Der Börsen-TagEine offene Straße - und Jobdaten
Nach dem Minus zur Wochenmitte hat der Dax im gestrigen Handel immerhin wieder einen Gewinn eingefahren, auch wenn er mit 0,1 Prozent auf 26.140 Punkte sehr überschaubar ausgefallen ist. Die Anleger hoffen weiter auf eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus. Gleichzeitig haben sie die Berichtssaison im Blick. Dahingehend stützte etwa die Deutsche Telekom, ein Dax-Schwergewicht. Ein anderes, Siemens, belastete dagegen.
Zum heutigen Wochenschluss stehen Jobdaten konjunkturseitig im Fokus: Der Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt dürfte auch im Juli eher mau ausgefallen sein. Experten erwarten ein Plus von 80.000 Stellen, nach 57.000 im Juni. Solche Werte weit unter 100.000 gelten für die USA als recht niedrig. Die US-Notenbank, die für Vollbeschäftigung und Preisstabilität sorgen soll, achtet genau auf diese Entwicklung. Sie hat den Leitzins zuletzt konstant gehalten. An den Finanzmärkten wird darüber gerätselt, ob sie angesichts der seit langem erhöhten Inflation demnächst die Zügel anzieht oder womöglich weiter stillhält.
Zudem zeigen wichtige Konjunkturdaten, wie sich die deutsche Wirtschaft zum Ende des ersten Halbjahrs geschlagen hat. Für die Produktion im Juni erwarten Experten ein kleines Plus von 0,1 Prozent. Im Mai hatte es noch einen Zuwachs von 0,9 Prozent gegeben. Auch bei den Exporten dürfte die Wachstumsdynamik im Juni nicht mehr so hoch gewesen sein. Ökonomen rechnen mit einem Plus von 0,2 Prozent, nach 0,9 Prozent im Mai. Bei einem erneuten Zuwachs wäre es bereits der fünfte Anstieg in Folge, womit sich eine Trendwende für die auch von der US-Zollpolitik gebeutelte Ausfuhrwirtschaft anbahnen könnte.
Unternehmensseitig hatte der LKW-Bauer Daimler Truck über vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal schon am 22. Juli berichtet und zugleich wegen besserer Absatzaussichten in den USA die Jahresprognose zum Gewinn etwas erhöht. Interessant ist zur Vorlage der Quartalsbilanz deshalb die Einschätzung von Daimler-Chefin Karin Radström, wie nachhaltig die Trendwende des für den Dax-Konzern wichtigen US-Marktes ist.
4,6 Milliarden Euro operativen Gewinn trauen die Analysten der Allianz allein im zweiten Quartal zu, das wäre noch einmal mehr als der Rekordwert von 4,5 Milliarden in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Geht es so weiter, würde der Münchner Versicherungsriese im Gesamtjahr am oberen Ende seiner Zielspanne landen die von 16,4 bis 18,4 Milliarden Euro reicht. Strategisch hat Vorstandschef Oliver Bäte kürzlich einige Pflöcke eingeschlagen, die zu seiner Wachstumsstrategie in Asien passen: In Singapur hat die Allianz einen Lebensversicherer und einen Vermögensverwalter gekauft. Was der Plan damit ist, kann Bäte in einer Telefonkonferenz erläutern.
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