Der Börsen-TagZwei Themen bremsen Asien-Anleger aus
Sorgen vor weiter steigenden Zinsen und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten drämgen die asiatischen Anleger zum Wochenstart in die Defensive. In Tokio bleibt der Nikkei-Index fast unverändert bei 66.333,53 Punkten und der breiter gefasste Topix notiert 0,2 Prozent höher bei 4135,38 Zählern. Deutlich abwärts geht es dagegen in China: Der Shanghai Composite verliert 1,9 Prozent auf 3815,78 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 2,2 Prozent auf 4340,68 Punkte.
In Japan rückt die Geldpolitik in den Fokus. Aus den Protokollen der jüngsten Sitzung der Bank of Japan (BOJ) geht hervor, dass die Währungshüter angesichts steigender Inflationsrisiken raschere Zinserhöhungen in Betracht ziehen. "Das Tempo der Zinserhöhungen könnte schneller sein als von den Märkten erwartet", so ein Notenbanker. Die hartnäckige Schwäche des Yen und die durch den Nahost-Konflikt gestiegenen Importpreise für Energie heizen die Teuerung an. Dies treibt die Anleiherenditen in die Höhe, was weltweit die Finanzierungskosten verteuert und insbesondere zinssensible Technologiewerte belastet, die derzeit Milliarden für den Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI) aufwenden.
In China drücken schwache Wirtschaftsdaten auf die Stimmung, da sich das Gewinnwachstum der Industrie im August weiter verlangsamte. Zu den klaren Gewinnern zählten Hersteller von Computern und Elektronik, deren Gewinne dank des KI-Booms in den ersten acht Monaten um 110 Prozent in die Höhe schnellten.