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Optimismus in den USA Anleger wagen Käufe vor Zwischenwahlen

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(Foto: REUTERS)

Die Anleger an der Wall Street zeigen sich am Dienstag von den US-Kongresswahlen eher unbeeindruckt. Die Investoren lassen sich sogar zu kleinen Käufen hinreißen. Gewinner des Tages sind unter anderem Eli Lilly, Mosaic und General Electric.

Die Wall Street hat am Dienstag den Handel mit Gewinnen beendet. Vor dem Ergebnis der mit Spannung erwarteten Zwischenwahlen in den USA, das erst nach dem Handelsende in den USA feststehen wird, wagten die Investoren kleinere Käufe. Vor allem gegen Handelsschluss wurden sie etwas mutiger, nachdem sie sich zuvor zurückgehalten hatten.

Die Wahl gilt als politisches Stimmungsbild für US-Präsident Donald Trump und dürfte maßgeblich für die künftige Ausrichtung der US-Wirtschaftspolitik sein. Daneben steht auch die Sitzung der US-Notenbank am Donnerstag im Fokus. Zwar wird erst im Dezember mit einem weiteren Zinsschritt gerechnet, doch dürfte vor allem auf Aussagen hinsichtlich des weiteren Zinstempos geschaut werden.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,7 Prozent auf 25.635 Punkte. Der S&P-500 wie der Nasdaq-Composite stiegen ebenfalls um jeweils 0,6 Prozent. Der technologielastige Nasdaq-Composite verlor dagegen 0,4 Prozent. Umgesetzt wurden 813 (Montag: 930) Millionen Aktien. Auf 1.867 (1.934) Kursgewinner kamen 1.124 (1.064) -verlierer. Unverändert schlossen 88 (76) Titel.

Umfragen zufolge könnten die oppositionellen Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern, während Trumps Republikaner ihre Senats-Mehrheit verteidigen dürften. Sollten die Demokraten jedoch die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, hätten sie die Möglichkeit, republikanische Gesetzesvorhaben zu blockieren und die Trump-Regierung mit parlamentarischen Untersuchungen unter Druck zu setzen. Sollten Trumps Republikaner hingegen die Macht in beiden Kongresskammern behaupten, so hätte der US-Präsident für die kommenden beiden Jahre beim Regieren weitgehend freie Hand. Richtung des Dollar von US-Wahlergebnis abhängig

Auch für den Dollar dürfte der entscheidende Impuls vom Ergebnis der Zwischenwahlen ausgehen. Das Ergebnis bestimme den fiskalpolitischen Spielraum der nächsten beiden Jahre, hieß es von der Commerzbank. Der Euro zeigte sich im späten Geschäft mit 1,1416 Dollar etwa auf dem Niveau vom Vorabend.

Die Ölpreise blieben weiterhin unter Druck und fielen auf den tiefsten Stand seit Monaten. Die am Montag in Kraft getretenen Sanktionen gegen den Iran konnten den Preis nicht stützen. Dass mit den Sanktionen das globale Ölangebot tendenziell sinkt, wird kompensiert unter anderem von der hohen US-Ölförderung. Als Belastungsfaktor wurde von Marktteilnehmern auch angeführt, dass für acht Länder vorübergehend Ausnahmen gelten sollen und diese zunächst weiterhin iranisches Öl importieren dürfen. Zudem hat die Energy Information Administration (EIA) die Prognose für die US-Produktion 2018 und 2019 angehoben und für die Preise gesenkt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel zum Settlement um 1,4 Prozent auf 62,21 Dollar, Brent gab um 1,5 Prozent auf 72,10 Dollar nach.

Der Goldpreis gab zwischenzeitliche leichte Gewinne wieder ab. Das Edelmetall sei trotz der herrschenden Zurückhaltung vor dem Ergebnis der US-Zwischenwahl kaum gesucht, hieß es im Handel. Der Preis für die Feinunze verlor 0,4 Prozent auf 1.226 Dollar. Am US-Anleihemarkt überwogen die Verkäufe. Die Rendite zehnjähriger Papiere legte um 2 Basispunkte auf 3,22 Prozent zu.

Gute Quartalszahlen hat Eli Lilly vorgelegt. Sowohl Umsatz als auch Gewinn haben die Prognosen des Marktes übertroffen. Zudem hob der Pharmakonzern den Ausblick für das Gesamtjahr an. Nachdem die Aktie in den vergangenen drei Monaten um 8 Prozent zugelegt hat, kam es nun zu Gewinnmitnahmen. Für die Titel ging es um 3,9 Prozent nach unten. Die Mosaic-Aktie stieg dagegen um 10,6 Prozent. Der Düngemittel-Hersteller hat überzeugende Zahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick gegeben.

Die Aktie von General Electric zog um 1,2 Prozent an. Der US-Industriekonzern verkauft den Bereich "Current" an die Beteiligungsgesellschaft American Industrial Partners. Einen Preis nannte GE nicht. Die Sparte stellt LED-Leuchten für gewerbliche Anwendungen her und erzielt damit einen Jahresumsatz von 1 Milliarde US-Dollar. GE befindet sich im Umbau, nachdem die Gewinne nicht mehr so sprudeln wie in der Vergangenheit.

Das Modeunternehmen Ralph Lauren hat im zweiten Quartal die Marketingausgaben um 30 Prozent erhöht, um den 50. Geburtstag des Unternehmens zu feiern - allerdings machte sich dies nicht in steigenden Umsätzen bemerkbar, denn in den USA ging der flächenbereinigte Umsatz um 1 Prozent zurück. Die Zahlen "zeigen ein Unternehmen, das weiter seinen Platz in der Modewelt noch nicht gefunden und keine Richtung für die Zukunft hat", sagte Neil Saunders, Managing Director von GlobalData Retail. Für die Aktie ging es um 6,6 Prozent nach unten.

Dagegen kletterten Mylan um 16 Prozent nach oben. Das niederländische an der Nasdaq gelistete Pharmaunternehmen hat mit Zahlen überzeugt. So fiel der Umsatzrückgang geringer aus als erwartet und das Ergebnis lag ebenfalls über den Prognosen. Nach dem schwachen Vorquartal hatten viele Experten mit einem Desaster gerechnet, nun zeigten sich die Analysten angetan.

Der Betreiber von Hotelketten, Marriott International, berichtet von schwächerer Nachfrage im nordamerikanischen Hauptmarkt und hat dementsprechend die Prognose gekappt. Die Aktie sackte um 5,1Prozent ab. Advanced Micro Devices (AMD) profitierten von der Ankündigung, dass Amazon Web Services für seine Cloud die AMD-Prozessoren Epyc verwenden wird. AMD stiegen um 3,9 Prozent.

Quelle: n-tv.de, kpi/DJ/rts

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