Marktberichte

Zollstreit-Hickhack belastet Aktienrally verliert an Schwung

125624911.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Anleger werden zunehmend vorsichtiger. Der Handelsstreit zwischen den USA und China harrt weiter seiner Lösung. Wichtig für Deutschland ist am Montag der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chefetagen widerspiegelt. Unternehmenszahlen sind in der kommenden Woche rar.

Nach der Aktienrally der vergangenen Wochen müssen Anleger Experten zufolge vorerst kleinere Brötchen backen. "Die Anleger warten auf neue Signale", sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Auf dem aktuellen Niveau will kaum noch jemand kaufen. Gleichzeitig haben alle Angst, zu früh zu verkaufen." Der Dax verlor in den vergangenen Tagen insgesamt ein knappes Prozent und steuerte auf den ersten Wochenverlust seit knapp zwei Monaten zu.

Dax
Dax 13.070,72

Der größte Hemmschuh für eine Fortsetzung der Jahresendrally sei der Zollstreit zwischen den USA und China, sagt Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Die jüngsten Äußerungen des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jingping deuteten darauf hin, dass das geplante Teil-Handelsabkommen noch auf sich warten lasse. Zusätzlich verkompliziert würden die Verhandlungen durch das unlängst verabschiedete US-Gesetz zur Stärkung der Protestbewegung in Hongkong, das Präsident Donald Trump wohl unterzeichnen werde.

"Zudem zeigt sich zunehmend, dass die Zentralbanken nach dem kräftigen Drehen an den Zinsschrauben im zweiten und dritten Quartal erst einmal eine Pause einlegen werden", sagt BayernLB-Analyst Manuel Andersch. Ein Grund hierfür sei die Stabilisierung der Stimmungsindikatoren.

Ifo-Index und US-Konsumausgaben im Fokus

Vor diesem Hintergrund warten Anleger gespannt auf den Ifo-Index am Montag, der die Stimmung in den deutschen Chefetagen widerspiegelt. Experten erwarten einen Anstieg auf 95 Punkte von zuletzt 94,6 Zählern. Am Tag darauf werden die Barometer für die Kauflaune der Verbraucher in Deutschland und den USA veröffentlicht.

Die europäische Kerninflation (Freitag) ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel sei im Oktober wohl auf 1,3 Prozent gestiegen, schätzt Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Sie werde allerdings durch eine geänderte Berechnungsmethode bei den Preisen für Pauschalreisen verzerrt.

In den USA schmälerten der Streik beim Autobauer General Motors (GM) sowie geringere Aufträge des Verteidigungsministeriums die Auftragseingänge für langlebige Güter (Mittwoch).

Wenige Unternehmenszahlen - Thanksgiving in den USA

Auf Unternehmensseite legen einige Nachzügler Geschäftszahlen vor. Zu dieser Gruppe gehört Eon. Börsianer erhoffen sich Hinweise auf die Pläne für die Verluste schreibende Großbritannien-Tochter nPower.

Unabhängig davon bleibt die Wall Street am Donnerstag wegen des US-Erntedankfestes Thanksgiving geschlossen. Am Tag darauf schließen die dortigen Börsen ihre Tore bereits am Mittag (Ortszeit).

Quelle: n-tv.de, Hakan Ersen, rts