Mittwoch, 23. Juni 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski und Jan Gänger
17:46 Uhr

Der Dax geht schlapp aus dem Handel

Der Dax hat die Gewinne der vorangegangenen Tage weitgehend abgegeben. Der Leitindex schließt 1,2 Prozent im Minus bei 15.456 Punkten. Der MDax gibt 1 Prozent ab auf 33.899 Zähler, der TecDax 1 Prozent auf 3478 Punkte.

Dax
Dax 15.555,08

"Der Dax verharrt auf hohem Niveau", sagt Jochen Stanzl von CMC Markets. Auch Milan Cutkovic vom Broker-Haus Axi spricht von einer Verschnaufpause. "Die Börsenampel bleibt auf grün, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Dax auch die nächste, zumindest aus psychologischer Sicht wichtige 16.000er Marke testet", so Cutkovic.

Die Veröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Frankreich per Juni attestieren der Konjunktur eine deutliche Erholung auf hohem Niveau. Sie liegen weiter im Expansionsbereich und signalisieren laut den Marktstrategen der Helaba eine hohe Dynamik zu Beginn des Sommers. Die Schere zwischen Industrie und Dienstleistungen schließe sich weiter, und damit gewinne das gesamtwirtschaftliche Wachstum an Breite.

17:24 Uhr

Starke Stimmungsdaten stützen den Euro

Der Euro steigt und knüpft an die Kursgewinne von gestern an. Nachdem eine leichte Gegenbewegung die Gemeinschaftswährung am Morgen noch auf ein Tagestief bei 1,1912 US-Dollar gedrückt hatte, steigt sie auf ein Tageshoch bei 1,1970 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1951 Dollar fest.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Seit dem Vormittag wurde der Euro durch starke Stimmungsdaten aus dem gemeinsamen Währungsraum gestützt. Im Juni war der vom britischen Forschungsinstitut IHS Markit erhobene Indexwert für die Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone auf 59,2 Punkte gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. "Die Konjunktur im Euroraum startet durch", sagte Christoph Weil von der Commerzbank. Dank der Lockerungen der Corona-Beschränkungen habe die Wirtschaft "spürbar an Fahrt aufgenommen".

17:01 Uhr

Top-Ökonom warnt: "Inflation ist wie ein Drogen-High"

Der US-Ökonom Larry Summers warnt vor der steigenden Inflation. Viele Regierungen unterschätzten die Gefahr ausufernder Preissteigerungen. "Inflation ist wie ein Drogen-High", sagte Summers der Zeitung "Die Zeit".

Damit verbunden seien falsche Annahmen. "Wir dürfen nicht die Fehler der Siebziger wiederholen und glauben, dass Inflation und billiges Geld Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit schaffen." Stattdessen drohe die Inflation, die sozialen Unterschiede zu verschärfen. "Am besten ergeht es der höchsten Einkommensklasse, die weiß, wie man mit Geld hantiert. Die Mittelschicht besitzt Immobilien", sagt Summers. "Am schlimmsten geht es den Leuten weiter unten, die in einer Rezession als Erste gefeuert und danach als Letzte angeheuert werden."

Summers, der für die US-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama arbeitete, erwartet vor allem für die USA eine hohe Teuerungsrate. In der EU sei "Überhitzung noch kein Problem". Hier sei das Wachstum niedriger und es hätten sich nicht so viele Ersparnisse aufgetürmt.

16:36 Uhr

EA ist im Kaufrausch und zahlt für Handygames-Spezialisten 1,4 Milliarden Dollar


Der Computerspiele-Hersteller Electronic Arts (EA) übernimmt den Handygames-Spezialisten Playdemic. Der Kaufpreis für den Entwickler des populären Spiels "Golf Clash" belaufe sich auf 1,4 Milliarden Dollar, wie EA mitteilte. Bislang gehörte Playdemic der Firma Warner Bros Games, einer Einheit von WarnerMedia, die von AT&T ausgegliedert wird.

Der US-Videospieleentwickler befindet sich derzeit im Kaufrausch: Im Februar erwarb EA Glu Mobile für 2,4 Milliarden Dollar und im Dezember akquirierte es das britische Unternehmen Codemasters für 1,2 Milliarden Dollar. Die Nachfrage nach virtueller Unterhaltung ist in Corona-Zeiten in die Höhe geschossen - die Downloads von mobilen Spielen gingen nach dem Ausbruch der Pandemie in die Milliarden.

16:19 Uhr

US-Wirtschaft "läuft heiß"

2021-05-11T100032Z_1234527763_RC2MDN940WKQ_RTRMADP_3_USA-ECONOMY-LABOR.JPG

REUTERS

Die von der Corona-Krise gut erholte US-Wirtschaft hat im Juni ihre Schlagzahl nur etwas verringert. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Dienstleister und Industrie zusammen - fiel um 4,8 auf 63,9 Punkte, wie das Institut IHS Markit mitteilte. Das Barometer hielt sich aber weit über der Marke von 50, ab der es ein Wachstum signalisiert. In der Industrie allein liefen die Geschäfte so gut wie noch nie, während sie bei den Dienstleistern an Schwung verloren.

Das Barometer deute "auf ein weiteres beeindruckendes Wachstum der US-Wirtschaft im Juni hin und rundet damit einen beispiellosen Wachstumsschub im zweiten Quartal als Ganzes ab", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Dass sich der Aufschwung zuletzt etwas verlangsamt habe, liege an Kapazitätsengpässen. Dadurch könnten die Unternehmen die Nachfrage nicht in vollem Umfang bewältigen. "Die Wirtschaft läuft aber weiterhin heiß", so Williamson dazu.

16:05 Uhr

Siemens hilft Biontech bei Kapazitätsausbau

Siemens und Biontech weiten ihre weltweite strategische Kooperation beim beschleunigten Produktionsausbau für den Covid-19-Impfstoff aus. Siemens werde Biontechs Pläne, nach dem Vorbild des neuen Marburger Werks weltweit neue Produktionsstätten für die Covid-19-Impfstsoffproduktion aufbauen zu wollen, unter anderen in Singapur, unterstützen, teilte der Münchner Konzern mit.

Siemens werde im Rahmen der Kooperation die neuesten Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien für Produktionsstätten von Biontech einbringen, unter anderem Design-, Simulations- und Engineering-Software sowie die Prozessleittechnik. Bereits in Marburg hatte Siemens der Mitteilung zufolge Biontech beim schnellen Umbau einer bestehenden Anlage für die Produktion des Impfstoffs unterstützt.

15:53 Uhr

Nasdaq-Index klettert erneut auf Rekordhoch

Das erneute Bekenntnis von US-Notenbankchef Jerome Powell zu einer ultra-lockeren Geldpolitik hievt den Technologie-Index Nasdaq den zweiten Tag in Folge auf ein Rekordhoch. Er steigt zur Eröffnung um 0,2 Prozent auf 14.283,82 Punkte.

Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,1 Prozent auf 33.962 Punkte, der S&P-500 legt ebenfalls um 0,1 Prozent zu.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 14.723,12

15:39 Uhr

Buffett tritt als Treuhänder der Gates-Stiftung zurück - und spendet Aktien

Berkshire Hathaway
Berkshire Hathaway 424.263,35

Der US-Milliardär Warren Buffett verlässt den Stiftungsrat der Bill and Melinda Gates Foundation (BMG). Er trete als Treuhänder der Stiftung zurück und werde Berkshire Hathaway-Aktien im Wert von 4,1 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke spenden, teilte der 90-jährige Investor mit. "Meine Ziele stimmen zu 100 Prozent mit denen der Stiftung überein, aber meine physische Teilnahme ist in keiner Weise notwendig, um diese Ziele zu erreichen", erklärte Buffett, der seit langem mit Bill Gates befreundet ist.

Der Microsoft-Mitbegründer und seine Frau Melinda gaben vor etwa einem Monat ihre Scheidung nach 27 Jahren Ehe bekannt, haben jedoch versprochen, ihre philanthropische Arbeit gemeinsam fortzusetzen. Die BMG engagiert sich unter anderem im Kampf gegen Krankheiten.

15:17 Uhr

SGL-Carbon-Aktien gehen durch die Decke

Die Aktien des Kohlefaserspezialisten SGL Carbon ziehen um knapp 15 Prozent an auf 7,85 Euro. Nun rätseln Händler, woran das liegt.

Freunde der Charttechnik sprechen von "charttechnisch orientierten Käufen, nachdem der Kurs nun das bisherige Jahreshoch bei 7,52 Euro überwunden hat". Andere verweisen auf "Umstrukturierungsfantasie", wieder andere auf "Insiderkäufe".

SGL Carbon
SGL Carbon 9,65

15:06 Uhr

Inflationssorgen lassen Anleger nicht los

Nach den jüngsten Kursgewinnen gehen einige europäische Aktienanleger auf Nummer sicher und machen Kasse. Weder starke Konjunkturdaten noch beruhigende Worte des US-Notenbankchefs Jerome Powell brachten sie davon ab. Dax und EuroStoxx50 verlieren jeweils etwa ein knappes halbes Prozent auf 15.588 beziehungsweise 4104 Punkte.

Dax
Dax 15.555,08

"Konjunktur-Daten spielen keine Rolle", sagt Aktienhändler Keith Temperton vom Brokerhaus Forte Securities. "Die einzigen Daten, die wichtig sind, sind die zur Inflation. Es geht nur darum, dass die Zentralbanken den Zuckerrausch am Markt füttern, und das wird nicht so schnell enden, denn wenn es das tut, wird alles zusammenbrechen."

In diesem Zusammenhang erweist sich die kraftvolle Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Coronavirus-Pandemie als zweischneidiges Schwert. So brummt die Konjunktur in Deutschland und der gesamten Eurozone zwar so stark wie seit vielen Jahren nicht. Da viele Unternehmen aber Schwierigkeiten hätten, die Nachfrage zu bedienen, sei ein wachsender Preisdruck unvermeidlich, warnt Chris Williamson, Chefökonom des Datenanbieters Markit.

14:38 Uhr

Bitcoin erholt sich

Ein Bitcoin kostet knapp 34.000 Dollar - nach Tiefs deutlich unter 30.000 Dollar gestern. "Viele prominente Investoren, Zentralbanker und politisch Verantwortliche werden nicht müde hervorzuheben, dass ein Engagement in Bitcoin und anderen Kryptowährungen eine riskante Spekulation ist", heißt es bei der DZ Bank. "Ganz so dramatisch wie teils dargestellt ist die Lage der führenden Kryptowährung dann aber doch nicht", so das Haus. Immerhin notiere Bitcoin noch 250 Prozent über dem Stand von vor einem Jahr.

14:24 Uhr

Curevac-Gründer wird nicht Curevac-Kontrolleur

Der Gründer des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac, Ingmar Hoerr, wird nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren. Hoerr könne wegen weiterhin anhaltender gesundheitlicher Probleme die Tätigkeit im Unternehmen nicht wiederaufnehmen, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit.

Curevac
Curevac 44,71

Hoerr hatte Curevac im Jahr 2000 gegründet und war Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats. Im März 2020 hatte sich Hoerr von seinen Posten im Unternehmen zurückgezogen. Zuvor hatte der Curevac-Gründer eine Hirnblutung erlitten und hatte mehrere Wochen im Koma gelegen. Auf der Hauptversammlung morgen sollte über die Kandidatur Hoerrs entschieden werden.

Das Pharmaunternehmen Curevac hat sich auf die sogenannte mRNA-Technologie spezialisiert und entwickelt auch Corona-Impfstoffe. Die Mitteilung zu einer vorläufig relativ geringen Wirksamkeit von Curevacs Corona-Impfstoff erster Generation hatte zuletzt für Enttäuschung bei Investoren und in der Politik gesorgt. Eine Zulassung des Impfstoffs steht noch aus.

13:52 Uhr

Ölpreis springt auf Zwei-Jahres-Hoch

Der Brent-Ölpreis ist auf über 75 Dollar je Barrel geklettert und hat damit den höchsten Stand seit Oktober 2018 erreicht. Einem Branchenbericht aus den USA zufolge erwarten Anleger ein knapper werdendes Angebot bei zugleich anziehender Nachfrage aufgrund der Lockerungen der Corona-Beschränkungen.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 72,41

Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um mehr als ein Prozent auf bis zu 75,66 Dollar je Barrel. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostet mit 73,40 Dollar ebenfalls knapp ein Prozent mehr.

Dem Branchenverband API zufolge sind die US-Rohölvorräte überraschend stark gesunken, wie zwei Insider mitteilten. Flankiert durch Angebotskürzungen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hat sich Brent in diesem Jahr um mehr als 45 Prozent verteuert. Einige Öl-Manager halten mittlerweile auch einen Anstieg auf 100 Dollar je Barrel für möglich. Dieses Niveau hatte der Ölpreis zuletzt 2014.

13:18 Uhr

Einigung auf Entschädigung für Blockade von Suez-Kanal

236456203.jpg

picture alliance/dpa/Suez Canal Authority

Der Eigner des im März im Suezkanal havarierten Container-Schiffes "Ever Given" hat eigenen Angaben zufolge eine Einigung mit der ägyptischen Kanal-Behörde über eine Entschädigungszahlung erzielt. Man habe sich prinzipiell auf einen Schadenersatz für die tagelange Blockade der viel befahrenen Wasserstraße einigen können, wie ein Vertreter des japanischen Eigentümers Shoei Kisen und dessen Versicherers mitteilte.

Es werde daran gearbeitet, so schnell wie möglich zu einer Unterschrift zu kommen. Sobald die Formalitäten erledigt seien, werde die Freigabe des von der Behörde festgehaltenen Schiffes vorbereitet, hieß es. Diese forderte zunächst 916 Millionen Dollar für Bergung, Reparatur und Einnahmeausfälle, ging dann aber auf 550 Millionen Dollar herunter.

Auf ntv ist morgen um 21.05 Uhr eine Doku über die Havarie im Suez-Kanal zu sehen. "SOS im Suez-Kanal - Bergung eines Superfrachters."

13:00 Uhr

Lufthansa will besseres ICE-Netz

Die Lufthansa hat ein verbessertes ICE-Netz anstelle eines pauschalen Verbots von Inlandsflügen gefordert. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn optimiere man fortlaufend das Angebot, mit dem Zug zum Flug zu kommen. Am Drehkreuz München scheitere man allerdings an der Infrastruktur, weil der dortige Flughafen keinen ICE-Anschluss besitzt. Grundsätzlich seien Passagiere von Inlandsflügen bereit, auf die Bahn umzusteigen, wenn eine zuverlässige und schnelle ICE-Verbindung angeboten werde. Lufthansa habe bei entsprechenden Alternativen bereits mehrere Inlandsstrecken reduziert oder eingestellt.

Weiterhin will Deutschlands größte Airline aber ihre Umsteigepassagiere mit dem Flugzeug an die Drehkreuze Frankfurt und München bringen. Sie könnten bei einem Verbot leicht auf Fluggesellschaften und Umsteigeflughäfen im Ausland umsteigen, argumentiert das Unternehmen. "Das offene Tor zur Welt stünde in Istanbul, Doha, Dubai, London oder Paris." Das schwäche nicht nur Airlines und Flughäfen in Deutschland, sondern lasse mit längeren Routen auch die Emissionen steigen.

12:27 Uhr

US-Börsen suchen Impulse

Im Vorfeld wichtiger Konjunkturdaten signalisieren die Terminkontrakte auf die Indizes an der Wall Street eine wenig veränderte bis gut behauptete Tendenz. Kurz nach Handelsstart könnten die beiden Markit-Einkaufsmanagerindizes Impulse erbringen.

Der Markt bleibt fixiert auf die Geldpolitik. Gestern hatte Fed-Chef Jerome Powell mit Aussagen für Erleichterung gesorgt, dass er wieder mit einem Schwinden der aktuell kräftigen Inflation rechnet. Dies erhärtete die Erwartung an den Märkten, dass es noch viele Monate dauern dürfte, bis sich die geldpolitische Haltung der US-Notenbank verschärfen wird.

Dennoch bleibt das Thema eines Fed-Schwenks hin zur Straffung am Markt präsent. "Wir dürften bei den Märkten eine erhöhte Sensitivität gegenüber den Wirtschaftsdaten sehen", vermutet Paul O'Connor, von Janus Henderson Investors. Die Anleger hätten sich mit der Idee vertraut gemacht, dass der geldpolitische Zyklus sich wendet. Daher sei demnächst mit mehr Volatilität und Unsicherheit als in den vergangenen sechs Monaten zu rechnen.

12:05 Uhr

Osram verschwindet von der Börse

Der Münchner Lichttechnik-Konzern Osram verlässt die Börse. Die Beteiligung des Mehrheitseigentümers AMS hat sich nach Ablauf des jüngsten Kaufangebots an die Osram-Streubesitzaktionäre auf 80,3 Prozent erhöht. "Die Börsennotierung von Osram an der Frankfurter Wertpapierbörse wird voraussichtlich zum 30. Juni 2021 beendet; die Börsennotierung an der Münchner Wertpapierbörse endet zum 30. September 2021", teilte der österreichische Chip- und Sensorhersteller mit.

AMS sammelte im Rahmen des im Mai vorgelegten Delisting-Angebots weitere 6,9 Millionen Osram-Aktien ein, entsprechend 7,2 Prozent des Kapitals. Den Aktionären hatte AMS 52,30 Euro je Aktie offeriert. Parallel dazu erwarb das Unternehmen aus Premstätten bei Graz Osram-Anteile an der Börse.

11:51 Uhr

Europas Börsen bleiben unter Rekordständen

Die Anleger in Europa bleiben trotz der Aussichten auf eine weiterhin massive Unterstützung durch die Notenbanken verhalten. Dax und EuroStoxx50 geben jeweils 0,6 Prozent auf 15.544 beziehungsweise 4099 Zähler nach.

Dax
Dax 15.555,08

US-Notenbankchef Powell hatte vor dem Corona-Unterausschuss im Kongress gesagt, dass die Währungshüter die Inflation zwar im Blick haben, aber nicht übereilt Zinsen anheben würden. Die Zusicherung hatte an der Wall Street den technologielastigen Nasdaq auf eine neue Bestmarke getrieben.

"Hierzulande kommt die positive Stimmung von der Wall Street nur begrenzt an", sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Zwar sei der Dax nicht weit von seinem Allzeithoch entfernt. "Es mangelt jedoch an einer genügend großen Zahl überzeugter Käufer, die den Dax in Richtung der 16.000 tragen könnten." Auch künftig sei vermehrt mit Schwankungen zu rechnen.

11:34 Uhr

Pernod Ricard schießen auf Rekordhoch

Die Aussichten beim französischen Getränkehersteller Pernod Ricard sorgen bei Anlegern für Champagner-Laune. Pernod-Aktien verteuern sich um bis zu 4,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 187,60 Euro. Dank der schnelleren Erholung nach der Aufhebung von Corona-Beschränkungen hatte der Eigentümer von Marken wie Mumm Champagner, Absolut Wodka und Martell Cognac seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben.

Pernod Ricard
Pernod Ricard 186,00

11:02 Uhr

Gold wird teurer

Anleger greifen wieder vermehrt zu Gold. Nach der Zusicherung von US-Notenbankchef Jerome Powell, nicht übereilt die Zinsen anheben zu wollen, stieg der Preis des Edelmetalls um 0,2 Prozent auf 1781,18 Dollar je Feinunze.

Vergangene Woche hatten Spekulationen über erste Zinserhöhungen nach der Pandemie bereits im Jahr 2023 den Goldpreis um sechs Prozent abstürzen lassen. Bei steigenden Zinsen bieten sich Anlegern auf der Suche nach Rendite mehr Alternativen zur Gold-Anlage, die keine Zinsen abwirft, sondern nur vom Preis abhängt.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.810,72

10:41 Uhr

Euro-Wirtschaft mit stärkstem Wachstum seit 2006

Lockerungen vom Corona-Lockdown bescheren der Wirtschaft der Euro-Zone das kräftigste Wachstum seit 15 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex - der Industrie und Dienstleister zusammenfasst - kletterte im Juni unerwartet deutlich um 2,1 auf 59,2 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Das Barometer signalisiert ab 50 Punkten Wachstum.

"Angesichts der rasanten Nachfrage boomt die Euro-Zone wie seit 15 Jahren nicht mehr", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Wobei der Aufschwung zunehmend an Breite gewinnt und sich von der Industrie auf weitere Dienstleistungssektoren ausweitet, insbesondere auf die konsumnahen Unternehmen." Die Daten signalisierten ein "beeindruckendes" Wirtschaftswachstum im laufenden zweiten Quartal - auf das ein noch stärkeres Wachstum im Sommer folgen werde. Zugleich dürfte der Inflationsdruck in den nächsten Monaten weiter steigen, da die Firmen Engpässe bei Rohstoffen und Personal spürten.

10:05 Uhr

Dax schwächelt nach Erholung

Nach zwei Tagen mit Kursgewinnen hat der Dax nachgegeben. Auch neue Rekorde an der US-Technologiebörse Nasdaq am Vorabend konnten dem deutschen Leitindex keinen Schub mehr verleihen. Nach festem Start liegt der Dax mit 0,3 Prozent im Minus bei 15.580 Punkten. Überraschend gute Konjunkturdaten fielen als Treiber für die Kurse ebenfalls aus.

Bayer
Bayer 50,28

Aktien von Bayer rutschen als Dax-Schlusslicht um weitere 1,6 Prozent ab und fallen erstmals seit Anfang Februar unter die 50-Euro-Marke. Nach wie vor lasten die mit dem Unkrautvernichter Glyphosat verbundenen Risiken auf dem Aktienkurs.

Größter Kursverlierer im MDax sind die Papiere der Shop Apotheke. Nach minus 6,3 Prozent gestern geht es um weitere 3,3 Prozent nach unten.

09:43 Uhr

Deutscher Wirtschaftsmotor brummt wie seit gut zehn Jahren nicht mehr

Die deutsche Konjunktur nimmt im Zuge der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft in der abklingenden Pandemie-Krise kräftig Fahrt auf. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg im Juni auf 60,4 Punkte von 56,2 Zählern im Mai, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Firmen mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit März 2011. Das Barometer signalisiert ab 50 Punkten ein Wachstum.

Das Wachstum zieht sich dabei durch die gesamte Wirtschaft. Die Dienstleister blicken nun so optimistisch in die nahe Zukunft wie seit Februar 2000 nicht mehr. Auch der Markit-Index für die Industriebranche legte überraschend zu.

09:30 Uhr

Dingdong will an die Börse in New York

imago0102980137h.jpg

imago images/Xinhua

Der chinesische Lebensmittellieferdienst Dingdong strebt bei einem Börsengang in New York eine Bewertung von mehr als sechs Milliarden Dollar an. Ziel sei es, bis zu 357 Millionen Dollar einzunehmen, teilte das Unternehmen mit.

Bei der jüngsten Finanzierungsrunde war Dingdong noch mit rund fünf Milliarden Dollar bewertet worden. Lebensmittellieferdienste haben in der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen. Entsprechend viele Firmen konkurrieren inzwischen miteinander. In China sind es neben Dinddong und Missfresh die großen Konzerne Alibaba und Pinduoduo. Dingdong wird vom japanischen Technologieinvestor Softbank mitfinanziert.

09:21 Uhr

Dax startet leicht im Plus

Beruhigende Worte des US-Notenbankchefs Jerome Powell in Sachen Inflation verleihen dem deutschen Aktienmarkt etwas Auftrieb. Allerdings halten sich die Avancen nach oben in Grenzen: Der Leitindex Dax rückt lediglich 0,1 Prozent auf 15.661 Punkte vor.

Angst vor steigender Inflation in den USA hatten die Börsen zuletzt gebremst. Nach Aussage von Powell dürfte die Teuerung aber vorübergehender Natur sein. Sobald sich Engpässe auf der Angebotsseite abschwächten, werde die Inflation wieder zurückgehen. Powell hatte sich gestern vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses zur Corona-Politik der Fed geäußert.

09:08 Uhr

Spirituosen-Produzent Pernod wird optimistischer

Die Geschäfte des französischen Whisky- und Wodka-Herstellers Pernod Ricard erholen sich schneller als erwartet, die Aufhebung von Corona-Beschränkungen stimmt den Produzenten von Mumm, Absolut Wodka und Martell Cognac zuversichtlicher. Der Vorstand hob seine Ziele für das Gewinnwachsum an und erwartet nun im Bilanzjahr 2020/21 ein Plus von 16 Prozent statt zehn Prozent. "Das Tempo der Erholung ist schneller als erwartet", hieß es. Die Nachfrage beschleunige sich, da die Beschränkungen schrittweise aufgeboben würden.

08:45 Uhr

US-Vorräte sinken - Ölpreis zieht an

Die Ölpreise legen im frühen Handel zu:

Ein Barrel Brent kostet am Morgen 75,23 US-Dollar. Das sind 42 Cent mehr als gestern. Der Preis für ein Fass WTI steigt um 31 Cent auf 73,16 Dollar. Die Ölpreise bewegen sich damit weiter in der Nähe ihrer mehrjährigen Höchststände.

Leichten Auftrieb erhielten die Preise zuletzt durch neue Vorratsdaten aus den USA. Das American Petroleum Institute (API) meldete am Dienstagabend einen neuerlichen, deutlichen Rückgang der landesweiten Rohölbestände. Am Nachmittag veröffentlicht das US-Energieministerium die wöchentlichen Bestandsdaten, die am Markt noch stärker beobachtet werden als die API-Zahlen.

Grundsätzlich unterstützt werden die Rohölpreise seit Wochen durch die vielerorts entspanntere Corona-Situation. Allerdings ist die Entwicklung weltweit uneinheitlich. Hinzu kommen neue Varianten des Corona-Virus, die als ansteckender und gefährlicher gelten als die Ursprungsvariante. Das Ölkartell Opec rechnet dennoch mit einer deutlich anziehenden Erdölnachfrage im zweiten Halbjahr.

08:23 Uhr

Dax mit leichtem Plus erwartet

Zur Wochenmitte wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher in den Handel starten.

Dax
Dax 15.555,08

Gestern hatte er in Erwartung einer Kongress-Anhörung des US-Notenbankchefs Jerome Powell 0,2 Prozent im Plus bei 15.636,33 Punkten geschlossen. Börsianer sind zunächst mit der Nachlese dieses Auftritts beschäftigt. Powell versicherte, dass die Notenbank trotz der rasant gestiegenen Inflation in den USA Geduld bewahren werde.

Die zu beobachtenden Effekte sprächen nicht für eine weitgehend angespannte Wirtschaft, die höhere Zinsen erfordern würde, so Powell- Vielmehr seien die Preisanstiege wie die Daten vom Arbeitsmarkt und beim Wirtschaftswachstum Ergebnis der "ungewöhnlichen Situation" in der abklingenden Pandemie.

Daneben richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Stimmungsbarometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager. Analysten rechnen in beiden Fällen für Juni mit einem leichten Anstieg.

08:05 Uhr

Bitcoin schnellt nach Absturz 20 Prozent nach oben

Nach der mehrtägigen Abwärtsfahrt am Kryptomarkt zeigt Bitcoin eine deutliche Gegenbewegung:

Vom gestrigen Tiefpunkt bei unter 28.900 Dollar geht es wieder aufwärts auf fast 34.400 Dollar. Ein Plus von rund 20 Prozent! Allerdings steht im Wochenvergleich für die digitale Leitwährung immer noch ein Minus von rund 15 Prozent zu Buche, seit dem Höchststand von Anfang Mai hat sich der Kurs nahezu halbiert.

Warnungen, der Fall durch die 30.000er Marke würde als Verkaufssignal unmittelbar zu einem Absturz ins Bodenlose führen, haben sich jedenfalls zunächst nicht bewahrheitet.

07:47 Uhr

Der Euro gibt leicht nach

Der Euro gibt vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten leicht nach.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,1920 US-Dollar und damit etwas weniger als in der Nacht zuvor. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor am Dienstagnachmittag auf 1,1894 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte veröffentlichen die Marktforscher von Markit ihre monatliche Unternehmensumfrage. Die Einkaufsmanagerindizes geben Auskunft über die konjunkturelle Lage im Euroraum. Auch in den USA werden die Umfrageergebnisse veröffentlicht, dort stehen sie in der Bedeutung jedoch hinter dem alteingesessenen ISM-Einkaufsmanagerindex zurück. Der ISM-Indikator wird aber erst später im jeweiligen Monat veröffentlicht.

07:43 Uhr

Immobilien-Megafusion: Frist für Deutsche-Wohnen-Aktionäre beginnt

Die Aktionäre von Deutsche Wohnen haben jetzt an vier Wochen Zeit, das Übernahmeangebot von Vonovia anzunehmen.

Die Frist läuft bis zum 21. Juli (24 Uhr), wie der größte private Wohnungsvermieter in Deutschland mitteilte. Bis dahin muss er auf mehr als 50 Prozent der Anteile kommen, fast 22 Prozent hat sich Vonovia Stimmrechtsmitteilungen zufolge bereits im Vorfeld gesichert.

Vonovia bietet für die Nummer zwei in Deutschland gut 18 Milliarden Euro, die Aktionäre von Deutsche Wohnen sollen 52 Euro je Aktie erhalten. Der Deutsche-Wohnen-Vorstand um Michael Zahn hat sich hinter die Offerte gestellt.

07:32 Uhr

Boeing zahlt 500 Millionen Dollar an Familien von Absturzopfern

Boeing hat zur Entschädigung von Hinterbliebenen der Todesopfer der 737-Max-Abstürze einen Fonds in Höhe von 500 Millionen Dollar eingerichtet. Jede berechtigte Familie der 346 Opfer werde rund 1,45 Millionen Dollar erhalten, erklärten die Verwalter der Gelder.

Das Justizministerium und Boeing lehnten eine Stellungnahme zunächst ab. Der Entschädigungsfonds ist Teil eines 2,5-Milliarden-Dollar-Vergleichs des Justizministeriums mit Boeing vom Januar. Boeing musste sich nach dem Absturz der Lion Air im Oktober 2019 und der Ethiopian Airlines im März 2019 wegen Betrugs bei der Zertifizierung der 737 MAX vor Gericht verantworten. Der Vergleich ermöglichte es Boeing, eine strafrechtliche Verfolgung zu vermeiden, hat aber keine Auswirkungen auf zivilrechtliche Klagen der Angehörigen.

07:15 Uhr

Fed wartet auf "Beweise" für Inflation - Asiens Anleger beruhigt

Die Märkte in Asien fassen wieder Tritt - vor allem dank Fed-Boss Powell.

Die Aussagen des Vorsitzenden der S-Notenbank beruhigt die Anleger, dass die Währungshüter die Inflation zwar im Blick haben, aber nicht übereilt Zinsen anheben. "Wir werden auf Beweise für die tatsächliche Inflation oder andere Indikatoren warten", sagte Powell in einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Der Chefökonom von AMP Capital, Shane Oliver, drückte es am Morgen in einer Notiz an Kunden so aus: "Das ist alles noch sehr weit weg, denn selbst die erste Zinserhöhung liegt noch ein gutes Stück entfernt."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,1 Prozent höher bei 28.917 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,3 Prozent und lag bei 1955 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,8 Prozent.

06:29 Uhr

Das wird für den Dax heute wichtig

An den positiven Wochenauftakt kann der Dax im Dienstagshandel nicht anknüpfen. Er schließt mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent und 15.636 Punkten. Die Handelsspanne betrug knapp 125 Zähler bei einem Tagestief von 15.518 und einem Tageshoch von 15.644 Punkten. Die recht ordentliche Spanne täuscht etwas über den doch eher ruhigen Handel hinweg: "Die Anleger gingen in Deckung", kommentierte ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil vor den Aussagen von Fed-Präsident Jerome Powell vor dem US-Kongress. Diese dürften nun zur Wochenmitte von den Anlegern bewertet werden.

Nun tagt auch der Rat der Europäische Zentralbank (EZB) wieder. Geldpolitische Beschlüsse sind zwar nicht erwarten, aber vielleicht gibt es - ähnlich wie bei der Fed – Teilnehmer, die ihre Sicht der Dinge danach in die Öffentlichkeit tragen und so die Zins-Diskussion weiter anheizen.

Daneben gibt es zudem jede Menge Konjunkturdaten: Einkaufsmanagerindizes stehen in Frankreich, Großbritannien, der EU und Deutschland auf der Agenda - am Nachmittag auch aus den USA. Dort stehen zudem die Leistungsbilanz für das erste Quartal, Neubauverkäufe und Rohöllagerbestände auf der Agenda. Das Bundeskartellamt zieht zudem Bilanz und Dermapharm sowie Patrizia laden ihre Aktienäre zu Online-Hauptcversammlungen.

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.