Montag, 05. August 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Eskalierender Handelsstreit drückt Dax weiter runter

Dax
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Lange Gesichter auch zu Wochenbeginn in Frankfurt: Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt ist aufgrund des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China unvermindert weitergegangen. Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten neuen Strafzölle gegen China konterte das Reich der Mitte heute mit einer Abwertung seiner Währung. Zudem wies die Volksrepublik laut Insidern ihre Staatsunternehmen dazu an, keine Agrargüter mehr aus den USA zu importieren. Die Einfuhren hatte sie vor einiger Zeit als Zugeständnis zugesagt, um den Konflikt zu deeskalieren.

So wundert es nicht, dass der Dax einen weiteren kräftigen Verlust hinnehmen musste - er verlor 1,8 Prozent und schloss bei 11.659 Punkten. Zeitweise hatte der Leitindex sogar um rund 2 Prozent nachgegeben. Der MDax sackte um 2,3 Prozent auf 25.036 Zähler ab, der TecDax um 2,9 Prozent auf 2774 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 1,9 Prozent auf 3311 Punkte runter.

Also keine guten Nachrichten vom Börsenparkett. Ich wünsche Ihnen dennoch einen angenehmen Abend.

17:04 Uhr

Mangelnde Sojaimporte? China dementiert US-Vorwürfe

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(Foto: picture alliance/dpa)

Nun wieder einmal eine chinesische Stimme zum Handelsstreit: Die Volksrepublik wies Vorwürfe aus Washington zurück, nicht genug US-Agrarerzeugnisse zu kaufen und damit gegen eine Abmachung zwischen den USA und China zu verstoßen. Cong Liang, ein Mitarbeiter der nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, sagte in einem Interview mit dem staatlichen Sender CCTV, China habe sehr wohl Agrarprodukte in den USA gekauft, darunter auch Sojabohnen. Seit 19. Juli hätten chinesische Unternehmen bei US-Geschäftspartnern 130.000 Tonnen Sojabohnen bestellt.

Von den zugesagten 14 Millionen Tonnen seien bis September allerdings nur 300.000 zur Lieferung bereitgestellt worden. Einige Käufe seien wegen nicht wettbewerbsfähiger Preise nicht zustande gekommen. Selbst ohne Zölle seien US-Sojabohnen 30 Prozent teurer als heimische Erzeugnisse. Das sei wirtschaftlich nicht darstellbar, sagte Cong.

16:54 Uhr

New York, Frankfurt und anderswo: Aktienmärkte tiefrot

Es geht weiter abwärts mit den Aktienkursen: In New York vergrößerte der Dow Jones seinen Verluste - er gab am späten Nachmittag MESZ um 2,2 Prozent auf 25.899 Punkte nach. In Frankfurt verlor der Dax nunmehr 1,9 Prozent auf 11.641 Zähler. Der EuroStoxx50 sackte um 2,1 Prozent auf 3308 Stellen ab.

16:43 Uhr

Audi baut an E-Scooter mit Skateboard-Funktion

E-Scooter fahren auf einem Fahrradweg. Foto: Jens Kalaene/Archivbild

(Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Sie beherrschen mehr und mehr die Stadtbilder: die E-Scooter. Audi will nun eine sportliche Alternative zu aktuellen Geräten auf den Markt bringen, die die Eigenschaften des E-Tretrollers mit denjenigen des Skateboards verbindet. Produktion und Verkauf des "e-tron Scooter" seien für Ende 2020 geplant, teilte der Autobauer mit.

Dabei fährt der Fahrer mit einer Hand an der Lenkstange und hat so auch die Möglichkeit, Handzeichen zu geben. Gesteuert werde der Scooter jedoch wie ein Skateboard durch Gewichtsverlagerung mit den Füßen. Dafür hat das Fahrgerät bewegliche Achsen mit vier Rädern, die auch enge Kurvenradien ermöglichen, hieß es.

16:20 Uhr

Waffenhersteller-Aktienkurse steigen nach Massakern

American Outdoor Brands
American Outdoor Brands 6,83

Die Massaker von El Paso/Texas und Dayton/Ohio lassen die Rufe nach strengeren US-Waffengesetzen wieder lauter werden - davon profitieren an der Börse ausgerechnet die großen Waffenschmieden. Die Aktien von American Outdoor Brands - dem Mutterkonzern des Herstellers Smith & Wesson - legten zum US-Handelsauftakt zeitweise um rund fünf Prozent zu. Auch die Papiere des Wettbewerbers Sturm, Ruger & Co verbuchten zunächst einen kräftigen Kursanstieg, obwohl die US-Börsen insgesamt deutlich ins Minus gerieten.

Dass Waffenaktien mit Kursgewinnen auf Amokläufe und Attentate reagieren, ist nicht ungewöhnlich. Die blutigen Ereignisse lassen die Nachfrage nach Waffen oftmals kurzfristig anspringen. Als wichtiger Faktor dabei gilt laut Experten, dass viele Amerikaner als Reaktion auf Gewaltausbrüche verschärfte Waffengesetze fürchten und deshalb mehr Pistolen und Gewehre kaufen.

16:00 Uhr

Wall Street eröffnet mit starken Verlusten

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(Foto: picture alliance / -/XinHua/dpa)

Der Kursrutsch des chinesischen Yuan hat auch die Anleger an der Wall Street verunsichert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 1,8 Prozent schwächer bei 25.995 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 1,6 Prozent auf 2886 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,3 Prozent nach auf 7823 Punkte. Viele Investoren fürchten, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China in eine neue Runde geht.

Zu den Verlierern gehörten besonders die Technologiewerte. So gaben die Apple-Titel 3,1 Prozent nach. Analysten befürchten, dass der Zollkonflikt die Nachfrage nach iPhones drosseln könnte. Die Papiere der Chiphersteller Advanced Micro Devices, Nvidia, Micron Technologies und Intel verloren zwischen 2,3 und 4,8 Prozent.

15:40 Uhr

n-tv Zertifikate: Nach der Zinssenkung ist vor der Zinssenkung

Die US-Notenbank Fed senkt den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte und reagiert damit auf den von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikt mit China. Denn der schlägt zunehmend auf die globale und heimische Wirtschaft durch. Warum Investoren verschnupft reagieren und was die Zinssenkung für die Börsen bedeutet, bespricht Bianca Thomas mit Thorsten Grisse von der Commerzbank.

15:20 Uhr

"Rezession vorprogrammiert" - tiefster Sentix-Index seit 2009

Der deutsche Konjunkturhimmel bewölkt sich weiter: Die Erwartungen von Investoren für Deutschland haben sich im August auf das niedrigste Niveau seit zehn Jahren abgeschwächt. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex sank auf minus 13,7 (Juli: minus 4,8) Punkte. Das war der tiefste Wert seit August 2009.

  • "Eine Rezession ist vorprogrammiert", kommentierte Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy die Zahlen.

Der Index der aktuellen Lage ging auf minus 5,5 (plus 7,0) Punkte zurück und der Index der Erwartungen auf minus 21,5 (minus 16,0) Punkte. Laut Hussy wird die deutsche Wirtschaft derzeit schwer davon belastet, dass sie so abhängig vom Export und besonders vom Absatzmarkt China ist.

14:54 Uhr

Yuan-Abwertung: Trump ist stinksauer auf die Chinesen

*Datenschutz

US-Präsident Donald Trump hat die Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan scharf kritisiert.

  • "China senkte den Kurs seiner Währung auf ein nahezu historisches Tief", twitterte Trump. "Das nennt man 'Währungsmanipulation'."
  • Dies sei ein "schwerwiegender Verstoß, der China im Laufe der Zeit erheblich schwächen wird".

Der US-Dollar hatte zuvor erstmals seit mehr als elf Jahren die Marke von sieben Yuan übersprungen. Analysten fürchten, dass die Abwertung eine neue Front im Handelsstreit eröffnen und zu einem Währungskrieg führen könnte. Je billiger die eigene Währung, desto günstiger kann Exportweltmeister China seine Produkte in anderen Ländern anbieten.

Hierzu gibt es Artikel aus unserer Wirtschaftsredaktion:

"Trump macht den Dollar teurer"

"China bläst zum Angriff im Währungskrieg"

14:42 Uhr

Dax verharrt im Abwärtssog - Infineon am Index-Ende

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Nachmittag stabil auf niedrigerem Niveau gezeigt. Der Dax baute einen kleinen Teil seiner Verluste ab und verlor 1,4 Prozent auf 11.702 Punkte. Der MDax sank um 1,7 Prozent auf 25.193 Zähler, der TecDax um 2,1 Prozent auf 2797 Stellen. Der EuroStoxx50 gab um 1,6 Prozent auf 3323 Punkte nach.

Die höchsten Verluste im Dax verzeichneten Infineon (minus 3,7 Prozent) und Thyssenkrupp (minus 3,4 Prozent).

14:15 Uhr

Franken-Aufwertung macht SNB-Intervention wahrscheinlich

Franken / Euro
Franken / Euro ,91

Der jüngste Franken-Höhenflug sorgt bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nach Einschätzung von Analysten für ein jähes Ende der Sommerpause. Die Notenbank habe vergangene Woche wohl erneut am Markt interveniert, um die Landeswährung zu schwächen, erklärten die Experten. Allerdings verpuffte der Effekt rasch: Denn eine neuerliche Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China und die Angst vor einer weltweiten Rezession sorgte zu Wochenbeginn an den Märkten für eine neuerliche Flucht in "sichere Häfen".

Das trieb den Franken heute zum Euro auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren: Mit 1,0872 Franken kostete die Gemeinschaftswährung so wenig wie zuletzt im Juni 2017. Die Marke von 1,08 Franken gilt manchen Anlegern als kritische Marke für Interventionen der SNB.

13:55 Uhr

Suzuki vermeldet Gewinneinbruch

Der japanische Autobauer Suzuki hat im ersten Quartal des Bilanzjahres 2019/20 einen Gewinneinbruch verbucht. Das operative Ergebnis sank um 46,2 Prozent auf 62,7 Milliarden Yen (531,9 Millionen Euro). Als Gründe nannte der Vorstand schwächere Geschäfte im eigenen Land, aber auch in Indien, dem größten Markt für Suzuki.

Gleichwohl bekräftigte das Gremium seine Prognose, die einen Anstieg des Betriebsergebnisses um 1,7 Prozent auf 330 Milliarden Yen vorsieht.

13:38 Uhr

Anmeldung für Online-Börsenspiel gestartet

Ein Hinweis in eigener Sache: Am 2. September startet das kostenlose Online-Börsenspiel Trader 2019 der Commerzbank. n-tv ist Medienpartner. Ab heute können sich Interessierte anmelden.

Neben Erfahrung an der Börse gibt es viel zu gewinnen: Der Hauptpreis ist ein Jaguar I-Pace. Darüber hinaus werden acht Wochensieger mit jeweils 2222 Euro belohnt - und unter allen Teilnehmern werden neun iPhones X verlost. Eines dieser Smartphones bekommt einer der Teilnehmer, die sich hier bis zum 1. September anmelden.

13:22 Uhr

Walmart verkauft trotz El-Paso-Tragödie weiter Waffen

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(Foto: imago images / Xinhua)

Trotz zweier tödlicher Schusswaffenangriffe innerhalb einer Woche in ihren Filialen will die US-Handelskette Walmart weiter Waffen verkaufen. Es gebe keine Pläne, den Verkauf von Schusswaffen und Munition einzustellen, sagte ein Konzernsprecher.

Ein 21-Jähriger hatte am Samstag in einer Walmart-Filiale in der US-Grenzstadt El Paso/Texas mit einer Schusswaffe 20 Menschen getötet. Vier Tage zuvor erschoss ein Walmart-Mitarbeiter in Southaven im Bundesstaat Mississippi zwei Kollegen.

13:00 Uhr

Investor Apax besitzt jetzt Dixi-Klos

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(Foto: imago stock&people)

Dixi- und Toitoi-Mobiltoiletten gehören künftig dem britischen Investor Apax. Er werde eine Mehrheitsbeteiligung an der Muttergesellschaft Adco übernehmen, teilte Apax mit. Zum Preis wurden keine Angaben gemacht. Die bestehenden Aktionäre würden einen "bedeutenden" Minderheitsanteil behalten, hieß es. Die Transaktion soll vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen im vierten Quartal abgeschlossen werden.

Adco ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich mobiler anschlussfreier Sanitäreinheiten und mit 49 operativen Gesellschaften in nahezu 30 Ländern vertreten.

12:46 Uhr

Rote Vorzeichen an der Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Die jüngste Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China dürfte den US-Börsen heute weitere Verluste bescheren. Die Futures auf die wichtigen US-Aktienindizes deuten eine schwächere Handelseröffnung an. Der schwache Yuan spielt an den Märkten eine wichtige Rolle und dürfte US-Präsident Donald Trump Trump ein Dorn im Auge sein.

Unter den Einzelwerten könnten sich Johnson & Johnson etwas besser halten als der Markt. Der Konsumgüterkonzern hat einen Prozess gewonnen, bei dem es um vermeintlich verseuchten Babypuder und Krebsgefahren gegangen war. Vorbörslich verlor die Aktie allerdings 0,7 Prozent. Gut behauptet zeigten sich Linde, nachdem der Industriegase-Konzern bei der Vorlage von Zahlen seinen Ausblick angehoben hat.

12:39 Uhr

Linde überzeugt und hebt Gewinnprognose an

Linde plc
Linde plc 175,85

Lichtblick für den Dax: Der weltgrößte Industriegase-Konzern Linde hat seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr erneut nach oben geschraubt. Das fusionierte Unternehmen rechnet nun mit einem Anstieg des Gewinns je Aktie um zwölf bis 16 Prozent auf 6,95 bis 7,18 US-Dollar, wie Linde in Guildford bei London mitteilte. Dabei werde Linde auch negative Währungseffekte von drei Prozent wegstecken. Bisher hatte sich Linde maximal sieben Dollar je Aktie zugetraut.

Im zweiten Quartal lag der Gewinn je Aktie mit 1,83 Dollar zwölf Prozent über dem Vorjahresniveau. Linde steigerte den Umsatz bereinigt um Währungseffekte um vier Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. In Frankfurt notierte die Linde-Aktie 2,8 Prozent höher bei 172,00 Euro.

12:28 Uhr

Fallende Aktienkurse lassen Bitcoin-Kurs steigen

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(Foto: Ina Fassbender)

Wegen der anhaltenden Talfahrt an den weltweiten Aktienmärkten decken sich Anleger verstärkt mit Bitcoin ein. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verteuerte sich um bis zu 14 Prozent auf 11.856 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit einem knappen Monat.

  • "In und vor stürmischen Zeiten zeigt sich Bitcoin einmal mehr als vermeintlich klassischer Schutz", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Der Kryptowährung spiele die Eskalation im Zollstreit zwischen den USA und China sowie mögliche weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed in die Hände.

12:04 Uhr

Weiterer Handelskonflikt beunruhigt deutsche Wirtschaft

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(Foto: dpa)

Die deutsche Wirtschaft fürchtet nicht nur den amerikanisch-chinesischen Handelsstreit und einen etwaigen ungeordneten Brexit. Sie sorgt sich auch immer mehr über den sich zuspitzende Streit zwischen Japan und Südkorea.

  • "Dieser Konflikt kommt zur Unzeit, für unsere Unternehmen drohen Kosten in Milliardenhöhe", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.
  • Der Streit komme hinzu zu den ohnehin schon bestehenden Handelskonflikten und der Abkühlung der Weltkonjunktur. "Das ist kein kleiner Konflikt, denn wir haben es mit sehr großen und globalisierten Volkswirtschaften zu tun."

Die japanische Regierung hatte am Freitag entschieden, Südkorea als erstem Land überhaupt Handelsprivilegien zu entziehen.

11:45 Uhr

Maschinenbauer mit schwachem ersten Halbjahr

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Strukturwandel in der Autoindustrie, Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft bremsen die Geschäfte der deutschen Maschinenbauer. Im ersten Halbjahr gingen neun Prozent weniger Bestellungen bei der exportorientierten Industriebranche ein als im Vorjahreszeitraum, wie der Maschinenbauverband VDMA mitteilte. Sowohl im Inland als auch im Ausland hielten sich die Kunden mit Aufträgen zurück. Internationale Handelsstreitigkeiten, die Unwägbarkeiten des Brexits und politische Konflikte wie mit dem Iran sorgen für Unsicherheit.

Zwar sind die Produktionskapazitäten der Maschinenbauer noch vergleichsweise gut ausgelastet. Der Auslastungsgrad liegt dem VDMA zufolge leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings gaben 27 Prozent der Unternehmen den Angaben zufolge zuletzt an, sie könnten mehr produzieren, wenn sie mehr Aufträge hätten.

11:19 Uhr

DIW-Chef Fratzscher fordert Aufgabe der Schuldenbremse

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(Foto: dpa)

Klares Plädoyer gegen die Schuldenbremse: DIW-Präsident Marcel Fratzscher hat angesichts der Negativzinsen für deutschen Anleihen mehr Investitionen und eine Abkehr von der Schuldenbremse gefordert.

  • "Die Schuldenbremse ist unsinnig und schadet Deutschland", sagte Fratzscher Reuters.
  • "Sie verlangt von der Bundesregierung, dass sie jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Überschüsse macht und keine weiteren Ausgaben zur Stabilisierung der Wirtschaft und Sicherung der Arbeitsplätze tätigen darf."

Hintergrund ist, dass zuletzt auch noch die Rendite für 30-jährige Bundesanleihen ins Minus rutschte. Der Staat verdient also derzeit an der Ausgabe neuer Anleihen sogar noch Geld. Investoren zahlen dafür, ihr Geld in eine als sicher geltende Anlage gut aufgehoben zu wissen. Üblicherweise erhält ein Investor Zinsen, wenn er sein Geld in Anleihen steckt.

11:05 Uhr

EasyHotel-Aktie winkt dank Offerte Rekord-Tagesplus

EasyHotel
EasyHotel 102,00

Endlich einmal eine positive Börsennachricht, die allerdings nicht aus Deutschland kommt: Die Aussicht auf eine baldige Übernahme beflügelt EasyHotel. Die Aktien des britischen Hoteliers, einer Schwesterfirma des Billig-Fliegers Easyjet, stiegen um 35,5 Prozent auf 95,5 Pence und steuerten auf den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte zu.

Der größte EasyHotel-Aktionär Icamap bietet gemeinsam mit dem Immobilienfonds Ivanhoe Cambridge den übrigen Eignern 95 Pence je Aktie oder umgerechnet insgesamt 151 Millionen Euro. Gründer und Großaktionär Stelios Haji-Ioannou wies die Offerte als zu niedrig zurück. Der Verwaltungsrat befürwortete das Angebot dagegen.

10:49 Uhr

Takeaway.com und Just Eat erzielen Fusionsvereinbarung

Der niederländische Essenslieferant Takeaway.com hat mit seinem Londoner Wettbewerber Just Eat PLC eine Fusionsvereinbarung erzielt. Bereits vor einer Woche hatten die Unternehmen bekannt gegeben, dass sie sich auf vorläufiger Basis auf den Deal geeinigt hätten. Nun teilte Takeaway.com mit, das fusionierte Unternehmen werde Just Eat Takeaway.com NV heißen und seinen Sitz in Amsterdam haben. Die Aktie soll sowohl an der Londoner Börse als auch an der Euronext Amsterdam notiert werden.

Abgewickelt werden soll die Transaktion über einen Aktientausch, bei dem die Anteilsscheine von Just Eat mit 731 Pence bewertet werden. Das ist ein Aufschlag von 15 Prozent auf den Schlusskurs am 26. Juli, bevor die Unternehmen über die Pläne für den geplanten Zusammenschluss informiert hatten. Die Just-Eat-Aktionäre sollen 52,15 Prozent an dem neuen Lieferservice-Riesen halten, die Anteilseigner von Takeaway 47,85 Prozent.

10:32 Uhr

n-tv Zertifikate Talk: Risikoarme Investments für unsichere Zeiten

Die Unsicherheiten an den Märkten werden nicht weniger. Mit den passenden Zertifikaten können Anleger jedoch die möglichen Schwankungen reduzieren und so weniger Risiko eingehen. Wichtig ist für die meisten Anleger natürlich, dass es trotzdem noch eine angemessene Rendite gibt. Wie das funktionieren kann, darüber spricht Bianca Thomas mit Christine Romar von der Citigroup und Maik Thielen von S Broker.

10:21 Uhr

Dax fällt und fällt - Konjunkturzykliker leiden stark

Die Talfahrt der europäischen Aktienmärkte hat sich heute ungehindert fortgesetzt. In Frankfurt vergrößerte der Dax sein Minus und verlor am Vormittag 1,7 Prozent auf 11.667 Punkte. Der EuroStoxx50 rutschte um 1,8 Prozent auf 3316 Stellen nach unten. Damit folgten die europäischen Indizes den asiatischen gen Süden.

Geflüchtet wurde in sichere Häfen, so notierte der Bund-Futures der deutschen Bundesanleihen auf einem neuen Allzeithoch und der Goldpreis sprang auf ein neues Jahreshoch. Übergeordnet belasten die gleichen Themen wie in der Vorwoche. Der US-chinesische Handelskonflikt, der bevorstehende Brexit, die Iran-Krise wie auch die Proteste gegen die Regierung in Hongkong.

Unter Druck standen in Frankfurt vor allem die Konjunkturzykliker: BASF, Covestro, Continental, Heidelbergcement fielen um bis zu 2,8 Prozent. Thyssenkrupp verbilligten sich sogar um 3,9 Prozent.

10:05 Uhr

Elliott drängt auf Abspaltung des Autoportals von Scout24

Wirbel um Scout 24 - der Investor Elliott macht in einem offenen Brief Druck. Er drängt den Vorstandsvorsitzenden Tobias Hartmann zu einer Abspaltung von Autoscout24. Zudem fordert er ein "ambitionierteres" Aktienrückkaufprogramm mit einem Verschuldungsgrad, der sich näher an dem vor wenigen Monaten vom Management selbst empfohlenen Level bewegt.

Elliott hält nach eigenen Angaben mehr als 7 Prozent und ist damit einer der größten Anteilseigner von Scout24. Der aktivistische Investor verweist auf diverse Gespräche mit dem Management von Scout24. Die Ankündigung des Aktienrückkaufs (über bis zu 300 Millionen Euro am 19. Juli) habe nur zwei Tage nach einem solchen Treffen stattgefunden.

09:49 Uhr

Zweifel an Interesse eines stabilen Yuan durch Chinesen

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(Foto: REUTERS)

Der Devisenspezialist der Commerzbank, Hao Zhou, macht sich seine Gedanken zum Durchbrechen der Schallmauer von 7 Yuan durch den US-Dollar. Das sei ein klares Signal dafür, dass China kaum noch daran gelegen sei, diese psychologische Marke vor dem Hintergrund zunehmender Handelsspannungen zu verteidigen, urteilte er. Es kämen Zweifel auf, ob die chinesischen Währungshüter an einer stabilen Währung festhielten.

Die brennende Frage laute nun, ob China seine Währung zur Waffe stilisieren wolle, um in einem unübersichtlichen Handelskrieg zurückschlagen zu können. Dem könnte durchaus so sein, glaubt der Experte. Die andere Frage laute, ob China die Kontrolle über das gesamte Finanzsystem nach und nach entglitten sei. Auch diese sei schwer zu beantworten.

09:28 Uhr

KKR ist über Mindestschwelle bei Springer-Übernahme

Axel Springer
Axel Springer 64,35

Der US-Finanzinvestor KKR hat für den Einstieg beim Medienkonzern Axel Springer eine wesentliche Hürde genommen. Die US-Amerikaner haben die nötige Zahl von Aktien für ihr Übernahmeangebot erworben, wie aus einer Mitteilung von Axel Springer hervorgeht. Mehr als 20 Prozent der Springer-Aktionäre hätten das Angebot bis zum Ende der Annahmefrist am 2. August angenommen, teilte der Medienkonzern in Berlin mit. Der Investor bot den Aktionären dafür 63 Euro pro Springer-Aktie. Aktionäre, die ihre Aktien bislang nicht angedient haben, können dies in den kommenden Tagen tun. Die Frist beginnt nach Bekanntgabe des Ergebnisses des Angebots und dauert 14 Tage. Das Angebot sieht einen Preis von 63,00 Euro je Aktie vor.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Knapp 45 Prozent der Springer-Aktien sind im Streubesitz. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und Vorstandschef Döpfner haben mit KKR vereinbart, dass sie ihre Beteiligungen behalten. Die Witwe kontrolliert 42,6 Prozent der Anteile, Döpfner hält 2,8 Prozent. Die Springer-Enkel Ariane und Axel Sven Springer halten zusammen rund 10 Prozent.

09:11 Uhr

Dax startet tief im Minus

Dax
Dax 12.633,60

Der Zuspitzung des Handelskrieges zwischen den USA und China ist auch zu Wochenbeginn bestimmendes Thema an den europäischen Börsen. So leidet auch der deutsche Aktienmarkt massiv darunter. Der Dax rutschte um 0,8 Prozent auf 11.784 Punkte ab. Bereits am Freitag hatte der Leitindex mehr als 3 Prozent verloren. Der MDax sackte um 1,2 Prozent auf 25.320 Zähler ab. Der TecDax verlor 1,5 Prozent auf 2813 Stellen.

09:01 Uhr

Chinas Notenbank erklärt Yuan-Abschwächung

Renminbi Yuan / US-Dollar
Renminbi Yuan / US-Dollar ,14

Die deutliche Abschwächung des Yuan ist nach Aussage von Chinas Zentralbank eine Folge von Protektionismus und höheren Zöllen auf chinesische Güter. In einer Erklärung der Peoples Bank of China (PBoC) heißt es außerdem, der Yuan bleibe stabil und stark gegenüber einem Währungskorb. Die PBoC sei willens und in der Lage, den Yuan in einem vernünftigen Gleichgewicht zu halten.

Zuvor hatte der Chinas Landeswährung deutlich abgewertet. Im frühen Festlandshandel mussten für einen US-Dollar 7,02 Yuan gezahlt werden. Die Marke von 7 Yuan wurde erstmals seit der Freigabe 2008 überschritten. Ein schwächerer Yuan verbessert einerseits die Exportchancen der chinesischen Unternehmen. Andererseits hat China kein Interesse an Spekulationen gegen den Yuan, weil eine Kapitalflucht wie im Jahr 2015 befürchtet wird.

08:42 Uhr

Asiens Märkte leiden unter Zollstreit

Nikkei
Nikkei 22.492,68

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des Zollstreits zwischen den USA und China fliehen Anleger aus den asiatischen Aktienmärkten. Der japanische Nikkei-Index begann die neue Handelswoche mit einem Minus von 1,7 Prozent auf 20.720 Punkte. Die Börse Shanghai büßte 1,1 Prozent auf 2835 Zähler ein. Die chinesische Währung geriet ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug übersprang der US-Dollar erstmals seit mehr als elf Jahren die psychologisch wichtige Marke von sieben Yuan.

  • Ein Ende des Ausverkaufs sei nicht in Sicht, sagte Anlagestratege Ray Attrill von der National Australia Bank. "Wir gehen davon aus, dass es auf absehbare Zeit keine Lösung für den Handelskonflikt gibt."

Zu den größten Verlierern am japanischen Aktienmarkt zählte Kobe Steel. Wegen des Zollstreits senkte der Stahlkocher sein Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2019/2020 auf umgerechnet 85 von 254 Millionen Euro. Auch dies sei noch sehr ehrgeizig, schrieb Analyst Thanh Ha Pham von der Investmentbank Jefferies. Kobe-Titel stürzten um 15 Prozent ab.

08:28 Uhr

Chinas Yuan bricht ein - "Globaler Währungskrieg beginnt"

China warnt seit Tagen, dass es sich Trumps jüngste Eskalation im Handelskrieg nicht gefallen lassen werde.

Renminbi Yuan / US-Dollar
Renminbi Yuan / US-Dollar ,14

Das ist offenbar Pekings erste Salve im beginnenden Währungskonflikt: Erstmals seit dem Jahr 2008 kostete ein Dollar wieder mehr als sieben Yuan. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als "rote Linie", die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde.

Der Yuan-Kurs bewegt sich nicht gänzlich frei nach Marktkräften, sondern wird von der Notenbank Chinas beeinflusst. Die Notenbank führte die Entwicklung auf protektionistische Tendenzen zurück, was als Umschreibung für den Handelsstreit mit den USA gelten kann. Die Überschreitung der wichtigen Marke kommt nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump.

"Ohne Zweifel hat der globale Währungskrieg begonnen", zitiert Bloomberg den Finanzexperten und Direktor von Salter Brothers Asset Management, George Boubouras. 

08:15 Uhr

Ölpreise sinken wieder

Brent Rohöl
Brent Rohöl 59,06

Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn nach einer zwischenzeitlichen Erholung am Freitag wieder gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 61,22 US-Dollar. Das waren 67 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 54 Cent auf 55,12 Dollar. Am Markt wurden die erneuten Preisrückgänge auf den Handelsstreit zwischen den USA und China zurückgeführt. Nachdem US-Präsident Donald Trump vergangene Woche neue Strafzölle auf chinesische Waren angekündigt hatte, wertete die Währung Chinas stark ab.

08:08 Uhr

Euro steigt leicht

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,12

Der Euro hat zu Beginn der neuen Woche leicht zugelegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1130 US-Dollar und damit etwas mehr als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1106 Dollar festgesetzt.

08:00 Uhr

Dax wegen Zollstreit niedriger erwartet

Dax
Dax 12.633,60

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute erneut niedriger starten. Am Freitag hatte er wegen der Eskalation des Zollstreits zwischen den USA und China 3,1 Prozent auf 11.872,44 Punkte verloren. Der Schreck über die Ankündigung neuer US-Strafzölle auf chinesische Waren steckt Investoren noch immer in den Knochen. Daneben warten sie gespannt auf das Barometer für die Stimmung der deutschen Einkaufsmanager. Experten erwarten für Juli einen Stand von 51,4 Punkten - unverändert zum Vormonat. Am Nachmittag stehen vergleichbare Zahlen aus dem US-Dienstleistungssektor auf dem Terminplan. Hier sagen Analysten einen Anstieg auf 55,5 Punkte von 55,1 Zählern voraus.

07:45 Uhr

Eskalation im Handelsstreit belastet Fernost-Börsen

Nikkei
Nikkei 22.492,68

Die Furcht vor einer weiteren Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die asiatischen Börsen auch zu Beginn der neuen Woche belastet. Anleger zogen sich aus Aktien zurück und suchten Zuflucht in als sichere Häfen geltende Anlagen wie den Yen, Gold und Staatsanleihen. In Tokio gab der japanische Leitindex Nikkei im Vormittagshandel 2,4 Prozent auf 20.590 Punkte nach. Vor allem Exportwerte gerieten unter Druck. Die Aktien des Autobauers Nissan verloren 4,8 Prozent, die Papiere des Elektronikkonzerns Panasonic büßten 3,5 Prozent ein. Die südkoreanische Börse in Seoul fiel um mehr als zwei Prozent auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016. Der MSCI-Index für Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans rutschte um rund zwei Prozent ab.