Montag, 22. März 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke und Jan Gänger
17:42 Uhr

Dax legt trotz Lockdown-Gerangels zu

Zum Start steht noch ein Minus, am Vormittag ist daraus bereits ein Plus geworden: Der Dax zeigt sich im Montagshandel nahezu unbeeindruckt von dem politischen Hickhack um mögliche Lockdown-Verlängerungen und -Verschärfungen. Der deutsche Börsenleitindex legt zu und schließt am Ende 0,3 Prozent fester mit 14.657 Punkten. Ein positiver Wall-Street-Auftakt stützt.

Dax
Dax 15.320,52

"Nach drei Wochen mit Gewinnen erst einmal ein klitzekleiner Rücksetzer zum Start, doch schon am Vormittag drehte der Dax wieder in den grünen Bereich", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Lockdown-Verlängerung? Lockdown-Verschärfung? Das interessiert auf dem Parkett nicht so wirklich. Allerdings: Mögliche Auswirkungen sieht man an den Kursen beispielsweise der Tourismuskonzerne oder auch der Airlines und Flughafenbetreiber", erläutert Meyer.

Bei den Dax-Einzelwerten sind es erneut VW-Titel, die an die Spitze der Gewinner fahren. Positive Analystenstimmen sorgen für ein Kursplus von rund sieben Prozent. BMW legen mehr als zwei Prozent zu. Auf der Verliererseite finden sich dagegen Continental mit einem Abschlag von etwa drei Prozent sowie Covestro mit einem Minus von mehr als zwei Prozent. Deutlicher unter Druck stehen die Papiere aus der Reisebranche: Im MDax verlieren Lufthansa mehr als drei Prozent und Fraport mehr als vier Prozent.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 231,05
Fraport
Fraport 50,96

 

17:10 Uhr

US-Eisenbahnbetreiber als Übernahmekandidat: Kurs geht steil

Bei den US-Unternehmen sticht Kansas City Southern mit einem Kursplus von 12,3 Prozent heraus. Mit 259 Dollar sind die Papiere des Eisenbahn-Betreibers so teuer wie nie. Canadian Pacific Railway will den US-Rivalen für 25 Milliarden Dollar übernehmen. Die Fusion biete Potenzial für erhebliche Einsparungen, kommentiert Analyst Jason Seidl vom Vermögensverwalter Cowen. Sein Kollege Steve Hansen traut dem neuen Unternehmen auf Jahre hinaus überdurchschnittliches Wachstum zu. Die in den USA notierten Aktien von Canadian Pacific gaben ein Prozent nach.

16:59 Uhr

Charttechnisch interessant: Gea-Kurs zieht durch

Gea legen weiter zu. Der Kurs steigt 2,2 Prozent auf 33,33 Euro. Nach dem Plus von 4,8 Prozent in der vergangenen Woche gehe es nun um den Widerstand bei 34 Euro, sagt Magazin Traders-Analyst Thomas Bopp. Darüber wäre der Weg an die 2017er Hochs bei etwa 42 Euro frei.

Gea Group
Gea Group 35,22

16:34 Uhr

Nach Lira-Absturz: Anleger lassen Gold links liegen

Durch den Lira-Absturz aufgeschreckte Anleger wählen als sichere Anlagen lieber den Dollar oder Staatsanleihen als Gold. Eine Feinunze - 31 Gramm - fällt 0,7 Prozent auf 1733 Dollar. "Einige könnten vermuten, dass die türkischen Bürger angesichts der Tatsache, dass ihre Währung abstürzt, in Zukunft nicht mehr so viel Gold kaufen werden", sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Auch andere Edelmetalle wie Palladium, Silber und Platin geben nach. Stattdessen ziehe der Dollar an.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 8,32
Gold in USD
Gold in USD 1.782,10

 

15:50 Uhr

Wall Street stagniert, Nasdaq erholt sich

Nach den jüngsten Kursverlusten hat sich die Wall Street stabilisiert. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P-500 notieren zur Eröffnung jeweils kaum verändert bei 32.577 beziehungsweise 3921 Punkten. Der technologielastige Nasdaq geht dagegen auf Erholungskurs und gewann ein knappes Prozent.

Die Entspannung bei den Anleiherenditen gebe den Technologiewerten Auftrieb, sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill. Dieser Trend werde voraussichtlich die kommenden Monate anhalten. Am Bond-Markt decken sich Investoren wieder mit US-Staatsanleihen ein und drückten die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Titel auf 1,7 Prozent. In den vergangenen Wochen hatten anziehende Bond-Renditen und Inflationsspekulationen die Börsen mehrfach in Unruhe versetzt. Steigende Anleihe-Renditen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen.

15:13 Uhr

Spekulationen um Übernahme treiben Luxuskonzern Richemont

Übernahme-Spekulationen haben die Aktien des Schweizer Luxusgüterkonzerns Richemont angeschoben. Die Titel des Herstellers von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne und IWC legen an der Schweizer Börse zeitweise 2,5 Prozent zu. Am Sonntag hatte der Blog "Miss Tweed" unter Berufung auf Insider berichtet, dass der Chef der französischen Kering, François-Henri Pinault dem Richemont-Verwaltungsratspräsidenten Johann Rupert ein informelles Übernahmeangebot vorgelegt habe. Dieser sei aber mit den Bedingungen nicht zufrieden gewesen und habe das Angebot nicht dem Verwaltungsrat unterbreitet. Die Kering-Aktien gaben Boden preis.

"Wir glauben, dass ein Deal aus strategischer Sicht Sinn machen würde", erklärten die Analysten der UBS. Ein möglicher Deal setze wohl aber voraus, dass die Familie Rupert die Kontrolle über das Unternehmen abgebe. Zusammen mit der Bewertungsfrage sei dies die Haupthürde bei möglichen Verhandlungen, so die Analysten.

Richemont
Richemont 85,62

14:50 Uhr

Reisewarnung: Airlines stehen unter Druck

Eine Warnung vor Buchungen von Auslandsreisen in Großbritannien setzt Reisetiteln zu. Die British Airways-Mutter IAG, Lufthansa, Ryanair und Tui fallen um bis zu 5,5 Prozent. Angesicht der steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa sollten Briten mit der Buchung eines Sommerurlaubs im Ausland noch warten, warnte die britische Sozialministerin Helen Whately. "Es wird auch für jede Art von internationalen Reisen chaotisch werden", kommentiert Neil Wilson, Marktanalyst bei Markets.com.

Tui
Tui 4,50

 

14:12 Uhr

Türkische Währungsturbulenzen "große Herausforderung"

Die von der überraschenden Absetzung des Notenbankchefs durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgelöste Abwertung der Lira besorgt die deutsche Wirtschaft. "Die Schwankungen der türkischen Lira sind für die Unternehmen im Exportgeschäft eine große Herausforderung", sagt der Leiter der Außenwirtschaft beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Ulrich Ackermann. Zwar hätten die Kunden des Maschinenbaus gelernt, damit umzugehen. "Auch hier gilt jedoch, dass ein Wechselkurs, der sich in ruhigen Bahnen bewegt, für Investitionen und Exporte hilfreich wäre", sagte Ackermann.

Die deutsche Wirtschaft verkaufte 2020 Waren im Wert von mehr als 21 Milliarden Euro in die Türkei, die damit Platz 16 in der Rangliste der wichtigsten Kunden einnimmt. Angesichts dieser Bedeutung hat auch die Chemieindustrie ein großes Interesse an einer wirtschaftlich stabilen Türkei. "Politisch motivierte Eingriffe in die Geldpolitik und die dadurch ausgelösten Wechselkursschwankungen bereiten den Unternehmen zunehmend Sorgen", heißt es beim Verband der Chemischen Industrie (VCI).

Die Währung sackte zum Dollar auf bis zu 8,4850 Lira von 7,2185 Lira am Freitag. Im Handelsverlauf machte sie einen Teil der Verluste wieder wett und notierte noch acht Prozent unter dem Wert von Freitag. Hintergrund für den Absturz ist die Absetzung des Notenbankchefs Naci Agbal, der noch am Donnerstag die Zinsen in der Türkei im Kampf gegen die hohe Inflation deutlich angehoben hatte. Daraufhin hatte Erdogan als erklärter Gegner hoher Zinsen den Notenbankchef am Wochenende ausgewechselt und mit Sahap Kavcioglu, einem Ex-Abgeordneten der Regierungspartei, einen erklärten Gegner einer straffen Geldpolitik auf den Posten gesetzt. Es war das dritte Mal seit Mitte 2019, dass Erdogan den Notenbankchef entließ. Agbal war erst seit knapp fünf Monaten im Amt.

13:40 Uhr

Crash: Lira-Absturz reißt türkische Börse mit

Der Absturz der Lira nach der Entlassung des türkischen Notenbankchefs durch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan löst einen Crash der dortigen Börse aus. Der Leitindex und der Bankenindex brechen um jeweils knapp zehn Prozent ein. Ihnen droht der größte Tagesverlust seit fast acht Jahren. Der Ausverkauf am Anleihemarkt treibt die Rendite der zehnjährigen türkischen Bonds um fast sieben Prozentpunkte auf ein Zwei-Jahres-Hoch. Das ist der stärkste Anstieg ihrer Geschichte. Dollar und Euro werten jeweils mehr als zehn Prozent auf 8,1745 beziehungsweise 9,5407 Lira auf, so stark wie zuletzt vor knapp 20 Jahren.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 8,32

 

13:12 Uhr

Porsche rast in den MDax

Am ersten Handelstag im MDax setzt sich der Neuzugang Porsche mit einem Kursplus von rund sechs Prozent an die Spitze des Indexes. Die Deutsche Bank setzte das Kursziel für den VW-Großaktionär auf 110 Euro von zuvor 80 Euro hoch. Die Aktie profitiere auch von einer Empfehlung im US-Fernsehen vom Freitag, sagt ein Händler.

Porsche SE
Porsche SE 92,96

12:49 Uhr

Partnerschaft mit Takeda: Evotec-Kurs steigt und dreht

Evotec starten sehr fest in den Handel. Der Kurs steigt zunächst 1,6 Prozent. Im Anschluss tendieren die Titel knapp 0,3 Prozent fester. Das Biotechunternehmen hat eine Entwicklungskooperation mit dem japanischen Pharmakonzern Takeda geschlossen. Dadurch sind 160 Millionen Dollar an Vorauszahlungen möglich. Darüber hinaus hat Evotec Anspruch auf gestaffelte Umsatzbeteiligungen am Nettoumsatz der Produkte, die aus dieser Kooperation hervorgehen.

Evotec
Evotec 34,08
Takeda Pharmaceutical
Takeda Pharmaceutical 28,44

 

12:28 Uhr

Wall Street hält an Muster fest

Die Wall Street dürfte am Montag dem Muster zum Wochenschluss treu bleiben. Aufschlägen im Technologiesektor dürften leichte Abgaben am Gesamtmarkt gegenüberstehen, wie der Aktienterminmarkt vermuten lässt. Gestützt wird der Technologiebereich am Aktienmarkt von wieder leicht sinkenden Rentenrenditen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt auf 1,67 nach zuletzt 1,73 Prozent zum Wochenschluss. Die Renditen sind zuletzt mit gestiegenen Inflationserwartungen sieben Wochen am Stück geklettert. Technologieunternehmen weisen häufig einen höheren und mit Fremdkapital finanzierten Investitionsbedarf auf. Entsprechend sensibel reagieren ihre Aktienkurse auf veränderte Marktzinsen.

"Es gibt bei den US-Anleiherenditen mehr Potenzial nach oben als Abwärtsrisiken", sagt Chefanalyst Edward Smith von Rathbone Investment Management. Damit steht er nicht allein. Am Markt mehren sich die Stimmen, die aus der Geldflut der US-Notenbank, einem erwarteten Konjunkturaufschwung und nicht zuletzt aus dem gewaltigen Konjunkturprogramm der US-Regierung Inflationsrisiken ableiten. Die Fed selbst hatte jüngst eingeräumt, dass die Inflation kurzfristig mit 2,4 Prozent über das langfristige Ziel von 2 Prozent hinausschießen könnte. US-Notenbankgouverneur Jerome Powell wird sich auf einer Veranstaltung im Tagesverlauf zu Wort melden. Aussagen zur Inflationserwartung sind aber nicht zu erwarten.

11:56 Uhr

Lira-Absturz setzt spanischer Bank BBVA zu

Der Absturz der türkischen Lira macht der spanischen Bank BBVA zu schaffen. Die Aktien des Geldhauses geben rund sechs Prozent nach, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach einer Zinsanhebung den türkischen Notenbankchef abgesetzt hat. BBVA hält Refinitiv-Daten zufolge knapp unter 50 Prozent an der türkischen Garanti Bank. Auf der Verkaufsliste stehen auch weitere Kreditgeber in Europa. Die Institute Unicredit, ING, HSBC und BNP notieren bis zu 1,5 Prozent schwächer.

BBVA
BBVA 4,47

11:19 Uhr

Lockdown-Verschärfung? Dax zieht auf Tageshoch

Der Dax stabilisiert sich leicht im Plus. Am späten Vormittag steht er mit 14.650 Punkten auf Tageshoch und gut 100 Punkte über dem Tagestief. "Auch eine Verschärfung des Lockdown wird Lockerungen nur verschieben", so ein Marktteilnehmer. Weder in den USA noch in Großbritannien gebe es die so genannte dritte Welle. Im Lauf der kommenden Wochen werde Deutschland beim Impfen aufschließen, das deuteten die zugesagten steigenden Liefermengen bei den Impfstoffen an.

Dax
Dax 15.320,52

11:04 Uhr

China-Autobauer kündigt eigene SUV-Marke an

Der chinesische Autobauer Great Wall kündigt eine eigenständige Marke für seine Geländewagen-Sparte an. Great Wall werde die Marke "Tank" während der diesjährigen Autoshow in Shanghai im April einführen, teilt der Chef des Konzerns, Wei Jianjun, mit. Der führende Hersteller von Pick-up Trucks in China hat in diesem Jahr bereits mit Ora eine neue eigenständige Marke für Elektro- und Smart-Fahrzeuge geschaffen. Great Wall und BMW ziehen derzeit in einem Joint Venture eine Fabrik für Elektrofahrzeuge in China hoch.


10:41 Uhr

Wirksam und sicher: US-Impfstoff-Studie stützt Astrazeneca-Kurs

Rund 0,8 Prozent geht es für die Aktien von Astrazeneca aufwärts. Der von der Universität Oxford und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern entwickelte Covid-19-Impfstoff weist einer neuen Studie zufolge eine höhere Wirksamkeit auf als bisher ermittelt und führt nicht zu einem höheren Thrombose-Risiko. Das Unternehmen stellte indes die in den USA, Chile und Peru ermittelten Studienergebnisse vor. In den USA ist der Impfstoff von Astrazeneca bisher nicht zugelassen, den dafür nötigen Prozess will Astrazeneca nun starten. In Deutschland und anderen Ländern waren die Impfungen zwischenzeitlich nach Berichten über Blutgerinnsel bei Patienten gestoppt worden, inzwischen wurden sie aber wieder aufgenommen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wie auch Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprachen sich für ein Festhalten an dem Impfstoff aus.

Aus der Studie geht hervor, dass der Covid-19-Impfstoff eine hundertprozentige Wirkung gegen schwere Krankheitsverläufe aufweist, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Die Gesamtwirksamkeit gegen das Virus liegt demnach bei 79 Prozent. Berichte über einen schwächeren Schutz vor Ansteckungen hatten den Impfstoff lange begleitet. Erst Anfang des Monats war er in Deutschland auch für über 65-Jährige freigegeben worden, da nach Ansicht der Ständigen Impfkommission inzwischen Daten vorliegen, die die Wirksamkeit in höheren Altersgruppen "eindrücklich" belegen.

An der Erhebung in den drei Ländern nahmen insgesamt mehr als 32.000 Menschen teil. Das Astrazeneca-Mittel ist ein sogenannter Vektorimpfstoff, der auf Erkältungsviren von Affen basiert. Er kann bei normalen Kühlschrank-Temperaturen gelagert und transportiert werden, während die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna tiefgekühlt gelagert werden müssen.

Berichte über Thrombosen in Zusammenhang mit der Astrazeneca-Impfung haben das Vertrauen in die Sicherheit zuletzt stark belastet. Rund 55 Prozent der Deutschen halten das Vakzin für unsicher, weniger als ein Drittel für sicher, heißt es in der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov. 

AstraZeneca
AstraZeneca 88,05

10:11 Uhr

Dax dreht ins Plus - Lufthansa schmiert ab

Der deutsche Börsenleitindex Dax kann im Vormittagshandel seine Verluste vom Start reduzieren. Er dreht sogar leicht ins Plus, notiert bei 14.630 Punkten. "Zurückhaltung ist im Markt zu spüren", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf und verweist auf den politischen Gipfel zur Corona-Krise. "Der könnte weitere Einschränkungen und einen verlängerten Lockdown bringen – und das bremst vor allem im MDax einige Werte aus", erläutert sie.

So verlieren im MDax etwa Lufthansa 4,7 Prozent, Fraport 2,4 Prozent und auch CTS Eventim rund zwei Prozent. Auf der Gewinnerseite finden sich dagegen etliche Corona-Profiteure wie beispielsweise Hellofresh, deren Titel zwei Prozent zulegen oder auch Zalando, die 1,2 Prozent anziehen.

Lufthansa
Lufthansa 10,61
Hellofresh
Hellofresh 71,00

 

09:48 Uhr

Traton setzt auf Elektro-Lkw: Investitionen aufgestockt

Die Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton stockt ihre Investitionen in Elektro-Lkw auf. Bis 2025 sollen 1,6 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden, das seien 600 Millionen Euro mehr als bislang geplant, wie das Unternehmen mitteilt. Zugleich sollen die Investitionen in herkömmliche Antriebe deutlich gedrosselt werden. "Traton setzt klar auf den Elektro-Lkw", sagt Traton-Chef Matthias Gründler. Gerade auf der Langstrecke seien rein elektrisch betriebene Lastwagen die bessere Alternative als Wasserstoff-Lkw. Wasserstoff-Nutzfahrzeuge dürften dagegen lediglich in Nischen eine Rolle spielen.

Im frühen Geschäft geht es für die Titel 0,8 Prozent abwärts. VW-Papiere legen dagegen 3,5 Prozent zu.

Traton
Traton 24,62
VW Vorzüge
VW Vorzüge 231,05

 

09:09 Uhr

Rekord-Rally im Pausenmodus: Dax-Anleger schalten Gang zurück

Rund sechs Prozent, mehr als 800 Punkte - und das in nur drei Handelswochen: Diese Zwischenbilanz des Dax' kann sich mehr als sehen lassen. Sie ist aber auch ein Grund, weshalb der deutsche Börsenleitindex den Start in den Montagshandel verhalten angeht, er verliert 0,5 Prozent auf 14.646 Punkte. Erst in der Vorwoche hatte der Dax bei 14.804 Zählern ein neues Allzeithoch markiert. "Ein möglicher verlängerter Lockdown spielt an der Börse nur eine untergeordnete Rolle. Die Anleger setzen weiterhin darauf, dass die Coronavirus-Pandemie mit Impfungen in den Griff zu bekommen ist und die anschließende Konjunkturerholung stark ausfällt", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf.

08:54 Uhr

Öl wird billiger 

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picture-alliance/ dpa

Die Ölpreise sind leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostet 64,22 US-Dollar. Der Preis für ein Fass amerikanisches Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) fällt auf 61,16 Dollar.

Damit können sich die Ölpreise nach starken Verlusten in der Vorwoche zunächst nicht erholen. In der vergangenen Woche waren die Ölpreise wegen Sorgen vor einem zu hohen Angebot auf Wochensicht so stark gefallen wie seit dem vergangenen Oktober nicht mehr.

Marktbeobachter verweisen außerdem auf jüngste Entwicklungen in der Corona-Krise. Mit Deutschland steuert eine der führenden Volkswirtschaften auf eine Ausweitung der Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie zu. Damit haben Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturerholung und eine stärkere Nachfrage nach Rohöl einen Dämpfer erhalten.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 65,58

08:27 Uhr

Analyst: Lira-Crash ist gerechtfertigt 

Die Entlassung nach noch nicht einmal fünf Monaten im Amt zeigt für Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann, dass in der Türkei keine Geldpolitik möglich ist, die halbwegs stabilitätsorientiert ist. Insofern spiele es auch kaum eine Rolle, dass zum Nachfolger mit Sahap Kavcioglu ein Befürworter einer Niedrigzinspolitik installiert worden sei. Denn es sei sowieso klar, dass eine nachhaltig restriktive Geldpolitik die bei der derzeitigen Inflationsentwicklung nötig wäre, früher oder später von Präsident Erdogan beendet würde und dass jede andere Geldpolitik zu deutlicher Lira-Abwertung führen werde.

In der Türkei habe man nicht nur den klassischen Konflikt zwischen einer Regierung, die eher auf realwirtschaftliche Größen schaue, und einer Zentralbank, die vorwiegend auf die Inflationsentwicklung achte, so Leuchtmann; Angesichts der realwirtschaftlichen Gefahren weiterer inflationsgetriebener Lira-Schwäche liege solch ein Zielkonflikt dort nicht vor. Hier gehe es um etwas anderes, nämlich dass der Präsident in völliger Verdrehung von Ursache und Wirkung eine nicht zielführende geldpolitische Strategie wolle.

Aus fundamentaler Sicht sei damit eine weitgehende Rückkehr zu den November-Niveaus der Lira gerechtfertigt. Auch wenn sich die Lira von den Tiefs um 8,50 je Dollar etwas erhole, stehe zu befürchten, dass noch mehr Lira-Abwertung drohe.

08:06 Uhr

Anleger warten auf Corona-Beschlüsse

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger in den Handel gehen. Am Freitag hatte er 1,1 Prozent im Minus bei 14.621 Punkten geschlossen. Am Anleihenmarkt kommen die Renditen am Morgen etwas zurück, und der Euro wird weiterhin knapp unter der Marke von 1,19 Dollar gehandelt.

Dax
Dax 15.320,52

Das Hauptaugenmerk der Anleger richtet sich auf die Beratungen von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. "Die dritte Covid-19-Infektionswelle wird den graduellen Lockerungskurs der letzten Wochen höchstwahrscheinlich stoppen", sagte Weberbank-Analyst Daniel Schär. Relevante Konjunkturdaten oder Firmenbilanzen stehen dagegen nicht auf dem Terminplan.

"Nach den 1.200 Punkten Plus in der jüngsten Rally ist eine kurze Konsolidierung unterhalb der jüngsten Rekorde wahrscheinlich", so ein Marktteilnehmer. Die Konsolidierung dürfte aber auf hohem Niveau flach verlaufen, meint er.

07:42 Uhr

Miese Stimmung in Japan

Mit einer uneinheitlichen Tendenz zeigen sich zu Wochenbeginn die ostasiatischen Börsen. Ein kräftiges Minus weist der Nikkei-225 auf, für den es um 1,8 Prozent auf 29.252 Punkte nach unten geht. Vor allem Auto- und Technologiewerte stehen unter Druck.

Nikkei
Nikkei 29.188,17

Subaru fallen um 2,6 Prozent, die Aktien des Sensor-Herstellers Keyence verbilligen sich um 4,6 Prozent. Nach dem Brand in einer Fabrik, der für eine zwischenzeitliche Produktionsunterbrechung gesorgt hat, geht es für die Papiere von Renesas Electronics um 4,8 Prozent nach unten.

Dagegen sieht es an Chinas Börsen besser aus. Der Shanghai-Composite klettert um 1 Prozent, nachdem er am Freitag kräftig unter Druck gestanden hatte. Börsianer sprechen allerdings von einem insgesamt zurückhaltenden Handel. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gibt jedoch zwischenzeitliche leichte Gewinne wieder ab und liegt 0,1 Prozent im Minus.

Der Kospi in Seoul verliert 0,2 Prozent. Hier stehen vor allem Aktien aus dem Luftfahrt- und Chemie-Sektor unter Abgabedruck.

07:04 Uhr

Türkische Lira stürzt ab

Die türkische Lira reagiert mit scharfen Verlusten auf den Rauswurf des Zentralbankchefs durch Präsident Recep Tayyip Erdogan. Im Handel in Fernost sackte die Lira heute zum Dollar um zeitweise 13 Prozent auf 8,36 Lira ab.

Am Donnerstag hatte die Währung noch deutlich zugelegt, nachdem Notenbankchef Naci Agbal die Zinsen überraschend deutlich von 17 auf 19 Prozent angehoben hatte. Ziel sei eine einstellige Inflationsrate. 2020 hatte sie zeitweise bei 15 Prozent gelegen - befeuert auch durch die Abwertung der Lira, durch die Importe teurer wurden.

Erdogan war mit der Zinserhöhung offensichtlich überhaupt nicht einverstanden. Er ist erklärter Gegner hoher Zinsen, da sie tendenziell das Wirtschaftswachstum hemmen.

In einer überraschenden Mitteilung im Amtsblatt hatte es am Samstag geheißen, Agbal werde durch Sahap Kavcioglu ersetzt, einem Ex-Banker, Ex-Abgeordneten der Regierungspartei und Befürworter einer lockeren Geldpolitik. Es war das dritte Mal seit Mitte 2019, dass Erdogan den Notenbankchef entließ. Agbal war erst seit knapp fünf Monaten im Amt.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 8,32

06:35 Uhr

Das wird heute wichtig für den Dax

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Die Deutsche Post DHL stellt heute ihren neuen Nachhaltigkeitsplan vor. Ein Interview mit Konzernchef Frank Appel sehen Sie heute um 8:10 Uhr live auf ntv.

imago images/Jochen Tack

Nach seiner Rekordrally könnte für den Dax die Luft heute dünner werden. Eine Korrektur wäre zumindest keine Überraschung. Der deutsche Leitindex hatte - angetrieben von einer weiterhin sehr lockeren Geldpolitik der Notenbanken - vergangene Woche Kurs in Richtung der Marke von 15.000 Punkten genommen.

Erneut deutlich steigende Corona-Infektionszahlen, ein langsames Impftempo, ein vorübergehender Stopp des Astrazeneca-Vakzins und die Sorgen vor einem nochmaligen Lockdown konnten dem Index nichts anhaben. "Der Konjunkturaufschwung ist nicht aufgehoben, nur aufgeschoben", meint Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. Ähnlich argumentiert der Chefstratege der Privatbank Merck Finck, Robert Greil: "So frustrierend die deutschen Entwicklungen in Sachen Covid-19 sein mögen, so positiv bleiben die Aussichten für die wirtschaftliche Erholung."

Einen Strich durch die Rechnung der optimistischen Anleger könnten jedoch weiter steigende Renditen am Anleihemarkt machen, auch wenn diese den Dax bisher nicht negativ beeinflusst haben. Die wachstumsträchtigen Technologiekonzerne leiden darunter, weil es ihre Finanzierungen verteuert. Allerdings sind Techwerte im Dax nur spärlich vertreten, Papiere zyklischer Branchen wie Automobil, Chemie und Industrie dafür umso mehr. Diese wurden in den vergangenen Monaten gemieden, zuletzt aber verstärkt gekauft, weil sie von einem Wirtschaftsaufschwung besonders profitieren.

Für Gesprächsstoff wird heute aber vor allem die Konferenz der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Lage sorgen.

Die Deutsche Post DHL stellt ihren neuen Nachhaltigkeitsplan vor. Die Paketbranche hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben, es geht beispielsweise um die CO2-Emissionen beim Paketversand. Ein Interview mit Konzernchef Frank Appel sehen Sie heute um 8:10 Uhr live auf ntv.

Außerdem präsentiert Traton das ausführliche Jahresergebnis. Die Volkswagen-Nutzfahrzeugholding hatte im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von rund 100 Millionen Euro erwirtschaftet. Für da laufende Jahr rechnet Traton aber mit einem deutlichen Aufschwung.

Heute treten außerdem die von der Deutschen Börse beschlossenen Index-Änderungen in Kraft. Neu im Dax wird dann die Siemens-Abspaltung Siemens Energy sein, dafür muss der Konsumgüterhersteller Beiersdorf in die zweite Börsenliga MDax absteigen.

Nur wenige Konjunkturdaten stehen heute auf der Agenda. Einigermaßen interessant könnten lediglich die Zahlen aus den USA zum Verkauf bestehender Häuser werden.

Dax
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