Marktberichte

Zweifel an Dealmaker Trump US-Indizes leiden weiter unter Zollstreit

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Katerstimmung zu Halloween an den amerikanischen Marktplätzen.

(Foto: REUTERS)

Ein neuer Dämpfer im Handelsstreit stimmt die Anleger an den US-Börsen wieder vorsichtig. Auch wichtige Konjunkturdaten fallen schwächer als erwartet aus und trüben die Kurse leicht an. Zwei Internetriesen und ein Ketchup-Hersteller sorgen dagegen für Lichtblicke.

Wieder aufkeimende Zweifel an einer Entspannung im chinesisch-amerikanischen Zollstreit haben Anleger von Engagements an der Wall Street abgehalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent tiefer auf 27.046 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 8292 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 3037 Punkte ein.

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Laut einem Bericht der Agentur Bloomberg äußerten chinesische Regierungsvertreter Zweifel, dass mit den USA unter Präsident Donald Trump ein langfristiges Handelsabkommen geschlossen werden kann. "Diese Schlagzeile veranlasst einige Anleger dazu, Gewinne mitzunehmen", sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. Trump twitterte unterdessen, das geplante Teil-Abkommen mit China werde bald unterzeichnet. Nach dem abgesagten Asien-Pazifik-Gipfel (APEC) suchten beiden Seiten nach einer neuen Gelegenheit für eine Unterschrift.

Wenig erfreulich wirkte darüber hinaus die Unternehmensstimmung in der Region Chicago im Oktober. Sie verschlechterte sich weiter und fiel auf den tiefsten Stand seit Dezember 2015. Analysten hatten im Mittel mit einer leichten Aufhellung gerechnet. Die Konsumausgaben der US-Privathaushalte im September waren außerdem schwächer gestiegen als erwartet und die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hatte zugelegt.

Brexit, Hongkong, China: Estee Lauder lässt Federn

Bei den Einzelwerten stiegen die Aktien von Apple um 2,2 Prozent. Der iPhone-Anbieter legte für das wichtige Weihnachtsgeschäft überraschend optimistische Umsatzziele vor. Selbst diese Prognosen seien noch konservativ, schrieb Analyst Kyle McNealy. Apple könne die Nachfrage nach seinen Produkten kaum befriedigen.

Die Papiere von Facebook verteuerten sich um 1,8 Prozent. Das Online-Netzwerk übertraf dank starker Werbeeinnahmen mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen. Das Geschäft sei offenbar weitgehend immun gegen den wachsenden regulatorischen Druck und die scharfe Beobachtung durch die Politik, schrieb Analyst Victor Anthony vom Vermögensberater Aegis.

Kraft Heinz
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Kraft Heinz sprangen mehr als 13 Prozent in die Höhe. Der US-Lebensmittelkonzern übertraf dank gesunkener Kosten und etwas höherer Preise die Gewinnerwartungen der Analysten im dritten Quartal. Der Reingewinn des Herstellers von Heinz-Ketchup kletterte im Quartal zum 28. September um 45 Prozent auf 899 Millionen Dollar.

Die Aktien von Estee Lauder brachen dagegen um fast vier Prozent ein. Der US-Kosmetikhersteller hat wegen der andauernden Demonstrationen in Hongkong, der Brexit-Unsicherheit und des langsameren Wirtschaftswachstums in China seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 gesenkt.

Auch an den europäischen Börsen war einen Tag nach der erwarteten Zinssenkung der US-Notenbank die Luft raus. Der Dax schloss 0,3 Prozent niedriger bei 12.866,79 Punkten, der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 3604,41 Zähler.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett im Detail verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa