Marktberichte

Entspannung im Handelsstreit Wall Street atmet auf

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An der Wall Street begann die Woche mit einem Plus.

(Foto: AP)

Die Annäherung zwischen China und den USA beschert den US-Börsen Gewinne. Besonders Autobauer profitieren. Außerdem gibt es einen enormen Kurssprung beim Öl. Analysten warnen dennoch vor zuviel Euphorie.

Der Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China hat auch die US-Börsen beflügelt. Die beiden führenden Wirtschaftsmächte wollen die geplante nächste Runde von Strafzöllen 90 Tage aussetzen. Die Zeit soll für Verhandlungen genutzt werden. "Damit ist klar, dass in diesem Jahr in Sachen Handelsstreit keine neuen Turbulenzen drohen", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Mittelfristig darf aber nicht vergessen werden, dass China und die USA zwar einen Waffenstillstand erreicht haben, aber keine endgültige Lösung."

Die Analysten der Commerzbank warnten daher vor überzogenen Erwartungen: "Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt und es gibt unseres Erachtens noch zahlreiche Risiken und Unsicherheiten." Goldman Sachs äußerte sich dagegen optimistisch: US-Präsident Donald Trump wolle offenbar eine Vereinbarung vor der Präsidentschaftswahl 2020 erreichen.

Der Dow Jones der Standardwerte schloss 1,1 Prozent höher auf 25.826 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 1,1 Prozent auf 2790 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 1,5 Prozent auf 7441 Punkte.

In Frankfurt ging der Dax 1,9 Prozent höher bei 11.465 Zählern aus dem Handel, der EuroStoxx50 gewann 1,4 Prozent auf 3218 Punkte. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg zeitweise um bis zu 5,3 Prozent auf 62,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der größte Kurssprung seit zwei Jahren.

Rohöl profitierte von der Aussicht auf eine Kürzung der Fördermengen durch das Exportkartell Opec und seiner Verbündeten. Unabhängig davon will auch Kanada seine Produktion drosseln. Offenbar lösten nun zahlreiche Anleger ihre Wetten auf weitere Kursverluste auf, sagte Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst des Brokerhauses ActivTrades.

Bei den Einzelwerten gehörten die Autobauer zu den Favoriten. Sie profitierten von der Ankündigung Trumps, dass China die Zölle auf US-Importfahrzeuge von derzeit 40 Prozent abbauen werde. General Motors, Ford und Tesla legten bis zu 2,3 Prozent zu.

Investoren griffen auch bei Chip-Werten zu, die stark vom China-Geschäft abhängen. Die Aktien von AMD, Intel, Micron und Texas Instruments gewannen bis zu 11,3 Prozent. Gefragt waren zudem konjunkturabhängige Unternehmen wie der Baumaschinen-Anbieter Caterpillar oder der Airbus-Rivale Boeing. Deren Papiere verteuerten sich um bis zu 3,8 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,03 Milliarden Aktien den Besitzer. 2741 Werte legten zu, 925 gaben nach und 178 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,58 Milliarden Aktien 2020 im Plus, 1075 im Minus und 160 unverändert. Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 9/32 auf 101-7/32. Die Rendite sank auf 2,9806 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 28/32 auf 102-3/32 und rentierte mit 3,2648 Prozent.

Quelle: n-tv.de, hul/rts