Marktberichte

Micron im Plus US-Anleger vor Geschäftszahlen vorsichtig

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(Foto: Reuters)

Mit leichten Gewinnen beendet die Wall Street den ersten Handelstag der neuen Woche. Die Blicke der Investoren sind vor allem auf die Berichtssaison gerichtet, die in dieser Woche weiter Fahrt aufnehmen wird. So berichten 144 Unternehmen aus dem S&P-500 und ein Drittel der im Dow gelisteten Konzerne.

Die US-Aktienmärkte haben zum Wochenauftakt keine einheitliche Richtung gefunden. Zwar stützte die Hoffnung auf eine neue Gesprächsrunde im Handelskonflikt zwischen den USA und China insbesondere die Technologiewerte. Doch viele Anleger hielten sich vor der Veröffentlichung wichtiger Geschäftszahlen im Laufe der Woche mit größeren Engagements zurück.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,1 Prozent auf 27.172 Punkte. Der breiter gefasste S&P legte um 0,3 Prozent auf 2985 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 8204 Zähler.

"Wir werden eine weitere Runde Geschäftszahlen bekommen, was den Ton am Markt  vorgeben wird, und zudem sieht es so aus, als ob die US-chinesischen Gespräche fortgesetzt werden können, was positiv ist", sagte Kim Forrest, Investmentchef beim Vermögensverwalter Bokeh Capital Partners.

Einem Bericht der "South China Morning Post" zufolge reisen vermutlich kommende Woche US-Unterhändler zu Gesprächen nach China. Es ist das erste Treffen beider Seiten seit dem G20-Gipfel Ende Juni in Japan. Bei der laufenden Berichtssaison achten Investoren besonders darauf, ob der Handelsstreit bereits Spuren in den Zahlen der Firmen hinterlassen hat. Dabei geht es auch um die Frage, ob die Konjunktur sich stark genug abgekühlt hat, um die US-Notenbank Fed zu einem entschiedenen Einschreiten zu bewegen. Die Hoffnung auf niedrigere Zinsen war zuletzt die Triebfeder der Aktienmärkte. Börsianer erwarten einen Schritt nach unten bei der Zinssitzung im Juli.

In dieser Woche stehen unter anderem die Ergebnisse von Facebook, Amazon und der Google-Mutter Alphabet an. "Ich denke, dass ihre Zahlen gut ausfallen werden", sagte Forrest. "Aber sie werden ihre Probleme mit der Umsetzung der Regeln angehen müssen und wie sie es schaffen, weiterhin Geld zu verdienen." Die Tech-Riesen Microsoft und IBM hatten zuletzt mehr verdient als erwartet.

"König der Löwen" gibt Walt Disney Auftrieb

Die Papiere des Chipherstellers Micron legten knapp vier Prozent zu, die Titel von Applied Materials sogar mehr als 5,8 Prozent. Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, trifft sich am Montag mit den Firmenchefs. Dabei dürfte es auch um die US-Sanktionen gegen den chinesischen Telekomausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei gehen, welche die Geschäfte der US-Firmen belasten und die auch einer der wichtigsten Streitpunkte im Handelskonflikt mit China sind.

Ein Bericht über Fortschritte bei ihrer geplanten Fusion treibt die Aktien der US-Mobilfunkanbieter Sprint und T-Mobile US an. Die Sprint-Papiere legten 1,2 Prozent zu, die T-Mobile-US-Titel gewannen 0,45 Prozent. Der Wirtschaftsnachrichten-Sender Fox Business berichtete unter Berufung auf Insider, US-Aufsichtsbehörden hätten ihre Zustimmung zu dem 26 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss signalisiert.

Die Neuauflage von "König der Löwen" gibt Walt Disney Auftrieb, die Aktien des Unterhaltungskonzerns legten 0,7 Prozent zu. Das Remake des Erfolgfilms von 1994 spielte den Angaben zufolge am ersten Wochenende in Nordamerika 185 Millionen Dollar ein. Das ist das zweitbeste Debüt des Jahres nach "Avengers: Endgame". Die Papiere von Boeing gaben dagegen gut knapp Prozent nach, nachdem die Ratingagentur Fitch den Ausblick wegen der Probleme bei dem Modell 737 MAX auf "negativ" gesenkt hatte. Das Indexschwergewicht belastete den Dow.

Quelle: ntv.de, ftü/rts