Marktberichte

Dow Jones bleibt über 30.000 US-Börsen setzen Rekordjagd fort

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(Foto: AP)

Hoffnungen auf ein US-Konjunkturpaket verhelfen den US-Börsen zu Gewinnen. Der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes schaffen dabei zwischenzeitlich neue Rekordhochs. Der Dow-Jones-Index nähert sich seinem bisherigen Allzeithoch knapp.

In Erwartung frischen Rückenwinds für die US-Wirtschaft strömen weitere Anleger an die Wall Street. Dies hievte den Leitindex S&P 500 und den technologielastige Nasdaq auf 12.752,06 beziehungsweise 3722,48 Punkte. Der Dow Jones legte ebenfalls rund ein halbes Prozent zu, verfehlte seine bisherige Bestmarke von 30.303,73 Zählern aber knapp.

Im US-Kongress verhandeln Demokraten und Republikaner über letzte Details eines 900 Milliarden Dollar schweren Hilfspakets, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern. Außerdem habe die US-Notenbank Fed in den vergangenen Monaten immense Summen in die Finanzmärkte gepumpt und versprochen, den Leitzins für die kommenden drei Jahre bei fast null Prozent zu belassen, sagte Mike O'Rourke, Chef-Anlagestratege vom Brokerhaus JonesTrading. "Daher kommt der Optimismus."

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Dieser spiegelte sich auch im Ölpreis wider. Die US-Sorte WTI gewann bis zu 1,2 Prozent und war mit 48,35 Dollar je Barrel (159 Liter) so teuer wie zuletzt vor einem guten dreiviertel Jahr. Sie erhalte Zusatzschub vom überraschend starken Rückgang der US-Lagerbestände, sagte Analyst Edward Moya vom Brokerhaus Oanda.

Daneben beschäftigten sich Börsianer mit der Nachlese der Fed-Beratungen vom Mittwoch. Die US-Notenbank hatte signalisiert, den Leitzins noch bis mindestens Ende 2023 bei praktisch null Prozent belassen und die Anleihekäufe im aktuellen Umfang bis auf Weiteres fortsetzen zu wollen. "Die Fed bleibt stramm auf Expansionskurs und das noch sehr lange", kommentierte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Die ultra-lockere Fed-Politik und die Aussicht auf ein staatliches US-Konjunkturpaket schürten Inflationsspekulationen, mahnte Analyst Peter Fertig vom Analysehaus Quantitative Commodity Research.

Dies drücke den Dollar und mache Gold attraktiv. Das Edelmetall verteuerte sich um gut ein Prozent auf 1884 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel dagegen um bis zu 0,5 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief. Im Gegenzug legte der Euro auf 1,23 Dollar zu.

Bitcoin-Rally geht weiter

Die Inflationssorgen befeuerten außerdem die Bitcoin-Rally, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Bitcoin wird plötzlich zur Anlageklasse für Schutz suchende Anleger, die eine Entwertung des Papiergeldes fürchten. Bitcoin wird salonfähig." Die älteste und wichtigste Cyber-Devise, die am Mittwoch die Schallmauer von 20.000 Dollar durchbrochen hatte, stieg um mehr als fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 22.436,12 Dollar. In ihrem Windschatten stiegen auch die Aktien von Firmen aus dem Kryptowährungssektor und von Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co. zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte Accenture. Die Titel kletterten um sieben Prozent auf ein Rekordhoch von 264,65 Dollar, nachdem der Unternehmensdienstleister dank einer Pandemie- und Homeoffice-bedingt gestiegenen Nachfrage nach seinen Cloud-Angeboten seine Gesamtjahresziele angehoben hatte. Die Papiere von Progenity stiegen sogar um zwölf Prozent. Der Diagnostik-Spezialist weitet seine Coronavirus-Testkapazitäten aus.

Quelle: ntv.de, mba/rts