Marktberichte

Schwächster Tag des Jahres Handelsstreit kostet Dow fast 800 Punkte

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Im Tagestief sackte der Dow fast 1000 Punkte ab. Das sorgte an der Wall Street für lange Gesichter.

(Foto: Reuters)

Der Handelskrieg zwischen China und den USA beeinträchtigt die US-Börsen zum Wochenauftakt enorm. Hinzu kommt ein Verfall der chinesischen Landeswährung. US-Präsident Trump wirft China Währungsmanipulation vor.

Die US-Aktienmärkte haben den schwächsten Tag des Jahres erlebt, und das, obwohl sich die Indizes in der letzten Handelsstunde noch deutlich von den Tagestiefs lösen konnten. Für Dow-Jones & Co gab es kein Entrinnen vor dem immer stärker tobenden US-chinesischen Handelsstreit. Zusätzliche Nahrung erhielt er davon, dass US-Präsident Trump China nun Währungsmanipulation vorwirft, sprich die Schwächung der eigenen Währung.

Nachdem US-Aktien schon zum Ausklang der vergangenen Woche unter der Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Importe durch den US-Präsidenten gelitten hatten, nahm die Talfahrt noch an Fahrt auf. Der Dow-Jones-Index sackte um 2,9 Prozent oder 767 Punkte ab auf 25.717. Im Tagestief betrug das Minus bereits fast 1000 Punkte. Der S&P-500-Index büßte 3,0 Prozent ein, die technologielastigeren Nasdaq-Indizes gaben sogar um gut 3,5 Prozent nach. Dow und S&P-500 fielen damit auf Zweimonatstiefs zurück. Der Dax verlor 1,7 Prozent auf 11.555 Punkte.

Zu den Verlierern gehörten besonders die Technologiewerte. So gaben die Apple-Titel 5,1 Prozent nach. Analysten befürchten, dass der Zollkonflikt die Nachfrage nach iPhones drosseln dürfte. Die Papiere der Chiphersteller Intel, Advanced Micro Devices und Micron Technologies verloren zwischen 3,5 und 5,1 Prozent.

Gegen die allgemeine Markttendenz kletterten die Anteilsscheine von Tyson Foods um 5,4 Prozent. Der größte US-Fleischproduzent erwartet für kommendes Jahr positive Auswirkungen auf seine Geschäfte durch die afrikanische Schweinepest in China. Die riesigen Verluste in der chinesischen Schweinefleisch-Industrie würden sich weltweit wohl über mehrere Jahre auf Angebot und Nachfrage auswirken, sagte Firmenchef Noel White.

China setzt Import von US-Agrarprodukten aus

Der Kursrutsch der chinesischen Landeswährung Yuan dagegen verunsicherte die Anleger an der Wall Street. Der Dollar übersprang erstmals seit mehr als elf Jahren die Marke von sieben Yuan. Analysten befürchten, dass die Yuan-Abwertung eine neue Front in dem Handelsstreit eröffnen und zu einem Währungskrieg führen könnte.

Der Yuan darf einen von der Notenbank täglich vorgegebenen Kurs nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten. Die chinesische Zentralbank habe bislang einen schwächeren Yuan verhindert, um die Verhandlungen mit den USA nicht zu gefährden, sagte Julian Evans-Pritchard, China-Volkswirt beim Analysehaus Capital Economics. "Die Tatsache, dass sie jetzt aufgehört haben, die Marke von sieben zum Dollar zu verteidigen, lässt darauf schließen, dass sie jede Hoffnung auf ein Handelsabkommen mit den USA aufgegeben haben." Eine Abwertung verbessert die Wettbewerbschancen chinesischer Firmen auf dem Weltmarkt und federt damit die wirtschaftlichen Folgen des Zollstreits mit den USA ab.

US-Präsident Donald Trump wirft der Regierung in Peking seit langem vor, die Landeswährung zu manipulieren, um Vorteile im Außenhandel zu erzielen. Die Abwertung dürfte Trumps Zorn weiter anfachen, sagte Evans-Pritchard. QC-Experte Altmann verwies auf einen Medienbericht, wonach China sämtliche Importe von US-Agrarprodukten ausgesetzt hat. "China trifft genau die Stelle, an der US-Präsident Donald Trump besonders verwundbar ist. Bisher hat er sich als Schutzpatron der US-Agrarindustrie präsentiert."

Quelle: n-tv.de, ftü/rts/DJ

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