Der Börsen-TagInsolvenzverwalter: P&R war schon 2010 pleite
Der Container-Vermieter P&R hat sich nach Erkenntnissen von Insolvenzverwalter Michael Jaffé acht Jahre lang nur mit einem Schneeballsystem über Wasser gehalten. Der Insolvenzantrag, den das Unternehmen im Frühjahr stellte, wäre eigentlich schon im Jahr 2010 fällig gewesen, sagte Jaffé auf der ersten einer Reihe von Gläubigerversammlungen in der Olympiahalle in München.
Seither habe P&R die fälligen Auszahlungen an die Anleger nur noch mit neu eingeworbenen Geldern finanziert. Die Anlagen seien aber nach der Insolvenz des Konkurrenten Magellan 2016 und 2017 eingebrochen, so dass die Liquidität im März 2018 aufgebraucht war. Im Themenkasten mehr zu P&R und einem anderen großen Fall von Anlegerbetrug: Infinus!
P&R ist einer der größten Anlageskandale in Deutschland. Das jahrzehntelang erfolgreiche Unternehmen hatte am Ende rund 1,6 Millionen Schiffscontainer als Kapitalanlage an 54.000 Anleger verkauft, von denen aber eine Millionen gar nicht existierten.