Hoffen und Bangen im Handelsstreit: Dax landet komfortabel
Positive Signale im US-Handelsstreit mit China sowie unerwartet gute Wirtschaftsdaten haben dem deutschen Aktienmarkt einen kräftigen Schub nach oben gegeben.
DAXDer Dax schloss mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 10.780,51 Punkten und machte damit seinen Kursrückgang von rund 1,5 Prozent zum Wochenstart wieder wett.
Allerdings büßte der Leitindex ein gehöriges Stück seines satten Nachmittagsgewinns im späten Handel wieder ein. Auch die Kursgewinne im MDax bröckelten im Schlussgeschäft merklich ab, der Index gewann letztlich 0,7 Prozent auf 22 220,88 Zähler.
In den Handelskonflikt zwischen China und den USA schien zunächst im positiven Sinne Bewegung zu kommen. US-Präsident Donald Trump sprach auf Twitter von "sehr produktiven Gesprächen mit China". Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, China bewege sich in Richtung einer Senkung der Zölle auf importierte US-Autos.
Im späten Handel sorgte dann aber ebenfalls eine Bloomberg-Meldung für einen Dämpfer. Laut der Agentur ist ein ehemaliger kanadischer Diplomat in China verhaftet worden. Das wiederum löst Spekulationen über eine mögliche chinesische Vergeltungsaktion für die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada aus.
Das war der Börsen-Tag für heute. Morgen Früh geht es an dieser Stelle munter weiter. Eine gute Lektüre zum Abend ist die Einschätzung der Kollegin Judith Görs zu Emmanuel Macron und seinem Einknicken vor den Gelbwesten. Wider besseren Wissens macht der französische Präsident finanzielle Versprechungen und sendet damit ein fatales Signal an die europäischen Partner. Lesen Sie hier!
Dell kehrt nach Weihnachten an die Börse zurück
Der hoch verschuldete US-Computerhersteller Dell kehrt am 28. Dezember an die New Yorker Börse zurück. Die Anteilseigner winkten einen Aktienrückkauf durch, der den Weg an den Aktienmarkt ebnen soll.
Der Konzern kauft die sogenannten Geschäftsbereichsaktien (tracking stocks) für bis zu 23,9 Milliarden Dollar in bar und in Aktien zurück, die er vor zwei Jahren zur Finanzierung der Übernahme des Speichersystem-Anbieters EMC ausgegeben hatte, wie Dell mitteilte.
"Damit vereinfachen wir die Kapitalstruktur von Dell Technologies und bringen die Interessen der Aktionäre in Übereinstimmung", sagte Firmengründer und Vorstandschef Michael Dell.
China-kompatible Suchmaschine? Google erntet Kritik
Menschenrechtler protestieren gegen den Plan des Internetkonzerns Google, eine auf die Zensurbedürfnisse der chinesischen Behörden zugeschnittene Suchmaschine zu entwickeln.
Ein internationales Bündnis von 60 Menschenrechtsgruppen rief den Konzern in einem gemeinsamen Appell zum Verzicht auf das Vorhaben in der Volksrepublik auf. Sie beklagten, dass das Projekt keinen ausreichenden Datenschutz garantiere und zudem den Richtlinien des Konzerns zuwiderlaufe.
Google hatte sich vor acht Jahren vom Suchmaschinen-Markt in China zurückgezogen. Der Konzern zog damit die Konsequenz aus der Forderung der chinesischen Behörden, die Suchergebnisse für die Google-Nutzer zu zensieren. Im Oktober bestätigte Google-Chef Sundar Pinchai dann erstmals Berichte, wonach der Konzern an einer neuen, auf China zugeschnittenen Suchmaschine arbeite.
Dax gewinnt über zwei Prozent: Chipwerte in Rallylaune
Die Trendwende an der Wall Street sowie ein deutlich verbesserter ZEW-Index in Deutschland beschleunigt den Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt.
DAXDen Dax treibt das um 2,3 Prozent auf 10.869 Zähler nach oben, der Euro-Stoxx-50 steigt um 2,0 Prozent auf 3079 Punkte. Kräftige Gewinne zeigen Tech- und Autowerte, bei Wirecard und Infineon geht es um 4,5 bzw. 3,0 Prozent nach oben. Chip-Titel wie AMS zeigen sich sogar in Rallylaune und springen knapp 10 Prozent nach oben.
Und so läuft's in den USA:
S&P 500
Retourkutsche für Huawei?: China soll kanadischen Ex-Diplomaten festhalten
Gerade sah es wieder nach Entspannung im Handelskonflikt zwischen China und den USA aus, da meldet Bloomberg, dass offenbar ein ehemaliger kanadischer Diplomat in China verhaftet wurde.
Die US-Finanzagentur beruft sich auf Angaben der International Crisis Group, eine Nichtregierungsorganisation, die Analysen und Lösungsvorschläge zu internationalen Konflikten liefert. In einer schriftlichen Erklärung heißt es, der Mitarbeiter Michael Kovrig sei inhaftiert worden.
Kovrig hatte vor seiner Anstellung bei der International Crisis Group als kanadischer Diplomat in Peking, Hongkong und bei der UNO in New York gearbeitet.
"Wir tun alles Mögliche, um zusätzliche Informationen über Michaels Aufenthaltsort sowie seine schnelle und sichere Freilassung zu erhalten", schreibt der Think Tank.
Vor zwölf Tagen hatte die Polizei in Kanada auf Ersuchen der US-Behörden die Finanzchefin von Huawei festgenommen. China ist empört und beklagt Menschenrechtsverletzungen.
Warum Trump Huawei für eine Gefahr hält, lesen Sie hier
DIW: Macrons Reaktion ist ein Schnellschuss
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die jüngsten Ankündigungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Reaktion auf die Unruhen in dem Land kritisiert. "Die Reaktion der französischen Regierung auf die Unruhen ist ein Schnellschuss, der wirtschaftlich nur begrenzt sinnvoll ist und die Unzufriedenheit im Land kaum lindern wird", erklärte DIW-Präsident Marcel Fratzscher.
Macron habe in den vergangenen 18 Monaten viele wichtige Reformen umgesetzt, aber dabei zu häufig die Sorgen und Ängste der Mittelschicht und der Einkommensschwächsten nicht berücksichtigt.
Euro / DollarSein größter Fehler sei die Abschaffung der Vermögensteuer gewesen, was sich als ein fatales Signal erwiesen habe. "Wir sollten uns in Deutschland nicht zu sicher sein, dass es hier nicht zu einem ähnlichen Widerstand kommen kann", warnte Fratzscher. Denn auch die Bundesregierung betreibe zu viel Klientelpolitik, wie man bei der Diskussion um die Soli-Abschaffung und der Rentenpolitik sehe.
Die französische Haushaltspolitik belastet den Euro-Kurs. Am Nachmittag fällt die Gemeinschaftswährung auf 1,1314 US-Dollar. Am Mittag hatte der Euro noch in der Nähe der Marke von 1,14 Dollar notiert.
BGA warnt: Frankreich könnte EU-Reformen bremsen
Der deutsche Außenhandelsverband BGA fürchtet wegen der innenpolitischen Turbulenzen in Frankreich Bremseffekte für die geplanten Reformen in der Europäischen Union.
"Nur ein wirtschaftlich starkes Frankreich ist auch politisch stark. Und wir brauchen dringend einen starken Partner an unserer Seite, um in Europa weiterzukommen", sagte BGA-Präsident Holger Bingmann. "Insofern ist es bitter, dass Frankreich, das zuletzt wichtige Impulse für die Zukunft Europas gesetzt hat, durch innerfranzösische Probleme ausgebremst wird." Das könne Deutschland, zu dessen wichtigsten Handelspartnern Frankreich zähle, nicht egal sein.
"Dass Präsident Emmanuel Macron jetzt Steuererhöhungen verschiebt und den Mindestlohn anhebt, halte ich angesichts der wirtschaftlichen und haushalterischen Probleme für problematisch", ergänzte Bingmann. Die aktuellen Probleme müsse Frankreich mit strukturellen Reformen angehen.
China bereitet wohl Senkung der Zölle auf US-Autos vor
In den Handelskonflikt zwischen China und den USA scheint - trotz der Festnahme der Finanz-Chefin von Huawei - positive Bewegung zu kommen.
US-Präsident Donald Trump schreibt auf Twitter: "Sehr produktive Gesprächen mit China". Gleichzeitig stellt er "wichtige Ankündigungen" in Aussicht. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert Insider mit den Worten, China habe sich in Richtung einer Senkung von Zöllen von importierten Autos aus den USA bewegt.
Ein Vorschlag, der die Reduzierung von Zöllen auf amerikanische Autos von derzeit 40 Prozent auf 15 Prozent vorsehe, werde von der chinesischen Regierung in den kommenden Tagen geprüft, heißt es.
Vertreter beider Länder sollen am Morgen Ortszeit in Peking ein Telefongespräch geführt haben. Dabei sei deutlich geworden, dass der Dialog trotz einer diplomatischen Krise im Zuge der Verhaftung der chinesischen Topmanagerin in Kanada fortgesetzt werden solle.
Hier mehr zum Thema
Die derzeitigen Verhältnisse in den USA sind für eine Reihe ehemaliger Senatoren nicht mehr tragbar. Hier mehr
Rupie erholt sich vom Kurssturz
Nach dem Absturz gestern in Reaktion auf den überraschenden Weggang des indischen Notenbankchefs aus persönlichen Gründen macht die Rupie etwa die Hälfte der Einbußen wieder wett.
Der Dollar wird mit 71,80 Rupie gehandelt, verglichen mit in der Spitze über 72,60 am Vortag. Vor Bekanntwerden des Rücktritts hatte der Kurs bei etwa 71,20 gelegen.
Notenbankchef Urjit Patel habe als Ökonom allgemein Ansehen genossen, kommentiert Commerzbank-Analyst Hao Zhou. Derzeit gebe es einen angespannten Schlagabtausch zwischen der Notenbank und der Regierung rund um die Geldpolitik.
Patels Rücktritt erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt, denn am Dienstag wird gespannt auf den Ausgang der Wahlen in drei Bundesstaaten gewartet. Sollte die Regierungspartei Bharatiya Janata Party (BJP) in den wichtigen Bundesstaaten ihre Mehrheit verlieren, wird mit starker Volatilität am Markt - und letztendlich einer negativen Entwicklung der Rupie - zu rechnen.
Wissen Sie, wie Sie Ihr Restgeld aus dem Urlaub flüssig machen können. Hier ein Beispiel, zu finden in unseren Startup News.
Entwarnung bei China-Zöllen? VW & Co. ziehen an
Spekulationen über eine baldige Kürzung der chinesischen Strafzölle auf in den USA produzierte Autos beflügeln die Aktien der europäischen Fahrzeughersteller. Der Branchenindex verdoppelt innerhalb kurzer Zeit seine Kursgewinne auf 3,1 Prozent.
VW VorzügeDie Titel von BMW und Daimler, die in den USA Geländewagen herstellen und nach China exportieren, legen je 2,7 Prozent zu.
VW ziehen über 4,0 Prozent an. Die Papiere von Peugeot, Renault und Fiat Chrysler sowie Aktien von Zulieferern wie Continental und Faurecia verzeichnen ebenfalls Kurszuwächse.
Auch der Dax baute seine Gewinne aus und notiert 1,8 Prozent fester bei 10.820 Punkten.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf Insider, China sei bereit, die Zölle für Autos aus den USA auf 15 Prozent von derzeit 40 Prozent zu senken. Dieser Vorschlag sei dem Kabinett in der Volksrepublik vorgelegt worden und werde in den kommenden Tagen überprüft.
Erst Rom, dann Paris: Macron sagt dem Sparen Adieu
Pläne für höhere Staatsausgaben in Frankreich sorgen prompt für Unruhe am Anleihemarkt:
Der Risikoaufschlag für die zehnjährigen französischen Titel auf die entsprechenden Bundesanleihen weitet sich auf 47,5 Basispunkte aus und erreicht damit den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren.
"Die Maßnahmen der Regierung in Paris lassen darauf schließen, dass sich das Staatsdefizit 2019 ausweitet und sich die finanzielle Position Frankreichs schwächt", sagt Commerzbank-Analyst Rainer Guntermann. Der französische Präsident Emmanuel Macron will mit sozialen Maßnahmen auf die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen die Steuerpläne der Regierung reagieren:
So soll der Mindestlohn um 100 Euro pro Monat steigen.
Ruheständler, die eine Rente unter 2000 Euro beziehen, sollen von Steuererhöhungen ausgenommen werden.
Zudem soll auf die Wiedereinführung der Vermögenssteuer verzichtet werden.
Wegen der Zusagen Macrons droht dem Land im kommenden Jahr wieder ein Verstoß gegen die EU-Defizitvorgaben. Parlamentspräsident Richard Ferrand, ein enger Vertrauter Macrons, sagte, die Drei-Prozent-Grenze werde 2019 "vorübergehend" überschritten. Nach Angaben eines Regierungssprechers kosten die neuen Zugeständnisse den Staat "zwischen 8 und 10 Milliarden" Euro.
Mit 2,3 Billionen Euro hat Frankreich ebenso hohe Schulden wie Italien, die Schulden Italiens liegen allerdings bei horrenden 133 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Frankreich kommt erst hier lediglich auf 97 Prozent.
Heizöl im Oktober 40 Prozent teurer als 2017
Privathaushalte mit Ölheizung müssen seit Beginn der diesjährigen Heizperiode deutlich tiefer in die Tasche greifen als 2017. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, kostet das Auffüllen des Heizöltanks im Oktober rund 40 Prozent mehr als vor einem Jahr.
2014 und 2015 hatte es noch starke Preisrückgänge gegeben. Seit März 2016 aber klettern die Preise für leichtes Heizöl fast kontinuierlich.
Teurer als im Oktober 2018 war leichtes Heizöl zuletzt zum Jahresende 2013. Grund dafür ist nach Angaben der Statistiker hauptsächlich, dass Rohöl auf dem Weltmarkt bis Anfang Oktober 2018 ebenfalls deutlich teurer wurde. Zusätzlich angetrieben werde dies durch den starken Dollar in diesem Jahr.
IWF: Weltwirtschaft ist nicht "krisenfest"
Regierungen und Notenbanken sind laut dem Internationalen Währungsfonds für eine Krise womöglich nicht ausreichend gewappnet.
IWF-Vizechef David Lipton warnt in London, es zögen Sturmwolken über der Weltwirtschaft auf. Das größte Risiko sei der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Der zwischen beiden Seiten vereinbarte Burgfriede müsse dauerhaft gemacht werden, ansonsten könne die Weltwirtschaft in einen Abschwung geraten.
Der Fonds habe während der konjunkturellen Schönwetterperiode immer wieder gemahnt, das Dach wetterfest zu machen: "Doch ich fürchte: Die Arbeit an der Krisenprävention ist unvollständig."
Auch die Währungshüter könnten neuen Belastungen ausgesetzt werden. Letztlich sei es möglich, dass sie wieder unorthodoxe Maßnahmen als Antwort auf neue Herausforderungen entwickeln müssten.
US-Banken finden erste Rezessionshinweise für 2019
JP Morgan und die Bank of America haben laut der US-Finanzagentur Bloomberg beim Durchforsten von US-Daten erste Anzeichen für eine bevorstehende US-Rezession entdeckt. Ein Abschwung im Jahr 2019 sei zumindest etwas wahrscheinlicher geworden, heißt es.
JP Morgan sieht demnach eine Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent für eine Rezession im nächsten Jahr. Der Wert liegt nahe der höchsten Wahrscheinlichkeit im aktuellen Zyklus, heißt es. Und höher als die im März erwarteten 16 Prozent.
Mehrere Indikatoren hätten sich verlangsamt, schreibt die Finanzagentur. Für eine Rezession müssten sich die Konjunkturdaten allerdings noch weiter verschlechtern. Im Fokus der Banken stehen bei ihrer Bewertung Arbeitsmarktdaten, Geschäftsumfragen und die Renditekurve.
Hintergrund der wachsenden Skepsis, ist, dass die derzeitige Expansion bereits lange anhält. In acht Monaten ist sie die längste in der Nachkriegsgeschichte. Die meisten Indikatoren blieben immer noch solide genug, um davon auszugehen, dass diese historische Marke erreicht werden könne, heißt es.
Angesichts des Abverkaufs von Aktien und der Inversion eines Teils der Bond-Renditekurve werden Analysten jedoch skeptischer. Deshalb untersuchen sie alles mögliche, was auf eine Kontraktion im Jahr 2019 hindeutet.
Passend zum Thema der heutige Index der ZEW-Konjunkturerwartungen, der im Dezember überraschend gestiegen ist. "Der Anstieg der Konjunkturerwartungen im Dezember ist erfreulich, sollte aber nicht überinterpretiert werden", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage habe sich sowohl für Deutschland als auch das Euro-Gebiet erheblich verschlechtert:
DIW-Chef Fratzscher: "Gefahr eines harten Brexit wächst"
Premierministerin Theresa May hat die Abstimmung über ihr Brexit-Abkommen mit der EU verschoben. Das sagen Experten dazu:
Das Münchner Ifo-Institut spricht sich für Nachverhandlungen aus. "Zahlen des Ifo-Instituts zeigen, dass ein harter Brexit für beide Seiten mit erheblichen Kosten verbunden ist, auch wenn Großbritannien und Nordirland wirtschaftlich stärker verlieren als die anderen 27 EU-Mitglieder", sagt Ifo-Forscher Gabriel Felbermayr.
DAXEU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte zuvor via Twitter, die auf dem Tisch liegende Vereinbarung sei der beste und einzig mögliche Deal.
Für Nachverhandlungen gebe es keine Spielräume, weitere Klarstellungen seien allerdings möglich. Hier mehr
Die TV-Kollegen fragten Marcel Fratzscher vom DIW. Klicken Sie sich rein:
Die britische Währung Pfund ist derweil auf Erholungskurs gegangen. Sie kostet wieder mehr als 1,26 Dollar. Zuvor war das Pfund auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren abgetaucht. Neue Rücksetzer seien aber nicht auszuschließen, sagte Thu Lan Nguyen, Währungsspezialistin bei der Commerzbank. "Der Markt befürchtet, dass May mit dem Aufschub der Abstimmung - voraussichtlich auf Mitte Januar nächsten Jahres - vor allem kostbare Zeit verliert."
Geplant ist bislang, dass Großbritannien die Europäische Union (EU) am 29. März verlässt.
Daimler sichert sich für 20 Milliarden Euro Batteriezellen
Die E-Auto-Offensive läuft auf Hochtouren: Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat sich Batteriezellen für 20 Milliarden Euro gesichert.
Daimler"Mit umfangreichen Beauftragungen für Batteriezellen bis ins Jahr 2030 setzen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein für die Elektrifizierung unserer künftigen Elektrofahrzeuge", erklärte der Einkaufsvorstand der Autosparte Mercedes, Wilko Stark.
Die Lieferanten produzieren Batteriezellen demnach bereits in Asien und Europa und expandieren weiter in Europa und zusätzlich in den USA.
Damit legt Daimler einen weiteren Grundstein für seine E-Auto-Offensive. Bis 2025 sollen zwischen 15 und 25 Prozent aller Mercedes batterieelektrisch fahren. Dafür investiert der Konzern eine Milliarde Euro in den Aufbau von acht Fabriken für den Zusammenbau der Batterien sowie zehn Milliarden in die Entwicklung der Autos.
Huawei-Chefin bietet fast zehn Millionen Euro Kaution
Die Hängepartie im Handelsstreit zwischen USA und China ausgelöst durch die Verhaftung der Top-Managerin und Huawei-Gründer-Tochter entwickelt sich weiter einem ungewissen Ausgang entgegen. Beobachter interpretieren die Verhaftung als starkes politisches Signal aus Washington an Peking.
Meng Wanzhou, die seit dem 1. Dezember in Kanada im Gefängnis sitzt, hat jetzt mit umfassenden Zugeständnissen um ihre Freilassung gebeten: Sie ist bereit, ihren Pass abzugeben, eine elektronische Fessel zu tragen und 15 Millionen kanadische Dollar (knapp zehn Millionen Euro) Kaution zu zahlen.
Die 46-jährige, Tochter des Huawei-Gründers, führt auch gesundheitliche Probleme an: Sie leide unter Bluthochdruck und sei 2011 wegen Lymphdrüsenkrebs operiert worden, deshalb habe sie Schwierigkeiten beim Schlucken.
Veranlasst hatte die US-Justiz die Verhaftung in Kanada. Washington wirft Meng betrügerischen Verstoß gegen die Iran-Sanktionen vor und verlangt ihre Auslieferung.
China hat scharf gegen die Festnahme protestiert und am Montag die "unmenschliche" Behandlung Mengs angeprangert. Am Dienstag ist eine weitere Anhörung vor einem Gericht in Vancouver angesetzt.
Worum geht es Trump wirklich? Lesen Sie hier: "Deshalb hält Trump Huawei für eine Gefahr".
Und hier der Beitrag unserer TV-Kollegen zum Thema:
Hornbach-Aktien brechen über 15 Prozent ein
Im Kleinwerteindex SDax brechen die Aktien von Hornbach Holding um 15,3 Prozent ein.
Auslöser: Das Ergebnis der Baumarktkette ist im dritten Quartal 2018/19 unerwartet stark zurückgegangen. Der Vorstand hält es deshalb für unwahrscheinlich, dass der Ergebnisrückstand im vierten Quartal noch aufgeholt werden kann. Das Jahrsziel wird gekappt.
Hier mehr
Kein Pardon für Ex-Nissan-Chef: Ghosn bleibt in Haft
Der frühere Verwaltungsratschef von Nissan, Carlos Ghosn, muss mindestens bis zum 20. Dezember in japanischer Untersuchungshaft bleiben. Das beschloss heute ein Gericht in Tokio. Es gibt neue Anschuldigungen, die die Staatsanwaltschaft am Vortag erhoben hat:
Demnach war Ghosns Einkommen für die Jahre 2016 bis 2018 in den vorgeschriebenen Offenlegungsberichten um 4,2 Milliarden Yen (33 Mio. Euro) zu niedrig angegeben. Ghosns Anwalt erhob laut japanischen Medien Einspruch dagegen.
Die Haftverlängerung erfolgt einen Tag, nachdem die Staatsanwaltschaft Klage gegen Ghosn, seine frühere rechte Hand Greg Kelly sowie gegen Nissan selbst erhoben hatte.
Ghosn und Kelly waren am 19. November festgenommen worden. Sie sollen gegen japanische Börsenauflagen verstoßen haben, indem zwischen 2011 und 2015 nur die Hälfte von Ghosns Einkommens von insgesamt zehn Milliarden Yen ausgewiesen worden sei.
Ein Termin für einen Prozess wurde wie in Japan üblich noch nicht festgesetzt. Die Staatsanwaltschaft kann weitere Anschuldigungen erheben, um die Untersuchungshaft weiter zu verlängern. Wann die Männer freikommen, bleibt ungewiss.
Ghosn ist immer noch offiziell Vorsitzender des Verwaltungsrats von Renault.
Hier ein Interview mit Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer zu den weiteren Aussichten für das Renault-Nissan-Bündnis.
Das hier haben unsere TV-Kollegen zum Thema im Angebot:
Schnäppchenjäger bringen Dax auf Touren
Nach fünf Verlusttagen trauen sich Anleger wieder an die Aktienmärkte zurück.
DAXDer Dax startet 0,8 Prozent fester mit 10.713 Punkten in den Handel. Für etwas Zuversicht sorgt, dass sich die USA und China im Handelsstreit wieder aufeinander zu bewegen.
Jedoch schwelt weiterhin die Sorge um den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Die britische Premierministerin Theresa May hatt am Montag eine geplante Abstimmung im Parlament verschoben. "Was dadurch bleibt, ist die Unsicherheit, auch weil ein 'harter' Brexit mit noch nicht abschätzbaren wirtschaftlichen Folgen weiterhin nicht auszuschließen ist", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.
Gefragt an der deutschen Börse sindvor allem Tech-Werte, nachdem diese bereits an der Wall Street hoch im Kurs gestanden hatten. Wirecard und Infineon gehören mit einem Plus von 2,9 bzw 2,0 Prozent zu den Top-Favoriten im Dax.
Gestern war bekanntgeworden, dass der spektakuläre Aktienkurseinbruch beim Zahlungsabwickler Wirecard vor knapp drei Jahren nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einen kriminellen Hintergrund hatte. Die unbelegten Betrugsvorwürfe gegen das mittlerweile in den Dax aufgestiegene Unternehmen seien ein Fall von Marktmanipulation, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München.
Hier mehr zum Thema.
Und das hätten unsere TV-Kollegen für Sie im Angebot:
Schiebt Russland die Ölpreise an?
Brent RohölDie Ölpreise haben sich zunächst nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 59,98 US-Dollar. Das war ein Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg geringfügig um drei Cent auf 51,03 Dollar.
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern bremsen Zweifel an der Umsetzung des jüngsten Beschlusses wichtiger Förderländer, die in der sogenannten "Opec+" zusammengeschlossen sind, die Ölpreise.
Interessant wird sein, ob die Ankündigung aus Russland die Ölpreise anschiebt. Die Föderation will bei der vereinbarten Drosselung der Ölproduktion zwischen den Opec-Staaten und weiteren großen Förderländern schrittweise vorgehen. Im Januar werde der Ölausstoß um mindestens 50.000 bis 60.000 Barrel pro Tag zurückgefahren, kündigte Energieminister Alexander Nowak an.
Hier mehr zum schwer ausgehandelten Deal der Opec +.
Nikkei schließt leichter - Turbulenzen in Indien
Die Unsicherheit rund um den Brexit und um den Handelsstreit zwischen China und den USA haben Anlegern in Asien die Laune verdorben. In Tokio ging der Nikkei mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 21.148 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix verlor noch stärker.
Unruhe gab es an der indischen Börse nach dem überraschenden Rücktritt von Zentralbankchef Urjit Patel. Er hatte am Montag nach einem Streit mit der Regierung Indiens über eine Lockerung der Bankenregulierung das Handtuch geworfen. Der dortige Leitindex verlor rund ein Prozent.
Die indische Währung Rupie verbilligte sich im Vergleich zum US-Dollar deutlich. "Die Märkte werden in der nächsten Zeit wegen des Rücktritts und der Unsicherheit rund um die bevorstehenden Parlamentswahlen im nächsten Jahr anfällig bleiben", sagte Anuja Munde, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Nikko.
Nach Gewinnwarnung: Hornbach-Aktie mit Kurseinbruch
Schwer unter Druck bleiben könnte heute die Hornbach-Aktie. Bereits gestern hatte das im SDax notierte Papier nachbörslich wegen einer Gewinnwarnung der Hornbach-Gruppe zweistellige Prozent-Kursabschläge hinnehmen müssen.
Wegen eines schwachen Geschäfts im November wurde ein unerwartet starker Ergebnisrückgang im dritten Quartal verzeichnet, weshalb die Jahresziele gekappt wurden. "Die Liquidität ist bereits ausgedünnt, und da sorgen schlechte Nachrichten für deutliche Kursverluste", sagt ein Marktteilnehmer.
Euro stabilisiert sich nach Vortagesverlusten
Der Euro hat sich im frühen Handel nur wenig verändert präsentiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1360 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag noch deutlich höher auf 1,1425 Dollar festgesetzt.
Am Vortag hatte die Verschiebung der Parlamentsabstimmung in Großbritannien über die Brexit-Vereinbarung die Anleger verunsichert. Der Eurokurs war etwa ein halbes Prozent abgerutscht. Ähnlich wie der Euro konnte sich auch das britische Pfund am Morgen nach den kräftigen Vortagesverlusten vorerst stabilisieren.
Im weiteren Tagesverlauf dürfte die weitere politische Entwicklung im Mittelpunkt am Devisenmarkt stehen. Die britische Premierministerin Theresa May will zu Gesprächen über den Brexit-Deal mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen.
Wall Street schiebt den Dax an
Mit steigenden Kursen an den europäischen Börsen rechnen Händler für den heutigen Handelstag. Sie verweisen auf die Steilvorlage der Wall Street. Diese hatte zum europäischen Börsenschluss noch deutlich im Minus gelegen, dann aber unter Führung der Technologiewerte nach oben gedreht.
Zu Europa heißt es, einerseits sei der Markt nun günstig bewertet. In Frankfurt notierte der Dax vorbörslich 0,7 Prozent höher bei 10.693 Punkten. Aus technischer Sicht könnte sich die Lage nun ebenfalls deutlich aufhellen. "Mit dem Montagstief sind alle Formalien für eine abgeschlossene Korrekturstruktur zunächst erfüllt", sagt ein Marktteilnehmer. Es lag bei 10.581,5 Punkten.
Der Abschwung könnte deshalb nun erst einmal in eine durchgreifende Erholung münden, so der Marktteilnehmer. Dann müsse man sehen, ob sich später noch eine weitere Korrekturwelle anschließe, vermutlich aber erst weit im neuen Jahr und von deutlich höheren Ständen aus.
Neue Impulse könnten am Vormittag von den ZEW-Konjunkturerwartungen ausgehen. In Großbritannien stehen neue Arbeitsmarktdaten auf der Agenda und am Mittag empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel die britische Premierministerin Theresa May vermutlich wegen ihres Wunsches zu Nachverhandlungen des Brexit-Abkommens. Am Nachmittag werden in den USA Daten zu den Erzeugerpreisen veröffentlicht.
Brexit fährt auch Nikkei in die Parade
Die jüngsten Entwicklungen rund um den Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China hat Aktienanleger in Japan verunsichert. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 0,4 Prozent auf 21.130 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,85 Prozent auf 1576 Zähler nach.
Ein Telefonat zwischen US-Finanzminister Steven Mnuchin, dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem chinesischen Vize-Regierungschef Liu He ließ zwar Hoffnung aufkommen, dass es bei den Entspannungsbemühungen im Handelskonflikt vorangehen könnte. Allerdings gaben sich Händler skeptisch, ob es wirklich dazu kommt. So sagte Stephen Innes vom Brokerhaus Oanda, er halte die Entwicklung zwar für positiv. Aber ein Handelskrieg sei längst noch nicht vom Tisch.
Das britische Pfund notierte zum US-Dollar in der Nähe des niedrigsten Stands seit fast 20 Monaten, auf den es gerutscht war, nachdem die britischen Premierministerin Theresa May die Brexit-Abstimmung im Parlament abgesagt hatte. Zum Euro gab die US-Währung etwas nach auf 1,1365 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9891 Franken je Dollar und 1,1242 Franken je Euro gehandelt.