Freitag, 07. Dezember 2018Der Börsen-Tag bei n-tv

Heute mit Wolfram Neidhard
17:39 Uhr

Dax rutscht noch ins Minus - insgesamt desaströse Woche

Dax
Dax 10.816,55

Wie gewonnen, so zerronnen: Lange Zeit sah es für den deutschen Aktienmarkt nach einem halbwegs versöhnlichen Wochenausklang aus. Doch zum Handelsende hin kam aus den USA ein heftiger Gegenwind, der in Frankfurt die mühsam errungenen Zuwächse zunichte machte.

Für den Dax ging damit eine turbulente Handelswoche mit starken Verlusten zu Ende. Der deutsche Leitindex beendet den Freitag mit einem Minus von 0,2 Prozent und geht mit 10.788 Punkten ins Wochenende. Im Tagesverlauf hatte er es zeitweise über die Marke von 10.900 Punkten geschafft. Am Vortag hatte der Dax fast 400 Punkte verloren. Der MDax gewann 0,4 Prozent auf 22.535 Zähler. Der TecDax ging mit plus 0,5 Prozent auf 2517 Stellen aus dem Handel.

Größer Verlierer im Dax waren am Freitag Fresenius, die sich um 17,7 Prozent verbilligten. Den höchsten Zuwachs verzeichneten Wirecard mit plus 2,8 Prozent.

17:18 Uhr

Woche bleibt besch... (eiden): Dow verliert massiv

Dow Jones
Dow Jones 23.794,00

Nach zunächst hoffnungsvollem Handelsbeginn hat sich die Stimmung an der New Yorker Wall Street wieder eingetrübt. Die wichtigsten US-Börsenindizes drehten deutlich ins Minus.

Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste der vergangenen Handelstage aus und stand 1,4 Prozent tiefer bei 24.589 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,3 Prozent auf 2661 Punkte nach unten.

Damit würde sich sein Minus in der von Handelssorgen geprägten und wegen des Staatstrauertages für den verstorbenen ehemaligen 41. Präsidenten George H. W. Bush verkürzten Handelswoche auf rund 3 Prozent belaufen.

Derweil zeigte der Arbeitsmarktbericht für November einen überraschend schwachen Anstieg der Beschäftigung. Die Stimmung der US-Verbraucher aber hatte sich im Dezember entgegen den Erwartungen nicht eingetrübt.

17:05 Uhr

Insider: Hedgefonds Elliott bei Bayer eingestiegen

Bayer
Bayer 62,94

Der US-Hedgefonds Elliott ist Insidern zufolge beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer engagiert. Der aktivistische Investor sei vor rund einem Jahr bei Bayer eingestiegen, sagten mehrere Insider. Zur Höhe der Beteiligung äußerten sich die Insider nicht.

Ab einer Schwelle von drei Prozent müsste der Investor seine Beteiligung allerdings offenlegen. Elliott habe das Gespräch mit dem Bayer-Vorstand gesucht, doch weder Konzernchef Werner Baumann noch einer seiner Vorstandskollegen seien bisher dazu bereit gewesen. Elliott lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab. Von Bayer war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Was der Hedgefonds des US-Investors Paul Singer bei Bayer im Schilde führt, blieb zunächst unklar. Der aktivistische Investor hat zuletzt unter anderem beim Industriekonzern Thyssenkrupp, beim Energiekonzern Uniper und beim schwächelnden Anlagenbauer Gea von sich reden gemacht.

16:41 Uhr

Streetscooter kann neues Modell in Großserie fertigen

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imago/Metodi Popow

Die Post-Tochter Streetscooter kann die Serienfertigung ihres kleinen Elektrotransporter-Modells "Work" ausdehnen. Das Kraftfahrt-Bundesamt gab für die Produktion von mehr als 1000 Fahrzeugen im Jahr grünes Licht, wie das Unternehmen mitteilte.

  • "Durch die Großseriengenehmigung können auch große Fahrzeugmengen bei Flottenbestellungen problemlos zugelassen werden, und das auch im Ausland", erklärte Streetscooter-Chef Achim Kampker. Das Interesse an dem Transporter sei groß.

Das seit 2014 zur Deutsche Post DHL Group gehörende einstige Startup-Unternehmen produziert seit 2015 Elektrotransporter und hat mittlerweile drei Modelle. Das größte baut Streetscooter gemeinsam mit dem US-Autohersteller Ford in Köln. Die beiden eigenen Werke von Streetscooter in Aachen und Düren haben eine Produktionskapazität von 20.000 Fahrzeugen im Jahr.

16:20 Uhr

Ölpreise schießen nach Einigung über Förderkürzung hoch

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und Russland haben sich auf ein Abkommen zu einer Förderdrosselung geeinigt, um die globale Ölschwemme einzudämmen. Das Rohstoffkartell sowie Russland und seine Verbündeten werden die tägliche Ölproduktion im Rahmen des noch in Verhandlung befindlichen Abkommens um insgesamt 1,2 Millionen Barrel senken, wie aus Delegiertenkreisen verlautete. Die Opec-Mitglieder würden ihre Förderung um 800.000 Barrel kürzen, und die von Russland geführte Gruppe würde den Rest übernehmen.

Nach dieser Nachricht schnellten die Ölpreise nach oben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 5,2 Prozent auf 63,16 US-Dollar. Bei der US-Sorte WTI stieg der Preis um 4,7 Prozent auf 54,14Dollar pro Barrel.

Die Verhandlungen fanden inmitten einer Krise der fast 60-jährigen Opec statt. Einige kleinere ölproduzierende Nationen befürchten, dass ihre Stimmen zwei Jahre nach der Bildung eines Bündnisses mit Russland nicht mehr gehört werden. Einige Mitglieder sagten auch, dass die Saudis zu sehr dem US-Präsidenten Donald Trump verpflichtet seien. Saudi-Arabien hat jüngst eine Studie in Auftrag gegeben, um zu untersuchen, wie die Welt ohne das Kartell aussehen könnte. Katar hatte kürzlich seinen Rückzug aus der Opec verkündet.

"Die Opec, genauer gesagt Saudi-Arabien, ist seit fast sechs Jahrzehnten der Chef der Ölwelt. Doch heutzutage scheint es nicht in der Lage zu sein, eine Entscheidung ohne den Segen Russlands zu treffen, geschweige denn ohne den Zorn des US-Präsidenten zu riskieren", sagte Stephen Brennock, Analyst bei der Brokerage PVM Oil Associates.

16:00 Uhr

US-Daten stützen Wall Street - Huawei-Affäre belastet

Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Handel an der New Yorker die Wall Street gestützt. Die Furcht der Anleger vor einer Eskalation des Zollstreits zwischen den USA und China wegen der Huawei-Affäre bremse aber die Erholung, sagten Börsianer. Die Finanzchefin des weltgrößten Netzwerk-Ausrüsters war wegen angeblicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen verhaftet worden.

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 legten zur Handelseröffnung bis zu 0,3 Prozent zu. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft blieb zwar mit 155.000 hinter der Erwartung von 200.000 zurück und der Lohnanstieg fiel mit 0,2 Prozent ebenfalls geringer aus als gedacht.

  • Dennoch seien die Zahlen positiv für die Aktienmärkte, sagte Michael Arone, Chef-Anlagestratege für die USA beim Vermögensverwalter State Street. "Sie demonstrieren Wachstum, aber bedeuten nicht unbedingt eine Beschleunigung der Zinserhöhungen durch die Notenbank Fed 2019."

Auf Wolke Sieben schwebten die Eigner von Cronos. Der "Marlboro"-Macher Altria kauft sich für 1,8 Milliarden Dollar beim Cannabis-Produzenten ein. Die in den USA notierten Titel des kanadischen Unternehmens stiegen um gut 33 Prozent. Das ist einer der größten Kurssprünge der Firmengeschichte.

In ihrem Windschatten gewannen die Papiere der Konkurrenten Tilray, Aphria, Aurora und Canopy bis zu 12,5 Prozent. Altria-Aktien legten 2,2 Prozent zu.

15:23 Uhr

Dax hält Gewinne - viel mehr kommt wohl auch nicht

Dax
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Nicht viel Neues auf dem Frankfurter Parkett: Der Dax gewann zwar dazu, aber nur in einem überschaubaren Maß. Am Nachmittag stieg der Leitindex um 0,8 Prozent auf 10.900 Punkte. Damit kann er die schweren Verluste des Vortages nicht annähernd wettmachen. Insgesamt deutet sich für den Dax ein Wochenminus von rund 3 Prozent an. Der MDax gewann 1,5 Prozent auf 22.790 Zähler. Der EuroStoxx50 legte 1,4 Prozent auf 3089 Zähler zu.

Mut machten Investoren die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell. "Das von Powell gezeichnete Bild mit einer weiterhin starken US-Wirtschaft, aber gleichzeitig langsamer steigenden Zinsen, ist schon sehr nahe an der Idealvorstellung der Börsianer", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Die US-Arbeitsmarktdaten untermauerten diese Einschätzung. Zwar blieb die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft mit 155.000 hinter der Erwartung von 200.000 zurück und der Lohnanstieg fiel mit 0,2 Prozent ebenfalls geringer aus als gedacht.

  • "Dies muss allerdings noch lange nicht heißen, dass nun eine Rezession droht", betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Vielmehr sind nun kleinere Wachstumsbrötchen angesagt." Zudem könne die US-Notenbank die Zinsen behutsamer anheben und damit den Aufschwung verlängern.

Vor diesem Hintergrund ging es für den US-Dollar bergab. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug binnen Minuten auf bis zu 1,1415 Dollar von zuvor 1,1366 Dollar.

  • Weitere größere Kursgewinne seien am Aktienmarkt aber nicht zu erwarten, warnte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Die Nervosität auf dem Börsenparkett bleibt hoch, während die Chancen auf eine Weihnachtsrally allmählich schwinden."
  • Die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Netzwerk-Ausrüsters Huawei zehre weiter an den Nerven, da die Affäre die Furcht vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China schüre.

In Frankfurt stürzten die Titel von Fresenius um 15,9 Prozent ab - so viel wie noch nie. Der Gesundheitskonzern hatte sich von seinen Geschäftszielen verabschiedet. Parallel zu den Kursturbulenzen beim Mutterkonzern fielen die Titel von Fresenius Medical Care (FMC) um 7,4 Prozent.

15:00 Uhr

n-tv Zertifikate: Wie geht es mit dem Pfund Sterling weiter?

Die bevorstehende Abstimmung im britischen Parlament über den Brexit-Deal könnte erhebliche Auswirkungen auf den Kurs des Pfundes haben. Welche Chancen das für Trader bietet, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Christian Köker von HSBC.  

14:58 Uhr

Studie: Chaos am Ärmelkanal bei ungeordnetem Brexit

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Blick auf den Hafen von Dover.

imago/Joana Kruse

Bei einem Brexit ohne Abkommen droht einer Studie zufolge der englischen Hafenstadt Dover und ihrer Umgebung ein komplettes Chaos.

  • In Kent würde der Verkehr kollabieren und der Müll sich auf den Straßen türmen, zitierten britische Zeitungen eine Studie des Bezirksrats der Grafschaft im Südosten Englands. Viele Menschen könnten wochenlang wohl nicht ihre Arbeitsstätten erreichen.

Die Strecke Dover-Calais ist die wichtigste Verbindung zwischen Großbritannien und dem Festland. Nach einem ungeordneten Austritt aus der Europäischen Union würde sich die Passage wegen notwendiger Zollkontrollen schnell zu einem Nadelöhr entwickeln.

  • Schiffe transportieren 2,5 Millionen Lastwagen pro Jahr über die Meeresenge. Unter dem Ärmelkanal verläuft außerdem der Eurotunnel mit Zügen. Die Studie geht von etwa 10.000 Lastwagen aus, die in Staus stecken bleiben oder auf Parkplätzen ausharren müssen.
  • Möglicherweise würde der Flughafen Manston als Parkfläche für etwa 1000 Fahrzeuge genutzt, wie britische Zeitungen berichteten. Die Experten rechnen auch mit einer Verschlechterung der Luftqualität durch das Verkehrschaos.
14:40 Uhr

US-Jobwachstum flaut etwas ab

Der Jobmotor in den USA hat im November einen Gang zurückgeschaltet, während das Lohnwachstum auf dem höchsten Stand seit fast zehn Jahren blieb. Privatfirmen und der Staat schufen 155.000 zusätzliche Stellen, wie das US-Arbeitsministerium in Washington berichtete. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 198.000 erwartet.

Die Angaben für die beiden Vormonate wurden kumuliert um 12.000 Jobs nach unten revidiert: Das Ministerium meldete für Oktober nun ein Stellenplus von 237.000 (vorläufig: 250.000) und für September von 119.000 (118.000).

Die separat erhobene Arbeitslosenquote verharrte im November bei 3,7 Prozent, was den Erwartungen von Ökonomen entsprach. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Unternehmen und Behörden.

14:24 Uhr

Insider: Flixbus plant für 2019 Börsengang

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picture alliance / Robin Van Lon

Das Fernbusunternehmen Flixbus beginnt Finanzkreisen zufolge mit den Vorbereitungen für einen Börsengang. Die Flixbus-Mutter Flixmobility habe die Investmentbank PJT als sogenannten IPO-Berater für ihren Sprung aufs Parkett engagiert, sagten mehrere Insider. Sofern die Lage an den Aktienmärkten günstig sei, könne ein Börsengang (IPO) im kommenden Jahr stattfinden.

  • Flixmobility erklärte, das Management prüfe ständig alle Finanzierungsmöglichkeiten. Man habe zwar keine konkreten Pläne für einen Börsengang, beobachte aber stets die Finanzmärkte, sofern ein IPO in Zukunft relevant werden sollte. PJT lehnte eine Stellungnahme ab.

Flixmobility, die unter den Marken Flixbus und Flixtrain auftritt, ist mit einem Marktanteil von über 90 Prozent der führende Fernbus-Anbieter in Deutschland. Nach eigenen Angaben umfasst das Streckennetz inzwischen 2000 Orte in 27 Ländern.

Die grün-lackierten Busse gehören nicht Flixbus, sondern werden von mittelständischen Busbetrieben betrieben. Das Unternehmen entwirft dagegen die Fahrpläne, verkauft die Fahrscheine und steuert den Betrieb.

13:52 Uhr

Anklageerhebung gegen Ghosn wohl am Montag

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(Foto: AP)

Was ist eigentlich die aktuelle Situation im Fall Carlos Ghosn? Nach Angaben des Wirtschaftsblattes "Nikkei" will die Tokioter Staatsanwaltschaft voraussichtlich am kommenden Montag Anklage gegen den ehemaligen Nissan-Chef erheben. Das gleich gelte für Ex-Nissan-Manager Greg Kelly. Die Zeitung beruft sich dabei auf Insider.

Zudem solle Anzeige gegen den Autobauer selbst erstattet werden. Vermutlich werde der Vorwurf lauten, dass in fünf Jahresberichten bis in das im März 2015 zu Ende gegangene Geschäftsjahr hinein falsche Angaben gemacht worden seien. Nissan gab keine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Ghosn, der auch Chef bei Renault ist, sitzt seit dem 19. November unter anderem wegen Untreueverdachts im Gefängnis. Ihm und Kelly wird auch vorgeworfen, Bezüge zu niedrig angesetzt zu haben.

13:38 Uhr

Schadhafte Kraftwerksturbinen machen GE zu schaffen

General Electric
General Electric 7,28

Der krisengeschüttelte US-amerikanische Siemens-Rivale General Electric (GE) kämpft mit Ausfällen seiner neuesten Kraftwerksturbinen. Mindestens 18 von bisher 55 weltweit installierten Gasturbinen der Serie HA müssen wegen Schäden repariert werden, wie Recherchen von Reuters bei Energieversorgern und Branchenexperten ergaben.

Dafür wertete die Nachrichtenagentur Branchenunterlagen aus und führte Gespräche mit mehr als 20 Managern und anderen Fachleuten. Betroffen sind demnach Kraftwerke in den USA, Japan, Taiwan und Frankreich. GE leidet wie seine Konkurrenten ohnehin unter einer rückläufigen Nachfrage nach Turbinen für traditionelle Kraftwerke.

  • Der Konzern, der seine Kraftwerkssparte nach milliardenschweren Verlusten momentan umbaut, stellt allein für Reparaturen von Turbinen der Typen 9HA, 7HA und 9FB rund 480 Millionen Dollar zurück.
  • Allerdings äußert sich GE nicht dazu, wie viele Turbinen heruntergefahren werden müssen und wie schnell der Konzern die Geräte reparieren kann. Ursache des Problems ist Konzernangaben Materialermüdung durch Oxidation, die die riesigen Turbinenschaufeln brechen lässt.
13:24 Uhr

Leichte Abgaben zum US-Handelsstart erwartet

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REUTERS

Die New Yorker Wall Street dürfte wohl mit moderaten Abgaben in den Handel starten. Die Indizes stiegen dabei deutlich von ihren Tagestiefs, allerdings schaffte letztlich nur der Nasdaq-Composite den Sprung ins Plus. Zum Wochenausklang steht vor allem der US-Arbeitsmarktbericht für den November im Fokus. Der Future auf den S&P-500 gab vorbörslich um 0,3 Prozent nach.

S&P 500
S&P 500 2.555,50

Die Erholung setzte am Vortag ein, nachdem Repräsentanten der US-Notenbank Medienberichten zufolge erwägen, eine neue Grundhaltung des "Abwartens" einzunehmen. Der Präsident der Federal Reserve von Atlanta, Raphael Bostic, signalisierte zwar, dass die Notenbank die Zinsen weiter erhöhen sollte, sah diese mittlerweile aber auch in "Rufweite" eines neutralen Niveaus. Auch hinsichtlich einer Zinserhöhung im Dezember sind sich die Investoren mittlerweile nicht mehr ganz so sicher. Zugleich nähren die jüngsten Aussagen die Hoffnung auf ein moderateres Zinserhöhungstempo im kommenden Jahr.

Auch richten sich die Blicke auf das Opec-Treffen in Wien. Zwar haben sich die Teilnehmer am Donnerstag prinzipiell auf eine Produktionskürzung verständigt, konkrete Zahlen sind sie allerdings noch schuldig. Eine Entscheidung darüber sei auf den Freitag vertagt worden, heißt es von den Rohstoffanalysten der Commerzbank. Eine Schlüsselrolle nehme dabei Nicht-Opec-Mitglied Russland ein.

Unter den Einzelwerten legten vorbörslich Broadcom 3,4 Prozent zu. Der Chip-Hersteller hatte Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt und einen Nettogewinn von 1,12 Milliarden Dollar vermeldet, verglichen mit 532 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 erwartet das Unternehmen ein weiteres Jahr mit zweistelligem Umsatzwachstum.

Die Aktie des Technologiekonzerns IBM gab um 0,4 Prozent nach. Der indische IT-Dienstleister HCL Technologies kauft einige Softwareprodukte von IBM für 1,8 Milliarden US-Dollar. Der Deal, der Mitte 2019 abgeschlossen werden soll, umfasst die Produkte Appscan, Unica, Notes und Domino, wie die beiden Unternehmen mitteilten.

13:02 Uhr

Tiefkühl-Lieferdienst Eismann steht zum Verkauf

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imago/Niehoff

Der Tiefkühlkost-Lieferdienst Eismann steht Medienberichten zufolge zum Verkauf. "Die Suche nach einem neuen Mehrheitseigentümer für Eismann läuft", zitierte die "Wirtschaftswoche" den geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, Frank Hoefer.

Auch die "Lebensmittel Zeitung" berichtete, der Eismann-Mehrheitseigentümer, der niederländische Finanzinvestor Gilde, habe Berater mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Eismann gilt als Nummer zwei hinter Bofrost im hart umkämpften deutschen Markt für Tiefkühlkost-Lieferungen. Das Geschäft sei jedoch in den vergangenen Jahren schwierig geworden, berichtete die "Lebensmittel Zeitung" unter Berufung auf Branchenexperten.

Denn neue Online-Anbieter wie Rewe und Amazon sicherten sich immer größere Stücke des Marktes und setzen die etablierten Heimlieferdienste unter Druck. Von Eismann war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

12:45 Uhr

Geringe Ausschläge am Ölmarkt vor Opec-Beschluss

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(Foto: imago/Westend61)

Die Ölpreise bewegen sich am zweiten Tag des Opec-Treffens in Wien unter Schwankungen seitwärts mit leicht nach unten gerichteter Tendenz. Brent-Öl verteuerte sich am frühen Nachmittag um 0,6 Prozent auf 60,39 US-Dollar je Barrel, nachdem es Anfang Oktober noch mit bis zu 85 Dollar gehandelt worden war. Ein Barrel der US-Sorte WTI notierte 0,2 Prozent tiefer bei 51,58 Dollar.

  • Die Opec habe sich zwar am Mittwoch prinzipiell auf eine Produktionskürzung verständigt, konkrete Zahlen sei sie allerdings noch schuldig, eine Entscheidung darüber sei auf den Freitag vertagt worden, heißt es von den Rohstoffanalysten der Commerzbank.
  • Eine Schlüsselrolle nehme dabei Russland ein, das erst am Freitag zu den Beratungen hinzustoße. Der bisherige Vorschlag einer Kürzung der russischen Ölproduktion um 150.000 Barrel pro Tag reiche der Opec offenbar nicht. Ohne eine stärkere Beteiligung Russlands sei auch die Opec nicht zu einer stärkeren Kürzung bereit.

Entsprechend seien die Ölpreise am Vortag unter Druck geraten. Der saudi-arabische Energieminister Al-Falih hatte am Donnerstag eine Kürzung um 1 Million Barrel pro Tag für die gesamte "Opec+"-Gruppe, also inklusive Russland, als wahrscheinlichste Variante bezeichnet.

Sollte tatsächlich eine Produktionskürzung in dieser Größenordnung beschlossen werden, dürften die Preise weiter nachgeben, erwarten die Commerzbank-Analysten. Denn dies würde nicht ausreichen, um den Ölmarkt im nächsten Jahr wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sollte es wider Erwarten doch zu einer stärkeren Kürzung um mindestens 1,3 Millionen Barrel pro Tag kommen, dürften die Preise zumindest kurzfristig deutlich steigen.

12:29 Uhr

Die 11.000 ist für den Dax zu weit weg

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(Foto: imago/blickwinkel)

Mal drüber, mal drunter: Der Dax kämpft nach dem für ihn desaströsen Nikolaustag mit der 10.900er-Marke. Nach dem jüngsten Ausverkauf hat sich die Stimmung am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss zwar wieder etwas aufgehellt, allerdings machen die deutschen Indizes nur wenig Boden gut. Die Marke von 11.000 Punkten scheint für den Frankfurter Leitindex in zu weiter Ferne zu liegen.

Der Dax gewann bis zum Mittag 0,7 Prozent auf 10.886 Punkte, nachdem er am Vormittag bereits über 10.900 Zähler gelegen hatte. Der MDax legte um 1,5 Prozent auf 22.786 Punkte zu, der TecDax um 1,6 Prozent auf 2545 Stellen.

  • "Die Nervosität auf dem Parkett bleibt hoch", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Und die Chancen auf eine Weihnachtsrally schwinden." Auf Wochensicht kommt der Dax auf einen Abschlag von mehr als drei Prozent.
  • Am Donnerstag fiel er erstmals seit zwei Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Zählern. "Die Anleger ziehen zurzeit die Köpfe ein und suchen eher Deckung", stellte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG fest.

Dass der Dax überhaupt einen Erholungsversuch wagte, führten Börsianer vor allem auf die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell zurück. Seiner Einschätzung zufolge läuft die US-Wirtschaft "insgesamt sehr gut". Besonders der Arbeitsmarkt sei stark, sagte Powell am Donnerstagabend in Washington.

Wie es um den Jobmarkt in den USA bestellt ist, dürften die amtlichen Arbeitsmarktdaten am Nachmittag zeigen. Experten erwarten, dass im November 200.000 neue Stellen geschaffen wurden. Zu Wochenbeginn hatten die Sorgen vor einer Abkühlung der US-Konjunktur den Anlegern zu schaffen gemacht.

Unter den Einzelwerten rückten Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) ins Rampenlicht. Der Gesundheitskonzern Fresenius macht erneut Abstriche bei seinen Geschäftszielen und verprellte damit die Anleger. Die Aktien rutschten in der Spitze um 15,4 Prozent auf 40,10 Euro ab und waren so billig wie seit vier Jahren nicht mehr. Aktuell notierten sie 15 Prozent tiefer bei 40,17 Euro. FMC-Papiere gaben um 8,8 Prozent auf 62,06 Euro nach. Der Dialyse-Spezialist rechnet im kommenden Jahr nur mit einem in etwa stagnierenden Ergebnis.

Einen besseren Börsentag erwischten im MDax Zalando. Die Papiere des größten Online-Modehändlers in Europa standen nach einem positiven Analystenkommentar in der Gunst der Anleger im MDax weit oben und kletterten um 4,5 Prozent auf 26,60 Euro. In den vergangenen fünf Handelstagen hatten sie mehr als 11 Prozent verloren, seit Jahresbeginn sind sie um rund 42 Prozent eingebrochen.

11:57 Uhr

Öffentliche Aufträge: Japan ignoriert nun Huawei und ZTE

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(Foto: picture alliance / dpa)

Auch Japan will Medienberichten zufolge aus Gründen der Cybersicherheit bei öffentlichen Ausschreibungen keine Produkte der chinesischen Hersteller Huawei und ZTE mehr akzeptieren. Die Regierung in Tokio werde die entsprechenden internen Ausschreibungsregeln schon ab Montag ändern, berichteten die Zeitung "Yomiuri Shimbun" und die Nachrichtenagentur Jiji Press. Auch japanische Produkte mit Teilen von Huawei und ZTE sollen demnach künftig bei öffentlichen Ausschreibungen nicht mehr berücksichtigt werden.

  • Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe werde die beiden chinesischen Unternehmen aber nicht direkt beim Namen nennen, schrieb "Yomiuri". Damit wolle sie China nicht verärgern.
  • Regierungssprecher Yoshihide Suga wollte die Berichte nicht kommentieren, sagte aber, Japan arbeite im Bereich der Cybersicherheit eng mit den USA zusammen. Die Vereinigten Staaten drängen Medienberichten zufolge ihre Verbündeten dazu, Huawei-Technik nicht zu verwenden.

China äußerte sich "ernstlich besorgt" wegen der Berichte. Huawei und ZTE hätten in Japan jahrelang legal Geschäfte gemacht, betonte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang. Japan müsse chinesischen Unternehmen die gleichen Voraussetzungen bieten wie den eigenen und alles unterlassen, was "gegenseitiges Vertrauen und Zusammenarbeit" untergrabe.

Huawei und ZTE aus China gehören zu den weltweit führenden Netzwerkausrüstern. Die Unternehmen bestreiten, dass sie der Regierung beim Ausspionieren anderer Länder helfen.

11:29 Uhr

Lufthansa streitet mit Ufo über Freistellungen

Lufthansa
Lufthansa 19,59

An der Börse befindet sich die Lufthansa-Aktie heute in der Gewinnzone. Allerdings ist der Zuwachs um 0,4 Prozent auf 19,55 Euro nach den kräftigen Verlusten der Vortage - gelinde gesagt - moderat.

Allerdings hat das Dax-Unternehmen eine Baustelle zu beackern, denn es streitet sich mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo um die Bezahlung führender Funktionäre. Die Lufthansa fordert von Ufo wie auch von den Betroffenen persönlich insgesamt einen hohen sechsstelligen Betrag zurück, der in den vergangenen vier Jahren als Gehalt gezahlt wurde. Die Mitarbeiter hätten keine Flugstunden geleistet, es sei aber auch ihre Freistellung nicht beantragt worden, teilte Lufthansa mit.

Die Gewerkschaft lehnte die Forderung als "abstrus und juristisch nicht haltbar" ab. "Der Vorgang wird unsererseits als durchschaubares Manöver bewertet, Ufo und ihre unangenehmen Protagonisten zu diskreditieren", erklärte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. In einer Videobotschaft an die Mitglieder warf er dem Unternehmen vor, wegen des Konflikts bereits vereinbarte Spitzengespräche über wichtige Themen wieder abgesagt zu haben.

  • Laut "Airliners" geht es um Zahlungen an Baublies, den Tarifexperten Daniel Flohr und den ehemaligen Ufo-Chef Alexander Behrens, insgesamt mehr als 800.000 Euro. In der Gewerkschaft hatte es einen heftigen internen Streit gegeben, in dessen Verlauf auch die Einkünfte der Protagonisten diskutiert worden waren.
  • Laut Lufthansa haben weder die Betroffenen noch die Gewerkschaft Anträge zur Freistellung der Beschäftigten gestellt. Man prüfe nun, auf welcher Grundlage dennoch Gehälter ausgezahlt worden seien.
11:15 Uhr

Konsum hui, Außenhandel pfui: maues Wachstum in Eurozone

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picture alliance / dpa

Die Verbraucher haben das maue Wachstum in der Eurozone im Sommer gestützt, während sich der Außenhandel als Bremsklotz erwies. Das geht aus Daten des Statistikamts Eurostat hervor. Es bestätigte frühere Schätzungen, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal zulegte.

  • Das Wachstum halbierte sich damit zum Frühjahr. Parallel dazu nahm auch die Zahl der Erwerbstätigen nicht mehr so stark zu wie im Frühjahr. Sie stieg im Sommer um 0,2 Prozent, nachdem es im Vorquartal noch ein Plus von 0,4 Prozent gegeben hatte.

Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im dritten Quartal erstmals seit dreieinhalb Jahren. Sinkende Exporte und eine geringere Kauflust der Verbraucher ließen das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent zum Frühjahr sinken. Auch in Italien ging es konjunkturell bergab: Dort schrumpfte die Wirtschaft um 0,1 Prozent.

11:01 Uhr

Dax überspringt 10.900

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - das ist das heutige Motto auf dem Frankfurter Börsenparkett. Der deutsche Aktienmarkt hat zu einer zaghaften Erholung von seinem bislang deutlichen Wochenverlust angesetzt. Der Dax übersprang am Vormittag die 10.900er-Marke: plus 1,1 Prozent auf 10.923 Punkte. Der MDax gewann 1,8 Prozent auf 22.847 Zähler, der TecDax um 2,0 auf 2555 Stellen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um rund 1,1 Prozent zu.

Die Aktien des Dax-Schwergewichts SAP zählten hingegen mit einem Plus von 2,5 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax. Rückenwind lieferte ein positiver Analystenkommentar zur Geschäftsentwicklung des Softwareentwicklers im vierten Quartal.

10:44 Uhr

Cyber-Kriminelle erpressen Krauss Maffei

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(Foto: picture alliance/dpa)

Neues aus der Welt der Wirtschaftskriminalität: Der Maschinenbaukonzern Krauss Maffei ist nach eigenen Angaben von einem schweren Cyberangriff getroffen worden. Nach der Attacke vor gut zwei Wochen habe das Unternehmen mit Hauptsitz in München an einigen Standorten nur mit gedrosselter Leistung produziert, da viele Rechner aufgrund einer Trojaner-Attacke lahmgelegt worden seien, bestätigte ein Unternehmenssprecher.

Inzwischen sei man auf dem "Weg zum Normalzustand", die Fertigung werde hochgefahren. Wichtige Dateien würden zum Laufen gebracht. Die große Mehrzahl der Standorte sei nicht betroffen gewesen.

Zudem sollen die bisher unbekannten Angreifer eine Lösegeldforderung an den Konzern gestellt haben. Über die Höhe der Forderung konnte der Sprecher nichts sagen. Mehrere Sicherheitsbehörden seien sofort nach der Attacke in der Nacht zum 21. November informiert worden.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verwies nach Angaben der Zeitung auf zwei aktuelle Fälle, ohne Namen der Betroffenen zu nennen. Dabei seien hundert Prozent der Server und Computer des Netzwerks ausgefallen, habe ein BSI-Sprecher bestätigt.

Die KraussMaffei-Gruppe mit mehr als 5000 Mitarbeitern zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi. 2016 wurde die Gruppe vom chinesischen Chemiekonzern China National Chemical Corporation (ChemChina) übernommen.

10:29 Uhr

Kryptowährungen wie Bitcoin weiter im Sinkflug

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picture alliance / Jens Kalaene/

Bitcoin Cash
Bitcoin Cash 276,77

Der Kursverfall von Kryptowährungen setzt sich fort. Die wohl bekannteste Digitalwährung Bitcoin fiel auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf 3300 US-Dollar. Das war der niedrigste Wert seit September 2017. Von seinem Rekordstand bei rund 20.000 Dollar Ende 2017 ist der Bitcoin damit meilenweit entfernt.

Alle rund 2000 Digitalwährungen zusammen haben derzeit einen Marktwert von rund 108 Milliarden Dollar, wie die Internetseite Coinmarketcap errechnet. Zum Höhepunkt des Krypto-Booms waren es deutlich mehr als 800 Milliarden Dollar. Fachleute nennen zahlreiche Gründe für den Absturz, vor allem abnehmendes Interesse von Spekulanten.

10:21 Uhr

Dax macht Boden gut - aber klar unter 11.000

Dax
Dax 10.816,55

Nach den schweren Verlusten am Donnerstag hat der Dax nun einen Erholungsversuch gestartet. Der Leitindex gewann in der ersten Handelsstunde 0,7 Prozent auf 10.882 Zähler. Damit bleibt die 11.000-Punkte-Marke noch in weiter Ferne. Am Donnerstag hatte der Dax fast 400 Punkte abgeben müssen.

  • Nach Einschätzung von Börsianern dürften sich die Gewinne im Dax am Freitag in Grenzen halten. "Die Nervosität auf dem Parkett bleibt hoch", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Und die Chancen auf eine Weihnachtsrally schwänden allmählich.

Unter den Einzelwerten ragten vor allem Fresenius heraus, die in der Spitze um 12,6 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 41,40 Euro fielen. Am Vormittag notierte die Aktie 9,8 Prozent tiefer bei 42,67 Euro. Der Gesundheitskonzern muss sich von seinen Zielen für 2020 verabschieden.

Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care, der wie die Mutter Fresenius im Dax notiert ist, stellt sich für das kommende Jahr nur auf ein Konzernergebnis etwa auf dem Niveau von 2018 ein. Die Titel gaben 5,4 Prozent nach.

Einen Gewinn von 0,8 Prozent auf 7,77 Euro verzeichnete die Deutsche Bank. Am Vortag war das Papier zeitweise weniger als 7,70 Euro wert.

10:15 Uhr

Anlagestrategie: Investieren in Megatrends

Demografischer Wandel und Automatisierung sind Megatrends, die das Potenzial haben, Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend und nachhaltig zu verändern. Und außerdem bieten sie auch noch eine Menge Investmentchancen. Wie Anleger von Megatrends profitieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Thomas Wiedenmann von BlackRock und Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank.  

09:58 Uhr

Informanten: "verdächtige" Huawei-Transaktionen

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(Foto: AP)

Auf einem Konto des Telekomausrüster Huawei bei der Bank HSBC Holdings sind offenbar "verdächtige" Transaktionen entdeckt worden. Diese habe jener Aufseher bei der Bank gefunden, der die Einhaltung der Bestimmungen zur Unterdrückung von Geldwäsche bei HSBC überwacht, berichten mehrere Informanten. Der Kontrolleur habe die Transaktionen den Ermittlern gemeldet, die der Finanzchefin des chinesischen Unternehmens, Meng Wanzhou, habhaft werden wollen, die inzwischen in Kanada verhaftet worden ist.

Die Huawei-Finanzchefin war am 1. Dezember in Gewahrsam genommen worden. Der Vorwurf der USA lautet auf Verletzung der Sanktionen gegen den Iran. Die Ermittler fordern nun die Auslieferung, damit sich die Managerin vor einem Gericht in New York verantworten kann.

HSBC selbst kooperiere mit den Ermittlern und sei nicht Gegenstand der Untersuchung, hieß es von einigen der Informanten. Die USA verdächtigen den chinesischen Telekomausrüster auch der Beihilfe zur Spionage. Die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin hat Schockwellen an den Börsen rund um den Globus ausgelöst, weil nun wieder mit einer Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und China befürchtet wird.

09:46 Uhr

Deutsche Produktion sinkt im Oktober unerwartet

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picture alliance / Koller Jan/CT

Am deutschen Konjunkturhimmel ziehen Wolken auf. Die Industrieproduktion hat sich im Oktober schwächer als erwartet entwickelt, was vor allem an einem kräftigen Rückgang der Konsumgüterproduktion lag. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) sank sie gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent und lag arbeitstäglich bereinigt um 1,6 (September: 0,7) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Volkswirte hatten einen monatlichen Anstieg von 0,4 Prozent prognostiziert. Der zunächst für September genannte Anstieg um 0,2 Prozent wurde auf 0,1 Prozent revidiert.

Analysten gehen aber nicht davon aus, dass Deutschland vor einer Rezession steht. Dagegen sprechen aus ihrer Sicht die wieder anziehenden Auftragseingänge und die Erwartung, dass die Automobilwirtschaft die Probleme mit dem Abgastestzyklus WLTP am Ende doch in den Griff bekommen wird. Zudem haben sich wirtschaftlichen Rahmenbedingungen allgemein wieder verbessert.

09:29 Uhr

Ziele gekappt: Fresenius und FMC verlieren massiv

Fresenius
Fresenius 42,09

Stark unter Druck gerieten zum Handelsstart die Aktien von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC). Unter den Einzelwerten ragten vor allem Fresenius heraus, die in der Spitze um 12,6 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 41,40 Euro fielen. Die Aktie des Dialyse-Spezialisten FMC fiel um 5,9 Prozent.

Fresenius kappt wegen Gegenwinds im laufenden Geschäft und hohen Investitionen im kommenden Jahr seine Mittelfristziele. Auf Basis der derzeitigen Erwartungen für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 sei nicht mehr damit zu rechnen, dass die Ziele für 2020 erreicht würden, erklärte der Dax-Konzern am späten Donnerstagabend in Bad Homburg. Ab 2020 sei ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Bereich zu erwarten. Das Konzernergebnis dürfte etwas stärker zulegen. Mitte Oktober hatte sich der Konzern nach Enttäuschungen bei Töchtern bereits weniger optimistisch für das laufende Jahr gezeigt.

FMC
FMC 59,12

Fresenius Medical Care leidet unter schwächelnden Geschäften im Kernmarkt USA und ökonomischen Turbulenzen in Schwellenländer, darunter Argentinien. Und im Klinikgeschäft bei Fresenius Helios belastet der Trend zu ambulanten Behandlungen: Weniger Patienten bleiben über Nacht im Krankenhaus, was die Einnahmen drückt. Die gute Entwicklung mit Flüssigmedizin bei Fresenius Kabi konnte das nicht ausgleichen. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Konzernergebnis auf gleichem Niveau wie 2018.

09:16 Uhr

Dax beginnt den Tag mit leichtem Gewinn

Nach den heftigen Verlusten des Vortages befinden sich die deutschen Indizes zum Wochenausklang im Aufwind. Allerdings bleiben die Sorgen über eine Verschärfung des amerikanisch-chinesischen Handelskrieges.

Der Dax notierte nach Handelsbeginn 0,5 Prozent fester bei 10.861 Punkten, am Donnerstag hatte er bei 10.811 Zählern geschlossen. Der MDax stieg um 1,3 Prozent auf 22.733 Zähler. Der TecDax gewann 1,6 Prozent auf 2544 Stellen.

09:08 Uhr

Tokio schließt im Plus - Shanghai stagniert

Nikkei
Nikkei 20.987,92

Nach einer dreitägigen Verlustserie hat der japanische Aktienmarkt zum Wochenschluss wieder Boden gut gemacht. Der Nikkei-Index legte 0,8 Prozent auf 21.678 Zähler zu. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,6 Prozent.

Anleger spekulierten darauf, dass die US-Notenbank vorerst die Zinsen nicht weiter anheben dürfte. Für Beruhigung sorgten zudem Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell, wonach es der US-Konjunktur "insgesamt sehr gut" gehe. Besonders der Arbeitsmarkt sei stark. Wie es um den Jobmarkt in den USA bestellt ist, dürfte die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Nachmittag (MEZ) zeigen.

Begrenzt wurden die Gewinne an den asiatischen Börsen allerdings durch die anhaltenden Sorgen um eine Zuspitzung des US-chinesischen Handelskonflikts nach der Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou. Die Anleger dürften auch weiterhin genau das Auf und Ab im Zollstreit verfolgen, sagte Yoshinori Ogawa, Stratege beim Finanzberater Okasan Securities. Das mache die Märkte auch weiter instabil. Der Shanghai-Composite kam kaum vom Fleck.

08:45 Uhr

Commerzbank sieht keine Anzeichen für Rezession

EuroStoxx50
EuroStoxx50 3.059,53

Die jüngsten Konjunktursorgen sind nach Einschätzung der Commerzbank-Ökonomen übertrieben: Gestützt auf die Entwicklung Coba-Frühindikators "Early Bird" zeigten sich die Analysten zuversichtlich, dass Deutschland nicht auf eine Rezession zusteuert.

  • "Mit dem Anstieg im November hat sich der Early Bird noch weiter von der Nulllinie entfernt", fasste Volkswirt Ralph Solveen die Lage zusammen.
  • "Dies zeigt, dass die Rahmenbedingungen für die Konjunktur in Deutschland - insbesondere wegen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) - weiterhin gut sind."
  • Ein "Ende des Aufschwungs", wie er derzeit an den Finanzmärkten befürchtet werde, halten die Coba-Analysten demnach für "sehr unwahrscheinlich."
07:41 Uhr

Aufatmen an den Börsen: Dax stoppt die Abwärtsfahrt

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Hält der Auftrieb im Dax bis zum Feierabend? Vor dem Wochenende ist klar: Keines der grundlegenden Probleme ist gelöst.

picture alliance / Christoph Sch

Dax
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Die Erleichterung an der Frankfurter Börse ist fast mit Händen zu greifen: Nach den massiven Kursverlusten des Vortages zeichnet sich im vorbörslichen Handel ein freundlicher Auftakt ab.

  • Auf Teleborse.de wird der deutsche Leitindex Dax zum Xetra-Start um 9.00 Uhr bei 10.907,00 Punkten gesehen, was einem Plus von 0,9 Prozent entspricht.
  • Am Vortag war das wichtigste deutsche Börsenbarometer in einer um sich greifenden Abwärtsbewegung fast 400 Zähler in die Tiefe gerauscht und hatte das erste Mal seit zwei Jahren wieder unterhalb der Marke von 11.000 Punkten geschlossen. Beobachter sprachen von einem wahren "Kursmassaker".
  • Der Schlusskurs vom Vorabend liegt bei 10.810,98 Punkten. Der Tagesverlust aus dem Aktienhandel am Nikolaustag belaufen sich damit auf 3,5 Prozent. Auf Wochensicht liegt der Dax 4,31 Prozent im Minus. Im laufenden Jahr (YTD) hat der deutsche Leitindex bislang einen Abschlag von 16,31 Prozent eingebüßt.
07:08 Uhr

Nikkei dreht in die Gewinnzone

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In Asien lässt der Abwärtssog an den Börsen nach: Beseitigt sind die Auslöser noch nicht.

AP

Nikkei
Nikkei 20.987,92

Aufatmen in Asien: An den japanischen Börsen kommt die Abwärtsfahrt zum Halten. Nach einer dreitägigen Verlustserie kehrt der Nikkei in die Gewinnzone zurück. Der große Ausverkauf scheint gestoppt.

  • Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert am frühen Nachmittag in Tokio knapp 0,5 Prozent fester bei 21.603 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legt 0,4 Prozent zu auf 1617 Zähler.
  • Die Sorgen vor einer Konjunkturabschwächung und einer Ausweitung der chinesisch-amerikanischen Handelsstreitigkeiten rückten in den Hintergrund, heißt es. Anleger spekulierten stattdessen darauf, dass die US-Notenbank vorerst die Zinsen nicht weiter anheben dürfte.
  • Für Beruhigung sorgten zudem Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell, wonach es der US-Konjunktur "insgesamt sehr gut" gehe. Besonders der Arbeitsmarkt sei stark.

Frei und unbelastet fühlt sich die Masse der Asien-Anleger aber offenbar noch lange nicht: Größere Gewinne würden durch die Angst vor dem neuen Risikofaktor in den Beziehungen zwischen den USA und China verhindert, meinte ein Marktbeobachter. Mit großer Sorge verfolgen Investoren die weiteren Entwicklungen nach der Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou.