Donnerstag, 17. Mai 2018: Der Börsen-Tag

Heute mit Kai Stoppel

17:40 Uhr

Dax ist zurück - 13.000er-Marke fällt

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Der Dax schüttelt die Schläfrigkeit der ersten Wochenhälfte ab und steigt heute wieder munter nach oben. Am Handelsende steht ein Plus von 0,9 Prozent, das den Leitindex über die 13.000er-Marke auf genau 13.115 Punkte trägt.

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Unterstützung bekommt der Aktienmarkt weiterhin vom Euro, der unter 1,18 Dollar notiert. Zudem sind offenbar einige internationale Investoren am Aktienmarkt unterinvestiert und kaufen zu. Auch der Preis für Öl steigt, ein Barrel der Sorte Brent kostete kurzfristig mehr als 80 Dollar.

Stärkster Wert im Dax sind mit Abstand Merck mit einem Aufschlag von 6,4 Prozent. Merck hatte sich hoffnungsvoll zur Wirksamkeit von zwei Medikamenten gegen Lungenkrebs geäußert. Zulegen können auch FMC und Fresenius, die 3,6 Prozent und 2,3 Prozent steigen.

Deutsche Börse sind der größte Verlierer des Tages. Sie geben um 1,4 Prozent nach. Weit unten landen auch Henkel mit einem Abschlag von 0,4 Prozent.

16:50 Uhr

US-Bank soll heimlich Kundendaten geändert haben

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Mögliche neue Unregelmäßigkeiten beim Umgang mit Kundendaten dürften abermals Fragen über die internen Kontrollen bei der US-Bank Wells Fargo aufwerfen. Informierte Personen sagten, dass einige Mitarbeiter im Unternehmenskundengeschäft Dokumente unzulässigerweise geändert hätten.

Die Mitarbeiter hätten Informationen ohne Wissen der Kunden geändert oder ergänzt, so die Informanten. Dabei soll es sich um Dinge wie etwa Versicherungsnummern und Geburtsdaten gehandelt haben.

"Bei dieser Sache handelt es sich um Dokumente für den internen Gebrauch. Es gab keine negativen Folgen für Kunden, keine Daten haben das Unternehmen verlassen", so der Sprecher.

Die Bank ist bereits von den Regulierern wegen solcher Probleme sanktioniert worden und darf derzeit ihre Bilanz nicht vergrößern.
Die Bank ist bereits von den Regulierern wegen solcher Probleme sanktioniert worden und darf derzeit ihre Bilanz nicht vergrößern.(Foto: picture alliance / dpa)

 

16:17 Uhr

Thyssenkrupp will Ausnahme von US-Zöllen

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Thyssenkrupp und der österreichische Branchenprimus Voestalpine wappnen sich für die drohenden Strafzölle auf Stahlprodukte in den USA. Die Konzerne bestätigten, dass sie für bestimmte Bereiche beantragt haben, ihre Produkte auch weiterhin zollfrei in die USA zu exportieren zu dürfen.

Auf der Internetseite der zuständigen Behörde des US-Handelsministeriums tauchen die Namen der Konzerne Dutzende Male auf. Dazu gehört etwa die auf Lenksysteme spezialisierte Thyssenkrupp-Tochter Presta. Die "Wirtschaftswoche" hatte zuerst darüber berichtet. Nähere Angaben zur Bedeutung des womöglich betroffenen Geschäfts machte Thysssenkrupp nicht.

Thyssenkrupp soll jährlich rund 500.000 Tonnen Stahl in die USA liefern - bei einer Jahresproduktion von elf bis zwölf Millionen Tonnen.
Thyssenkrupp soll jährlich rund 500.000 Tonnen Stahl in die USA liefern - bei einer Jahresproduktion von elf bis zwölf Millionen Tonnen.(Foto: dpa)

 

15:45 Uhr

Wall Street gibt erneut nach

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Aus Furcht vor einer anziehenden Inflation und steigenden Zinsen ziehen sich einige Anleger aus dem US-Aktienmarkt zurück. Der Dow-Jones-Index verliert zur Eröffnung mehr als 0,2 Prozent.

Genährt werden die Inflationsängste vom anhaltenden Anstieg des Ölpreises. Die Nordsee-Sorte Brent war mit 80,18 Dollar je Barrel (159 Liter) zeitweise so teuer wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Einige Investoren befürchteten einen sprunghaften Anstieg der US-Anleiherenditen, an denen sich die Zinsen für Verbraucher- und Unternehmenskredite orientieren, warnt Portfolio-Managerin Kim Forrest vom Vermögensverwalter Fort Pitt. Die zehnjährigen Treasury Bonds rentierten auf einem Sieben-Jahres-Hoch von 3,122 Prozent.

15:21 Uhr

Anleger stürzen sich auf Online-Supermarkt Ocado

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Die Zusammenarbeit mit dem US-Lebensmittelhändler Kroger's beschert Ocado den größten Kurssprung der Firmengeschichte. Die Aktien des britischen Online-Supermarktes steigen um mehr als 80 Prozent auf ein Rekordhoch von 1000 Pence. Damit gelingt Ocado der Einstieg in den US-Lebensmittelmarkt, den größten der Welt.

Diese Vereinbarung stelle die jüngst angekündigten Kooperationen in Frankreich, Kanada und Schweden in den Schatten, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Chancen für weitere Deals stünden gut.

14:45 Uhr

Neue EU-Regel macht es britischer Post schwer

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Die Aktien des britischen Brief- und Paketzustellers Royal Mail geraten wegen eines trüben Geschäftsausblicks unter Druck. Die Papiere geben in London bis zu 6,7 Prozent nach und sind damit größter Verlierer im Leitindex FTSE.

Der frühere Monopolist sieht sich vor großen Herausforderungen durch die neue EU-Datenschutz-Verordnung. Die neuen Richtlinien sehen einen strengeren Umgang mit personenbezogenen Daten in Unternehmen vor und treten am 25. Mai in Kraft. Die Zahl der Briefe von Marketingabteilungen dürfte deswegen zurückgehen, sagte Royal Mail voraus.

Royal Mail rechnet damit, dass Das gesamte Briefaufkommen mittelfristig um vier bis sechs Prozent schrumpft.
Royal Mail rechnet damit, dass Das gesamte Briefaufkommen mittelfristig um vier bis sechs Prozent schrumpft.(Foto: picture alliance / dpa)

 

14:03 Uhr

Mailänder Börse gerät erneut unter Druck

Die Erholung an der Mailänder Börse ist nur von kurzer Dauer: Der italienische Leitindex dreht 0,5 Prozent ins Minus, nachdem er am Vormittag zeitweise noch 1,1 Prozent im Plus gelegen hatte. Vor allem für Banktitel geht es nach unten. Ubi Banca, UniCredit und Mediobanca verlieren zwischen 2,2 und 3,5 Prozent. Bereits gestern hatte der Mailänder Leitindex 2,3 Prozent verloren.

Viele Anleger sind in Sorge, weil die potenziellen Partner Lega und 5 Sterne Steuersenkungen und höhere Sozialausgaben in Milliardenhöhe versprochen haben. Und das, obwohl Italien nach Griechenland bereits die zweithöchste Staatsverschuldung in der Eurozone aufgetürmt hat.

13:13 Uhr

Vatikan: Finanzderivate sind "Zeitbomben" für Märkte

Die Welt hat es nach Ansicht des Vatikans versäumt, Lehren aus der Finanzkrise vor zehn Jahren zu ziehen. Statt eine gerechtere Wirtschaft aufzubauen, herrsche immer noch Unmoral, hieß es in einem Grundsatzpapier des Kirchenstaates, das Papst Franziskus abgesegnet hat.

Instrumente wie Finanzderivate prangerte der Vatikan zudem als "eine Art Zeitbombe" an, "die früher oder später explodieren und die Gesundheit der Märkte vergiften kann". Franziskus ruft immer wieder zu einem gerechteren Wirtschaftssystem auf und hat auch mehrmals schon die unfairen Mechanismen der Finanzindustrie beklagt.

"Manchmal hat es sogar den Anschein, als wäre ein oberflächlicher, kurzsichtiger Egoismus zurückgekehrt", kritisiert der Vatikan.
"Manchmal hat es sogar den Anschein, als wäre ein oberflächlicher, kurzsichtiger Egoismus zurückgekehrt", kritisiert der Vatikan.(Foto: picture alliance / dpa)

12:53 Uhr

Ölpreis steigt erstmals seit 2014 auf 80 Dollar

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Die Ölpreise setzen ihre Aufwärts-Rally fort und knacken neue Mehrjahreshochs: Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent erreicht dabei heute das erste Mal seit 2014 die Marke von 80 Dollar. Wenig später sinkt der Kurs zwar wieder auf 79,79 Dollar, liegt damit aber immer noch 51 Cent höher als am Vortag.

Ursache ist die wachsende Unsicherheit über die Ölproduktion im Iran und in Venezuela. Bereits in der vergangenen Woche hatten der angekündigte Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die Wiedereinsetzung von Sanktionen seitens der Regierung in Washington den Ölpreis in die Höhe getrieben. Das ölreiche südamerikanische Venezuela befindet sich indes bereits seit mehreren Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise.

Mitte 2014 hatten die Ölpreise noch bei rund 110 Dollar pro Fass gelegen und waren danach tief gefallen, zeitweise auf 27 Dollar.

12:44 Uhr

Angry-Birds-Aktie fliegt nach Absturz wieder

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Die starke Nachfrage nach den wichtigsten Spielen und niedrigere Marketing-Kosten haben den Gewinn des finnischen Spiele-Entwicklers Rovio angekurbelt. Das Betriebsergebnis der Firma, die das beliebte Computerspiel Angry Birds erfunden hat, verdoppelte sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr auf zehn Millionen Euro. Die Anleger reagierten erleichtert: Die Aktien steigen in Helsinki um sechs Prozent.

Im Februar hatte die Firma die Börsen mit einer düsteren Prognose eines Umsatzrückgangs 2018 schockiert und die Aktie in den Keller geschickt. Den Ausblick von Februar bekräftigte die Firma nun.#

Die hohe Abhängigkeit vom 2009 erfundenen Spiel Angry Birds macht Rovio zu schaffen.
Die hohe Abhängigkeit vom 2009 erfundenen Spiel Angry Birds macht Rovio zu schaffen.

 

11:59 Uhr

Trainer-Gerüchte lassen BVB-Aktie hochschnellen

Die Aktien des Fußballvereins Borussia Dortmund ziehen stark an. Der Kurs steigt um 3,3 Prozent. Im SDax werden die Papiere damit nur noch von Patrizia Immobilien übertroffen. Der Kicker schreibt, Lucien Favre werde neuer Trainer. Er entscheide bereits mit und habe einen Transfer verhindert. "Das spricht für einen Neuanfang", so ein Marktteilnehmer.

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11:16 Uhr
10:55 Uhr

3000 neue Läden - Starbucks will Chinesen "bekehren"

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Die Kaffeehaus-Kette Starbucks hat angekündigt, sein Filialnetz in China deutlich auszubauen, berichtet CNN Money. In den kommenden Jahren sollen 3000 neue Starbucks-Läden eröffnen, womit sich deren Zahl im Reich der Mitte auf 6000 Ende 2022 rund verdoppeln würde.

Gleichzeitig bedeutet dies, dass dort jedes Jahr 600 Filialen eröffnen müssen - oder eine alle 15 Stunden. Ein ambitioniertes Unterfangen in einer traditionell dem Tee stark verbundenen Gesellschaft wie China. Starbucks-Chef Kevin Johnson kündigt jedoch unverhohlen an, dass man in China eine "Kaffee-Kultur" fördern wolle.

Die chinesische Tee-Kultur ist die älteste ihrer Art.
Die chinesische Tee-Kultur ist die älteste ihrer Art.(Foto: imago/Xinhua)

 

10:26 Uhr

BMW kündigt teilautonomes E-Auto an

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Der bayerische Autobauer BMW will bald einen Entwurf für sein teilautomatisiertes Elektroauto zeigen und so die Position gegenüber Vorreitern wie Tesla stärker behaupten. "Noch in diesem Jahr werden wir den iNext als Visionsfahrzeug zeigen", sagt Vorstandschef Harald Krüger laut Redetext auf der Hauptversammlung in München. Das Fahrzeug soll 2021 auf den Markt kommen.

Im iNext seien "alle Schlüsseltechnologien künftiger Mobilität" gebündelt. "Er fährt vollelektrisch. Er ist vollvernetzt. Er fährt teilautonom - und das sicher." BMW treibt wie andere Autobauer die Entwicklung von elektrisch und autonom fahrenden Autos voran und peilt dabei eine Führungsrolle an.

Bis 2025 wollen die Bayern 25 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen, zwölf davon rein batteriebetrieben.
Bis 2025 wollen die Bayern 25 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen, zwölf davon rein batteriebetrieben.(Foto: picture alliance / Andreas Arnol)

 

09:56 Uhr

Erfolge bei Krebsmitteln sind Turbo für Merck-Aktie

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Positive Studiendaten bei seinen Krebsmedikamenten beflügeln Merck. Die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns steigen um fast drei Prozent auf 83,20 Euro und sind größter Gewinner im Dax.

Die Darmstädter hatten gestern vorläufige Daten aus Studien mit ihren Krebsmitteln veröffentlicht. Diese Daten seien sehr positiv ausgefallen, urteilte Analyst Wimal Kapadia von Bernstein. "Die Pipeline von Merck sorgt endlich für etwas Begeisterung." Lange hatte das Unternehmen kein glückliches Händchen bei der Entwicklung neuer Medikamente.

2017 durfte Merck mit der Krebsimmuntherapie Bavencio erstmals seit neun Jahren wieder eine neue Arznei auf den Markt bringen.
2017 durfte Merck mit der Krebsimmuntherapie Bavencio erstmals seit neun Jahren wieder eine neue Arznei auf den Markt bringen.(Foto: picture alliance / dpa)

 

09:25 Uhr

Dax spielt weiter "Toter Mann"

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Nach fast zwei Monaten des steilen Aufstiegs ist nun klar, dass sich der Dax diese Woche Urlaub genommen hat. Wie seit Beginn der Woche dümpelt er auch heute nahe der Linie von 13.000 Punkten herum, so entspannt und unbewegt wie ein in "Toter Mann"-Position Badender auf dem Baggersee. Am Morgen weist der Dax 12.992 Punkte auf - vier weniger als am Vorabend.

"Der Markt hat weiterhin ein Problem, sich für eine Richtung zu entscheiden", sagt Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Positive Impulse lieferten die aktuelle Euro-Schwäche und solide Bilanzzahlen. Die Unsicherheiten um Italien und Nordkorea sowie steigende Zinserwartungen in Amerika verhinderten jedoch einen klaren Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten, erklärt der Experte.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an kai.stoppel(at)nachrichtenmanufaktur.de.

08:33 Uhr

Japan bereitet Strafzölle auf US-Produkte vor

Noch ist die EU von den US-Zöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen. So viel "Glück" hatte Japan nicht, obwohl es zu den engsten Handelspartnern der USA gehört. Einem Bericht zufolge überlegt die japanische Regierung deswegen, ihrerseits US-Produkte mit Strafzöllen zu belegen.

  • Die Regierung bereite eine entsprechende Mitteilung an die Welthandelsorganisation (WTO) vor, berichtet der japanische Sender NHK.
  • Die Zölle auf US-Exporte hätten einen Wert von 409 Millionen Dollar und seien damit gleichwertig zu den von den USA erhobenen Abgaben.
  • Ob Japan die Zölle wirklich einführt, ist noch nicht entschieden. Noch soll die Regierung in Washington ebenfalls darum kämpfen, verschont zu bleiben.
08:02 Uhr

Korea-Krise und Iran dürften Dax belasten

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Der Nikkei ist der Wall Street nach oben gefolgt, der Dax dürfte dagegen - zumindest zu Handelsbeginn - auf der Stelle treten. Er hatte sich schon gestern damit schwer getan, eine klare Richtung zu finden und mit 12.996 Punkten nur etwas fester geschlossen.

  • Wichtig für Investoren sind vor allem die Krisenherde Nordkorea und Iran sowie die Regierungsbildung in Italien.
  • Von Interesse sind außerdem die Hauptversammlungen von SAP, der Telekom und BMW.
  • Konjunkturseitig stehen die Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe an und der Index der Notenbank von Philadelphia. Anleger erhoffen sich davon weitere Hinweise zur künftigen Zinsentwicklung in den USA.
07:08 Uhr

Nikkei folgt Wall Street nach oben

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Der japanische Aktienmarkt hat zugelegt. Vor allem die positiven Vorgaben der Wall Street veranlassten Anleger zu Aktienkäufen, wie Marktteilnehmer sagten. Der japanische Leitindex Nikkei gewann 0,5 Prozent auf 22.838 Punkte. Der breiter angelegte Topix-Index stieg 0,4 Prozent auf 1808 Zähler. Der Dow Jones war gestern Abend in New York mit einem Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel gegangen.

In Japan waren vor allem Finanzwerte gefragt: Die Papiere von Mitsubishi UFJ Financial Group haben 1,5 Prozent zugelegt, die Papiere von Sumitomo Mitsui Financial Group 2,0 Prozent. Der schwächere Yen stützte Exportwerte wie Technologieunternehmen.