Marktberichte

Markt reagiert auf Handelsstreit Wall Street erleidet leichten Dämpfer

125189327.jpg

Hoffnungen auf ein Ende des Handelsstreits wurden enttäuscht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Hoffnungen auf eine Lösung des Handelsstreits zwischen China und den USA ließen den Markt steigen. Die Erwartungen wurden jedoch enttäuscht - ein Handelsabkommen ist noch nicht in Sicht. Das zeigte sich auch an der Wall Street.

Die zuletzt gestiegenen Erwartungen an ein Handelsabkommen zwischen den USA und China haben zur Wochenmitte an der Wall Street einen leichten Dämpfer erhalten. Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach sich die Unterzeichnung eines Abkommens bis in den Dezember hinein verzögern könnte. Laut chinesischen Medienberichten besteht die Volksrepublik zudem auf einer Aufhebung der Zölle auf chinesische US-Importe, bevor ein Handelsabkommen unterzeichnet wird. China dringt offenbar darauf, die Strafzölle proportional und gleichzeitig abzuschaffen.

Die Nachrichten sorgten für ein Ende der jüngsten Rekordjagd an der Wall Street, die zuletzt Dow & Co auf neue Allzeithochs geschickt hatte. "Der Markt ist gestiegen in der Erwartung, dass es zu einem Deal kommen wird; der Reuters-Bericht sorgte nun für einen leichten Rücksetzer", sagte Peter Boockvar, Chief Investment Officer bei Bleakley Advisory Group. "Sollte allerdings keine Vereinbarung zustande kommen, dann ist das nochmal eine ganze andere Geschichte", ergänzte der Teilnehmer.

Der Dow-Jones-Index zeigte sich kaum verändert bei 27.493 Punkten. Für den S&P-500 ging es dagegen um zwei Punkte auf 3.077 nach oben. Der Nasdaq-Composite schloss mit einem Abschlag von 0,3 Prozent bei 8.411 Punkten. Den 1.383 (Dienstag: 1.372) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.517 (1.566) Verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 74 (103) Aktien.

Wie sich der Dax an diesem Dienstag schlug, lesen Sie hier.

"Sichere Häfen" mit Entwicklungen im Handelsstreit wieder gesucht

Die negativ aufgenommenen Nachrichten zu den laufenden Handelsgesprächen sorgten bei den "sicheren Häfen" Gold und Anleihen wieder für etwas Nachfrage. Der Markt sei bezüglich eines Teilabkommens zwischen Washington und Peking zu optimistisch gewesen, sagte Stephen Innes, Marktstratege bei Axitrader. Der Goldpreis näherte sich wieder der wichtigen Marke von 1.500 Dollar und legte um 0,5 Prozent auf 1.491 Dollar zu. Am Vortag hatte das Edelmetall noch den tiefsten Stand seit drei Wochen markiert.

Am Anleihemarkt kamen die Renditen nach dem jüngsten Anstieg wieder etwas zurück. Die Zehnjahresrendite sank um 4,4 Basispunkte auf 1,82 Prozent. Hoffnungen auf eine Einigung zwischen China und den USA hatten die Notierungen in den zurückliegenden Tagen gedrückt und die Renditen nach oben getrieben. Die Citigroup rechnet mit weiter steigenden Notierungen und verwies zur Begründung auf die Anleihekäufe bedeutender Notenbanken wie der Federal Reserve oder der EZB.

Am Devisenmarkt neigte der Dollar weiter zur Stärke, obwohl die Nachrichtenlage um den Handelsstreit tendenziell leicht negativ aufgenommen wurde. Der Euro verharrte weiter unter der Marke von 1,11 Dollar. Im späten US-Handel notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1069 Dollar, nach einem Tageshoch bei 1,1093 Dollar.

Ölpreise geben mit US-Öllagerdaten nach

Ein überraschend deutlicher Anstieg der wöchentlichen US-Öllagerdaten und die negativen Nachrichten zum Handelsstreit belasteten die Ölpreise. So wurde durch die staatliche Energy Information Administration (EIA) eine Zunahme um 7,9 Millionen Barrel vermeldet, während die Analysten lediglich einen Anstieg um 1,4 Millionen Barrel prognostiziert hatten. Es war der zweite Anstieg in Folge. Die Ölförderung in den USA lag weiter auf einem Rekordniveau. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 56,53 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent fiel um 1,7 Prozent auf 61,90 Dollar.
Unter den nachgebenden Ölpreisen litten die Energiewerte. Der Sektor stellte im S&P-500 mit einem Minus von 2,3 Prozent den schwächsten Subindex.

Die Liste der US-Konjunkturdaten war kurz. Vor der Startglocke wurde die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft aus dem dritten Quartal veröffentlicht. Sie ging um 0,3 Prozent zurück, während Volkswirte einen Anstieg um 0,9 Prozent prognostiziert hatten. Die Lohnstückkosten stiegen mit 3,6 Prozent deutlicher als erwartet.

Übernahmefantasie befeuert HP-Aktie

Die Aktien der HP Inc verteuerten sich um 6,4 Prozent. Nach Aussage informierter Personen ist der Kopiererhersteller Xerox an HP interessiert. Der Hersteller von Druckern und PCs ist an der Börse etwa 27 Milliarden Dollar wert. Xerox stiegen um 3,5 Prozent.
Schon am Dienstag nach Börsenschluss hatte unter anderem Microchip Geschäftszahlen zum zweiten Quartal vorgelegt, die knapp unter den Markterwartungen lagen. Die Aktie verlor 4,4 Prozent.

Match Group fielen um 2,5 Prozent. Der Betreiber von mehreren Dating-Portalen hatte am Vorabend einen enttäuschenden Ausblick auf das laufende Quartal gegeben. Auch WW International, ehemals bekannt als Weightwatchers, hatte enttäuschende Geschäftszahlen veröffentlicht. Der Umsatz des auf Produkte und Programme zur Gewichtsreduktion spezialisierten Unternehmens ging das dritte Quartal in Folge zurück, was die Aktie um 14,8 Prozent nach unten drückte. Dass das Ergebnis je Aktie den Analystenkonsens übertraf, fiel dagegen nicht ins Gewicht.

Quelle: n-tv.de, ibu/DJ