Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDeutsche Industrie im "China-Schock"

14.08.2026, 11:42 Uhr

Die durch chinesische Konkurrenten und hohe US-Zölle in Bedrängnis geratene deutsche Autoindustrie beschäftigt so wenige Mitarbeiter wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr zählte sie nur noch 691.500 Mitarbeiter. "Seit 2005 waren noch nie weniger Menschen in der Branche beschäftigt", teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Binnen eines Jahres sank die Zahl um 42.300 oder 5,8 Prozent. In keinem anderen großen Industriezweig fielen so viele Jobs weg. Dennoch bleibt die Automobilbranche der zweitgrößte Industriearbeitgeber nach dem Maschinenbau mit 905.900 Beschäftigten (-2,7 Prozent).

Auch die deutsche Industrie insgesamt baute im ersten Halbjahr Stellen ab. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden Ende Juni noch 5,29 Millionen Beschäftigte gezählt und damit 144.100 oder 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Neben Auto- und Maschinenbauern kommen auch die Metallerzeuger (-3,8 Prozent auf 471.700), die chemische Industrie (-3,6 Prozent auf 312.000) sowie die Hersteller von elektrischer Ausrüstung (-3,4 Prozent auf 374.500) mit weniger Mitarbeitern aus. "Die Zahlen zeigen, mit welcher Wucht der China-Schock die deutsche Industrie trifft", sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia.

Quelle: ntv.de