Marktberichte

Dow Jones im Minus Poker um Corona-Hilfen belastet US-Börse

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Wann gibt es eine Einigung über neue Corona-Milliarden für die US-Wirtschaft?

(Foto: AP)

Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA wieder steigt, kann sich die Politik nicht auf ein neues Milliarden-Hilfspaket einigen. Anleger werden langsam nervös: Die wichtigsten Indizes an der Wall Street verlieren Punkte. Eine Aktie sorgt jedoch für gute Laune.

Das Ringen um Milliardenhilfen für die unter der Corona-Pandemie leidende US-Wirtschaft hält die Börsen weiter in Atem. Trotz der Hoffnung auf eine rasche Einigung zogen sich einige Aktienanleger angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen zurück. Der Dow-Jones-Index verlor 0,4 Prozent auf 28.210,82 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 11.484,69 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,2 Prozent auf 3.435,55 Punkte ein.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 12.198,74

Der Stabschef des Weißen Hauses Mark Meadows sagte dem Sender Fox Business, dass die Regierung und die Demokraten im Repräsentantenhaus eine Einigung auf neue Stützen für die Wirtschaft innerhalb der nächsten 48 Stunden anstrebten. Der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zufolge besteht die Aussicht auf eine Einigung. Selbst bei einem Durchbruch bleibe aber das durch die Pandemie verursachte Problem der Massenarbeitslosigkeit, warnte Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere. "Sie beeinträchtigt Nachfrage, Wachstum und Investitionen." Fed-Notenbankdirektorin Lael Brainard warnte den US-Kongress, dass ein Ausbleiben weiterer Konjunkturhilfen das größte Risiko für den Wirtschaftsausblick darstelle.

Unterdessen breitet sich das Corona-Virus weiter aus. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters wurden in den USA mindestens 60.499 Menschen Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Damit liegt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle bei 8,31 Millionen. Die weltweit steigenden Zahlen setzten auch Europas Börsen unter Druck. Der deutsche Leitindex Dax verlor 1,4 Prozent auf 12.557 Punkte und notierte damit so niedrig wie seit Anfang Oktober nicht mehr. Für Gesprächsstoff bei Börsianern sorgte auch, dass sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Virus angesteckt hat.

Ein Kundenzuwachs unter Markterwartungen schickte Netflix auf Talfahrt. Die Aktien der Online-Videothek rutschten um 6,9 Prozent ab. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die Firma wegen der Corona-Restriktionen in der ersten Jahreshälfte so viele Neukunden gewonnen habe wie im Gesamtjahr 2019, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

Der Betreiber des Messengerdienstes Snapchat, Snap, überzeugte hingegen mit einem größeren Kundenwachstum als erwartet. Die Titel gewannen fast 29 Prozent. Der Einstieg ins Geschäft mit Kryptowährungen beflügelte PayPal. Die Aktien des Zahlungsdienstleisters schnellten um mehr als fünf Prozent nach oben. Kunden können künftig Bitcoin und andere digitale Währungen mit PayPal kaufen und verkaufen.

Quelle: ntv.de, kst/rts