Marktberichte

Neue Auflagen für Huawei? US-Börsen fürchten Pekings Antwort

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Fragiler Höhenflug an der Wall Street: Was bleibt von Trumps Börsenboom, wenn der Welthandel erlahmen sollte?

(Foto: REUTERS)

Die Risikofaktoren am US-Aktienmarkt werden nicht weniger: Im Donnerstagsgeschäft an der New Yorker Wall Street schieben sich neue Unwägbarkeiten in den Vordergrund. Wie geht es weiter im Handelsstreit mit China? Und was rollt auf Donald Trump zu?

An den US-Börsen haben sich Anleger am vorletzten Handelstag der Woche angesichts unruhiger Aussichten in vorsichtigere Positionen zurückgezogen. Abgsehen von der seit Mittwoch in Fahrt geratenen Debatte über ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump lösten Hinweise aus Washingtoon, D.C. neue Bedenken im chinesisch-amerikanischen Handelsstreits aus. Die Beschränkungen für US-Firmen bei der Belieferung des chinesischen Technologiekonzerns Huawei dürften wahrscheinlich bald wieder in Kraft treten, hieß es. An der Wall Street rechnen Beobachter für diesen Fall mit möglichen Antworten aus China.

Der US-Leitindex Dow Jones gab zum Handelsschluss nach und beendete den Börsentag 0,30 Prozent im Minus bei 26 891,12 Punkten, nachdem er sich zur Wochenmitte noch etwas von den jüngsten Verlusten erholt hatte. Der marktbreite S&P 500 zog sich um 0,24 Prozent auf 2977,62 Punkte zurück. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,40 Prozent auf 7771,99 Zähler bergab.

Hinweis: Wie der Aktienhandel in Europa lief, können Sie im Börsen-Tag nachlesen.

Die Gespräche am Markt kreisten an diesem Donnerstag vor allem um ein Thema von großer politischer Brisanz: In Washington warf ein Whistleblower - jene zentrale Figur der sogenannten Ukraine-Affäre - dem Weißen Haus Verschleierungsversuche vor. Konkret sollte der genaue Wortlaut eines Telefonats zwischen Trump und dem ukrainischen Wolodymyr Selenskyj unter Verschluss gehalten werden.

Aus Sicht vieler Demokraten zeigt das Gesprächsprotokoll, dass Trump mit Hilfe einer ausländischen Regierung seinem politischen Rivalen Joe Biden - dem wohl aussichtsreichsten demokratischen Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2020 - schaden und damit den Wahlkampf beeinflussen wollte. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten am Dienstag Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet.

Bei den Einzelunternehmen rückten Ölschwergewichte in den Vordergrund: Die Aktien von Chevron sackten als zweitschwächster Wert im Dow Jones fast drei Prozent ab. ExxonMobil fielen um ein halbes Prozent zurück. Auslöser der Bewegungen seien die gesunkenen Ölpreise, hieß es. Dies belaste die Stimmung in der Branche. Experten verwiesen zur Begründung für den jüngsten Preisrückgang auf den starken US-Dollar und Spekulationen über die Produktionsmenge von Saudi-Arabien.

Derweil rieben sich Anleger von Beyond Meat die Hände, nachdem bekannt geworden war, dass der Fastfood-Riese McDonald's die fleischlosen Burger in Kanada testen möchte. Die Aktien von Beyond Meat stoppten ihren Jüngsten Abwärtstrend und schnellten um gut elfeinhalb Prozent in die Höhe. Für die Anteilscheine von McDonald's gingen nahezu unverändert aus dem Handel.

Die Papiere von Carnival sackten auf das Niveau von Anfang September zurück und büßten gut achteinhalb Prozent ein. Das Kreuzfahrtunternehmen hatte seine Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie in diesem Jahr gesenkt. Der Konzern litt unter den Spannungen im Nahen Osten und den Auswirkungen des tropischen Wirbelsturms "Dorian".

Den Aktien von Whirlpool half ein positiver Analystenkommentar der Bank JPMorgan auf die Sprünge: Die Anteilscheine des Herstellers von Haushaltsgeräten zogen um knapp drei Prozent an. Der Fitnessgerätehersteller Peloton erlebte einen miesen Start in die Börsenwelt. Zum Abschluss des ersten Handelstags an der Börse kosteten die Papiere 25,76 Dollar. Der Ausgabepreis hatte noch am oberen Ende der Spanne von 26 bis 29 Dollar gelegen. Der Emissionserlös lag damit bei 1,16 Milliarden Dollar (1,28 Milliarden Euro).

Der Euro litt weiter unter der breiten Stärke des US-Dollars und notierte zuletzt bei 1,0921 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch auf 1,0938 (Mittwoch: 1,0982) Dollar festgelegt. Der Dollar hatte damit 0,9142 (0,9106) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen legten angesichts der Verluste am Aktienmarkt um 12/32 Punkte auf 99 11/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 1,70 Prozent.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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