Der Börsen-TagOsteuropa-Boom rettet deutsche Exporteure
Die deutschen Exporteure haben im ersten Halbjahr ihre Einbußen im Geschäft mit den USA und China durch den boomenden Osteuropa-Handel mehr als wettgemacht. Die Ausfuhren in die 29 Länder wuchsen von Januar bis Juni um fast elf Milliarden Euro oder 7,4 Prozent auf 154,4 Milliarden Euro, wie der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft mitteilte. Dagegen brachen die Exporte in die beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China zusammen um gut zehn Milliarden Euro ein.
"Mittel- und Osteuropa hat sich zu einer Schlüsselregion für den deutschen Export entwickelt", sagte die Ost-Ausschuss-Vorsitzende Cathrina Claas-Mühlhäuser. "Gerade in einer Phase geopolitischer Unsicherheit, fragiler globaler Lieferketten und wachsenden Protektionismus müssen wir die sich dort bietenden Wachstumschancen noch entschlossener nutzen."
Besonders kräftig wuchsen die Exporte nach Polen. Sie legten im ersten Halbjahr um 9,2 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro zu. Damit ist der östliche Nachbar der viertwichtigste deutsche Absatzmarkt - hinter den USA, Frankreich und den Niederlanden, aber deutlich vor China. Die Volksrepublik belegt mit 36,3 Milliarden Euro nur noch Rang neun.