Der Börsen-TagSind die fetten Zeiten vorbei?
Ein Comeback von Technologieaktien und eine starke Bilanzsaison könnten den Dax in dieser Woche auf frische Rekorde treiben. Oder nicht? Während die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die hohen Ölpreise die Stimmung seit Monaten trüben, brachten starke Zahlen von Tech-Konzernen wie Microsoft den Investoren das Vertrauen in die KI-Investitionsstory zuletzt zurück. Auf Wochensicht wies der Dax ein Plus von rund zwei Prozent aus, steuerte zwischenzeitlich sogar auf sein Allzeithoch von 25.900 Punkten zu, verabschiedete sich dann aber mit einem Stand von 25.629 Zählern ins Wochenende. Mit der Marke von 26.000 Punkten lockt zudem die nächste psychologisch wichtige Schwelle.
"Im Fokus stehen nun der US-Arbeitsmarkt, die weitere Entwicklung im Nahen Osten und die Frage, ob Technologieaktien ihre jüngste Erholung fortsetzen können", sagt Daniela Hathorn, Marktanalystin bei capital.com. Die Berichtssaison zeige, dass Anleger Unternehmen belohnen, die KI-Investitionen in greifbares Wachstum umwandeln können. "Gleichzeitig bleiben sie bei steigenden Investitionsausgaben ohne klar erkennbare Rendite skeptisch."
In dieser Woche stehen mit Palantir Technologies, AMD und Super Micro Computer weitere US-Techbilanzen auf dem Prüfstand. Bei den deutschen Unternehmen legen unter anderem Bayer, Deutsche Lufthansa, Infineon, Deutsche Telekom und Munich Re Zahlen vor.
Konjunkturell startet die Woche mit den deutschen Einkaufsmanagerdaten. Sie könnten auf eine Belebung der Wirtschaft hinweisen. Das Wochenhighlight sind aber die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Äußerst schwache Jobdaten stünden einem möglichen Leitzinserhöhungsschritt tendenziell entgegen", heißt es bei der LBBW.
Die jüngste Fed-Sitzung lasse sich durchaus so interpretieren, dass sich die Stimmung bei den US-Währungshütern hin zu einer weiteren Straffung drehe, sagt Carsten Klude von MM Warburg. Dagegen spreche aber, dass Notenbank-Chef Kevin Warsh bewusst kein Zeichen in diese Richtung gesetzt habe. Er könnte folglich für die Rückführung der Inflation auf zwei Prozent zusätzliche Zinserhöhungen derzeit nicht für erforderlich halten. "Ohne das Sicherheitsnetz einer klaren Notenbankkommunikation wird die Volatilität an den Aktienmärkten wahrscheinlich zunehmen", so Klude.
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