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Endlich im Plus Die Wall Street auf Berg- und Talfahrt

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(Foto: AP)

Nach einem steten Auf und Ab schließen die US-Börsen schließlich doch noch im Plus. Am Vortag hatte es noch leichte Verluste gegeben, doch nun kann sich der Dow Jones etwas erholen. Hohe Kursgewinne verzeichnen vor allem IBM und Procter & Gamble.

Die Wall Street hat zur Wochenmitte nach einer Achterbahnfahrt mit Aufschlägen geschlossen. Hatten am Vortag die Sorgen um das globale Wachstum und den Handelskonflikt zwischen den USA und China noch stärker belastet, schien zunächst wieder etwas Optimismus aufzukeimen. Denn die US-Regierung hatte Medienberichte dementiert, wonach die Vorbereitungsgespräche für die Handelsgespräche Ende Januar abgesagt worden seien. Allerdings hielt das positive Sentiment nicht lange, die Kurse drehten ins Minus. Konjunkturskeptiker hatten bereits zuvor auf schwache japanische Exportdaten im Dezember verwiesen.

Wie der Handel am Dax gelaufen ist, können Sie im Börsen-Tag nachlesen.

Dow Jones
Dow Jones 26.572,00

Zwischenzeitlich belasteten Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Der machte erneut klar, dass es keine Einigung mit China geben werde, solange Peking nicht substanzielle Änderungen an seinem Wirtschaftsmodell vornehme. Darüber hinaus warnte der wichtigste Wirtschaftsberater Trumps davor, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal möglicherweise überhaupt nicht wachsen werde, wenn die Haushaltssperre andauere. Doch hier schien es Bewegung zu geben, denn der Senat hat für Donnerstag eine Abstimmung zur Wiederaufnahme der Arbeit von Behörden und anderen Regierungseinrichtungen angesetzt. Letztlich blieb die Verunsicherung, die Wall Street erholte sich aber deutlich von den Tagestiefs - auch dank positiv aufgenommener Geschäftsberichte.

Am Ende gewann der Dow-Jones-Index 0,7 Prozent auf 24.576 Punkte - gestützt von IBM, United Technologies und Procter. S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 0,2 bzw. 0,1 Prozent zu. "Der Markt sich schwer, die Befürchtungen einer Verlangsamung des globalen Wachstums, der Handelsbeziehungen zwischen China und den USA und des Regierungsstillstandes zu überwinden. Diese Kulmination deutet auf Herausforderungen, die Aktien am Steigen hindern, obwohl die Geschäftsberichte besser als gedacht ausgefallen sind", fasste Investmentstratege Michael Arone von State Street Global Advisors die Berg- und Talfahrt am Aktienmarkt zusammen.

IBM-Rally nach Zahlenausweis

IBM
IBM 125,26

Ein positives Ausrufezeichen setzte IBM. Der Technologiekonzern übertraf bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte um 8,5 Prozent zu. Das US-Industriekonglomerat United Technologies verdiente mehr und setzte auch mehr um als erwartet. Zudem hatte das Unternehmen einen optimistischen Ausblick präsentiert. Die Aktie stieg um 5,4 Prozent.

Auch Procter & Gamble hatte dank einer regen Nachfrage nach Schönheitsprodukten in ihrem Zweitquartal des Geschäftsjahres 2018/19 die Erwartungen übertroffen. Beim erwarteten organischen Umsatzwachstum für das Gesamtgeschäftsjahr wurde der Konsumgüterkonzern zudem optimistischer. Die Aktie legte um 4,9 Prozent zu. Für Comcast ging es um 5,5 Prozent nach oben. Der US-Kabelkonzern war im vierten Quartal dank seiner Tochter NBC Universal und dem Geschäft mit schnellem Internet stärker gewachsen als prognostiziert. Die Dividende für das Schlussquartal 2018 hob Comcast um 10 Prozent an.
Abbott Laboratories verloren 2,2 Prozent. Der US-Pharmakonzern blieb bei Gewinn und Umsatz leicht unter den Erwartungen des Marktes. Tesla litten unter einem negativen Analysten-Kommentar. RBC hatte die Aktie auf "Underperform" nach unten genommen. Die Titel büßten 3,8 Prozent ein.

Restaurant Brands hatte überzeugende Daten zum Umsatz im vierten Quartal vorgelegt. Überdies durften sich die Aktionäre des Restaurantbetreibers, zu dem unter anderem die Kette Burger King gehört, über eine höhere Dividende freuen. Ferner teilte das Unternehmen mit, dass Jose Cil, bislang Präsident von Burger King, zum neuen CEO ernannt wurde. Die Aktie von Restaurant Brands wurde 9,8 Prozent höher gehandelt.

Kimberly-Clark Corporation
Kimberly-Clark Corporation 109,36

Kimberly-Clark ermäßigten sich um 2,7 Prozent. Der Hygieneartikelhersteller verfehlte in der vierten Periode die Marktschätzungen. Synchrony Financial schnellten um 10,7 Prozent empor. Der Finanzdienstleister erweiterte die Kooperation mit dem Einzelhändler Walmart. Verizon Communications will Kreisen zufolge in ihrer Mediensparte rund 7 Prozent der Belegschaft abbauen, die Titel stiegen um 1,4 Prozent.

Die Ölpreise drehten im Verlauf ins Minus. Belastet wurde der Ölmarkt von der Sorge eines steigenden Angebots. Denn unter Umständen könnte mittelfristig mehr Erdöl aus dem Iran und aus Venezuela auf den Markt strömen. Die EU will einen Mechanismus einführen, der den Nicht-Dollar-Handel mit dem Iran erleichtern und dabei die Sanktionen der USA umgehen soll. Zudem hat US-Präsident Trump den venezolanischen Parlamentspräsidenten Juan Guaidó als "Übergangspräsident" anerkannt. Sollte Diktator Nicolas Maduro stürzen, könnte sich womöglich eine amerikafreundliche Regierung etablieren und die US-Sanktionen könnten aufgehoben werden, hieß es im Handel. Allerdings könnten kurzfristig auch neue Sanktionen drohen, daher erholten sich die Rohölpreise wieder etwas von ihren Tagestiefs. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI sank um 0,7 Prozent auf 52,62 Dollar. Für die global gehandelte Sorte Brent ging es um 0,6 Prozent auf 61,14 Dollar nach oben.

Quelle: n-tv.de, kpi/DJ

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