Mittwoch, 06. Mai 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Juliane Kipper
17:58 Uhr

Dax schließt im Minus, Gründe zum Verkauf gab es zuhauf

Dax
Dax 12.645,75

Enttäuschende Konjunkturdaten drücken den Dax wieder klar ins Minus. Nach einem zweieinhalbprozentigen Plus am Vortag fällt der deutsche Leitindex nun um 1,15 Prozent auf 10.606 Punkte. Die Anleger mussten zur Wochenmitte eine Reihe belastender Wirtschaftsnachrichten verdauen.

BMW
BMW 63,93

Bund und Länder einigten sich auf eine weitgehende Lockerung der Virus-Beschränkungen. Die Pandemie habe ihren Höhepunkt zwar vielleicht überschritten, sagte Stephen Innes, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp. "Die Kursgewinne im Vergleich zu den Tiefs vom März spiegeln aber in keinster Weise die bevorstehenden langfristigen Veränderungen der Wirtschaft wider." Zu alledem komme der wieder aufgeflammte Handelskonflikt zwischen den USA und China. "Es ist niemals eine gute Idee, sich in Zeiten, in denen geopolitische Risiken wieder ihr hässliches Haupt erheben, sicher zu fühlen."

Am deutschen Aktienmarkt fliegen Papiere von BMW aus den Depots und verbilligen sich um 5,4 Prozent auf 50,62 Euro. Börsianer bezeichneten die gesenkten Gesamtjahresziele als Enttäuschung. Gleiches gelte für die Gewinnmarge im ersten Quartal, monierte Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. Die Titel des US-Konkurrenten General Motors (GM) gewinnen dagegen gut fünf Prozent. Die finanziellen Belastungen des Autobauers durch den Produktionsstillstand seien geringer als befürchtet ausgefallen, lobte Analyst Houchois. Außerdem sei die Gewinnmarge von 8,5 Prozent im Nordamerika-Geschäft beeindruckend.

 

17:12 Uhr

Zahlen sorgen bei Chip-Designer für Kursrally

Dialog Semiconductor
Dialog Semiconductor 33,96

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen und ein optimistischer Ausblick geben Dialog Semiconductor Auftrieb. Die Aktien des Chip-Designers steigen um mehr als 14 Prozent auf 34,01 Euro.

Das Unternehmen machte einen Umsatz von 248,5 Millionen Dollar und einen Betriebsgewinn von 17,5 Millionen Dollar. Für das laufende Quartal stellte es Erlöse von 260 bis 290 Millionen Dollar in Aussicht.

16:26 Uhr

Energiepreise wieder auf Talfahrt

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 39,66

Die wieder aufflammende Furcht vor fehlenden Lagerkapazitäten für das aktuelle Erdöl-Überangebot schickt die Energiepreise auf Talfahrt. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 2,3 Prozent auf 30,27 Dollar je Barrel und die US-Sorte WTI verliert 3,5 Prozent auf 23,71 Dollar.

Auch wenn der Bedarf langsam wieder anziehe, werde es noch eine ganze Weile dauern, bis sich Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht befinden, sagte Lachlan Shaw, Chef-Rohstoffanalyst der National Australia Bank.

15:58 Uhr

Hoffnung auf Normalität gibt Wall Street Auftrieb

Mattel
Mattel 12,49

In der Hoffnung auf eine rasche Erholung der US-Wirtschaft steigen Anleger an der Wall Street wieder in den Aktienmarkt ein. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 legen zur Eröffnung bis zu ein Prozent zu. Die rabenschwarzen US-Arbeitsmarktdaten dämpften die Kauflaune kaum. Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge fielen im April gut 20 Millionen Stellen weg. Der bisherige Rekord aus dem Finanzkrisenjahr 2009 lag bei 835.000 gestrichenen Jobs.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte General Motors (GM) mit einem Kursplus von knapp neun Prozent. Die finanziellen Belastungen des Autobauers durch den Produktionsstillstand seien geringer als befürchtet ausgefallen, schrieb Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. Außerdem sei die Gewinnmarge von 8,5 Prozent im Nordamerika-Geschäft beeindruckend. Die Titel von Mattel rutschen dagegen um mehr als sieben Prozent ab. Der Umsatz des Spielzeug-Herstellers sei überraschend stark zurückgegangen, bemängelte Analyst Jaime Katz vom Research-Haus Morningstar. Vor allem das Geschäft mit dem Vorzeigeprodukt "Barbie" laufe enttäuschend.

15:53 Uhr

Märkte werden Lockdown noch lange spüren

Obwohl sich der Dax in dieser Woche über der 10.000er Marke gehalten hat, bleibt die Situation alles andere als komfortabel. Die Folgen der Corona-Krise werden wohl noch lange an den Märkten zu spüren sein. Warum in dieser unsicheren Marktlage Discountzertifikate sinnvoll sein können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Dirk Grunert von Morgan Stanley.

 

15:31 Uhr

Spritpreis weiter auf Sinkflug

Ein Liter Super E10 kostet diese Woche im Bundesdurchschnitt nur noch 1,133 Euro pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Der Preis für einen Liter Diesel ging um 0,3 Cent auf durchschnittlich 1,037 Euro zurück - zu günstigen Tageszeiten können Autofahrer demnach sogar für weniger als einen Euro tanken.

Im April hatte der Preis für Benzin im Monatsschnitt sein Tief von 2009 in der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht. Diesel war zuletzt im Jahr 2016 billiger als derzeit. Der Preis für Super E10 sank gegenüber der Vorwoche allerdings nur noch gering. Letzte Woche kostete das Benzin laut ADAC im Schnitt 1,136 Euro.

Die Ölpreise haben trotz der anhaltenden geringen Nachfrage in der Corona-Krise und der hohen Lagerbestände zuletzt deutlich zugelegt. Die Preis von Anfang des Jahres sind allerdings noch in weiter Ferne.

14:31 Uhr

GM erleichtert Anleger trotz starken Rückgängen

General Motors (GM)
General Motors (GM) 36,83

Anleger atmen nach einem besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnis von General Motors auf. Die Aktien des Autokonzerns klettern vorbörslich um 6,3 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 62 Cent, während Analysten Refinitiv-Daten zufolge im Schnitt nur mit 30 Cent gerechnet hatten.

GM zufolge werden die monatlichen Umsatzeinbußen durch die Pandemie-Auswirkungen bereits weniger, da die Autoindustrie in China im März wieder angelaufen ist. Der US-Marktführer hofft, ab 18. Mai die Bänder wieder starten zu können.

13:54 Uhr

Euro leidet nach EZB-Schelte

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

Der Euro gibt nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Staatsanleihen-Kaufprogramm der EZB weiter nach. Die Gemeinschaftswährung fällt auf den niedrigsten Wert sei fast zwei Wochen und notiert zuletzt mit 1,0795 Dollar 0,4 Prozent niedriger.

Die Richter hatten die Staatsanleihekäufe der EZB als teilweise verfassungswidrig gewertet und der Notenbank drei Monate Zeit gegeben, die Verhältnismäßigkeit des Programms zu beweisen.

13:16 Uhr

BASF investiert ordentlich in Standort Ludwigshafen

BASF
BASF 52,19

Der Chemieriese BASF erhöht die Investitionen in sein Stammwerk in Ludwigshafen. Für Investitionen, Modernisierungs- und Erhaltungsmaßnahmen habe BASF bis 2025 durchschnittlich mindestens 1,5 Milliarden Euro jährlich zugesichert, teilte das Unternehmen anlässlich der Unterzeichnung einer neuen Standortvereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern mit.

Die Vereinbarung, die vom 1. Juni 2020 bis Ende 2025 läuft, sieht weiterhin auch den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen am Stammwerk vor. Sie löst die derzeitige Standortvereinbarung ab, die Ende dieses Jahres abgelaufen wäre und zwischen 2016 und 2020 Investitionen von mindestens sechs Milliarden Euro beziehungsweise durchschnittlich 1,2 Milliarden Euro pro Jahr vorsah. Die Verhandlungen von Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern begannen bereits im vergangenen Sommer, als BASF einen Abbau von weltweit 6000 Stellen - die Hälfte davon in Deutschland - angekündigt hatte.

Die Arbeitnehmervertreter hatten bei den Gesprächen ihren Schwerpunkt unter anderem auf den weiteren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen legen wollen. "Gerade angesichts der derzeitigen Krisensituation ist der vorzeitige Abschluss der Standortvereinbarung 2025 ein starkes, positives Signal an die Belegschaft und für die Region", sagte der Vorsitzende des BASF-Betriebsrates, Sinischa Horvat. Ludwigshafen bleibe auch künftig der wichtigste Forschungs- und Entwicklungsstandort des Konzerns.

12:43 Uhr

Volkswagen blickt optimistisch nach China

Volkswagen rechnet mit einer raschen Erholung der Pkw-Nachfrage in China, während die Folgen der Coronakrise den Rest der Welt noch länger im Atem halten dürften. Der Fahrzeugabsatz in der Volksrepublik habe in der letzten April-Woche bereits über dem Vorjahresniveau gelegen, sagte VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. "Es ist klar zu erkennen, dass China die V-Form durchlaufen wird", betonte er mit Blick auf die Erholungskurve.

Demnach folgt auf einen rasanten Rückgang bei Ausbruch der Pandemie, die in China ihren Ursprung hat, ein sehr schneller Wiederanstieg der Pkw-Verkäufe. Für Europa sieht Stackmann eine solche Entwicklung nicht: "Wir rechnen nicht mit einer V-förmigen Erholung für Europa." Im April seien die Verkäufe in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent gesunken, während das restliche Europa einen Rückgang von rund 85 Prozent verzeichnet habe. Grund sei, dass Märkte wie Italien und Spanien wegen der Pandemie praktisch zum Stillstand gekommen seien. In Nordamerika hätten sich die Verkäufe halbiert, in Südamerika seien sie um 81 Prozent gefallen.

12:12 Uhr

In Bayern greift Allianz freiwillig tief in die Tasche

Allianz
Allianz 163,18

Europas größter Versicherer Allianz will ungeachtet politischen Drucks nicht für ungedeckte Schäden in der Corona-Epidemie aufkommen - beteiligt sich aber im heimischen Bayern an "freiwilligen" Zahlungen für pleitebedrohte Gastwirte und Hoteliers. "Was wir allerdings nicht leisten können, ist Versicherungsschutz, für den keine Prämie bezahlt wurde", betonte Vorstandschef Oliver Bäte bei der Online-Hauptversammlung des Unternehmens in München.

"Das würde der Versicherungsbranche den Boden unter den Füßen wegziehen, sagte der Manager. In Bayern hat sich die Allianz jedoch Forderungen des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga gebeugt und beteiligt sich gemeinsam mit anderen Versicherern an Zahlungen für Hotels und Gaststätten. "Die Allianz stellt den betroffenen Unternehmen freiwillig einen höheren zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung, obwohl kein Versicherungsschutz aus der Betriebsschließungsversicherung besteht", sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol dazu.

12:00 Uhr

Schlagzeilen am Mittag

11:35 Uhr

Billigflieger Norwegian Air bricht um zehn Prozent ein

Die Aktien von Norwegian Air geben rund zehn Prozent nach. Der norwegische Billigflieger will neue Aktien mit einem fast 80-prozentigen Abschlag ausgeben. Zur Rettung der Airline will das Unternehmen Schulden in Aktien umwandeln. Der norwegische Staat soll mit Garantien beistehen. Wegen der Coronakrise ist der Flugverkehr von Norwegian wie bei anderen Fluggesellschaften weitgehend eingestellt.

10:57 Uhr

Beyond Meat fährt satte Gewinne ein

Beyond Meat
Beyond Meat 171,73

Der Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat mit den beliebten veganen Burgern setzt sein rasantes Wachstum auch in der Corona-Krise fort. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 141 Prozent auf 97,1 Millionen Dollar (89,6 Mio Euro), wie Beyond Meat nach US-Börsenschluss mitteilte. Zudem schrieb Beyond Meat einen Gewinn von 1,8 Millionen Dollar, im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 6,6 Millionen Dollar angefallen. An der Wall Street waren rote Zahlen und weniger Umsatz erwartet worden. Die Aktie legte nachbörslich deutlich zu. Seit Jahresbeginn ist der Kurs bereits um über 30 Prozent gestiegen.

10:28 Uhr

Autosektor ächzt unter Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

Daimler
Daimler 48,20

Negative Nachrichten von BMW und VW belasten den Autosektor. BMW hat das Ziel für die Ebit-Marge im Segment Automobile auf 0 bis 3 Prozent gesenkt. Im März wurde noch ein Ziel von 2 bis 4 Prozent genannt. Grund für die Senkung sind sich länger als erwartet hinziehende Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in zahlreichen Märkten. Der Kurs bricht um 4,3 Prozent ein.

Von dieser Problematik dürfte aber nicht nur BMW betroffen sein. Daimler geben um 1,8 Prozent nach. VW fallen um 0,8 Prozent. Im VW-Dieselskandal hat der Bundesgerichtshof zum Verhandlungsauftakt Zweifel an der Position des Autoherstellers geäußert. Der Vorsitzende Richter Stephan Seiters stellte mehrere Argumente des Konzerns in Frage - vor allem die, dass den Kunden durch die Abschalteinrichtung kein Schaden entstanden sei.

09:27 Uhr

Fresenius trotzt der Krise

Fresenius SE
Fresenius SE 34,37

Zu den größten Kursgewinnern im Dax gehört zum Handelsauftakt mit einem Plus von über drei Prozent Fresenius. Der Gesundheitskonzern profitierte von einem Nachfrageschub bei Medikamenten und medizintechnischen Geräten zur Behandlung von Corona-Patienten.

Dagegen geben BMW-Aktien nach Senkung der Ergebnisprognose in den ersten Handelsminuten mehr als vier Prozent nach.

09:22 Uhr

Anleger halten sich vor Corona-Lockerungen bedeckt

Dax
Dax 12.645,75

Vor der erwarteten Lockerung von Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland halten sich Dax-Anleger bedeckt. Der deutsche Leitindex eröffnet 0,1 Prozent tiefer bei 10.719 Punkten. "Während Sorgen um eine Neuauflage des Handelskonflikts zwischen den USA und China noch immer auf die Stimmung der Anleger drücken, verhindern die anstehenden weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen größere Kursverluste an den Börsen", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader.

Bund und Länder haben sich nach einem Reuters vorliegenden Papier auf eine schrittweise Aufhebung der zur Bekämpfung des Virus eingeführten Restriktionen geeinigt, die im Tagesverlauf beschlossen werden soll.

08:49 Uhr

Steigender Datenverbrauch treibt Telefonica an

Telefonica Deutschland
Telefonica Deutschland 2,22

Der Mobilfunkbetreiber Telefonica Deutschland (O2) hat im ersten Quartal vom gestiegenen Datenverbrauch seiner Kunden profitiert. Bis Ende März sei die mobile Datennutzung im Vergleich zum Vorjahresquartal um 63 Prozent auf 314.000 Terabyte gestiegen, teilte das MDax-Unternehmen am Mittwoch in München mit. Bei den Kunden habe es somit die Tendenz gegeben, auf Tarife mit höherem Datenvolumen umzusatteln, wodurch der Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent anzog. Hinzu kamen von Januar bis März 227.000 neue Vertragskunden. Auch im Festnetz- sowie im Hardware-Geschäft wuchs die Tochter der spanischen Telefonica SA.

Konzernweit stiegen die Erlöse im ersten Quartal um 3,8 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte und Regulierungseffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 1,6 Prozent auf 532 Millionen Euro zu. Den Verlust unterm Strich dämmte das Unternehmen weiter ein von 107 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 44 Millionen Euro. Telefonica befindet sich seit der E-Plus-Übernahme im Jahr 2014 wegen hoher Abschreibungen auf die Netze und den gezahlten Aufpreis nahezu durchgehend in den roten Zahlen.

08:28 Uhr

Lanxess muss Jahresziel senken

Lanxess
Lanxess 48,28

Die schwache Nachfrage aus der Autoindustrie im Zuge der Corona-Krise belastet Lanxess. Der Spezialchemiekonzern senkte nach einem deutlichen Ergebnisrückgang im ersten Quartal seine Ziele für das Gesamtjahr. Für 2020 rechnet Vorstandschef Matthias Zachert nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) zwischen 800 und 900 Millionen Euro. Er hatte Mitte März zur Jahresbilanz wegen der Pandemie bereits einen Ergebnisrückgang auf 900 Millionen Euro bis 1,0 Milliarden Euro prognostiziert. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis noch um gut drei Prozent auf 1,019 Milliarden Euro gestiegen. "Wir wissen, dass wir den Höhepunkt der Krise noch nicht erreicht haben", sagte Zachert. Im ersten Quartal sank das bereinigte Ergebnis um fast zehn Prozent auf 245 Millionen Euro. Der Konzernumsatz lag mit 1,704 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 1,738 Milliarden.

Neben der Corona-Krise bekommt der Konzern weiter die schwache Autoindustrie zu spüren, mit der Lanxess rund 20 Prozent seines Umsatzes macht. Zachert geht davon aus, dass sich die Auswirkungen der Pandemie im zweiten und dritten Quartal noch verstärken werden. Für das laufende Quartal rechnet er derzeit mit einem Ergebnis zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Der Vorstand steuert gegen: Das Aktienrückkaufprogramm wurde bereits auf Eis gelegt, zudem werden Kosten gesenkt und Investitionen zurückgefahren. Die Boni für die Vorstände werden gekürzt, und die Aufsichtsratsmitglieder verzichten auf ein Fünftel ihrer Vergütung.

07:52 Uhr

Corona-Beratungen werden Dax wohl ausbremsen

Dax
Dax 12.645,75

In Erwartung einer weiteren Lockerung der Coronavirus-Restriktionen in Deutschland wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Mittwoch niedriger starten. Am Dienstag hatte er 2,5 Prozent im Plus bei 10.729,46 Punkten geschlossen. Im Tagesverlauf wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Virus-Krise beraten. Insidern zufolge soll dabei unter anderem die Wiedereröffnung aller Handelsgeschäfte beschlossen werden. Parallel zu weiteren Lockerungen haben Bund und Länder eine Schutz-Klausel vereinbart. Sollte nach der Lockerung für das öffentliche Leben die Zahl der Neuinfektionen wieder ansteigen, sollten sofort lokale und regionale Beschränkungen wieder eingeführt werden, heißt es in dem Reuters vorliegenden Entwurf für die Schaltkonferenz zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten.

Daneben geben zahlreiche Konjunkturdaten Auskunft über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Auf dem Terminplan stehen die Auftragseingänge der deutschen Industrie sowie die europäischen Einzelhandelsumsätze. Besonderes Augenmerk richten Börsianer auf die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP. Sie geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag. Experten rechnen für April mit einem Abbau von gut 20 Millionen Stellen. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2009 lag bei 835.000 gestrichenen Jobs.

07:22 Uhr

Isra Vision verlässt außerplanmäßig SDax und TecDax

Im SDax und im TecDax kommt es zu einem außerplanmäßigen Wechsel. Infolge einer Übernahme des Darmstädter Technologieunternehmens Isra Vision durch den schwedischen Konzern Atlas Copco fällt der Streubesitz der Isra Vision AG unter zehn Prozent, wie die Deutsche Börse mitteilt. Deshalb würden die Aktien der Isra Vision AG aus dem SDax- und aus dem TecDax-Index genommen. Nachrücker im SDax sei der Glücksspielanbieter Zeal Network und Nachrücker im TecDax sei die Medizintechnikfirma Eckert + Ziegler. Die Änderungen würden zum 8. Mai 2020 wirksam. Der nächste Termin für die planmäßige Überprüfung der Dax-Indexfamilie ist der 4. Juni 2020.

06:55 Uhr

Asiens Börsen leiden unter Streit um Labortheorie

Nikkei
Nikkei 23.516,59

Die chinesischen Aktien sind am Mittwoch nach den Feiertagen ins Wanken geraten, die Börse in Tokio blieb wegen eines weiteren Festtags geschlossen. Die Spannungen zwischen US-Präsident Trump und China schreckten die asiatischen Anleger ab. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,9 Prozent.

"Mit Trump und den Unternehmen immer noch auf das Labor in Wuhan fixiert, sind die Händler unglaublich vorsichtig heute Morgen und wägen alle möglichen Antworten Chinas ab", sagte Stephen Innes, Chefstratege für globale Märkte bei AxiCorp. US-Präsident Donald Trump hat China wiederholt als Quelle der Pandemie ins Visier genommen und davor gewarnt, dass es zur Rechenschaft gezogen werden würde. Am Dienstag forderte er China auf, die Ursprünge des neuartigen Coronavirus offenzulegen. Die globalen Finanzmärkte wanken in diesem Monat zwischen düsteren Wirtschaftszahlen und Sorgen über eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und China und dem Optimismus hinsichtlich der Lockerung der COVID-19-Beschränkungen.