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Standort für Zukunftstechnologie Flughafen München wird zum Silicon Valley

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Der Ausbau im Nordwesten des Flughafens (Bildmitte im Hintergrund) erfolgt in vier Stufen.

(Foto: imago/Westend61)

Auf einem Areal von 500.000 Quadratemetern entsteht am Münchner Flughafen in den nächsten Jahren eine neue Ideenfabrik. An dem neuen Innovationsstandort sollen Unternehmen auf Forschungseinrichtungen treffen - erste Interessenten gibt es schon.

Am Flughafen München starten und landen in Zukunft nicht mehr nur Flugzeuge. Auf 500.000 Quadratmetern soll ein "unternehmens- und branchenübergreifendes Ideenzentrum auf dem Flughafencampus" entstehen, bei dem sich alles um Innovationen dreht, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

"Am Flughafen München halten sich täglich 150.000 Menschen auf: Passagiere, Besucher und Mitarbeiter, die potenzielle Kunden, Geschäftspartner und auch Besucher darstellen. Eine bessere Konnektivität zu Kunden und Partnern gibt es sonst nirgendwo", erklärt Thomas Weyer, Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur des Airport-Betreibers Flughafen München GmbH (FMG), den entscheidenden Standortvorteil.

Die Idee des sogenannten Lab Campus sei absolut neu und gebe es so weder in Deutschland noch in Europa und schon gar nicht an einem Flughafen. Der Lab Campus sei weder ein Gewerbegebiet noch ein Businesspark, sondern ein Standort für innovative Zukunftstechnologien. Ein klassischer Büropark solle er nicht werden, so Weyer.

Neue Geldquellen erschließen

Mit Unternehmen wie Siemens oder SAP und Forschungseinrichtungen wie dem Frauenhofer Institut, der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg oder der Startup-Wiege "UnternehmerTum" der TU München haben bereits erste wichtige Partner als potentielle Nutzer zugesagt. Andere Firmen aus Luft- und Raumfahrt, Energie und Mobilität sollen genauso Schlüsselbranchen am neuen Innovationsstandort werden wie junge Firmen aus dem Geschäftsfeld der Cyber-Sicherheit.

Die Weiterentwicklung der Flughafen-Infrastruktur sei auch Ergebnis einer Suche nach neuen Erlös- und Ertragsquellen abseits des klassischen Flughafen-Geschäfts, ordnet FMG-Chef Michael Kerkloh das Vorhaben ein. "Im Zeitalter des expandierenden Billigflug-Verkehrs und eines beinharten Wettbewerbs der weltweiten Airline-Allianzen werden die Spielräume für die Betreiber internationaler Flughäfen enger", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" Kerkloh.

Flughäfen müssten nicht nur erhebliche Investitionen für den Erhalt und Ausbau ihrer Infrastruktur stemmen, sondern auch exponentiell steigende Kosten für die Sicherheit und einen effektiven Umwelt- und Klimaschutz tragen. Der Lab Campus sei für den Flughafen München deswegen auch eine Möglichkeit mit Mieteinnahmen, logistischen und technischen Dienstleistungen, Infrastruktur und Kundebetreuung, neue Geldquellen zu erschließen.

Flughafen München vernetzt weltweit über 260 Ziele

Der Ausbau im Nordwesten des Flughafens erfolgt in vier Stufen. Die neu gegründete Tochtergesellschaft der FMG will allein in den ersten Abschnitt 400 Millionen Euro investieren und auf 120.000 Quadratmetern rund 5000 neue Arbeitsplätze schaffen. Bereits in zweieinhalb Jahren soll die erste Ausbaustufe fertig sein.

Die neue Flughafen-Stadt mit S-Bahn-Anschluss wird vom "Isar-Boulevard" durchzogen, auf dem Fußgänger, Segways, Räder, aber auch autonom fahrende Busse unterwegs sein werden. Hinzu kommen Restaurants, Shops, ein Kino, eine Kindertagesstätte und eventuell auch eine Grundschule, sagt Weyer.

Als Verkehrsknotenpunkt vernetzt der Flughafen München weltweit über 260 Reiseziele. Als zweitgrößtes Drehkreuz im deutschen Flugverkehr kommt der Airport derzeit auf rund 45 Millionen Fluggäste pro Jahr. Das neue Quartier soll spätestens 2025 fertiggestellt sein.

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Quelle: n-tv.de, jki

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