Marktberichte

Furcht vor Corona-Kollaps Dax erlebt historischen Absturz

Land unter an den internationalen Börsen: Der deutsche Leitindex bricht um mehr als zwölf Prozent ein. Auch an der New Yorker Wall Street sind die Kurse tiefrot. Vor allem Trumps Europa-Bann sorgt für Verunsicherung.

Schwarzer Donnerstag, Ausverkauf, blanke Panik: Der deutsche Aktienmarkt erlebte einen Einbruch von beinahe historischem Ausmaß. Ausgelöst wurde der historische Kurssturz beim Dax durch die Reisebeschränkung der USA für Bürger aus Europa und die drastischen Maßnahmen, die in Italien ergriffen wurden, um die Viruskrise zu meistern. Zudem blieb die von vielen Anlegern erhoffte Beruhigung der Lage von Seiten der Europäischen Zentralbank aus. Europas Währungshüter stemmen sich zwar mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise, konnten die Märkte damit aber nicht überzeugen.

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Dax 9.570,82

Am Ende verlor der deutsche Leitindex Dax 12,2 Prozent auf 9161 Stellen. Es war der zweithöchste Tagesverlust in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte. Der MDax sackte um 10,9 Prozent auf 20.168 Stellen ein. Der TecDax brach um elf Prozent auf 2321 Zähler nach. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 12,4 Prozent auf 2545 nach unten.

Eine Welle drastischer Prognosesenkungen von Wirtschaftsinstituten und Verbänden drückte auf die Kurse der Hersteller von Investitionsgütern. Bei den Prognosen für 2020 geht der Chemieverband VCI nun von einem 1,5-prozentigen Rückgang aus und die Maschinenbauer (VDMA) rechnen mit einem Produktionsminus von 5 Prozent. Das Institut IfW sagt eine Schrumpfung das deutschen BIP im ersten Quartal um 0,4 Prozent voraus.

Im Dax verloren nur 8 der 30 Werte zweistellig. Mit einem Abschlag von 6,8 Prozent mussten Beiersdorf am wenigsten Federn lassen. Dagegen verloren RWE fast 19 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank fielen unter die Fünf-Euro-Marke.

Quelle: ntv.de, kst/wne/jwu/rts