Marktberichte

Weiter Furcht vor Coronavirus US-Börsen schwanken, kein neuer Absturz

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Die Volatilität an der Wall Street ist wegen der Coronavirus-Unsicherheit groß.

(Foto: AP)

Noch gibt es in den USA keine Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus, doch die Märkte dort reagieren weiter nervös auf die Gefahr. Ein neuerlicher Absturz bleibt aber aus, ein Minus steht bei Dow Jones und S&P 500 dennoch zu Buche.

Die US-Börsen haben sich nach dem neuerlichen Absturz am Dienstag zur Wochenmitte volatil gezeigt. Nach moderaten Gewinnen zu Handelsbeginn, tauchten die Indizes im weiteren Verlauf wieder leicht in den Minusbereich ab. Zu Handelsschluss notierten sie uneinheitlich.

Dow Jones
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Der Dow-Jones-Index gab 0,5 Prozent nach auf 26.959 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,4 Prozent leichter bei 3.117 Punkten, während der Nasdaq-Composite 0,2 Prozent zulegte auf 8.981 Punkte. Den 1.120 (Dienstag: 285) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.865(2.714) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 56 (42) Aktien.

Gesundheitsbehörde warnt vor Coronavirus

Wie an den Börsen in Europa und zuvor in Asien wurde der Handel weiter von Schlagzeilen zum Coronavirus und seinen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft beherrscht. So hat sich das Virus weiter in Europa ausgebreitet und die US-Gesundheitsbehörde CDC hat zuletzt vor einer Ausbreitung des Coronavirus und erheblichen Auswirkungen auf das öffentliche Leben gewarnt. "Die Frage ist nicht mehr so sehr, ob es passieren wird, sondern wann genau, und wie viele Menschen in diesem Land schwer erkranken werden", sagte CDC-Vertreterin Nancy Messonnier.

Angesichts der wachsenden Furcht in den USA vor dem Coronavirus hatte sich auch US-Präsident Donald Trump zu Wort gemeldet. Via Twitter warf Trump den US-Medien vor, die Situation schlimmer darzustellen, als sie wirklich sei, und damit für Panik an den Märkten zu sorgen. Zudem kündigte er für den Abend (00.00 Uhr MEZ) eine Pressekonferenz im Weißen Haus an.

Monderate Nachfrage nach "Sicheren Anlagen"

Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten waren vermeintlich "sicher Anlagen" wie Anleihen und Gold zwar weiter gefragt, allerdings nicht in dem Ausmaß wie an den vergangenen Handelstagen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel bei steigenden Notierungen um 1,0 Basispunkte auf 1,34 Prozent. Am Dienstag waren sie auf ein Rekordtief knapp über 1,30 Prozent gefallen. Der Preis für die Feinunze Gold stieg leicht um 0,3 Prozent auf 1.639 Dollar.

S&P 500
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Die Ölpreise gaben indessen weiter nach. Der Preis für das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI sank um 2,4 Prozent auf 48,71 Dollar. Die europäische Sorte Brent gab um 2,7 Prozent nach auf 53,48 Dollar. Auf den Preisen lastete weiter die Sorge, dass die Ausbreitung des Coronvirus zu einem Überangebot am Markt führt. Dass die US-Röhöllagerbestände langsamer als erwartet gestiegen sind, hatte keinen nachhaltigen Effekt.

Am Devisenmarkt belasteten die Aussagen der US-Gesundheitsbehörde CDC den Dollar. Der Euro kletterte zeitweise auf ein Tageshoch von rund 1,09 Dollar - den höchsten Stand seit rund zwei Wochen. Zu Handelsschluss notierte er bei 1,0883 Dollar. Konjunkturseitig stand nur die Veröffentlichung der Neubauverkäufe für Januar auf der Agenda. Mit einem Anstieg um 7,9 Prozent lagen sie deutlich über den Erwartungen von Ökonomen von 2,4 Prozent.

Disney von Personalie belastet

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Mattel verloren 2,1 Prozent, nachdem die Börsenaufsicht die Bilanzierungspraktiken des Spielzeugherstellers genauer unter die Lupe nehmen will. Disney schlossen 3,7 Prozent im Minus. Der Unterhaltungskonzern hatte mitgeteilt, dass der 69-jährige Unternehmenschef Robert Iger nach mehr als 14 Jahren zurücktritt. Der Chef der Themenpark-Sparte, Bob Chapek, wird mit sofortiger Wirkung neuer CEO.

Salesforce notierten 1,3 Prozent leichter. Bei dem auf Cloud-Computing-Lösungen spezialisierten Unternehmen nimmt Co-Chef Keith Block seinen Hut. Außerdem meldete Salesforce Quartalszahlen, die beim Gewinn die Erwartung deutlich verfehlten, beim Umsatz jedoch übertrafen. Der Umsatzausblick auf das laufende erste Quartal fiel allerdings besser als erwartet aus.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ