Wirtschaft
Ander als in Deutschland wird am Pfingstmontag an der Wall Street gehandelt
Ander als in Deutschland wird am Pfingstmontag an der Wall Street gehandelt(Foto: AP)
Montag, 21. Mai 2018

Annäherung im Handelsstreit: Dow Jones knackt 25.000-Punkte-Marke

Der Handelsstreit zwischen den USA und China entspannt sich - das beflügelt den Dow Jones. Auftrieb haben auch die Aktien von US-Chipherstellern. Außerdem sorgen mehrere Fusionen für Bewegung auf dem Aktienmarkt.

Die vorläufige Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat für Aufatmen an den Aktienmärkten gesorgt. An der Wall Street stieg der Dow-Jones-Index erstmals seit Mitte März über die Marke von 25.000 Punkten. Auch in Europa legten die Kurse zu. "Ich bin guter Dinge", sagte Anlagestratege Robert Pavlik von der Investmentfirma SlateStone Wealth. Die Anleger werteten es als positiv, dass ein Handelskrieg vorerst abgewendet sei. "Sie wollen an den Markt zurück." In Deutschland, Österreich und der Schweiz blieben die Märkte wegen Pfingsten geschlossen.

Hochrangige Vertreter der USA und Chinas hatten sich am Sonntag im Grundsatz auf Absprachen zur Beilegung des Handelsstreits geeinigt. Demnach soll die Volksrepublik mehr Agrarprodukte und Energie aus den USA kaufen, um das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten zu verringern.

In New York schloss der Dow Jones 1,2 Prozent fester mit 25.013 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,7 Prozent auf 2733 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 0,5 Prozent auf 7394 Stellen. Gefragt waren Aktien von Chipherstellern wie Intel und Micron Technology, die sich um 1,5 Prozent beziehungsweise 3,9 Prozent verteuerten. Die Konzerne haben wichtige chinesische Kunden, die Chips in den USA einkaufen und sie in ihren Geräten verbauen, welche wiederum auf dem amerikanischen Markt verkauft werden. Auch Industriekonzerne wie Caterpillar zählten zu den Gewinnern. Die Aktie legte um 2,1 Prozent zu.

Mehrere Fusionen im Wert von insgesamt fast 28 Milliarden Dollar sorgten ebenfalls für Bewegung. Der Siemens-Konkurrent General Electric etwa verkauft einen Großteil seiner Verkehrssparte an den Lokomotivbauer Wabtec. Die Transaktion hat ein Volumen von 11,1 Milliarden Dollar. GE-Scheine zogen um 1,9 Prozent und Wabtec um 3,5 Prozent an.

Börsenindex in Italien sackt ab

In Italien verlor der Börsenindex FTSE MIB 1,5 Prozent. Es wird befürchtet, dass die neue Regierung auf Konfrontationskurs mit der EU geht. Vertreter der populistischen 5-Sterne-Bewegung und der rechten Lega machten Staatspräsident Sergio Mattarella am frühen Abend den Vorschlag, den Juraprofessor Giuseppe Conte zum Ministerpräsidenten zu machen. Unklar ist, ob Mattarella Conte akzeptieren wird.

Der Euro tendierte weiter unter der Marke von 1,18 Dollar: Mit 1,1787 Dollar lag er um knapp 0,1 Prozent höher als am Freitag. Der Ölpreis legte zu. Die Sorte Brent kostete mit 79,46 Dollar pro Fass 1,2 Prozent mehr, US-Öl stieg um 1,6 Prozent auf 72,43 Dollar. Hintergrund seien mögliche weitere Sanktionen gegen Venezuela, die die Ölproduktion des Landes sinken lassen könnten, sagten Händler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 2367 Werte legten zu, 975 gaben nach, und 156 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 1822 im Plus, 1148 im Minus und 171 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gab es nur wenig Bewegung. Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen um 1/32 auf 98-14/32. Sie rentierten mit 3,06 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten ebenfalls um 1/32 auf 98-18/32 und hatten eine Rendite von 3,2 Prozent.

Quelle: n-tv.de