Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagStark fallende Ölpreise sind Balsam für den Dax

21.09.2026, 17:36 Uhr

Die Hoffnung der Anleger auf eine Entspannung zwischen den USA und wichtigen Partnern haben am deutschen Aktienmarkt für steigende Aktienkurse gesorgt. Der Dax legte um 1,1 Prozent zu und ging mit 25.575 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 1,4 Prozent höher bei 6322 Stellen. "Der Rückgang der Ölpreise nimmt etwas Druck vom Sorgenkessel", sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. "Für Anleger ist dies eine willkommene Atempause." Die Preise für Nordsee-Rohöl Brent und US-Leichtöl WTI gaben kräftig nach.

US-Präsident Donald Trump hatte sich offen für ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gezeigt. "Es scheint, dass ein Teil der Risikoprämie aus den Ölpreisen genommen wird, weil die Hoffnung auf einen diplomatischen Weg zur Deeskalation des US-Iran-Konflikts wächst", sagte Tim Waterer, Chefanalyst beim Broker KCM. Zudem hätten sich die Ölexporte aus Saudi-Arabien trotz der Angriffe der Huthi-Miliz auf eine wichtige Pipeline im Zuge des Nahostkonflikts überraschend stark entwickelt, schrieben die Analysten von JPMorgan.

Die Anleger blickten zugleich auf die deutsche Politik. "Die politische Situation in Deutschland ist nach den neuen Wahlergebnissen eher instabiler als berechenbarer geworden", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. Die AfD lag in Mecklenburg-Vorpommern vor der SPD. In Berlin gewann die Linke die Wahl zum Abgeordnetenhaus deutlich. "Sollten die Ergebnisse der Landtagswahlen tatsächlich bundespolitische Folgen haben, wäre auch ein Einfluss auf Aktienkurse und Zinsen wahrscheinlich", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

Die Aktien von Immobilienunternehmen hielten sich nach dem Ergebnis aber wacker. Deutsche Wohnen gewannen sogar 0,5 Prozent. Vonovia und TAG Immobilien verloren je 1,2 Prozent. Linke-Spitzenkandidatin und Wahlsiegerin Elif Eralp will hart durchgreifen gegen Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt. Dies kommt laut einem Händler jedoch nicht überraschend, und die Sorgen über negative Entwicklungen vor allem für Deutsche Wohnen und Vonovia dürften teilweise eingepreist sein. 

Quelle: ntv.de