Wirtschaft
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Freitag, 13. April 2018

US-Börsen verzeichnen Verluste: Gewinne der Banken lassen US-Anleger kalt

Die Quartalszahlen der US-Banken sehen rosig aus. Doch das löst bei den Anlegern keine Welle der Begeisterung aus: Die Aktien der Geldhäuser rutschen deutlich ins Minus. Wirkliche Sorgen bereitet allerdings ein anderes Thema: Die geplanten russischen Strafzölle.

Die Milliardengewinne der großen US-Banken haben die Anleger an der Wall Street zum Wochenschluss nicht überzeugt. Aktien von JPMorgan oder der Citigroup gaben nach ihren Quartalszahlen anfängliche Gewinne rasch wieder ab und notierten deutlich im Minus. Sorgen bereiteten den Investoren zudem russische Pläne, Strafmaßnahmen gegen US-Produkte zu verhängen.

Europas Anleger blieben wegen des Syrien-Konfliktes auf der Hut. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 24.360. Der breiter gefasste S&P500 verlor 0,28 Prozent und notierte bei 2656 Zählern. Der technologielastige Nasdaq gab 0,47 Prozent ab und lag bei 7106 Punkten.

Der deutsche Leitindex Dax ging dagegen mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 12.442 Punkten aus dem Handel, sein europäisches Pendant EuroStoxx50 gewann 0,1 Prozent auf 3448 Zähler. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die beginnende Berichtssaison in den USA lenke Investoren von den geopolitischen Unsicherheiten ab, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Die Finanzwerte gingen nach Bilanzzahlen auf Talfahrt, obwohl steigende Zinsen, niedrigere Steuern und ein florierender Aktienhandel bei den großen US-Banken zu Jahresbeginn die Kassen klingeln ließen.

Die größte von ihnen, JP Morgan, steigerte den Gewinn im ersten Quartal um 35 Prozent. Allerdings bemängelten Börsianer, dass die Bank im Quartal beim Ergebnis je Aktie erstmals seit zwei Jahren die Erwartungen enttäuschte. Die Aktie verlor 2,7 Prozent. Auch die Citigroup-Aktie gab 1,6 Prozent nach, obwohl die Bank ihr Ergebnis um 13 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar erhöhte. Selbst die von mehreren Skandalen erschütterte Wells Fargo verbesserte ihr Ergebnis um fünf Prozent. Sie kündigte aber zugleich an, dass auf sie möglicherweise eine Strafzahlung in Höhe von einer Milliarde Dollar zukommen könnte. Die Aktie verlor 3,4 Prozent. Die guten Zahlen der Banken seien in den vergangenen Tagen weitgehend eingepreist gewesen, sagte Art Hogan, Marktstratege der Investmentbank B.Riley FBR in Boston.

Auch russische Sanktionspläne gegen eine Vielzahl amerikanischer Produkte versetzten den Anlegern einen Dämpfer. Das russische Parlament erwägt sie als Reaktion auf die jüngsten US-Sanktionen. Hochrangige Abgeordnete kündigten die Vorlage eines Gesetzentwurfs an, der Einschränkungen oder Verbote für Güter von Alkohol über Medikamente bis hin zu Raketentechnologie erlauben würde.

Die Aussage von US-Präsident Donald Trump, er habe noch nicht abschließend über einen Raketenangriff in Syrien entschieden, dämpfte die Sorgen vor einer Eskalation in der Krisenregion. Allerdings kann die Stimmung schnell wieder kippen. "Trump ist und bleibt ein großer Unsicherheitsfaktor für die Börsen. Niemand weiß, was er in Syrien genau vorhat", sagte Stratege Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 1256 Werte legten zu, 1609 gaben nach und 177 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1.74 Milliarden Aktien 1099 im Plus, 1798 im Minus und 251 unverändert.

Quelle: n-tv.de