Langeweile - mit Happy End: Dax schafft die Marke
Nach zwei Handelstagen in dieser vorweihnachtlichen Woche mit deutlichen Dax-Kursausschlägen nach unten und oben ist es merklich ruhiger auf dem Parkett geworden. Erst am Nachmittag springt der Dax über die Marke von 15.500 Punkten und nimmt damit eine charttechnisch wichtige Marke. Die Wall Street hilft ein wenig, kommt zunächst aber kaum selbst vom Fleck. Den Impuls liefert eine verbesserte Stimmung unter den US-Verbrauchern. Der Index des Verbrauchervertrauens stieg auf 115,8, Ökonomen hatten einen Stand von 111,0 erwartet. Unter anderem haben sich die Erwartungen hinsichtlich der kurzfristigen Wachstumsaussichten verbessert, was die Voraussetzungen für weiteres Wachstum Anfang 2022 schafft.
Der Dax verabschiedet sich mit einem Plus von 0,9 Prozent oder 146 Punkten und einem Stand von 15.593 Zählern in den Feierabend. "Den Handelstag kann man durchaus als langweilig mit Happy End bezeichnen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Wie erwartet, waren die Umsätze am vorletzten Handelstag vor Weihnachten niedrig, die Schwankungsbreite gering", erläutert er. "Rückenwind kam von den freundlichen Notierungen aus New York, so dass am Ende ein Plus stand."
Bei den Einzelwerten rückt Delivey Hero in den Fokus: Die Papiere legen fast sechs Prozent zu. Der Grund: Der Konzern begräbt nach nur wenigen Monaten seine Expansionspläne in Deutschland angesichts des harten Wettbewerbs. Die Essensliefermarke Foodpanda Deutschland werde sich aus sechs deutschen Städten zurückziehen. Zudem soll das japanische Geschäft, Foodpanda Japan, im ersten Quartal 2022 verkauft werden. Mit den Maßnahmen will Delivery Hero ihre Ressourcen "auf hochattraktive Wachstumschancen" in anderen Märkten konzentrieren. Am Markt werden die Schritte begrüßt, der Kurs steigt um 5,4 Prozent. Allerdings war er in den vergangenen Wochen auch stark gefallen. "Die Gegenbewegung wird auch von den neuen einschränkenden Corona-Maßnahmen unterstützt", so ein Händler. "Das spart schlicht und einfach Geld", kommentiert ntv-Börsenexperte Meyer.
Auf der Verliererseite finden sich RWE-Titel mit einem Minus von knapp einem Prozent an der Spitze. Vonovia und Deutsche Börse geben jeweils etwas mehr als einen halben Prozentpunkt nach.
Online-Riesen: Kartellamt drückt auf die Tube
Das Bundeskartellamt will in seinen Verfahren gegen die Online-Riesen Amazon, Apple, Google und Meta rasch Ergebnisse präsentieren. Die Verfahren würden "mit viel Nachdruck" betrieben, sagt Kartellamtschef Andreas Mundt. Die Wettbewerbshüter wollten "im neuen Jahr schnell erste Ergebnisse vorlegen". Der Gesetzgeber hatte dem Kartellamt Anfang des Jahres neue Instrumente in die Hand gegeben. Das Kartellamt kann danach eine marktbeherrschende Stellung von Unternehmen künftig leichter feststellen und eingreifen, um bestimmte Verhaltensweisen zu untersagen. Die Behörde könne nun "gegen wettbewerbsschädliche Praktiken von großen Digitalkonzernen schneller und effektiver vorgehen", unterstrich Mundt.
Das Kartellamt hatte auf dieser Basis Verfahren gegen die vier US-Riesen eingeleitet. Die Wettbewerbshüter prüfen aber auch andere Praktiken von Internet-Konzernen, unter anderem, ob Amazon die Preise seiner Händler auf dem Amazon Market Place kontrolliert und vielleicht beeinflusse. "Der Wettbewerbsschutz in der Digitalwirtschaft bleibt eine Top-Priorität für das Bundeskartellamt", bilanzierte Mundt.
EZB-Direktorin Schnabel sieht Unsicherheit bei Inflation
Die EZB ist sich laut Direktorin Isabel Schnabel unsicher, in welchem Maß der Inflationsdruck im Laufe des nächsten Jahres sinken wird. Die Europäische Zentralbank wisse zwar, dass die Inflation noch für eine gewisse Zeit erhöht bleibe und zugleich im Laufe von 2022 nachlassen werde, sagt die deutsche EZB-Direktorin der französischen Zeitung "Le Monde". "Wir sind uns weniger sicher, wie schnell und wie stark der Rückgang sein wird", fügt sie hinzu. Die EZB hat jüngst prognostiziert, dass die Teuerungsrate Ende nächsten Jahres wieder unter den Zielwert der Notenbank von 2,0 Prozent sinken werde.
Auch EZB-Vizechef Luis de Guindos hatte kürzlich gesagt, die Inflationsrate dürfte im kommenden Jahr über drei Prozent verharren und gegen Ende des Jahres unter zwei Prozent fallen. Die Vorhersagen seien jedoch mit großer Unsicherheit behaftet, unter anderem wegen der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie.
US-Verbraucherstimmung hellt sich auf
Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Dezember trotz der anhaltenden Corona-Sorgen deutlich aufgehellt. Das Barometer für die Verbraucherlaune stieg auf 115,8 Punkte von revidiert 111,9 Zählern im November, wie das Institut Conference Board zu seiner Umfrage mitteilt. Ökonomen hatten lediglich mit einem leichten Anstieg gerechnet. Die Verbraucherlaune zeigt sich laut dieser Umfrage trotz der weiter grassierenden Delta-Variante des Corona-Virus und der hoch ansteckenden neuen Omikron-Mutante erstaunlich robust.
Staatsauftrag pusht Drohnen-Anbieter
Ein schwätzungsweise 90 Millionen Dollar schwerer Staatsauftrag beschert Red Cat einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des Drohnen-Anbieters steigen im vorbörslichen US-Geschäft um 35 Prozent auf 2,47 Dollar. Innerhalb eines Rahmenabkommens kann das US-Heimatschutzministeriums Überwachungsdrohnen bei dem Unternehmen bestellen.
Vorweihnachts-Rally an der Wall Street bleibt aus
Die Wall Street bewegt sich zur Wochenmitte kaum. Nach den Verlusten am Montag und der kräftigen Erholung am Vortag dürfte nun etwas Ruhe am Markt einkehren, heißt es mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage. Die Umsätze dürften zurückgehen. Der Dow-Jones-Index gewinnt zunächst 0,1 Prozent auf 35.518 Punkte. Der S&P-500 zeigt sich kaum verändert und der Nasdaq-Composite gibt 0,2 Prozent nach.
Die Blicke sind weiterhin auf die Entwicklungen rund um die hochansteckende Omikron-Variante gerichtet. Da diese nun die dominierende Mutante in den USA stellt, hat US-Präsident Joe Biden am Vortag neue Maßnahmen angekündigt. Dabei sollen neben weiteren Impfungen und Booster-Impfungen auch Schnelltests eine entscheidende Rolle spielen. Die Lage sei allerdings nicht vergleichbar mit März 2020, als die USA mit voller Wucht von der ersten Corona-Welle getroffen wurde.
Keine Impulse liefern bislang die US-Konjunkturdaten. So ist die US-Wirtschaft im dritten Quartal etwas stärker gewachsen als erwartet, wie aus der dritten Lesung hervorging. Zudem hat sich die Wirtschaftsaktivität in den USA im November mit etwas geringerem Tempo als zuvor beschleunigt. Nach der Handelseröffnung folgt der Index des Verbrauchervertrauens für Dezember, der auf mehr Interesse stoßen dürfte. Hier wird mit einem leichten Anstieg gerechnet.
Corona-Pläne verschärfen Sorgen von Gastro und Co
US-Wirtschaft wächst stärker als gedacht
Die US-Wirtschaft hat im Sommer stärker zugelegt als gedacht und dürfte 2021 so schnell wachsen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,3 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilt. In einer früheren Schätzung war von 2,1 Prozent die Rede. Im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt sogar um 6,7 Prozent zugelegt. Zuletzt lief die Wirtschaft laut der Notenbank Fed in einem mäßigen bis moderaten Tempo. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass das BIP im Gesamtjahr um 5,6 Prozent steigen könnte - das höchste Tempo seit 1984. Im Corona-Jahr 2020 war die Wirtschaft um 3,4 Prozent eingebrochen.
Die US-Notenbank hat angesichts guter Wachstumsaussichten und des hohen Preisdrucks die Abkehr von ihrer lockeren Geldpolitik beschleunigt. Wie aus dem Ausblick der Währungshüter hervorgeht, halten diese im Mittel drei Zinsschritte nach oben im kommenden Jahr für angebracht. Derzeit liegt der Leitzins noch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent.
Tesla-Fabrik in Grünheide: Unterlagen vollständig
Die Erteilung einer endgültigen Baugenehmigung für die Tesla-Fabrik in Grünheide rückt näher. Inzwischen seien die dafür benötigten Unterlagen von den Behörden wie auch Tesla vollständig eingereicht worden, sagt eine Sprecherin des Landesumweltministeriums in Potsdam. Damit seien alle Voraussetzungen geschaffen, um letztlich einen Bescheid erteilen zu können. Wann das Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden könne, sei unklar. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte zuletzt eine Entscheidung Anfang 2022 für wahrscheinlich gehalten.
Der Fabrikbau hat viele Kritiker. Da Tesla ursprüngliche Pläne um eine Batteriefabrik erweiterte, wurden die Baupläne im Sommer erneut für die Öffentlichkeit ausgelegt und Einwände konnten eingereicht werden. Die letzte Online-Konsultation endete am 22. November. Die Beantwortung aller Einwendungen ist Voraussetzung für eine endgültige Baugenehmigung. Diese hatte der weltgrößte US-Elektroautobauer ursprünglich für dieses Jahr eingeplant. Derzeit arbeitet Tesla an der Fabrik nur auf Basis vorläufiger Baugenehmigungen.
Jetzt auf europäische Aktien setzen?
Sorge vor Geisterspielen drückt BVB- und Juve-Titel
Drohende erneute Geisterspiele setzen Juventus Turin zu. Die Aktien des italienischen Fußball-Erstligisten fallen um fünf Prozent. "Die Rückkehr der Serie A zu Spielen vor leeren Rängen belastet die Fußballclubs, da es die Ticket-Einnahmen schmälert", sagt ein Börsianern. Die Titel der Rivalen AS Rom und Lazio Rom verlieren jeweils mehr als ein halbes Prozent.
Die Titel von Borussia Dortmund geben knapp 2,5 Prozent ab. Auch hierzulande wird es wohl Geisterspiele geben, ab dem Rückrundenauftakt Anfang Januar.
BVB
Verlust von Staatsauftrag setzt Alibaba zu
Die Stornierung eines chinesischen Staatsauftrags für die Cloud-Sparte von Alibaba schickt die Aktien des Online-Händlers auf Talfahrt. Die an der Wall Street notierten Papiere verlieren vorbörslich 3,8 Prozent. Die Behörden werfen dem Unternehmen vor, sich nicht ausreichend um Cyber-Sicherheit gekümmert zu haben. Die Regierung in Peking erhöht seit längerem den Druck auf chinesische Firmen mit Börsennotierungen in den USA.
Dieser Aktie droht ein Rekord-Kursverlust
Wegen gesenkter Gewinnziele droht den Aktien von Barco der größte Tagesverlust seit mehr als einem Jahr. Die Titel des Anbieter von Geräten für Präsentationen und Kinosäle fallen in Brüssel um neun Prozent. Wegen Engpässen bei der Belieferung mit Computerchips rechnet das Unternehmen nur noch mit einem operativen Gesamtjahresergebnis von 56 bis 60 Millionen Euro. Analysten hätten bislang mit 67,7 Millionen Euro gerechnet, schreiben die Analysten der Investmentbank KBC.
Polen will Mehrwertsteuer auf Benzin senken
Polen will angesichts der hohen Inflation grünes Licht von der EU zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin. "Ich habe die Europäische Kommission um eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe gebeten, niemand sonst in Europa hat das getan", sagt Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. "Wir versuchen, gemeinsam die richtigen Lösungen zu finden, das wird sicherlich noch einige Wochen dauern." Finanzminister Tadeusz Koscinski hatte zuvor im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesagt, die Steuer auf Kraftstoffe von 23 auf 8 Prozent senken zu wollen.
Polens regierende nationalistische Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat ein Paket von Steuersenkungen auf Benzin, Gas, Heizung und Strom in Verbindung mit Bargeldzuwendungen an Haushalte auf den Weg gebracht. Die PiS will auch die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf Null senken, benötigt dafür aber die Zustimmung Brüssels aufgrund der geltenden EU-Vorschriften.
Unangemessene Risiken? US-Behörde nimmt Bayer-Herbizid genau unter die Lupe
Die US-Umweltbehörde EPA nimmt das umstrittene Herbizid Dicamba von Bayer unter die Lupe. Die EPA prüft nach eigenen Angaben , ob Dicamba auf gentechnische gewappnete Sojabohnen und Baumwollpflanzen gesprüht werden kann, ohne dabei unangemessene Risiken für andere Nutzpflanzen darzustellen. Das Herbizid gehört zur Produktpalette des Leverkusener Bayer-Konzerns seit der Übernahme von Monsanto. Bayer war in den vergangenen Jahren mit einer Welle von Beschwerden und Klagen wegen Dicamba konfrontiert. Der Unkrautvernichter war in die Schlagzeilen geraten, da eine neue Zusammensetzung nach Aussagen von Landwirten zu Schäden an deren Ernte führte. Nach Einschätzung von Experten verflüchtigte sich Dicamba, trieb über die Felder und erreichte so auch Nutzpflanzen, die nicht dagegen gentechnisch gewappnet waren.
Diese Aktien sind vorbörslich unter Druck
Bei den Einzelwerten geht es für die Blackberry-Aktie vorbörslich um 1,6 Prozent nach unten. Das kanadische Software-Unternehmen setzte zwar weniger um als im Vorjahr, aber der Umsatzrückgang fiel nicht so stark wie befürchtet aus. Zudem zeigte sich der bereinigte Gewinn besser als von den Analysten erwartet. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 40 Prozent im Plus.
AAR rutschen nach Vorlage von Quartalszahlen um 8,3 Prozent ab. So hatte der Dienstleister der Luftfahrtindustrie einen geringer als erwartet ausgefallen Umsatz und bereinigten Gewinn bekannt gegeben, obgleich AAR betonte, mittlerweile mehr umzusetzen als vor der Pandemie. Jedoch verlaufe die Geschäftserholung ungleichmäßig.
Draghi-Aussagen stützen Telecom Italia
Die jüngsten Aussagen des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi zu Telecom Italia geben dem Ex-Monopolisten Rückenwind. Die Aktien der Firma, auf die der Finanzinvestor KKR ein Auge geworfen hat, steigen in Mailand um drei Prozent. Draghi zufolge ist seine Regierung in der Frage der Zukunft von Telecom Italia nicht festgelegt. Der italienische Staat ist nach dem französischen Medienkonzern Vivendi zweitgrößter Eigner der Telekomfirma.
Türkische Lira hält Abstand zu Rekordtiefs
Dank der staatlichen Garantie für Spareinlagen verteidigt die türkische Währung Lira die Kursgewinne der vergangenen beiden Tage. Dollar und Euro notieren kaum verändert bei 12,4834 beziehungsweise 14,01 Lira, nachdem sie in den vorangegangenen Wochen von Rekordhoch zu Rekordhoch geeilt waren. Er bezweifle aber, dass die Regierung in Ankara die Talfahrt der Währung langfristig stoppen könne, sagt Analyst Lee Hardman von der Bank Mitsubishi UFJ. Dazu seien Zinserhöhungen notwendig. Die Staatsgarantie bürde lediglich das Wechselkursrisiko dem Haushalt auf. Die Regierung will die Differenz zwischen Dollar-Einlagen und vergleichbaren Lira-Einlagen ausgleichen.
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Novartis kauft auf der Insel zu
Novartis verstärkt sich im lukrativen Feld der Gentherapien und übernimmt die britische Firma Gyroscope Therapeutics. Die Schweizer legen dafür eine Vorauszahlung von 800 Millionen Dollar auf den Tisch, darüber hinaus wurden erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 700 Millionen Dollar vereinbart, wie der Pharmakonzern mitteilt. Mit dem Zukauf will Novartis die Geschäfte im Bereich Netzhauterkrankungen und Gentherapien nach den Übernahmen von Vedere Bio und Arctos Medical weiter ausbauen.
Novartis sichert sich damit den Zugriff auf eine Gentherapie von Gyroscope, die sich in der zweiten Phase der klinischen Entwicklung befindet und zum Einsatz bei geographischer Atrophie erprobt wird - eine Erkrankung der Retina, die zur Erblindung führt und für die es bislang keine Behandlung gibt. Gentherapien zählen derzeit zu den teuersten Arzneien der Welt. Sie zielen darauf ab, Krankheiten zu heilen, indem die fehlende oder defekte Version eines Gens in den Zellen eines Patienten durch ein intaktes Gen ersetzt wird.
2G-Regel "kommt Katastrophe gleich"
Wall Street ist im Weihnachts-Feeling
Kaum verändert dürfte die Wall Street zur Wochenmitte in den Handel starten. Nach den Verlusten am Montag und der kräftigen Erholung am Vortag dürfte nun etwas Ruhe am Markt einkehren, heißt es mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage. Die Umsätze dürften deutlicher zurückgehen. Der Future auf den S&P-500 reduziert sich aktuell um 0,1 Prozent.
Die Blicke sind weiterhin auf die Entwicklungen rund um die hochansteckende Omikron-Variante gerichtet. Da diese nun die dominierende Mutante in den USA stellt, hat US-Präsident Joe Biden am Vortag neue Maßnahmen angekündigt. Dabei sollen neben weiteren Impfungen und Booster-Impfungen auch Schnelltests eine entscheidende Rolle spielen. Die Lage sei allerdings nicht vergleichbar mit März 2020, als die USA mit voller Wucht von der ersten Corona-Welle getroffen worden waren.
"Marktteilnehmer glauben, dass die Folgen der neuen Corona-Welle von kurzer Dauer sein und der US-Wirtschaft weniger schaden werden. Das liegt daran, dass die Unternehmensbilanzen solide sind und Anleger glauben, dass die USA diese Phase unbeschadet überstehen werden", so Naeem Aslam, Marktanalyst bei AvaTrade. Experten in Südafrika haben erklärt, dass ein deutlicher Rückgang neuer Covid-19-Fälle in jüngster Zeit darauf hindeuten könnte, dass die durch Omikron ausgelöste Welle ihren Höhepunkt überschritten habe. Das bedeute nicht, dass die Wellen in anderen Ländern diesem Muster folgen würden, heißt es weiter.
EZB-Ratsmitglied bringt Zinswende ins Gespräch
EZB-Ratsmitgied Robert Holzmann denkt laut über eine Zinswende im Euroraum nach. Sollten die Inflationsraten nicht wie erwartet zurückgehen, könnten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) die Alarmglocken schrillen, erklärte der österreichische Notenbankchef: "Wir können im Rat jederzeit die Käufe, die noch ausstehend sind im APP, kürzen oder aussetzen", fügte er hinzu. Dies wäre dann ein Preissignal an die Märkte, weil sich die EZB festgelegt habe, dass erst nach dem Ende der Käufe die Zinsen erhöht würden.
Im Extremfall wäre es demnach möglich, die Käufe im Laufe des kommenden Jahres auszusetzen. Dann könne Ende 2022 oder Anfang 2023 die Zinswende kommen: "Etwa zeitgleich mit der dritten Zinserhöhung in den USA - wir sind immer etwas später dran", fügte er hinzu.
Deal mit Tesco-Tochter beflügelt Delivery-Hero-Konkurrenten
Die Vereinbarung mit der Tesco-Tochter One Stop zur Auslieferung von Lebensmitteln beschert Just Eat Takeaway den größten Kurssprung seit zwei Wochen. Die Aktien der "Lieferando"-Mutter steigen an der Amsterdamer Börse um gut sechs Prozent. Das Unternehmen hatte unlängst ein ähnliches Abkommen mit der britischen Supermarktkette Asda geschlossen. Just Eat hinke im Geschäft mit Lebensmittel-Lieferungen den Rivalen Deliveroo und Uber Eats zwar noch hinterher, verfolge aber eine klare Strategie, schreiben die Analysten der Credit Suisse.
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"2022 gibt es zwei große Risikofaktoren für Aktien"
Anstieg der Windstrom-Menge? Preis reagiert
Die Aussicht auf mehr Strom aus Windkraft sorgt für Entspannung am deutschen Energiemarkt. Der Terminkontrakt zur Lieferung von einer Megawattstunde Strom am darauffolgenden Tag fällt um 33 Prozent auf 285 Euro, nachdem er am Dienstag ein Rekordhoch von 428 Euro erreicht hatte. Vorhersagen zufolge wird sich die Strommenge aus Windkraft-Anlagen am Donnerstag mehr als verdreifachen.
Wohnimmobilien mit Rekordpreisanstieg
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im dritten Quartal erneut in Rekordgeschwindigkeit gestiegen. Sie wuchsen von Juli bis September um durchschnittlich 12,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. "Dies ist zum zweiten Mal in Folge der größte Preisanstieg bei den Wohnimmobilientransaktionen seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000", heißt es. Der bisherige Rekord, der erst im zweiten Quartal mit 10,8 Prozent aufgestellt wurde, wurde damit deutlich übertroffen.
Ein starker Preisanstieg wurde nicht nur in den sieben größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf ermittelt, sondern auch in ländlichen Regionen. So stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen in den genannten Großstädten jeweils um 14,5 Prozent zum Vorjahresquartal. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen fiel das Plus mit 15,5 Prozent für Ein- und Zweifamilienhäusern sogar noch größer aus, während sich Eigentumswohnungen dort um 11,2 Prozent verteuerten. In dichter besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise um jeweils rund zwölf Prozent.
Beiersdorf übernimmt Kosmetikmarke
Der Nivea- und Tesa-Hersteller Beiersdorf will die Kosmetikmarke Chantecaille Beaute übernehmen. Eine Vereinbarung sei bereits getroffen worden, teilte das Unternehmen mit. Abhängig von der künftigen Entwicklung des Chantecaille-Geschäfts liege der Unternehmenswert zwischen 590 Millionen und 690 Millionen Dollar. Das New Yorker Unternehmen solle als komplementäre Selektivmarke im Beiersdorf-Konzern neben La Prairie separat weitergeführt werden. Mit dem Abschluss der Transaktion werde - vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden sowie weiterer üblicher Vollzugsbedingungen - im ersten Quartal 2022 gerechnet. Für 2021 erwarte Chantecaille einen weltweiten Umsatz von über 100 Millionen Dollar.
Impfstoff-Testergebnisse beflügeln Valneva
Ermutigende Testergebnisse für einen Impfstoff gegen das Chikungunya-Fieber ermuntern Anleger zum Einstieg bei Valneva. Die Aktien der Pharmafirma steigen in Paris um 4,2 Prozent. Chikungunya ist eine durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung, die vor allem in Afrika und Asien vorkommt.
US-Techfirmen verzichten auf Elektronikmesse CES
Wegen der Ausbreitung der Corona-Virusvariante Omikron haben mehrere US-Großkonzerne der Technologiemesse CES in Las Vegas eine Absage erteilt. Amazon, Facebook-Eigner Meta Platforms, Twitter wie auch Pinterest kündigten an, keine Mitarbeiter zu der Konferenz zu schicken, die vom 5. bis zum 8. Januar stattfindet. Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US gab bekannt, der Großteil ihres Teams werde nicht hinfahren und Firmenchef Mike Sievert auch keine Rede halten.
Qualcomm, Sony und Google halten hingegen an ihren Plänen fest und wollen teilnehmen. Der Ausrichter verlangt, dass Anwesende geimpft sind und Masken tragen.
Auf der jährlich ausgerichteten CES stellt die Technologiebranche ihre neuesten Trends und Geräte vor. In der Vergangenheit trafen dort mehr als 180.000 Personen aus aller Welt zusammen.
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Schraubenfirma übernimmt Werkzeughersteller
Der Schweizer Schraubenproduzent SFS übernimmt den Münchener Werkzeughersteller Hoffmann SE. Der Abschluss der Transaktion werde für das erste Semester 2022 erwartet, teilte SFS mit. Hoffmann beschäftige etwa 3000 Mitarbeiter und habe 2021 einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro verbucht. Die Akquisition solle teilweise durch eine Kapitalerhöhung im Umfang von maximal 1,6 Millionen Aktien finanziert werden. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Der Vorstandschef von Hoffmann, Martin Reichenecker, werde in die Konzernleitung von SFS einziehen. Zudem werde Peter Bauschatz, derzeit Aufsichtsratschef von Hoffmann, als neues Mitglied des Verwaltungsrats von SFS vorgeschlagen.
"Buy-the-Dips-Mentalität" bestimmt Dax
Der Dax hat im Dienstagshandel eine deutliche Reaktion auf den äußerst schwachen Wochenstart gezeigt: Der deutsche Börsenleitindex kletterte mehr als 200 Punkte, schloss bei 15.447 Zählern 1,4 Prozent im Plus - nachdem er im Tagestief noch die 15.300er Marke getestet hatte. Auch an der Wall Street legten die Kurse spürbar zu. Zum Mittwochsstart kann der Dax in etwa das Niveau halten, startete vorbörslich aber schon einen Angriff auf die 15.500.
"Corona macht der vorweihnachtlichen Ruhe einen Strich durch die Rechnung: Kursrutsch am Montag, deutliche Gewinne am Dienstag", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Die Börse hat begonnen, die Omikron-Sorgen einzupreisen und das damit wohl einhergehende schwächere Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2022",
"Positiv ist, dass die Buy-the-Dips-Mentalität weiter intakt ist", sagt ein Marktteilnehmer. Nach dem Kursrutsch vom Wochenauftakt sei der Markt technisch sauber, das eröffne nun doch noch die Chance auf eine moderate Jahresendrally. Allerdings seien die günstigen Vorlagen von den US-Börsen bereits eingepreist, und aus Asien kämen keine Impulse. Damit sei es fraglich, ob der Dax kurzfristig die Widerstandszone um 15.500 herausnehme und dann den nächsten Widerstand bei 15.830 ansteuere.
Die Umsätze dürften wie um diese Jahreszeit üblich weiter zurückgehen. Trotz einer großen intraday-Handelsspanne seien die Umsätze bei den Dax-Werten am Dienstag so niedrig wie noch nie in diesem Dezember gewesen, heißt es bei QC Partners. Gerade das spreche aber gegen vorweihnachtliche Ruhe: "Denn niedrige Handelsvolumina begünstigen große Ausschläge", so Thomas Altmann, Stratege des Vermögensverwalters.
Delivery Hero kapituliert vor Konkurrenz in Deutschland
Der Essenslieferdienst Delivery Hero gibt sich nach nur wenigen Monaten der scharfen Konkurrenz geschlagen und zieht einen Schlusstrich unter seine deutsche Expansion. Das Foodpanda-Geschäft in sechs deutschen Städten - darunter Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München - werde wieder dicht gemacht, kündigte der Dax-Konzern an. Lediglich Berlin werde als "Innovationszentrum" bestehen bleiben. Delivery Hero war erst im Sommer auf den deutschen Markt zurückgekehrt. Nach dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway.com war das international tätige Unternehmen fast zwei Jahre lange nicht in Deutschland aktiv gewesen.
Zugleich gab Delivery Hero bekannt, das Japan-Geschäft veräußern zu wollen. Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg begründete seine Entscheidung mit der scharfen Konkurrenz - nicht nur durch andere Essenslieferdienste sondern auch stark wachsende Startups wie Flink und Gorillas, die vorwiegend Lebensmittel ausliefern: "Wir sehen uns jetzt mit einer ganz anderen Realität konfrontiert als bei unserem Eintritt in diese Märkte und müssen daher schweren Herzens andere Wachstumsmöglichkeiten mit größerem Potenzial verfolgen."
Weltgrößte Containerreederei plant Milliardenzukauf
A.P. Moeller-Maersk A/S will die Hongkonger LF Logistics für rund 3 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der dänische Konzern bestätigte jetzt entsprechende Berichte.
Maersk, die weltgrößte Containerschifffahrtsgesellschaft nach Kapazität, profitiert von der angespannten globalen Liefersituation, die die Seefrachtraten in diesem Jahr auf ein Rekordniveau getrieben und Rückstaus in den Häfen der USA verursacht hat. Durch die Übernahme von LF Logistics, einer Tochtergesellschaft des Hongkonger Supply-Chain-Managers Li & Fung Ltd, erhält Maersk die Kontrolle über ein Netzwerk von 223 Distributionszentren in ganz Asien und mehr als 250 Kunden weltweit, heißt es auf der Website von LF.
Ölpreise legen etwas zu
Die Ölpreise haben am Morgen ihre Kursgewinne vom Vortag leicht ausgebaut.
Im frühen Handel kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 74,06 US-Dollar. Das waren acht Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 23 Cent auf 71,35 Dollar.
Am Markt wurden die leichten Gewinne mit neuen Lagerdaten aus den USA erklärt. Am Vorabend hatte das American Petroleum Institute (API) einen spürbaren Rückgang der landesweiten Rohölvorräte gemeldet. Am Nachmittag veröffentlicht die Regierung ihre wöchentlichen Zahlen. Die API-Daten werden als Richtschnur dafür betrachtet.
Grundsätzlich haben sich die Erdölpreise im laufenden Jahr deutlich von ihrem Einbruch im ersten Corona-Jahr 2020 erholt, zuletzt geriet die Erholung aber etwas ins Stocken. Grund ist die rasche Ausbreitung der besonders ansteckenden Corona-Variante Omikron, die in immer mehr Ländern zu neuerlichen Beschränkungen führt, was die wirtschaftliche Aktivität und den Ölverbrauch dämpft.
Lieferprobleme im Handel spitzen sich vor Weihnachten zu
Die Lieferprobleme im Einzelhandel haben sich nach Aussage des Ifo-Instituts nochmals deutlich verschärft. 81,6 Prozent der Einzelhändler klagten im Dezember, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden können. Im November waren es noch 77,8 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des Ifo-Instituts hervor. "Der Einzelhandel wird gerade doppelt belastet", sagt der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Händler können nicht alle Produkte anbieten. Und Kunden sind angesichts der hohen Inzidenzen zurückhaltend beim Einkaufen."
Besonders schwierig ist die Situation demnach im Handel mit elektronischen Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik. Dort kämpfen fast alle Händler mit Lieferproblemen. Ähnlich sieht es bei den Baumärkten aus. Im Spielzeugwareneinzelhandel hat sich die Lage ein wenig entspannt. Trotzdem berichten dort weiter 77 Prozent von ausbleibenden Lieferungen.
Der Euro hält Gewinne aus der Nacht nicht
Der Kurs des Euro hat sich im frühen Handel kaum verändert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1270 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Moderate Gewinne über die Nacht hinweg konnten nicht gehalten werden.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1295 Dollar festgesetzt. Zur Wochenmitte stehen nur wenige beachtenswerte Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. In den USA werden Wachstumszahlen zum Sommerquartal veröffentlicht, allerdings handelt es sich lediglich um eine zweite Schätzung. Grundsätzlich ist bereits bekannt, dass die US-Wirtschaft im Sommer deutlich an Schwung verloren hat. Aus der Eurozone werden keine entscheidenden Daten erwartet.
Türkei wittert "Verrat" an der Lira in sozialen Medien
Nach den jüngsten Währungsturbulenzen will die Türkei gerichtlich gegen spekulative Marktkommentare auch in sozialen Medien vorgehen. "Wir werden niemals einen solchen Verrat erlauben", sagte der türkische Finanzminister Nureddin Nebati in einem Interview des staatlichen Senders TRT Haber.
Nach der Talfahrt der heimischen Währung Lira hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag unter anderem angekündigt, dass zum Schutz der Sparer künftig die Differenz zwischen Lira-Anlagen und vergleichbaren Dollar-Anlagen aus der Staatskasse beglichen werden. Mit einer Reihe von Maßnahmen will er eine weitere Dollarisierung der Wirtschaft verhindern. Die Lira erholte sich daraufhin.
Die Inflationsrate war im November sprunghaft auf mehr als 21 Prozent gestiegen. Im kommenden Jahr dürfte die Geldentwertung nach Prognose von Ökonomen sogar 30 Prozent erreichen. Das geht vor allem auf den Verfall der Landeswährung zurück, die in diesem Jahr mehr als die Hälfte ihres Wertes zum Dollar eingebüßt hat. Den Grund für die Währungskrise und starke Teuerung sehen die Experten auch in der unorthodoxen Geldpolitik der Zentralbank. Diese hat ihren Leitzins seit September von 19 auf jetzt 14 Prozent gesenkt, obwohl Ökonomen eine deutliche Anhebung für die richtige Antwort halten.
Ökonomen warnen vor Lohn-Preis-Spirale
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht einem Medienbericht zufolge die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale. "Angesichts des aktuell beschleunigten Preisauftriebs ist von der Lohnpolitik ein besonderes Augenmaß gefragt, um eine Lohn-Preis-Spirale mit negativen Wirkungen für Investitionen und Wachstum zu vermeiden", schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Studie des arbeitgebernahen IW. Die Jahre 2010 bis 2020 waren demnach von einer "angemessenen" Tarifpolitik geprägt, doch mit der geübten Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften könnte wegen der hohen Inflationsraten bald Schluss sein. Bestimmte Preistreiber, wie die hohen Energiekosten, rechtfertigten aber keine höheren Lohnforderungen, da sie Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen träfen.
"Die Fehler nach den Ölpreisschocks der 1970er-Jahre, als versucht wurde, den Wohlstandsverlust der Arbeitnehmer über höhere Löhne auszugleichen und auf die Arbeitgeber abzuwälzen, sollten nicht wiederholt werden."
"Technisch sauber" - Dax gut behauptet erwartet
Mit einer gut behaupteten Eröffnung rechnen Marktteilnehmer heute an den europäischen Aktienmärkten. Damit werden die jüngsten Aufschläge zunächst mehr oder weniger verteidigt. "Positiv ist, dass die Buy-the-Dips-Mentalität weiter intakt ist", sagt ein Marktteilnehmer.
Nach dem Kursrutsch vom Wochenauftakt sei der Markt technisch sauber, das eröffne nun doch noch die Chance auf eine moderate Jahresendrally. Allerdings seien die günstigen Vorlagen von den US-Börsen bereits eingepreist und aus Asien kämen keine Impulse. Damit sei es fraglich, ob der Dax kurzfristig die Widerstandszone um 15.500 herausnehme und dann den nächsten Widerstand bei 15.830 ansteuere.
Die Umsätze dürften wie um diese Jahreszeit üblich weiter zurückgehen. Trotz einer großen Intraday-Handelsspanne seien die Umsätze bei den Dax-Werten am Vortag so niedrig wie noch nie in diesem Dezember gewesen, heißt es bei QC Partners. Gerade das spreche aber gegen vorweihnachtliche Ruhe: "Denn niedrige Handelsvolumina begünstigen große Ausschläge", so Thomas Altmann, Stratege des Vermögensverwalters.
NRW-SPD: Land könnte bei Stahlkonzern einsteigen
Der Chef der NRW-SPD, Thomas Kutschaty, bringt eine Landesbeteiligung an der Stahlsparte des Essener Konzerns ins Gespräch. "Ich kann mir eine Beteiligung an Thyssenkrupp Steel über eine Landesgesellschaft vorstellen", sagte Kutschaty der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Über eine staatliche Beteiligung lasse sich Stabilität erreichen. Er verwies unter anderem auf den großen Investitionsbedarf beim Aufbau einer klimaneutralen Stahlproduktion.
Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz erwägt, die Stahlsparte zu verselbstständigen. "Gerade bei einer Ausgründung braucht es einen guten Ankerinvestor", sagt Kutschaty der WAZ. "Dass sich das Land an einem Stahlhersteller beteiligt, ist im Übrigen kein Novum in Deutschland. Auch in Niedersachsen wird dies mit Salzgitter seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert." Wichtig sei, dass bei einer Abspaltung von Thyssenkrupp Steel "nicht irgendwelche windigen Geschäftemacher zum Zuge kommen".
Asiens Börsen erholen sich vom Omikron-Schock
Die Börsen in Ostasien schließen sich am Morgen überwiegend der Erholungsbewegung an der Wall Street an. Dabei schmelzen die Gewinne im Handelsverlauf etwas ab und fallen längst nicht so deutlich wie in den USA aus, nachdem es bereits am Dienstag einen Erholungsschub gegeben hatte.
Bremsend wirkten die weiter bestehenden Sorgen um die rasante Ausbreitung der Corona-Virusvariante Omikron, heißt es, zumal auch die kräftigen Aufschläge in den USA vornehmlich mit Schnäppchenkäufen erklärt wurden, und weniger mit neuen fundamentalen Kaufgründen. Die dienstäglichen Gewinne in Ostasien waren ebenfalls bereits in erster Linie mit erhöhter Kaufbereitschaft auf den zuletzt ermäßigten Niveaus erklärt worden. Dass in Südafrika angeblich die Infektionszahlen auf den niedrigsten Stand seit zwei Wochen gesunken seien, dämpfe die Pandemie-Sorgen aber zumindest leicht, kommentieren die Analysten von NAB.
In Tokio liegt der Nikkei-Index nach seinem 2,1-Prozent-Sprung lediglich minimal höher bei 28.540 Punkten. Etwas Rückenwind kommt dabei noch vom Yen, der zur gleichen Vortageszeit von 113,70 je Dollar auf 114,10 nachgegeben hat. Auch in Seoul und in Hongkong fallen die Gewinne mit rund 0,3 Prozent klein aus, während das Plus in Schanghai immerhin 0,9 Prozent beträgt.
Das wird für den Dax heute wichtig
Nach einem kräftigen Dämpfer zum Start in die verkürzte Handelswoche ist der Dax gestern wieder auf Erholungskurs gegangen. Dennoch herrschte auf dem Frankfurter Börsenparkett weiter große Sorge wegen der immer größer werdenden Lockdown-Zahl in Europa.
Allerdings: "Es bleibt das altbekannte Bild. Auf den Absturz folgt die Erholung", kommentierte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners die Gegenbewegung am Dienstag. "Auch so kurz vor Weihnachten gibt es noch ein paar Schnäppchenjäger, die die günstigen Kurse zum Einstieg nutzen."
So bleibt der Handel auch am heutigen Tag eine Wundertüte. Zumal die Unternehmensliste fast leer ist. Lediglich Hornbach liefert für die Holding und den Baumarkt detaillierte Zahlen zum dritten Geschäftsquartal. Zooplus führt eine außerordentliche Hauptversammlung durch, die auf virtueller Basis erfolgt.
Konjunkturdaten aus Deutschland sind heute Fehlanzeige. Aus den USA gibt es den dritten Aufguss zu den BIP-Daten für das dritte Quartal. Um 16 Uhr (MEZ) werden Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen im Dezember veröffentlicht.