Marktberichte

Broadcom rutscht ab Wall Street geht die Puste aus

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(Foto: picture alliance / Andrew Gomber)

Nach einer starken Börsenwoche kehrt an der Wall Street etwas Ruhe ein. Der Dow Jones geht erneut mit einem Plus vom Parkett. Unterdessen betrachten die Anleger die Aktien der großen Technologieanbieter mit Skepsis.

Vor dem Wochenende ist der Erholungsbewegung an den US-Börsen die Luft ausgegangen. Zwar liegen alle großen Indizes wieder in der Nähe ihrer Allzeithochs, doch kam nur der Dow-Jones-Index noch etwas dichter an seinen Rekordstand aus dem Juli heran. Der Dow Jones legte den achten Tag in Folge zu und schloss zum Wochenausklang 0,1 Prozent höher bei 27.220 Punkten. Der S&P-500 sank um 0,1 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,2 Prozent.

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Die jüngsten positiven Signale im US-chinesischen Handelsstreit stimmten die Anleger zuversichtlich. China hat wie angekündigt den Import von Schweinefleisch und Sojabohnen aus den USA erleichtert. Im Oktober wollen sich beide Seiten dann wieder direkt gegenübersitzen und weiter verhandeln. Dazu berichtet das Wall Street Journal, China wolle dabei kritische Themen wie nationale Sicherheit ausklammern. Diese hatten sich zuletzt als besonders problematisch entpuppt und Fortschritte erschwert.

Justizausschuss fordert Antworten

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Am Ölmarkt dominierte erneut die Befürchtung eines Überangebots, nachdem US-Präsident Donald Trump einige Tage zuvor im Irankonflikt Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte. Etwas gelindert wurde der Verkaufsdruck von Daten des Öldienstleisters Baker Hughes, denen zufolge in der laufenden Woche in den USA weniger Förderanlagen in Betrieb waren. Auch in den drei Wochen davor war die Zahl der "aktiven" Anlagen zurückgegangen. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI sank um 0,4 Prozent auf 54,85 Dollar. Brentöl gab um 0,3 Prozent nach auf 60,22 Dollar.

Im Technologiesektor ging es für Broadcom um 3,4 Prozent nach unten. Der Chiphersteller hatte für das dritte Geschäftsquartal die Erwartungen beim Nettogewinn zwar übertroffen, der Jahresausblick zum Umsatz enttäuschte jedoch leicht mit beibehaltenen 22,5 Milliarden Dollar. Apple kamen um 1,9 Prozent zurück auf 218,75 Dollar. Goldman Sachs hat das Kursziel von 187 auf 169 Dollar gesenkt und stuft die Aktie weiter mit "Neutral" ein.

Technologieaktien blieben insgesamt etwas zurück. Grund für die Zurückhaltung war, dass ein Justizausschuss von den Chefs der großen Technologieunternehmen schriftliche Stellungnahmen fordert im Zusammenhang mit Untersuchungen innerhalb der Branche wegen Marktmachtmissbrauch. Namentlich wurden unter anderen Amazon-Chef Jeff Bezos, Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Apple-Chef Tim Cook und Googles frühere Chefs Larry Page, Sergey Brin und Eric Schmidt dazu aufgefordert. Amazon und Facebook schlossen knapp im Minus. Alphabet arbeiteten sich in positives Terrain vor und gewannen 0,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de, jpe/DJ