Intel rutschen fast 8 Prozent abAusverkauf im Tech-Sektor geht weiter

Die Ölpreise geben etwas nach, dafür sorgen sich die US-Anleger weiter wegen der massiven KI-Investitionen der Tech-Giganten. Bei Halbleiterwerten gibt es teils deutliche Abschläge. Besser läuft es für Immobilienaktien.
Sorgen über ausufernde Kosten für Künstliche Intelligenz (KI) haben den technologielastigen Nasdaq am Freitag ins Minus gedrückt. Während sich der Standardwerteindex Dow Jones im Plus hielt, trennten sich Anleger vor den anstehenden Quartalszahlen weiterer Tech-Riesen von Chip-Aktien. Die Begeisterung der Investoren war zuvor durch Ankündigungen von Alphabet und Intel gedämpft worden, ihre ohnehin schon hohen Investitionen in KI weiter aufzustocken. "Die Anleger fragen sich, wie wir all diese Ausgaben rechtfertigen sollen und wie viel Geduld wir noch haben müssen, bis sie sich in tatsächlichen Gewinnen niederschlagen", sagte Peter Andersen, Chef der Vermögensverwaltung Andersen Capital Management. Die Angst, etwas zu verpassen, verwandle sich zunehmend in die Sorge vor massiven Überkapazitäten. In der kommenden Woche werden die Bilanzen von Microsoft, Amazon, Meta und Apple erwartet.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,46 Prozent höher auf 51.947 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat mit einem Plus von 0,07 Prozent bei 7413 Zählern praktisch auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,63 Prozent auf 24.980 Zähler. Intel-Aktien gaben um 7,9 Prozent nach und zogen den Halbleiterindex mit nach unten. Der S&P-Technologieindex schnitt schlechter ab als der Gesamtmarkt.
Zu den Gewinnern zählten dagegen Immobilienwerte. Die Papiere von Digital Realty Trust legten zu, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose angehoben hatte. Die Aktien des Öldienstleisters SLB stiegen nach einem über den Erwartungen liegenden Quartalsgewinn.
Gestützt wurde die Wall Street von sinkenden Ölpreisen. Berichte, wonach Pakistan und der Iran neue Gespräche mit den USA erwägen, sorgten bei den Anlegern für etwas Erleichterung. Brent-Rohöl fiel um 3,9 Prozent wieder unter die 100-Dollar-Marke. Die Terminkontrakte gaben um mehr als drei Prozent nach, da Händler nach der jüngsten Rally Gewinne mitnahmen. Zudem hieß es von Insidern, China dringe auf eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran. Dennoch hielten die Spannungen im Nahen Osten an: US-Raketen trafen Ziele im Iran, nachdem US-Präsident Donald Trump Teheran und den verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen eine "harte militärische Bestrafung" angedroht hatte. "Wie auch immer die Schlagzeilen zu dem Konflikt derzeit lauten, das treibt den Ölpreis an, und das Öl treibt dann die Finanzmärkte an", erklärte Experte Andersen.
Für Gesprächsstoff sorgten zudem die neuen Zölle der US-Regierung. Auf Waren von 60 Handelspartnern gelten ab sofort neue Zölle von zehn und 12,5 Prozent. Die Regierung begründete dies mit der mangelhaften Durchsetzung des Verbots von Zwangsarbeit. Zuvor war ein vorübergehender weltweiter Zoll von zehn Prozent ausgelaufen.
Konjunkturdaten zeigten ein gemischtes Bild: Das Wachstum im US-Dienstleistungssektor beschleunigte sich im Juli, was teilweise auf Ausgaben rund um die Fußball-Weltmeisterschaft und den Unabhängigkeitstag zurückzuführen war. Die Entwicklung in der Industrie verlangsamte sich dagegen auf den niedrigsten Stand seit März.
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