Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagNahost-Flächenbrand im Blick der Anleger

27.07.2026, 05:59 Uhr

Der anhaltende US-Iran-Konflikt bleibt auch in dieser Börsenwoche im Fokus der Anleger. "Im Weißen Haus scheint es keinen Plan zu geben, um den Flächenbrand zu löschen", schreiben die Experten der LBBW. "Es werden lediglich die Rüstungsausgaben erhöht und wieder einmal die Zollkeule geschwungen." CoinShares-Experte Alexandre Schmidt sagte, die USA hätten nach seinen Berechnungen in den vergangenen zehn Tagen etwa 95 Ziele in zwölf Städten angegriffen. Damit solle laut US-Präsident Donald Trump die Bedrohung durch den Iran für Schiffe in der Straße von Hormus verringert werden.

Doch neben dem Konflikt um die für Öltransporte wichtige Meerenge haben die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen eine neue Front eröffnet und nehmen nun auch Schiffe in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer ins Visier. Dies trieb die Ölpreise in der alten Woche erneut um rund zehn Prozent nach oben - auch wenn am Freitag Gewinnmitnahmen einsetzten.

Der Dax absolvierte indes eine Achterbahnfahrt. Am Freitag schloss er dank überraschend starker Konjunkturdaten und Geschäftszahlen des Softwareriesen SAP bei 25.099 Punkten und damit gut ein Prozent über dem Vorwochenschluss.

Die Anleger fürchten, dass die erneut angestiegenen Energiepreise die Inflation antreiben und die Zentralbanken zu Zinserhöhungen veranlassen. Die US-Notenbank Fed dürfte beim nächsten Zinsentscheid am Mittwoch zwar in Warteposition bleiben. Ihr Augenmerk dürften die Investoren jedoch auf die Äußerungen des seit Mai amtierenden Fed-Chefs Kevin Warsh legen, der den geldpolitischen Kurs vor der Presse erläutert. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die Währungshüter auf der Sitzung im September die geldpolitischen Zügel anziehen werden.

Nach den negativ aufgenommenen Bilanzen von Alphabet und Tesla warten Anleger in der neuen Woche auf weitere Impulse aus dem Technologiesektor. Ihre Geschäftszahlen legen unter anderem Meta, Microsoft, Amazon, Apple und Qualcomm vor. Diese dürften laut Experten entscheiden, ob der Ausverkauf in der Branche weitergeht oder gestoppt wird. "Die Zeit der bedingungslosen Aufwertung aller KI-Firmen ist längst vorbei", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Wer aber am Ende das Rennen um die Umsätze und Gewinne mit der neuen Technologie macht, sei noch nicht abzusehen. Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnet heute aber erst einmal der IFO-Geschäftsklimaindex für Juli.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.

Quelle: ntv.de