Marktberichte

"Wir stehen an einem Scheideweg" Konjunktur stützt Dow

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(Foto: AP)

Wichtigster Impulsgeber für die US-Aktienkurse bleibt der Arbeitsmarkt. Zudem sorgen Disney-Zahlen für Stabilität. Die Blicke aber richten sich bereits auf morgen - dann wird der Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.

Die US-Börsen haben ihre jüngste Verlustserie unterbrochen und deutlich zugelegt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent höher bei 15.628 Punkten - das ist das bislang größte Tagesplus des Jahres. Wegen der Sorgen um einige Schwellenländer aber steht bei dem Leitindex seit Jahresbeginn immer noch ein Minus von knapp 6 Prozent zu Buche. Der breiter gefasste S&P-500 legte ebenfalls 1,2 Prozent zu auf 1773 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 4057 Punkte.

Für gute Stimmung hatten überraschend gute Daten vom Arbeitsmarkt und eine starke Disney-Bilanz gesorgt. In der vergangenen Woche beantragten unerwartet wenige Amerikaner Arbeitslosenhilfe und schürten damit Hoffnungen auf eine tiefgreifende Erholung der US-Konjunktur. Die Furcht vor einem konjunkturellen Rückschlag in den USA und den Schwellenländern hatte die Wall Street zuletzt kräftig ins Minus gedrückt.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der vergangenen Woche um 20.000 auf 331.000 zurück, während Analysten im Schnitt mit 335.000 gerechnet hatten. Viele Anleger fragen sich derzeit, ob die Schwäche der jüngsten Konjunkturdaten lediglich ein Effekt des Wintereinbruchs in den USA ist oder die Wirtschaft tatsächlich ins Stottern geraten ist. Börsianer warten deshalb bereits gespannt auf den Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag veröffentlicht werden soll. "Alle Augen sind auf die Zahlen in dem Bericht gerichtet. Aber was immer auch darin stehen mag, es wird wegen des Wetters wohl schnell wieder vergessen werden", sagte Tim Ghriskey von der Solaris Group.

"Wir stehen an einem Scheideweg", sagte Marktstratege Yousef Abbasi von JonesTrading Institutional Services mit Blick auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht. Die jüngste Schwäche bei Konjunkturdaten nahm Volkswirt Peter Cardillo von Rockwell Global Capital gelassen. "Die wirtschaftliche Aktivität durchläuft aktuell eine Periode der Schwäche, die dem schlechten Wetter geschuldet ist. Aktienanleger sollten daher nicht in Panik verfallen."

Anleger flüchten aus Twitter

Keine Panik, aber doch Sorgen bereiteten dagegen die Geschäftsberichte von Twitter und General Motors. Der erste Geschäftsbericht von Twitter seit dem Börsengang entwickelte sich zum Desaster, die Aktie des Kurznachrichtendienstes brach ein und büßte rund ein Viertel ihres Wertes ein. Zwar verdoppelte sich im Schlussquartal 2013 der Umsatz im Vergleich dem Vorjahr, doch zugleich rutschte das Unternehmen auch stärker in die Miesen. Die Skepsis wuchs, weil sich im vierten Quartal erneut weniger neue Nutzer angemeldet hatten. Erstmals zeigte sich auch, dass bereits angemeldete Nutzer weniger intensiv auf den Dienst zugriffen.

General Motors enttäuschte mit seinem Quartalsbericht ebenfalls. Der Gewinn verfehlte klar die Prognosen und auch der Umsatz fiel glanzlos aus. Der US-Autobauer verzeichnete unter anderem einen Gewinneinbruch in Südamerika. Die Aktie fiel zunächst deutlich, erholte sich dann aber ebenso klar und schloss nur ganz knapp im Minus, nachdem der Konzern bekräftigt hatte, dass 2014 ein besseres Jahr werden würde.

Auch Disney-Aktien standen im Rampenlicht. Der Film "Die Eiskönigin" hatte dem Unterhaltungskonzern im vergangenen Quartal einen Gewinnanstieg beschert, der stärker als erwartet ausgefallen war. Für die Aktie ging es um 5,3 Prozent nach oben.

Der Tabakkonzern Philip Morris sprach im Rahmen der Quartalsbilanz von steigenden Geschäften mit weniger gesundheitsschädlichen Produkten. Der bereinigte Betriebsgewinn legte um 6,3 Prozent zu, obwohl der Absatz zurückging. Die Aktie gewann 1,6 Prozent.

Die Anteilsscheine von Green Mountain Coffee Roasters schossen um 26,2 Prozent in die Höhe. Der Getränkegigant Coca-Cola beteiligte sich mit 10 Prozent an dem Unternehmen und vereinbarte zudem eine zehnjährige Kooperation bei Kaffeekapseln. Coca-Cola zogen um 1,1 Prozent an.

Quelle: ntv.de, jga/DJ

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