Öl, Inflation und Zinsen ziehen den DAX nach unten
Der deutsche Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte erneut schwächer präsentiert, der DAX sein Auf und Ab der vergangenen Wochen damit fortgesetzt. Der deutsche Börsenleitindex gibt 0,8 Prozent auf 14.446 Punkte nach. Ein wieder steigender Ölpreis lässt die Inflationssorgen wieder größer werden, wie es am Markt heißt. Dazu bleiben die Zinsen ein beherrschendes Thema. Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag halten sich Marktteilnehmer zurück. Nach dem Plus von bis zu 1400 Punkten in den vergangenen Wochen dehne sich die Konsolidierung oder Verschnaufpause im DAX nun erst einmal aus. Allerdings gibt es auch negativere Stimmen: "Das ist und bleibt ein Sägezahnmarkt ohne Vertrauen in die Börsen", so Vermögensverwalter Thomas Altmann von QC Partners.
Passend zu den dominierenden Konjunktur- und Inflationssorgen geht die Weltbank in diesem Jahr nun nur noch von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent aus nach 5,7 Prozent im vergangenem Jahr. Im Januar hatte sie für 2022 noch 4,1 Prozent in Aussicht gestellt. Auch die OECD nimmt ihre Wachstumsprognose zurück. In Deutschland ist derweil nach den enttäuschenden Auftragseingängen im April vom Vortag die Produktion im produzierenden Sektor im April zwar gestiegen, mit 0,7 Prozent zum Vormonat aber wenig kraftvoll und geringer als mit 1 Prozent erwartet.
"Anleger machen Kasse vor der EZB-Sitzung und nehmen lieber den Spatz in der Hand", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Die Ölpreise steigen, das wird die Inflation weiter anheizen, die Renditen der Langläufer zeigen, was der Markt erwartet", erläutert sie. "Deshalb ist momentan Vorsicht geboten und Cash eine Alternative."
Bei den Einzelwerten im DAX weisen Sartorius-Aktien die deutlichsten Aufschläge auf: Die Titel legen mehr als zwei Prozent zu. Um jeweils mehr als ein Prozent nach oben geht es für die Papiere von Covestro und Puma. Auf der Verliererseite zeigen sich Deutsche Post und Deutsche Telekom an der Spitze: Post-Aktien geben mehr als drei Prozent, T-Aktien mehr als zwei Prozent ab.
Australien wirft Airbnb Irreführung bei Preisen vor
Australiens Wettbewerbshüter haben der US-amerikanischen Zimmer- und Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb die Irreführung von Kunden vorgeworfen. Von 2018 bis 2021 habe das Unternehmen aus San Francisco die Preise in US-Dollar angegeben statt in deutlich teureren Australischen Dollar, teilte die Kartellbehörde ACCC am Mittwoch in einem Gerichtsschreiben mit. Airbnb habe es abgelehnt, Kunden, die sich darüber beschwerten, Geld zu erstatten. Auch Währungsumrechnungsgebühren seien nicht gezahlt worden. Inzwischen habe Airbnb seine Plattform angepasst und die den Preisen zugrundeliegenden Währungen würden nun klar herausgestellt. Welche Strafe Airbnb zahlen muss, ist noch unklar. Maximal könnte sie sich auf zehn Prozent des Jahresumsatzes belaufen. Die ACCC ist bekannt für ihre strenge Haltung gegenüber US-Technologiekonzernen. Im Moment läuft auch eine Überprüfung von Amazon und anderen Onlinehändlern.
Omikron-Booster - Moderna hofft auf Zulassung
Der US-Biotech-Konzern Moderna prescht mit seinem an die hochansteckende Omikron-Variante angepassten Covid-19-Impfstoff vor. Nach positiven Studienergebnissen hofft Moderna auf eine Zulassung der Auffrischungsimpfung noch im Spätsommer. Die Daten sollen in den kommenden Wochen bei den Regulierungsbehörden eingereicht werden, wie Moderna-Chef Stephane Bancel ankündigt. Sollten die Behörden grünes Licht geben, könnte das eine Verwendung des Impfstoffs als Herbst-Booster ermöglichen. Auch der deutsche Rivale Biontech arbeitet mit seinem US-Partner Pfizer an Nachfolgeversionen seines Impfstoffs und will Daten dazu in den kommenden Wochen veröffentlichen.
Bei dem angepassten Booster "mRNA-1273.214" handelt es sich um eine Kombination aus dem ursprünglichen Moderna-Vakzin Spikevax und einem gegen die Omikron-Variante gerichteten Impfstoffkandidaten. Vorläufigen Studiendaten zufolge erzielte er gegen Omikron eine überlegene neutralisierende Antikörperreaktion im Vergleich zu Spikevax. Der angepasste Booster erhöhte demnach die Anzahl der virusneutralisierenden Antikörper um das Achtfache. Der Booster wurde mit einer Dosis von 50 Mikrogramm verabreicht - die Hälfte der ursprünglichen Dosierung für die Grundimmunisierung, aber die gleiche wie die der Auffrischungsimpfung mit Spikevax. Der Impfstoff erwies sich als allgemein gut verträglich, wobei die Nebenwirkungen mit denen der ursprünglichen Booster-Dosis vergleichbar waren.
Lira nach Erdogan-Aussagen stramm auf Kurs Rekordtief
Die Lira ist weiter auf dem Weg nach unten, am Mittwoch nochmals beschleunigt. Aktuell verliert sie zum Dollar 1,7 Prozent, der Dollar geht mit 17,14 Lira um. Auslöser der jüngsten Schwäche sind Aussagen von Staatspräsident Erdogan vom Montag, der trotz verheerender Inflationszahlen in dem Land und entgegen jeder Lehrbuchmeinung Zinssenkungen statt -erhöhungen angekündigt hat.
Im Mai erreichte der Preisanstieg in der Türkei 73,5 Prozent. Damit war die Inflationsrate so hoch wie zuletzt im Oktober 1998. Notenbanken begegnen zu hohen Inflationsraten gewöhnlich mit steigenden Leitzinsen, allerdings hat sich Erdogan immer wieder gegen höhere Zinsen gewandt und auch schon Chefs der Zentralbank ausgetauscht, wenn diese seinem Kurs nicht folgten.
Das bisherige Rekordtief der Lira stammt vom 20. Dezember 2021, als die Lira eine extreme Tagesschwankung von 12,43 bis 18,40 je Dollar gezeigt hatte. Damals war sie mit 13,39 je Dollar aus dem Handel gegangen. Der aktuelle Lira-Kurs stellt abgesehen vom damaligen Ausreißer nach oben somit ein neues Rekordtief dar.
Mögliches Netflix-Interesse treibt Streaming-Firma
Spekulationen um eine mögliche Übernahme durch Netflix beflügeln Roku. Die Aktien des Anbieters von Streaming-Geräten und Betreibers einer Plattform für Online-Werbung steigen an der Wall Street um gut zwölf Prozent. Da Netflix offenbar günstigere, werbefinanzierte Abonnements plane, könnte das Unternehmen einen potenziellen Konkurrenten wegkaufen, sagt Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. Außerdem scheine die Zeit angesichts des Kursverfalls der vergangenen Monate günstig. Roku-Titel haben in den vergangenen zwölf Monaten rund 75 Prozent verloren.
EU-Handelskammer warnt vor Entkopplung von China
In der Diskussion über eine Abhängigkeit Europas von China warnt die EU-Handelskammer in Peking vor einer Entkoppelung. "Wer sich aus dem chinesischen Markt herauszieht, schadet sich selbst", sagte Kammerpräsident Jörg Wuttke. Eine Entkoppelung sei nachteilig für die Entwicklung von Produkten. "Wenn wir uns von China absetzen, verlieren wir Geld, um den Betrieb zu Hause aufrechtzuerhalten."
Wuttke reagierte damit auf die Debatte über eine zu große Abhängigkeit Europas von Russland, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine einsetzte und sich auf China ausgeweitet hat. "Mit Russland haben wir eine Energie-Pipeline, aber mit China haben wir eine Wissens-Pipeline und eine Kapitalfluss-Pipeline", sagte Wuttke. Indem europäische Unternehmen in China tätig und innovativ seien, unterstützten sie nicht nur China, sondern auch sich selbst.
In dem Bericht heißt es, dass die befragten Unternehmen großen Wert für sich darin sähen, Forschung und Entwicklung in China zu betreiben und diese auch ausweiten wollten. Sie wollten die Aktivitäten weiter in ihre globalen Strategien einbinden, um den Talentpool in China, die Geschwindigkeit der Kommerzialisierung neuer Technologien und das Potenzial auszunutzen, europäische Hardware mit chinesischer Software-Expertise zu verknüpfen.
Haldex nach Übernahme-Offerte vor Rekord-Tagesgewinn
Haldex-Aktien steuern nach einer Übernahmeofferte von SAF-Holland auf ihren größten Tagesgewinn zu. Sie gewinnen rund 44 Prozent auf 64,90 schwedische Kronen. Die Papiere von SAF-Holland verlieren dagegen mehr als fünf Prozent. Der fränkische Lkw-Zulieferer bietet 66 schwedische Kronen je Haldex-Aktie.
EZB-Sitzung dürfte Euro Unterstützung bieten
Der Euro gibt vor den Ergebnissen des EZB-Treffens am Donnerstag leicht nach auf 1,0674 Dollar. Die Spekulationen über ein aggressives Vorgehen der US-Notenbank schienen dem Greenback wieder Unterstützung zu bieten, bemerkt Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Deutlicher als zum Euro sei das gegenüber dem Yen zu sehen. Das sei kaum verwunderlich, weil die Bank of Japan klargemacht habe, dass sie wohl noch lange an ihrer ultraexpansiven Geldpolitik festhalten werde.
Zum Euro dürfte es dem Dollar allerdings erst einmal schwerfallen, weitere Gewinne einzufahren. Es sei nämlich davon auszugehen, dass die EZB weitere falkenhafte Töne anschlagen werde. Neue Impulse könne der Dollar dann nächste Woche erhalten, wenn die Entscheidung der Fed anstehe. Aber bis dahin könnte der Euro der Taktgeber sein, so die Analystin.
Euro / Dollar o
Inflationssorgen belasten Wall Street
Wieder aufgeflammte Inflationssorgen beenden die jüngste Erholung an der Wall Street. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 fallen zunächst jeweils etwa ein halbes Prozent. Die Schaukelbörse werde wohl noch eine Weile anhalten, sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane. "Es gibt keine bahnbrechenden Nachrichten, weder in Bezug auf die Firmenbilanzen noch die Konjunktur. Die Leute warten auf Hinweise, dass die Inflation sich etwas abschwächt. Ihnen bereitet die Entwicklung der Energiepreise Sorgen."
Der Preis für die US-Rohölsorte WTI legte trotz gestiegener Lagerbestände zeitweise 1,6 Prozent zu und lag mit 121,37 Dollar je Barrel (159 Liter) so hoch wie zuletzt vor drei Monaten. Das Ende der Lockdowns in China schüre Spekulationen auf eine steigende Nachfrage, sagte Analyst Giovanni Staunovo von der Bank UBS.
Bei den Unternehmen rückt Robinhood ins Rampenlicht. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Regeln für den Aktienhandel verschärfen. Damit droht der Trading-App ihre Haupteinnahmequelle wegzubrechen: Rabatte und Vergütungen großer Handelshäuser für die Weiterleitung von Kleinanleger-Aufträgen. Robinhood-Titel verlieren 2,4 Prozent, nachdem sie am Dienstag bereits um rund vier Prozent abgerutscht waren.
Thyssenkrupp prüft Börsengang der Wasserstofftochter
Thyssenkrupp hält trotz der Unsicherheiten an den Märkten an der Möglichkeit eines Teilbörsengangs der Wasserstofftochter Nucera fest. "Wir untersuchen einen Börsengang als präferierte Option für die Entwicklung unseres Unternehmens. Die Absichtserklärung besteht weiterhin", sagt der Chef von Thyssenkrupp Nucera, Denis Krude. Einen Zeitrahmen nannte er nicht.
Thyssenkrupp hatte angekündigt, im ersten Halbjahr eine Entscheidung über einen Teilbörsengang von Nucera zu treffen. Der Konzern will vom milliardenschweren Zukunftsmarkt Wasserstoff profitieren, der weltweit bei der Energiewende eine Schlüsselrolle spielen soll.
"Öl marschiert in die falsche Richtung"
Der erneut steigende Ölpreis belastet die Stimmung an den Märkten. "Öl marschiert in die falsche Richtung", so ein Marktteilnehmer. Damit nähmen die Inflationsgefahren weiter zu, und in Deutschland mache der Ölpreis die Wirkung der Steuersenkungen an den Tankstellen zunichte. Der DAX fällt um 0,9 Prozent auf das neue Tagestief von 14.424 Punkten.
Brent Rohöl
Zeit zum Einstieg an der Nasdaq?
SGL Carbon setzen Rally fort
Weiter nach oben geht es mit SGL Carbon um 5,6 Prozent auf knapp 7 Euro. "Jetzt helfen Anschlusskäufe und Trendfolger", sagt ein Händler. Denn dank der überraschend erhöhten Prognose konnte der drückende Widerstandsbereich von 6 Euro übersprungen werden. "Damit wurde eine W-Formation abgeschlossen, die Charttechniker als vollendete Bodenbildung sehen", so der Händler. Das locke auch langfristigere Anleger in die Aktien. Ein Widerstandsbereich sei erst um 7,50 Euro erkennbar.
Inditex-Kurs steigt auf Dreimonatshoch
Ein Gewinnsprung im Quartal beflügelt Inditex. Die Aktien steigen zwischenzeitlich um bis zu 5,3 Prozent auf ein frisches Drei-Monats-Hoch von 23,39 Euro. Der Nettogewinn stieg von Februar bis April um 80 Prozent auf 760 Millionen Euro, der Umsatz kletterte um 36 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Damit hat der weltgrößte Fast-Fashion-Konzern mit seinen Marken Zara, Massimo Dutti, Bershka und Pull & Bear die Werte der Vorkrisenzeit des Jahres 2019 übertroffen.
Adler will 2022 Immobilien für eine Milliarde verkaufen
Der Verwaltungsratsvorsitzende des Immobilien-Investors Adler Group, Stefan Kirsten, erwartet noch in diesem Jahr aus Immobilientransaktionen Liquiditätszuflüsse von gut einer Milliarde Euro für die angeschlagene Gruppe. "Das sind Projekte, bei denen wir Cash im laufenden Jahr erwarten", sagt Kirsten im Interview mit dem "Handelsblatt". "Selbst wenn die eine Milliarde oder 1,2 Milliarden Euro in diesem Jahr nicht kommen sollten, werden wir immer noch cash-positiv abschließen", kündigte Kirsten an. Die Verkäufe würden sich in dem Fall lediglich verschieben. Der Manager sieht derzeit kein realistisches Szenario, das den Konzern "an die Wand drückt". Der 61-Jährige betonte jedoch auch: "Ohne einen Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss 2022 können wir nicht von Stabilität sprechen." Zuletzt hatten die Wirtschaftsprüfer von KPMG das Testat für den Jahresabschluss 2021 verweigert.
Für das Sorgenkind des Konzerns, den Projektentwickler Consus, stellte Kirsten einen Debt-Equity-Swap oder einen Forderungsverzicht in Aussicht. Die Adler-Gruppe als Ganzes müsse "eine strategische Nische finden" und sich "etwa stärker auf Berlin konzentrieren, oder auf Entwicklungsprojekte unter adversen Marktbedingungen".
Russische Billigfluglinie auf Eis - keine Flugzeuge
Die größte private Fluggesellschaft Russlands legt ihre Pläne für eine Billigfluglinie mangels Flugzeugen auf Eis. S7 teilt mit, die für die Low-Cost-Tochter mit Namen "Citrus" bestellten Maschinen würden in diesem Jahr nicht geliefert. "Deshalb ist die Entwicklung der Fluggesellschaft mit diesem Geschäftsmodell leider derzeit nicht möglich." Eine Entscheidung über die Zukunft des gesamten Projekts solle bis Ende des Jahres fallen. Die Lieferung und Wartung von Flugzeugen ist auch von den westlichen Sanktionen gegen Russland nach dem Einmarsch in der Ukraine betroffen. Zudem können russische Fluggesellschaften derzeit keine Ziele in Westeuropa und den USA ansteuern.
Welchen "schwierigen Spagat" die EZB meistern muss
Didi will sich an E-Autosparte beteiligen
Der chinesische Fahrdienstanbieter Didi führt Insidern zufolge Gespräche mit Sinomach über eine Beteiligung an der Elektroautosparte des chinesischen Konzerns. Didi sei interessiert, ein Drittel zu erwerben, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit würde Didi zum zweitgrößten Aktionär hinter Sinomach Automobile aufsteigen. Die Verhandlungen seien in einem fortgeschrittenen Stadium. Ein Deal könnte bereits Ende des Monats bekanntgegeben werden. Didi wie auch Sinomach waren nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Didi kämpft aktuell mit Regulierungsproblemen in der Volksrepublik und steht vor einem Delisting an der Wall Street.
Deutsche Rüstungskonzerne kooperieren
Die Rüstungskonzerne Rheinmetall und Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) arbeiten bei der Wartung von Nato-Fahrzeugen im Baltikum zusammen. Hierzu gründeten die beiden Konzerne ein Gemeinschaftsunternehmen in Litauen, an dem sie jeweils 50 Prozent halten. Eine zentrale Aufgabe des Joint Venture ist, die Mannschaftstransportfahrzeuge Boxer in der litauischen Version "Vilkas" zu betreuen. Hinzu kommt die Wartung der gepanzerten Transportfahrzeuge Boxer und Schützenpanzer Puma und der Bergepanzer 3 Büffel in unterschiedlichen Varianten sowie der Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000. Im Rahmen der Enhanced Forward Presence haben Nato-Länder im litauischen Rukla derzeit 1500 Soldaten stationiert, um das Bündnisgebiet gegen eine mögliche russische Aggression zu sichern. Die Bundeswehr stellt derzeit rund 1000 Kräfte und hat die Führungsrolle für das Land.
Paypal erlaubt Krypto-Transfer
Kunden von Paypal können Kryptowährungen künftig weltweit überweisen. Diese Funktion sei für US-Nutzer freigeschaltet worden, teilte der Zahlungsabwickler am Dienstag mit. Er kommt damit einem Wunsch seiner Kunden nach.
Seit knapp zwei Jahren bietet Paypal die Möglichkeit, digitale Währungen wie Bitcoin oder Ethereum zu handeln. Bislang waren Überweisungen von Guthaben aber nur von einem Paypal-Konto zu einem anderen PayPal-Konto möglich. Nun können Kunden die Gelder auch auf Kryptowährungskonten, Wallets genannt, bei anderen Anbietern transferieren.
n
Pernod will Wachstum ankurbeln
Der französische Spirituosen-Produzent Pernod Ricard will sein Wachstum beschleunigen. Mithilfe von Digitalisierung und Datennutzungen soll das organische Umsatzwachstum mittelfristig am oberen Ende der Prognosespanne von vier bis sieben Prozent liegen. Die Preisgestaltung wird ein Schlüsselfaktor sein, der durch die Verwendung von Daten zur Vorhersage von Kundengewohnheiten und Branchentrends weiter verbessert wird, hieß es anlässlich des Kapitalmarkttages. Der weltweit zweitgrößte Spirituosenkonzern nach Diageo mit seinen Marken Martell Cognac, Mumm Champagner und Absolut Wodka peilt in dem im Juni endenden Bilanzjahr ein Wachstum von 17 Prozent an.
Wall Street leichter erwartet
Die Stimmung an der Wall Street bleibt angeschlagen - trotz der Vortagesgewinne. Händler tun sich ein wenig schwer mit Vorhersagen. Aktuell deutet der Aktienterminmarkt eine etwas leichtere Handelseröffnung am Kassamarkt an. Am Vortag hatten nach einem schwachen Start mit Stagflationssorgen dann aber Schnäppchenjäger die niedrigen Kurse zum Einstieg genutzt und die den Markt damit ins Plus gehievt. Eine solche Reaktion sei auch am Mittwoch möglich, heißt es im Handel. Die hohe Volatilität sei Ausdruck der Verunsicherung, denn der Konjunkturausblick bleibe trübe.
Die Konjunkturpessimisten erhalten neue Argumente von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Denn die hat ihre Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine global deutlich gesenkt. Die OECD rät den Zentralbanken daher zu einem differenzierten Vorgehen im Kampf gegen die hohe Inflation. Allerdings nimmt die Organisation die USA hier ausdrücklich aus und rät der US-Notenbank zu einem energischen vorgehen. Genau da sehen Anleger nun wieder die Stagflationssorgen verortet.
"Wir befinden uns im Moment in einer Warteschleife. Anleger werden nicht zu viele Risiken eingehen, bis wir ein klareres Bild davon bekommen, dass sich die Inflation abschwächt", sagt Marktstratege Brian O'Reilly von Mediolanum International Funds.
Deutsches Wirtschaftswachstum wird zum Problem
Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen rechnet nach Veröffentlichung von Konjunkturdaten für April mit einem nur schwachen Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal in Deutschland. "Die Probleme in den Lieferketten werden die meisten Industriesektoren noch einige Zeit bremsen. Folglich ist für die gesamte Wirtschaft im zweiten Quartal trotz des Schubs durch die weitgehende Aufhebung der Corona-Restriktionen für Teile des Dienstleistungssektors kaum mit einem nennenswerten Plus zu rechnen", schreibt Solveen in einem Kommentar zum Anstieg der Industrieproduktion im engeren Sinne um 0,3 Prozent. Solveen rechnet trotz des Anstiegs der Autoproduktion im Mai damit, dass die Produktion insgesamt im zweiten Quartal deutlich sinken wird.
Geht die Aktienparty im neuen "New Normal" weiter?
Euro-Wirtschaft wächst stärker als gedacht
Die Wirtschaft der Eurozone ist zu Jahresbeginn trotz des Ukraine-Krieges doppelt so stark gewachsen wie zuletzt gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen Januar und März zum Vorquartal um 0,6 Prozent zu, wie das Europäische Statistikamt Eurostat mitteilt. In einer früheren Schätzung von Mitte Mai war nur von plus 0,3 Prozent die Rede gewesen. Ende 2021 war die Wirtschaft im Euro-Raum um 0,2 Prozent gewachsen.
Die Konjunktur wird durch Lieferkettenprobleme im Zuge der Corona-Krise beeinträchtigt - insbesondere durch Lockdown-Maßnahmen in China. Zudem lastet die hohe Inflation auf Firmen und Verbrauchern, die durch den Ukraine-Krieg weiter befeuert wurde und die Konsumlaune dämpft. Die Ausgaben der privaten Haushalte sanken deshalb zwischen Januar und März um 0,7 Prozent zum Vorquartal, während der Staatskonsum um 0,3 Prozent nachließ. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen um 0,1 Prozent und die Exporte um 0,4 Prozent. Für Impulse sorgte auch, dass die Firmen ihre Lagerbestände aufstockten.
Konkurrent zieht Lufthansa-Kurs nach unten
Mit einem Minus von rund sechs Prozent reagiert die Wizz Air in London auf den Ausblick auf das erste Quartal für das Geschäftsjahr 2022/23. Die Fluglinie rechnet mit einem operativen Verlust, der laut der Citigroup höher ausfallen dürfte als der Verlust von 109 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Ursächlich sind höhere Kosten und schwächere Einnahmen. Belastend wirke auch die Schwäche des Euro. Die Citigroup rechnet mit Abwärtsrevisionen der Konsensschätzungen. Auch andere Titel aus dem Sektor fallen: Easyjet geben 1,9, Lufthansa um 1,0 und Air France-KLM 2,0 Prozent nach.
Lufthansa
t
Experten halten EZB-Zinserhöhung schon im Juni für angemessen
Weiter im Fokus steht die EZB-Sitzung am Donnerstag. Allgemein werde erwartet, dass sie die (Netto-)Anleihekäufe im Juni beenden und die erste Leitzinserhöhung seit März 2016 für Juli 2022 signalisieren wird. "Dies erscheint uns angesichts der jüngsten Äußerungen einiger EZB-Ratsmitglieder ein realistisches Szenario", sagt Michael Weidner, Leiter des European Fixed Income bei Lazard Asset Management Deutschland.
Allerdings wäre in Anbetracht einer Inflationsentwicklung, die seit vielen Monaten deutlich über allen Erwartungen liegt, unserer Meinung nach eine erste Zinserhöhung bereits im Juni angemessen". Diese würde das Risiko senken, zu einem späteren Zeitpunkt einen größeren Zinsschritt von 0,5 Prozent vollziehen zu müssen.
"Je länger die aktuell hohe Inflation andauert und geldpolitisch unbeantwortet bleibt, desto schwieriger wird es für die EZB, die notwendige geldpolitische Kehrtwende durch Zinserhöhungen umzusetzen und als nahezu letzte große Zentralbank von negativen Zinsen abzurücken", warnt Weidner.
DAX-Anleger lauern
Der DAX kämpft aktuell um die Marke von 14.500 Punkten. Er liegt damit 0,3 Prozent im Minus. "Anleger halten sich zurück", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Die ständigen Richtungsänderungen in den vergangenen Handelstagen und auch heute zeigen die Verunsicherung unter den Investoren", erläutert sie. "Anleger erhoffen sich von der EZB morgen Klarheit: Wann und wie werden die Zinsen erhöht, immerhin das erste Mal seit März 2016." Zinsanhebung. Im Juli.
Stahlkonzern beschenkt seine Aktionäre
Der Stahlkonzern Voestalpine hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende März) dank einer hohen Nachfrage das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte eingefahren. Die Aktionäre sollen daher eine kräftig erhöhte Dividende von 1,20 Euro je Aktie nach zuletzt 50 Cent erhalten, teilt das Unternehmen mit.
Trotz eines schwierigen Umfelds mit Lieferkettenproblemen und massiv gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 2,29 Milliarden Euro von 1,15 Milliarden Euro verdoppelt werden können. Unter dem Strich stieg der Gewinn auf 1,33 Milliarden Euro nach 31,7 Millionen Euro. Die Erlöse erhöhten sich um 36,9 Prozent auf 14,92 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr stellt sich Vorstandschef Herbert Eibensteiner auf einen Rückgang ein. Das Ebitda werde in der Bandbreite von 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro erwartet.
Johnson-Gerangel für Pfund nur Nebenschauplatz?
Dass die Nachricht, wonach Boris Johnson ein Misstrauensvotum seiner Fraktion für sich entscheiden konnte, nur kurzzeitig Ausschläge beim Pfund hervorgerufen hat, zeigt für die Analysten der Commerzbank, dass sich der Devisenmarkt derzeit auf andere Themen fokussiert. Die hohe Inflation und die Konjunkturrisiken sowie in diesem Zusammenhang die Geldpolitik der Bank of England stünden im Fokus, sagt Analystin You-Na Park-Heger.
Diese entscheide nächste Woche über ihren Leitzins und wegen der sehr hohen Inflation (9% im April) sei eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte wahrscheinlich. Spannender sei die Frage, wie die Abstimmung ausfalle und welche Signale für die künftigen geldpolitischen Entscheidungen kämen. Interessant dürfte zudem sein, inwiefern sie sich zum Hilfspaket der Regierung äußern werde. Dieses solle die Belastungen für die privaten Haushalte reduzieren, könnte aber andererseits die Inflation weiter anfachen.
Auf politischer Seite sei zu vermuten, dass die Kritik an Premierminister Johnson nicht abebben werde. Kurzfristige Reaktionen am Devisenmarkt seien möglich, aber grundsätzlich dürften die politischen Entwicklungen ein Nebenschauplatz bleiben.
d
Lkw-Zulieferer will für mehr als 300 Millionen zukaufen
Der fränkische Lkw-Zulieferer SAF-Holland nimmt einen erneuten Anlauf zur Übernahme des schwedischen Nutzfahrzeugbremsen-Herstellers Haldex. Der Lieferant von Achsen und Anhängerkupplungen aus Bessenbach bietet 3,21 Milliarden schwedische Kronen - umgerechnet 307 Millionen Euro - für Haldex - und hat anders als beim ersten Anlauf vor sechs Jahren auch dessen Management hinter sich, wie SAF-Holland mitteilte Mehr als ein Drittel der Haldex-Aktien hat der Bieter bereits sicher. "Für SAF-Holland bietet die geplante Akquisition eine überzeugende Möglichkeit, einen globalen Champion für fahrwerksbezogene Nutzfahrzeugsysteme zu schaffen, der einen Großteil der Kernkomponenten aus einer Hand anbietet", sagte Vorstandschef Alexander Geis.
Mit der Übernahme von Haldex werde SAF-Holland zum ersten Systemlieferanten weltweit, der Kunden Druckluftscheibenbremsen, Elektrofahrzeuge und komplette Radlagerungen aus einer Hand anbieten könne. Geis argumentiert auch damit, dass Hersteller und Käufer von Lkw sich damit von den Lieferketten-Problemen, die auch die Nutzfahrzeug-Branche beuteln, unabhängiger machen könnten.
SAF-Holland bietet 66 schwedische Kronen (6,30 Euro) je Haldex-Aktie. Das Angebot fällt damit deutlich geringer aus als 2016, als sich die Unterfranken mit Knorr-Bremse und ZF Friedrichshafen eine Bieterschlacht um das Unternehmen aus Landskrona geliefert hatten. Damals hatte der Münchner Lkw- und Zug-Bremsenkonzern letztlich 580 Millionen Euro geboten, war aber am Widerstand des Haldex-Vorstands gescheitert.
Zara-Mutter übertrifft Vorkrisenniveau
Die Zara-Mutter Inditex hat die Corona-Pandemie hinter sich gelassen und einen Gewinnsprung geschafft trotz der Filialschließungen in Russland und der Ukraine. Im Zeitraum Februar bis April schnellte der Nettogewinn um 80 Prozent auf 760 Millionen Euro. In den Ergebnissen enthalten sind zudem Rückstellungen von 216 Millionen Euro für Kosten im Zusammenhang mit der Ukraine und Russland. Der Umsatz stieg im ersten Quartal des Bilanzjahres um 36 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Damit hat der weltgrößte Fast-Fashion-Konzern mit seinen Marken Zara, Massimo Dutti, Bershka und Pull & Bear die Werte der Vorkrisenzeit des Jahres 2019 übertroffen. Die positive Entwicklung setzte sich auch im Frühjahr fort, wie der Vorstand mitteilte. Zwischen Mai und dem 5. Juni legten die Erlöse um 17 Prozent zu.
DAX gibt ab - Anleger vor Lagarde auf der Hut
Bei 14.591 Punkten hat der DAX im Dienstagsgeschäft sein Tageshoch gesetzt. Vor dem Start in den Handel zur Wochenmitte sah es danach aus, dass sich der deutsche Börsenleitindex über der 14.600er-Marke festsetzen könnte und damit weitere Aufschläge verbucht. Allerdings geht es zum Auftakt am Mittwoch erst einmal 0,2 Prozent abwärts auf Kurse um 14.525 Zähler. Große Kursbewegungen sind vor der morgigen Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht zu erwarten, wie Marktbeobachter vermuten. Eine Zinsanhebung sieht die Mehrheit der Experten zwar erst im Juli. "Die EZB war in der Vergangenheit aber immer mal wieder für Überraschungen gut", warnt ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf.
Chip-Riese kommt doch nicht nach Dresden
Den weltgrößten Chipauftragsfertiger TSMC zieht es trotz des Investitionsprogramms "European Chips Act" zunächst nicht nach Europa und Deutschland. Es gebe keine "konkreten Pläne", sagt Chairman Mark Liu auf der TSMC-Hauptversammlung. Man sei "weiterhin damit beschäftigt, die Lage zu bewerten".
Dagegen investiert TSMC in der andauernden Chipkrise rund zwölf Milliarden Dollar in neue Werke in den USA und baut in Japan zusammen mit Sony eine Fabrik.
Der im Februar auf den Weg gebrachte "European Chips Act" ermöglicht milliardenschwere Subventionen aus öffentlicher und privater Hand in der Europäischen Union. Intel hatte daraufhin beschlossen, für 17 Milliarden Euro ein Chip-Areal in Magdeburg zu bauen und zudem in Frankreich, Italien, Polen, Spanien und Irland zu investieren.
Insidern zufolge soll es Gespräche zwischen TSMC und Dresden über die Errichtung eines Werks in der sächsischen Landeshauptstadt gegeben haben.
Mercedes schließt chinesische Machtübernahme aus
Mercedes-Chef Ola Källenius schließt derzeit aus, dass die beiden chinesischen Großaktionäre Baic und Geely-Gründer Eric Li ihre Anteile von jeweils zehn Prozent weiter aufstocken und gemeinsam eine Sperrminorität anstreben könnten. "Das ist nicht der Fall. Wir haben sehr gute und starke Beziehungen zu unseren Investoren", sagte Källenius dem "Handelsblatt". Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann erteilte einer möglichen Machtübernahme chinesischer Investoren beim Stuttgarter Autobauer eine Absage: "Das würden wir gar nicht zulassen."
Deutsche Industrie erholt sich leicht - trotz Putins Krieg
Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion trotz Materialengpässen und der russischen Invasion der Ukraine leicht hochgefahren. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im April zusammen 0,7 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem etwas kräftigeren Anstieg von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem es im März noch einen Einbruch von 3,7 Prozent gegeben hatte.
Die deutsche Industrieproduktion werde derzeit durch den russischen Angriffskrieg gedämpft, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Entwicklung. "Zum einen ist Deutschland als exportorientiertes Land überproportional von den Handelssanktionen gegenüber Russland betroffen", hieß es weiter. "Zum anderen ergibt sich durch kriegsbedingte Produktionsausfälle und gestörte Lieferketten ein Mangel bei wichtigen Vorleistungsgütern."
Musk erleidet Rückschlag bei Twitter-Kauf
Die Bemühungen von Elon Musk um eine neue Finanzierung der geplanten milliardenschweren Übernahme von Twitter liegen auf Eis. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf Insider. Ein Grund dafür sei die Drohung von Musk, den Kauf möglicherweise abzublasen. Er streitet mit der Twitter-Führung über die Zahl von gefälschten Profilen.
Der Tesla-Chef will mit einer neuen Finanzierung seinen Anteil bei der rund 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme senken. Am Markt wird darüber spekuliert, ob Musk den Streit mit der Twitter-Führung eskaliert, weil er es sich anders überlegt hat und den Kauf nicht mehr durchziehen will - oder so zumindest den Preis gedrückt bekommt.
Öl wird teurer
Die Ölpreise sind im frühen Handel leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 121,13 Dollar. Das sind 56 Cent mehr als gestern. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI steigt um 67 Cent auf 120,08 Dollar.
Credit Suisse bereitet auf Verluste vor
Ein schwaches Investmentbanking dürfte die Credit Suisse im zweiten Quartal erneut in die roten Zahlen ziehen. Das teilt die Bank mit. 2022 werde ein Übergangsjahr für die Credit Suisse bleiben. Man wolle nun mit einer Beschleunigung der Sparmaßnahmen gegensteuern.
Japans Wirtschaft schrumpft weniger als erwartet
Und noch eine Meldung aus Japan: Die Wirtschaft des Landes ist im ersten Quartal dieses Jahres zwar wieder geschrumpft, aber immerhin geringer als angenommen. Nach einem Anstieg im Vorquartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt auf das Jahr hochgerechnet um 0,5 Prozent zurück, wie die Regierung auf Basis revidierter Daten mitteilt. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass der Aufschwung im Schlussquartal 2021 nicht andauern würde. Allerdings waren sie im Schnitt von einem stärkeren Rückgang des BIP im ersten Quartal ausgegangen.
Der Hintergrund: Der Privatkonsum, der in Japan zu rund 60 Prozent zum BIP beiträgt, legte im ersten Quartal trotz der Corona-Restriktionen überraschend zu - wenn auch nur geringfügig.
Tokio und Shanghai folgen US-Vorgaben
Die Börse in Tokio zeigt sich stärker. Sie folgt damit den Vorgaben aus New York von gestern. Besonders Tech-Titel sind gefragt. Der 225 Werte umfassende Nikkei liegt 1 Prozent höher bei 28.209 Punkten, während der breiter gefasste Topix um 1,1 Prozent auf 1968 Punkte steigt. Die Börse in Shanghai liegt 0,3 Prozent im Plus, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewinnt 0,6 Prozent.
Das wird für den DAX heute wichtig
Nach dem starken Pfingstmontag hat der DAX am Dienstag wieder einen größeren Rückschritt gemacht. Der Leitindex sackte ab, nachdem er zu Wochenbeginn getrieben von Corona-Lockerungen in China mit zeitweise mehr als 14.700 Punkten das höchste Niveau seit Ende März erreicht hatte.
Zu den Sorgen trug auch die australische Notenbank bei, die ihre Geldpolitik mit der Anhebung des Leitzinses um einen halben Prozentpunkt stärker als erwartet straffte. Am Donnerstag wird gespannt auf die nächste EZB-Entscheidung gewartet, weil auch bei den Europäern die Aussicht auf baldige geldpolitische Straffungen besteht. In dieser Woche wird aber noch nicht mit einem Drehen der Zinsschraube durch die Notenbank gerechnet.
Heute bleibt die Nachrichtenlage ähnlich ruhig wie an den beiden Tagen zuvor. Am Morgen gibt es Daten zur deutschen Industrieproduktion im April. Um 11 Uhr kommt die bereits dritte Veröffentlichung zum EU-Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal. Aus den USA gibt es die wöchentlichen EIA-Angaben zu den Rohöllagerbeständen.
Unternehmensmäßig ist noch weniger los. Mit Aumann, Gerresheimer und Rhön-Klinikum führen Konzerne aus der zweiten und dritten Reihe Online-Hauptversammlungen durch.