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Befragung in der Gründerszene Berlin bekommt mehr Start-up-Konkurrenz

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Über Start-ups gibt es so einige Mythen: Steht wirklich in jeder Firma ein Kickertisch? Bei 24,1 Prozent der Befragten schon.

(Foto: picture alliance / dpa)

In jungen deutschen Firmen arbeiten immer mehr Frauen und Angestellte mit einem ausländischen Pass. Zwar bleibt Berlin der Leuchtturm des Start-up-Ökosystems, aber auch neue Gründerregionen werden wichtiger.

Das deutsche Start-up-Ökosystem weitet sich aus, wird weiblicher und internationaler. Das ergeben die aktuellen Zahlen des "Deutschen Startup Monitor". Demnach ist Berlin zwar weiterhin die Start-up-Hauptstadt. Doch andere Standorte holen auf. "Berlin bleibt der Leuchtturm des deutschen Start-up-Geschehens, aber immer mehr Regionen bilden eigene Ökosysteme heraus. Dies ist ein Beleg für die zunehmende Bedeutung von Start-ups für die deutsche Wirtschaft", sagt Tim Dümich von der Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG.

Zu den fünf bereits bestehenden Gründerregionen Berlin, Hamburg, Stuttgart/Karlsruhe, München und der Metropolregion Rhein-Ruhr konnte zudem mit Oldenburg/Hannover ein weiterer Start-up-Hub identifiziert werden. Dass die anderen Regionen neben der Start-up-Hauptstadt Berlin an Relevanz gewinnen, zeige, dass das deutsche Start-up-Ökosystem branchen- und regionenübergreifend eine wichtige Rolle übernimmt.

Laut der Studie wächst die Zahl weiblicher Gründer langsam, aber stetig. Gründen ist keine reine Männerdomäne mehr. Inzwischen brächten auch immer mehr Frauen viele erfolgreiche Start-ups hervor. Ihr Anteil unter den Gründern sei mit 13,9 Prozent so hoch wie nie zuvor. Mit 13 Prozent waren bereits im vergangenen Jahr mehr Gründer weiblich als im Jahr 2014. Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, könne eine frühzeitige digitale Bildung in Schulen und das Schaffen von Vorbildern helfen, heißt es aus dem Bundesverband Deutsche Startups. Zusätzlich müssten Gründerinnen in ihrer Familienplanung mit der Möglichkeit flexibler Kinderbetreuung unterstützt werden.

Ergebnis zeigt in eine klare Richtung

Eine weitere Erkenntnis der Befragung: Die Belegschaft und Marktstrategie deutscher Start-ups wird immer internationaler. Besaßen im vergangenen Jahr noch gut ein Fünftel der Mitarbeiter keine deutsche Staatsbürgerschaft, steigt der Anteil 2016 auf 30 Prozent - in Berlin haben sogar 42 Prozent einen ausländischen Pass. Auch die Pläne weiterer Internationalisierungen klettern auf Jahressicht um fünf Punkte auf 80 Prozent. Die größten Hürden seien dabei Differenzen in der Gesetzgebung und Regulierungen sowie das Steuersystem, hieß es weiter.

Weil Innovation vor allem durch einen internationalen Austausch entsteht, fordert der Bundesverband Deutsche Startups eine offene Willkommenskultur. Diese sollte mit einem Zuwanderungsgesetz unterstrichen werden. "Der Bedarf an IT-Fachkräften zusammen mit der Attraktivität von Deutschland als Gründer-Standort scheint weiter anzuziehen, wenn man sich den hohen Anteil von internationalen Mitarbeitern in den Start-ups vor Augen führt. Das Ergebnis zeigt somit in eine klare Richtung: Deutschland ist auf dem Weg, wieder ein Gründerland zu werden", sagt Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen.

Der Monitor gewährt einen Einblick in die Struktur des deutschen Start-up-Ökosystems, betrachtet Gründer- und Mitarbeiterprofile, die Entwicklung des Arbeitsmarktes, Finanzierungsstrukturen sowie die Zufriedenheit der Gründer mit den politischen Rahmenbedingungen. Insgesamt befragten Forscher der Universität Duisburg-Essen und KPMG 1224 Start-ups, 3043 Gründer und 14.513 Mitarbeiter.

Quelle: n-tv.de

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