Marktberichte

Indizes markieren Allzeithochs Rekordjagd an der Wall Street setzt sich fort

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Das Phase-1-Abkommen zwischen China und den USA stimmen die Anleger erst einmal zuversichtlich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Stimmung an der US-Börse ist gut: Der erste Teil des Handelsabkommens zwischen China und den USA wird von den Marktteilnehmern gut aufgenommen. Die Indizes erreichen neue Allzeithochs, flachen dann allerdings ab. Als großer Gewinner geht die Google-Mutter Alphabet aus dem Börsentag.

Die jüngste Unterzeichnung des Teilabkommens zwischen den USA und China sowie mehrheitlich überzeugende US-Konjunkturdaten haben an der Wall Street für eine Fortsetzung der Rekordjagd gesorgt. Die wichtigen Indizes markierten nach der Startglocke neue Allzeithochs. Daneben richten sich die Blicke nun verstärkt auf die Berichtssaison. Am Mittwoch wurde das lang erwartete Phase-1-Handelsabkommen unterzeichnet. Die US-Börsen hatten zwar vorab schon neue Rekordhöhen erklommen, doch bröckelten die Gewinne im Vortagesverlauf wieder ab. Denn Kritiker bemängelten, dass das Abkommen mehr Absichtserklärungen enthalte als konkrete Vereinbarungen und dass zudem wesentliche Streitpunkte damit nicht ausgeräumt seien.

Die Mehrzahl der Marktteilnehmer scheint jedoch zuversichtlich, dass diesem ersten Schritt bald weitere folgen werden, und konzentriert sich auf die positiven Seiten. "Die Phase eins liegt nun hinter uns und hat die Erwartungen der Märkte erfüllt", sagte Tom Essaye, President von Sevens Report. "Die Frage ist nun, ob die Vereinbarung zu einem stärkeren globalen Wirtschaftswachstum führen wird und hierfür sind die Aussichten weiter unklar", ergänzte der Teilnehmer.

"Markt liegt auf sehr hohem Bewertungsniveau"

Der Fokus richtet sich zudem verstärkt auf die laufende Berichtssaison. "Diese könnte ein Barometer für eine konjunkturelle Stabilisierung sein", sagte Tom Stringfellow, President und Chief Investment Officer bei Frost Investment Advisors. "Der Markt liegt auf einem sehr hohen Bewertungsniveau, dass durch die Unternehmensberichte nun bestätigt werden muss", ergänzte Christopher Iggo, Chief Investment Officer bei AXA Investment Management.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,9 Prozent auf 29.298 Punkte und schloss damit praktisch auf Tageshoch. Der S&P-500 verbesserte sich um 0,8 Prozent auf 3.317 Punkte und der Nasdaq-Composite stieg um 1,1 Prozent auf 9.357 Punkte. Den 2.064 (Mittwoch: 1.612) Kursgewinnern an der NYSE standen dabei 875 (1.289) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 72 (122) Aktien.

Hier können Sie nachlesen, wie sich der Dax an diesem Tag geschlagen hat.

Überzeugend fiel unter den veröffentlichten Konjunkturdaten vor allem der Philadelphia-Fed-Index aus, der im Januar überraschend kräftig auf 17,0 Punkte gestiegen ist. Ökonomen hatten lediglich 4,8 erwartet, nachdem im Dezember ein Stand von 2,4 ermittelt worden war. Weiterhin gut ist die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt. In der vergangenen Woche reduzierte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unerwartet deutlich. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Dezember im erwarteten Rahmen, während die Importpreise im vergangenen Monat etwas weniger stark anzogen als von Ökonomen prognostiziert. Die Daten zu den US-Lagerbeständen für November entsprachen mit einem Rückgang um 0,2 Prozent den Erwartungen.

Alphabet sprengt 1-Billion-Dollar-Marke

Mit Morgan Stanley hat am Donnerstag eine weitere US-Großbank über das vierte Quartals berichtet. Nachdem die Zahlen anderer Branchengrößen wie Wells Fargo und Bank of America in den vergangenen Tagen durchwachsen ausgefallen waren, kam der Quartalsausweis von Morgan Stanley gut an. Steigende Einnahmen aus dem Investmentbanking und dem Handelsgeschäft haben im vierten Quartal für Redkordeinnahmen gesorgt. Die Aktie stieg um 6,6 Prozent.

Schon am Vortag nach Börsenschluss hatte Alcoa Quartalsergebnisse vorgelegt, die enttäuschten. Der Aluminiumkonzern hat für das vierte Quartal 2019 einen höher als erwarteten Verlust verzeichnet und auch beim Umsatz unter den Erwartungen des Marktes gelegen. Damit hat der Konzern laut Daten von Factset in fünf der vergangenen sechs Quartale einen Verlust verzeichnet. Die Aktie brach um 11,9 Prozent ein. Für die Aktie der Google-Mutter Alphabet ging es um 0,8 Prozent nach oben. Die Marktkapitalisierung übersprang damit die Marke von 1 Billion Dollar. Dies gelang zuvor nur Apple, Amazon und Microsoft. Ein negativer Analystenkommentar drückte die Tesla-Aktie 1,0 Prozent ins Minus. Morgan Stanley hat die Titel auf "Sell" von "Hold" abgestuft. Allerdings sind Tesla in den vergangenen Tagen stetig gestiegen und haben dabei Rekordmarken erreicht.

Ölpreise mit kräftiger Erholung

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 41,02

Die Ölpreise legten nach dem Rücksetzer vom Mittwoch deutlicher zu. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 1,2 Prozent auf 58,48 Dollar. Brent legte um 0,9 Prozent auf 64,58 Dollar zu. Am Vortag hatten die wöchentlichen Daten zu den US-Ölvorräten die Preise zeitweise auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen gedrückt. Nun setzten die Investoren vor dem Hintergrund des Phase-Abkommens im Handelsstreit auf höhere Ölimporte durch China, so ein Marktteilnehmer. Daneben hat der US-Senat am Donnerstag auch das Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada ratifiziert, was die Erwartungen für einen steigenden Ölverbrauch ebenfalls beflügelte.

Mit den guten US-Konjunkturdaten gaben die "sicheren Häfen" Gold und Anleihen leicht nach. Die Feinunze gab Gewinne aus dem frühen Handel wieder ab und verlor 0,2 Prozent auf 1.554 Dollar. Dennoch seien die langfristigen Aussichten für das Edelmetall mit der Geldpolitik der Notenbanken, den weiter herrschenden Unsicherheiten im Handelsstreit sowie einem fallenden Dollar recht positiv, sagte Edward Moya, Senior Market Analyst bei Oanda.

Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen legte mit den sinkenden Notierungen um 2,0 Basispunkte auf 1,81 Prozent zu. Auch hier belasteten die überzeugenden US-Daten, hieß es. Insgesamt bewege sich die Rendite der zehnjährigen Papiere aber weiterhin in einer recht engen Spanne zwischen 1,71 und 1,90 Prozent, sagte ein Analyst. Am Devisenmarkt gab es nur wenig Bewegung. Der Euro notierte im späten US-Handel mit 1,1138 Dollar nur wenig verändert zum Vortag. Der Yuan legte nach dem Phase-1-Handelsabkommen zwischen China und den USA gegenüber dem Dollar weiter zu. Der Greenback fiel auf 6,8785 Yuan, nach 6,8916 Yuan am Vortag.

Quelle: ntv.de, ibu/DJ