zu, Thyssen-Titel gewannen 3,4 Prozent.

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Steht die deutsche Stahlbranche vor Zusammenschlüssen?

(Foto: picture alliance/dpa)

 

09:18 Uhr

Dax schaukelt sich in Richtung 12.000er Marke

Dax
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Die Schaukelbörse in Frankfurt geht weiter: Nach Verlusten am Dienstag, Gewinnen am Mittwoch und wieder Verlusten am Donnerstag deutet sich zum Handelsbeginn wieder ein Gewinn beim Dax an: Es geht 0,6 Prozent nach oben auf 11.818 Punkte. Da die Gewinntage zuletzt stets ertragreicher waren, schaukelt sich der Dax langsam in Richtung 12.000er-Marke.

Der Anlass für den heutigen Aufwärtstrend ist laut Marktbeobachtern die Hoffnung auf Signale für weiter US-Zinssenkungen. Wegen der jüngsten Eskalation des Zollstreits zwischen den USA und China sowie den Protesten in Hongkong erwarteten Investoren von der Rede des amerikanischen Zentralbankchefs Jerome Powell auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming beruhigende Worte, sagen Börsianer.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an kai.stoppel(at)nachrichtenmanufaktur.de.

08:58 Uhr

Alle Augen auf Jackson Hole: Ölpreise steigen moderat

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 64,77

Die Ölpreise sind vor der bereits angesprochenen und mit Spannung erwarteten Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 60,06 US-Dollar. Das waren 14 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um acht Cent auf 55,43 Dollar.

Auch an den Finanz- und Rohstoffmärkten richten sich die Blicke vor dem Wochenende auf die amerikanische Kleinstadt Jackson Hole. Auf der dortigen Notenbankkonferenz werden Hinweise auf die Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank Fed erwartet. Diese ist von großer Bedeutung für die globale Konjunkturentwicklung und damit auch für die Nachfrage nach Rohöl.

08:42 Uhr

Euro auf niedrigstem Stand seit Anfang August

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Der Euro hat vor einem mit Spannung erwarteten Auftritt des US-amerikanischen Notenbankchefs Jerome Powell nachgegeben. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1061 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt Anfang August. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1083 Dollar festgesetzt. Gespannt blicken Anleger und Analysten in die amerikanische Kleinstadt Jackson Hole. Auf der dortigen Notenbankkonferenz tritt Powell am Nachmittag ans Mikrofon.

Es wird erwartet, dass der Vorsitzende der US-Zentralbank Federal Reserve Hinweise zur künftigen Geldpolitik fallen lässt. Nachdem die Fed ihren Leitzins Ende Juli erstmalig seit der Finanzkrise 2008 gesenkt hatte, sind die Erwartungen hoch. Vor Powells Auftritt wurden derartige Erwartungen jedoch gedämpft. Seit Donnerstag haben sich gleich mehrere ranghohe Fed-Vertreter gegen baldige Zinssenkungen ausgesprochen.

08:23 Uhr

Wirtschaftsverbände irritiert über Pläne zu Unternehmenssanktionen

Wirtschaftsverbände lehnen die Pläne von Justizministerin Christine Lambrecht für höhere Strafen für kriminelle Unternehmen ab. "Das Vorhaben des Bundesjustizministeriums löst in weiten Teilen der Wirtschaft das Gefühl aus, unter einen generellen Verdacht gestellt zu werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben.

"Vor diesem Hintergrund sollte die Politik dringend hinterfragen, ob sie künftig die Auflösung von Unternehmen ermöglichen und so auch Unschuldige und Unbeteiligte auf allen betrieblichen Ebenen ihrer Existenzgrundlage berauben will", sagte Wansleben. Gerade die Rechtssicherheit sei eine Stärke des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie zeigte sich irritiert. BDI-Präsident Dieter Kempf sagte: "Wir sehen keinen Regelungsbedarf." Für Ordnungswidrigkeiten drohten Unternehmen heute schon Bußgeldzahlungen, strafrechtlich seien hingegen Einzelpersonen zu belangen.

08:03 Uhr

Anleger hängen an Powells Lippen: Dax höher erwartet

Dax
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In Erwartung weiterer Hinweise auf die US-Geldpolitik wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Donnerstag hatte er 0,5 Prozent im Minus bei 11.747,04 Punkten geschlossen. Anleger fieberten der Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell am Nachmittag entgegen. Sie erhofften sich Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinssenkungen.

"Es besteht aber ganz klar das Risiko, dass Powell enttäuscht", warnte Analyst Jeffrey Halley vom Online-Broker Oanda. Es sei schwer vorstellbar, dass der Fed-Chef aggressive Zinssenkungen in Aussicht stelle, während die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung zeigten, dass die Führungsriege vor einem Monat uneins darüber war, ob sie die Zinsen überhaupt senken solle. Einige führende US-Notenbanker erteilten weiteren Schritten am Donnerstag eine Absage.

07:34 Uhr

Bericht: Thyssenkrupp will Klöckner übernehmen

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 12,68

"Die Story ist nicht neu", sagt ein Aktienhändler zu dem Medienbericht, wonach der Industriekonzern Thyssenkrupp seine Stahlsparte durch den Zusammenschluss mit dem Stahlhändler Klöckner & Co stärken wolle. Bereits im Juni hatte das Manager-Magazin über einen möglichen Zusammenschluss berichtet. "Die Story hat sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt, sodass sich die Wahrscheinlichkeit eines Zusammengehens erhöht hat", so ein Aktienhändler.

Das "Handelsblatt" berichtete nun unter Berufung auf Branchenkreise: "Das Vorhaben ist sehr konkret und hat gute Chancen, umgesetzt zu werden." Thyssenkrupp wollte sich nicht dazu äußern. KlöCo war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Beide Seiten seien miteinander im Gespräch, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das Ergebnis sei aber völlig offen. Ein mit der Strategie Thyssenkrupps vertrauter Insider sagte, Thyssenkrupp habe im Moment alle Hände voll zu tun, um den geplanten Börsengang der Aufzugssparte zu organisieren. Ein bevorstehender Deal mit KlöCo wäre daher sehr überraschend.

06:52 Uhr

Asiens Märkte durchleben "weiteren Tag des Wartens"

Nikkei
Nikkei 22.079,09

Vor der Rede des US-Notenbankchefs Jeremy Powell beim Treffen in Jackson Hole halten sich Anleger in Fernost mit größeren Käufen zurück. Der Tokioter Nikkei-Index notierte am Vormittag 0,3 Prozent höher bei 20.683 Zählern, der chinesische CSI300 legte 0,25 Prozent zu. "Es wird ein weiterer Tag des Wartens für die Händler vor der Rede", sagte Hirokazu Kabeya, Chefstratege bei Daiwa Securities. "Investoren hoffen auf beruhigende Worte von ihm." Dabei geht es vor allem um die Frage zu weiteren Zinssenkungen in den USA.

Ende Juli hatte die Fed erstmals seit einem Jahrzehnt den Zins gesenkt. Experten erwarten einen weiteren Schritt nach unten im September. US-Präsident Donald Trump setzt die politisch unabhängige Notenbank seit längerem unter Druck, die Zügel weiter zu lockern. Doch führende Notenbanker haben sich zuletzt dagegen ausgesprochen.

Der Yen gab etwas nach, ein Dollar kostete 106,53 Yen. Anzeichen, dass die Fed ihre Zügel nicht so stark lockert wie erwartet, dürften den Dollar stützen. Der Euro wurde kaum verändert zum späten New Yorker Handel mit 1,1073 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9845 Franken je Dollar und 1,0903 Franken je Euro gehandelt.

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