Marktberichte

Drohender Regierungsstillstand Trump bremst Wall-Street-Erholung aus

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(Foto: AP)

Politische Börsen haben kurze Beine, sie sind aber meist volatil: An der Wall Street lockt erst die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit mit China die Anleger in den Markt. Dann poltert Trump mit seinem Lieblingsthema los.

US-Präsident Donald Trump hat im Streit über den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko mit einem Regierungsstillstand gedroht und damit die Erholung an den US-Börsen ausgebremst. Trump sagte am Dienstag bei einem Treffen mit den oppositionellen Demokraten, er werde im Haushaltskonflikt mit dem Kongress einen "government shutdown" in Kauf nehmen, wenn er nicht das bei der Grenzsicherung bekomme, was er wolle. Die Börsen gaben daraufhin einen großen Teil ihrer Gewinne vom Vormittag ab, der Leitindex Dow Jones drehte ins Minus. Bislang ist die Finanzierung der Bundesbehörden nur bis zum 21. Dezember gesichert.

Der Dow ging 0,2 Prozent schwächer bei 24.370 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500 lag unverändert bei knapp 2637 Zählern, der Index der Nasdaq Composite stieg dagegen um 0,2 Prozent auf knapp 7032 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 1,5 Prozent höher bei 10.780 Punkten aus dem Handel.

Berg- und Talfahrt

Die politischen Nachrichten erhöhten die Volatilität an den Börsen, sagte Carol Schleif, Vize-Chefinvestorin bei Abbot Downing. "Wir können die Nachrichten nicht kontrollieren, aber wir können uns auf die immer noch starken Fundamentaldaten verlassen", sagte sie mit Verweis auf die zuletzt starken Konjunktur- und Firmendaten.

Am Vormittag hatten die Kurse noch nach Spekulationen auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China zugelegt. Hoffnung machte ein Telefonat von US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He. Die drei Regierungsvertreter loteten den Fahrplan für weitere Verhandlungen zur Lösung des Handelskonflikts aus. Trump sprach per Twitter von "sehr produktiven Gesprächen mit China". "Achtet auf einige wichtige Ankündigungen!"

Die USA rechnen damit, dass China die Zölle auf US-Importautos wieder senkt, wie ein Automanager unter Berufung auf das Telefonat sagte. Der Zollsatz solle auf 15 Prozent reduziert werden, derzeit liegt er bei 40 Prozent. Die Titel von General Motors, FiatChrysler und Ford gewannen daraufhin zeitweise bis zu etwa drei Prozent.

Quelle: n-tv.de, bad/mba/rts

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