Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Kommt es gerade zu einem perfekten Sturm?"

28.09.2026, 05:59 Uhr

In dieser Börsenwoche werden Anleger weiter auf die Entwicklungen im Nahen Osten sowie am Öl- und Anleihemarkt blicken. Wie aus Kreisen der Verhandlungspartner verlautete, könnte eine Vereinbarung vorsehen, dass Teheran die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus wieder öffnet. "Dies verschafft den Investoren eine Atempause", so die Experten der Helaba. "Allerdings nutzt sich diese Hoffnung ab angesichts immer neuer vermeintlicher Verhandlungslösungen."

Nordsee-Rohöl der Sorte Brent verbilligte sich am Freitag um rund 1,5 Prozent. Dennoch verharrte der Preis über der 100-Dollar-Marke und verzeichnete auf Wochensicht ein Plus von rund einem Prozent. Der Dax begab sich in den vergangenen Tagen ebenfalls auf Richtungssuche. Am Freitag schloss er mit einem Stand von 25.409 Punkten und fuhr damit ein kleines Wochenplus ein, das erste im September.

Im Fokus stehen auch die zuletzt rasant angestiegenen Anleiherenditen. "Am Rentenmarkt reiben sich selbst erfahrene Akteure derzeit die Augen", sagt Carsten Klude, Chefvolkswirt der Privatbank M.M.Warburg. Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zuletzt über die psychologisch wichtige Marke von fünf Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2007, also vor der globalen Finanzkrise. "Dies wirft die fundamentale Frage auf: Erleben wir aktuell eine gesunde Normalisierung nach den zwischenzeitlichen Nullzinsjahren der jüngeren Vergangenheit, oder kommt es gerade zu einem perfekten Sturm und zum Beginn einer neuen Ära dauerhaft höherer Zinsen und Renditen?", fragt sich Klude.

Im Mittelpunkt dieser Konjunkturdatenwoche steht der US-Arbeitsmarktbericht für September, der am Freitag veröffentlicht wird. Daraus erhoffen sich Börsianer neue Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed, die versucht, mit erhöhten Zinsen die Inflation einzudämmen und den heiß gelaufenen Jobmarkt abzukühlen. Die Beschäftigung in den USA dürfte auch in diesem Monat merklich gestiegen sein. "Der amerikanische Arbeitsmarkt hat Belastungen wie den drastischen Anstieg der Ölpreise oder die Zollpolitik der US-Regierung bisher recht gut verkraftet, auch wenn die Entwicklung teilweise etwas holprig verlief", sagt Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. "Allerdings verweisen Beobachter darauf, dass überproportional viele Stellen im Gesundheitswesen geschaffen wurden."

Bei anderen Konjunkturdaten warten Anleger unter anderem auf Zahlen zum Verbrauchervertrauen in der Eurozone und in den USA im September, die am Dienstag veröffentlicht werden. Der heutige Wochenstart fällt terminlich betrachtet aber erst einmal ruhig aus.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de