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Musks Twitter-Deal Das ist ein purer Egotrip

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"Bloomberg" schätzt das Vermögen von Elon Musk auf 257 Milliarden Dollar.

(Foto: picture alliance / dpa)

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Elon Musk kauft die Social-Media-Plattform Twitter. Er behauptet, es gehe ihm um Meinungsfreiheit. Klingt prima. Das Problem: Der Multimilliardär will bestimmen, was Meinungsfreiheit ist.

Das Ringen dauerte nicht einmal drei Wochen. Dann stand fest: Elon Musk darf Twitter kaufen. Wenn die Aktionäre zustimmen, gehört die Mehrheit der Kommunikationsplattform mit mehr als 217 Millionen Nutzern bald dem mit Abstand reichsten Menschen der Welt. Wie schnell und scheinbar mühelos Musk sich durchsetzte, ist beeindruckend.

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Medien sind gefragt unter den Superreichen: Amazon-Gründer Jeff Bezos kaufte sich die "Washington Post", Salesforce-Gründer Marc Benioff das "Time Magazine", Pharmamilliardär Patrick Soon-Shion die "Los Angeles Times". Visionär Musk übertrifft sie alle. Anders als US-Zeitungen ist Twitter eine globale Kommunikationsmaschine. Ein weltweit nicht zu überhörendes Megafon, das seinesgleichen sucht.

Musk sagt, er wolle mit der Übernahme die Meinungs- und Redefreiheit ausbauen und die Demokratie sichern. Kann sein. Er hat aber ein Verständnis von Meinungsfreiheit, das nicht unproblematisch ist. Was das bedeutet, zeigen einige seiner Tweets. Er kritisiert die Pandemiemaßnahmen in Kalifornien als "faschistisch". Den kanadischen Premierminister Justin Trudeau vergleicht er mit Adolf Hitler. Er befeuert mit ein paar Tweets den Wert von Kryptowährungen, nur um ihn später wieder herunterzudrücken.

Der Tesla-Gründer gilt als machtbesessen, dünnhäutig und egozentrisch - mit einer sehr kurzen Zündschnur. Bei der Eröffnung seiner neuen Mega-Fabrik in Brandenburg sperrte er Medien von der Feier aus und wollte sogar Pressegespräche in der Nähe des Firmengeländes verbieten. Meinungsfreiheit ist das nicht.

Musk stellt den geplanten Kauf von Twitter als einen weitgehend uneigennützigen Akt dar, einen Dienst an der offenen Gesellschaft sozusagen. Von wegen! Musks Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen. Worin liegt der Nutzen für die Gesellschaft, wenn ausgerechnet einer, der mit seinen Tweets Investoren in die Irre führt und Menschen beleidigt, die Diskussionsregeln bestimmt? Bei Twitter gibt es schon jede Menge Hass und Fake News. Nun steht zu befürchten, dass es noch mehr davon geben wird.

Quelle: ntv.de

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