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Rekordhoch beim Dow Jones Neuer Handelsdeal verbreitet Optimismus

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(Foto: picture alliance / Bryan Smith/Z)

Die Standardwerte an der Wall Street schütteln am Dienstag das international schwache Börsenumfeld ab. Gesprächsthema Nummer eins sind die Schuldenpläne Italiens. Den Dow kann auf seiner Rekordrally aber nichts aufhalten.

Mit einer uneinheitlichen Tendenz hat die Wall Street am Dienstag den Handel beendet. Während der Dow-Jones-Index vor dem Hintergrund des neuen nordamerikanischen Freihandelsabkommens auf ein neues Rekordhoch kletterte, schlossen der S&P-500 sowie der Nasdaq-Composite im Minus. Für etwas Belastung sorgten auch die jüngsten Entwicklungen in Italien, welche die Sorgen um eine neuen Euro-Krise steigen ließen. Aber auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist weiterhin ungelöst, auch wenn die USA hier Gesprächsbereitschaft signalisiert hat.

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Die Gespräche könnten nach Aussage des Chefwirtschaftsberaters der US-Regierung im Dezember fortgesetzt werden. Lawrence Kudlow, Direktor des National Economic Council, sagte eine Wiederaufnahme der Gespräche beim G20-Treffen im Dezember in Buenos Aires sei möglich.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 26.774 Punkte und legte damit den vierten Handelstag in Folge zu. Das neue Allzeithoch liegt nun bei 26.825 Punkten. Der S&P-500 fiel dagegen um einen Punkt auf 2.923 Punkte. Der Nasdaq-Composite reduzierte sich um 0,5 Prozent auf 8.000 Punkte. Umgesetzt wurden 806 (Montag: 786) Millionen Aktien. Dabei standen den 1.173 (1.215) Kursgewinnern 1.806 (1.794) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 114 (82) Titel die Sitzung.

Claudio Borghi, Vorsitzender der Lega und des italienischen Haushaltsausschusses, hatte die Börsen, vor allem in Europa, zunächst mit der Aussage belastet, Italien könnte seine Fiskalprobleme besser bewältigen, wenn das Land seine eigene Währung hätte. Jedoch betonte er später, es gebe keine Pläne für einen Euro-Austritt. In der Folge kam es zu einer leichten Erholung an den europäischen Börsen.

"Es gibt zwei Elemente in Bezug auf die Marktreaktion und Italien: Die Defizitdaten überraschten sehr negativ und auf der anderen Seite wurde das politische Signal ausgesandt, dass der (Wirtschafts- und Finanz-) Minister die Haushaltsentwicklung nicht im Griff hat", sagte Chefanlagestrategin Isabelle Mateos y Lago von Blackrock. "Die Erwartung, dass das neue Freihandelsabkommen sich auch auf ein Abkommen mit China übertragen lässt, bleibt wohl ein Wunschdenken", ergänzte Analystin Fiona Cincotta von City Index.

Unter den Einzelaktien gaben die Titel des Getränkeherstellers Pepsico um 1,8 Prozent nach. Der Konzern schnitt im dritten Quartal besser als erwartet ab. Gleichzeitig warnte das Unternehmen jedoch davor, dass der starke Dollar wieder einen Prozentpunkt Wachstum beim unbereinigten Umsatz kosten werde.

Die Aktien von Amazon schlossen 1,6 Prozent im Minus. Der Online-Händler will den Mindestlohn in den USA anheben. Für die Halbleiterwerte ging es dagegen nach oben, der Sektor legte um 0,7 Prozent zu. Die Aktien von Nvidia kletterten erneut auf ein Allzeithoch, dieses liegt nun bei 292,76 Dollar. Die Aktie verlor nach anfänglichen gewinn dann aber 1,0 Prozent.

Im Dow-Jones-Index standen die Aktien von Boeing (plus 1,1 Prozent) und Caterpillar (plus 1,7 Prozent) mit an der Spitze, die besonders von dem neuen Freihandelsabkommen profitieren dürften. Tagesgewinner war allerdings die Intel-Aktie, die um 3,6 Prozent zulegte.
Für die Titel von Fiat Chrysler ging es um 0,6 Prozent abwärts. Der Autohersteller verzeichnete beim US-Autoabsatz im September ein Plus von 15 Prozent. Vor allem Fahrzeuge der Marke Jeep erfreuten sich mit einer Zunahme um 14 Prozent erhöhter Nachfrage. Insgesamt zeugte sich der US-Automarkt im September aber eher schwach. So brach der US-Absatz von Ford im gleichen Zeitraum um gut 11 Prozent ein. Die Aktie büßte 1,3 Prozent ein. Auch General Motors (GM) verzeichnete im dritten Quartal ein deutliches Absatzminus. Die GM-Aktie fiel um 2,6 Prozent.

Der Euro geriet mit den Schlagzeilen aus Italien deutlich unter Druck und rutschte auf ein Tagestief bei 1,15 Dollar ab. Im Verlauf konnte er sich allerdings wieder etwas erholen und notierte im späten US-Handel bei 1,1551 Dollar. Die Commerzbank sieht in der Fiskalpolitik Italiens einen dauerhaften und deutlichen Belastungsfaktor für den Euro. Mit der Italien-Krise waren die "sicheren Häfen" gesucht. Davon profitierten die US-Anleihen. Hier fiel die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 2,6 Basispunkte auf 3,06 Prozent.

Auch Gold war vor diesem Hintergrund gesucht. Die Feinunze des Edelmetalls legte zum US-Settlement trotz der Stärke des Dollar um 1,3 Prozent auf 1.207 Dollar zu und markierte damit den höchsten Stand seit dem 20. September. Zudem erhöhten die fallenden Anleiherenditen die Attraktivität des Edelmetalls, hieß es.

Die Ölpreise zeigten sich nach den Aufschlägen der vergangenen Tage und dem Anstieg der Notierungen bis auf den höchsten Stand seit rund vier Jahren wenig verändert. Übergeordnet stützte weiter die Aussicht auf eine mögliche Verknappung der Fördermenge im Zuge der neuen Iran-Sanktionen. Kurzfristig seien die Blicke aber auf die wöchentlichen US-Lagerdaten gerichtet, bei den mit dem zweiten Anstieg in Folge gerechnet werde, so ein Beobachter. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel zum US-Settlement um 0,1 Prozent auf 75,23 Dollar, für Brent ging es um 0,2 Prozent auf 84,80 Dollar nach unten.

Quelle: n-tv.de, kpi/rts/DJ

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