Wirtschaft
Erleichterung herrschte an den US-Börsen auch angesichts der entspannteren Lage in Italien.
Erleichterung herrschte an den US-Börsen auch angesichts der entspannteren Lage in Italien.(Foto: REUTERS)
Freitag, 01. Juni 2018

Wall Street schließt im Plus: Job-Boom gibt US-Börsen Auftrieb

Überraschend gute Arbeitsmarktdaten versetzen die Händler an der New Yorker Börse ins Staunen - und das trotz anhaltender Sorgen wegen des Handelsstreits mit der EU. Weil Gegenzölle drohen, geht die Aktie von Harley Davidson weiter auf Talfahrt.

Die US-Arbeitsmarktdaten haben für eine gute Stimmung an der Wall Street gesorgt. US-Unternehmen hatten im Mai überraschend viele Stellen geschaffen. Dies werteten Investoren als Zeichen für die Stärke der weltgrößten Volkswirtschaft. "Es war durchweg ein guter Bericht", sagte Volkswirt Tom Porcelli von RBC Capital Markets mit Verweis auf die Arbeitsmarktdaten.

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Erleichterung herrschte auch über die Regierungsbildung in Italien, weil damit Neuwahlen abgewendet worden sind. Sie wären möglicherweise zu einer Abstimmung über einen Verbleib in der Euro-Zone geworden. Sorgen bereitet dagegen weiter der Handelsstreit zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern wie der EU, Kanada oder Mexiko.

Der Dow Jones Industrial erholte sich mit einem Plus von 0,90 Prozent auf 24.635,21 Punkten von seinem Vortagesverlust. Auf Wochensicht bedeutet dies jedoch ein Minus von einem knappen halben Prozent. Seit Jahresanfang ist die Bilanz ebenfalls negativ. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,08 Prozent hoch auf 2734,62 Punkte. Noch deutlicher im Plus mit 1,67 Prozent auf 7083,93 Punkten stand der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100, der dabei von einem deutlichen Kurszuwachs der Alphabet-Aktien um 3,2 Prozent angeschoben wurde.

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Weitere Gewinner waren neben Alphabet Konzerne wie Apple und Microsoft, die um 1,8 Prozent und zwei Prozent zulegten. Portfoliomanager Daniel Morgan vom Synovus Trust sagte, diese Titel seien vom Zollstreit nicht betroffen. Zudem legten die Gewinne der Branche rasant zu. Dagegen sanken die Anteilsscheine von Harley-Davidson nochmals um knapp ein Prozent. Sollte sich die EU wirklich zu Gegenmaßnahmen gegen die US-Zölle entscheiden, wäre das Unternehmen aus Milwaukee wohl davon betroffen, weil Motorräder auf der Sanktionsliste stehen.

Nachdem am Donnerstag noch Sorgen vorm Handelskonflikt den Markt geprägt hatten, überzeugte die Anleger zum Wochenausklang der US-Arbeitsmarktbericht. Die BayernLB sprach von einer sehr guten Entwicklung. "Insgesamt ergibt sich aus den Daten ein robustes Bild vom US-Arbeitsmarkt, sodass die US-Notenbank Fed an ihrer Politik gradueller Leitzinserhöhungen festhalten kann", hieß es von der Helaba.

Insgesamt wechselten an der New York Stock Exchange rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 2397 Werte legten zu, 965 gaben nach, und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,16 Milliarden Aktien 2082 im Plus, 863 im Minus und 202 unverändert. Die US-Kreditmärkte gaben in Erwartung weiterer Zinserhöhungen nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 21/32 auf 99-25/32. Die Rendite stieg auf 2,9 Prozent. Der 30-jährige Bond sank um 1-9/32 auf 101-15/32 und rentierte mit 3,05 Prozent.

Was auf dem Börsenparkett in Frankfurt los war, lesen Sie hier.

Quelle: n-tv.de