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Schwerer Weg über die 14.000 Kann Biden den Dax nach oben ziehen?

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Joe Biden wird am Mittwoch US-Präsident - hilft das auch dem Dax auf die Sprünge?

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die 14.000 Punkte aus der ersten Januarwoche kann der Dax nicht halten. Und auch in den kommenden Tagen wird es schwierig, neue Höhen zu erreichen. Dafür sind die Unsicherheiten aufgrund neuer Corona-Maßnahmen zu groß. Da kann selbst der neue US-Präsident nicht ändern.

Der zu Jahresbeginn rekordhohe Dax steht in der neuen Woche vor der nächsten Belastungsprobe. Die Augen der Anleger richten sich wohl vor allem auf die beginnende Saison der Quartalsberichte, die am Mittwoch bevorstehende Machtübergabe in Washington und die weiteren Corona-Maßnahmen. Über das weitere Vorgehen will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder schon am Dienstag und nicht erst wie ursprünglich geplant am 25. Januar beraten.

Dax
Dax 13.786,29

Am Freitag gab der Dax um 1,44 Prozent auf 13.787,73 Zähler nach. Auf Wochensicht brockte ihm dies ein Minus von 1,9 Prozent ein. Mit dem erstmaligen Anstieg über 14.100 Punkte hatten die Anleger in der ersten Januarwoche ihr Pulver verschossen. Zuletzt pendelte der Dax zwischen 13.800 und 14.000 Punkten, weitere Rücksetzer werden nicht ausgeschlossen.

In der neuen Woche wird es frische Impulse von den tonangebenden US-Börsen erst am Dienstag geben: Am Montag ruht der Handel in New York am "Martin Luther King Day". Die Blicke werden zu Wochenbeginn stattdessen wohl auf Wirtschaftszahlen aus China gerichtet, das derzeit als wichtige Stütze für die deutschen Exporte gilt. Commerzbank-Experte Schickentanz hält es für möglich, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal rund sechs Prozent zugelegt hat.

FBI warnt vor Gewalt bei Inauguration

Ab Dienstag läuft dann in den USA die Berichtssaison weiter an mit Unternehmenszahlen vor allem aus dem Bankensektor und später dann auch von Technologiewerten wie Intel oder IBM. Wenn am Mittwoch US-Präsident von Donald Trump sein Amt abgeben muss, droht der Staffelstab nicht reibungslos übergeben zu werden. Nach den jüngsten Krawallen am und im Kapitol warnt die US-Bundespolizei FBI vor potenziellen Gewaltakten rund um die Vereidigung von Joe Biden, der ein neues Corona-Hilfspaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar schnüren will.

Am Donnerstag entscheidet die EZB außerdem über ihre Zinspolitik. Paul Diggle von Aberdeen Standard Investments erwartet keine politischen Entscheidungen und stattdessen eher Aussagen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der erneuten Lockdowns und des Brexit-Deals.

Abgerundet wird die Agenda zu Wochenschluss von Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone, die als wichtiges Stimmungsbarometer in den Führungsetagen der Unternehmen gelten. Auf Unternehmensseite sind die Aktien von PSA und Fiat Chrysler ab Montag Geschichte, dann formen die Autokonzerne unter dem Namen Stellantis einen neuen Giganten mit 14 Marken.

Quelle: ntv.de, mli/dpa