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Jochen Schweizer hat Ja gesagt Foreverly verspricht eine stressfreie Hochzeit

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Bei "Die Höhle der Löwen" stellt Jennifer Browarczyk ihre Heiratsplattform Foreverly vor.

Bevor die Generation Internet vor den Traualtar tritt, sucht sie online nach passenden Dienstleistern. Doch dort herrscht Chaos. Das Portal Foreverly will damit Schluss machen.

Eine Hochzeit will gut organisiert sein. Ohne das perfekte Brautkleid, einen schönen Veranstaltungsort, die passende Deko und einen guten Fotografen kommt keine Feier aus. Doch im Dschungel von Dienstleistern die richtige Firma zu finden, ist gar nicht so leicht. Als ihre Schwestern Jennifer Browarczyk vor einigen Jahren baten, die Planung ihrer Hochzeiten zu übernehmen, sagte die 37-Jährige sofort zu. "Ich liebe es zu organisieren", sagt Browarczyk im Gespräch mit n-tv.de.

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Doch ihre Suche nach Konditoren, Stylisten oder Eventlocations führte größtenteils ins Leere, denn Hochzeitsdienstleister sind im Internet schwer zu finden. "Eigentlich sollte man denken, geheiratet wird immer, da müsste man online doch fündig werden. Doch es gab kein Portal, dass mir Geschäfte in der Nähe gezeigt oder es ermöglicht hat, im Netz Termine zu buchen", sagt die Unternehmerin.

So kam Browarczyk auf die Idee, ein eigenes zu gründen: Foreverly. Der Online-Marktplatz will Brautpaaren nicht nur die Organisation ihrer Hochzeit erleichtern, sondern auch die Romantik des besonderen Tags bewahren und Schluss mit dem Online-Chaos machen. Im Foreverly-Büro in Berlin-Mitte arbeiten inzwischen sieben Angestellte und drei Praktikanten. Allen Vorurteilen zum trotz sind auch zwei Männer darunter.

Auf Foreverly können Braut und Bräutigam aus 3000 Dienstleistern auswählen und ihren wichtigsten Tag online planen. Mit der dazugehörigen App können sie ein Budget, To-Do- und Gästelisten erstellen. Für Heiratswillige sind die Angebote der Website kostenlos. "Die Dienstleister zahlen je nach Paket, das sie gebucht haben, eine monatliche Gebühr", erklärt Browarczyk das Geschäftsmodell ihres Start-ups. Bevor die Anbieter bei Foreverly gelistet würden, gebe es eine strenge Qualitätskontrolle.

Wer heute heiratet, sucht im Internet

Hochzeitsdienstleister sind eine ziemlich analoge Branche. "Besonders Floristen und Bäcker sind für uns momentan die größte Herausforderung. In Deutschland passiert in diesen Bereichen online sehr wenig", sagt die Gründerin. Viele hielten das Internet noch immer für einen Trend, der wieder abebbt. "Die meisten Dienstleister haben nicht verstanden, dass die Generation, die jetzt heiratet, eine digitale ist. Firmen nehmen sie nicht besonders ernst, wenn eine Onlinepräsenz fehlt".

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Jochen Schweizer glaubt an das Konzept von Foreverly.

Ob die Unternehmen aber überhaupt dahin wollen, wo Foreverly sie haben will, nämlich im Internet, muss sich erst noch zeigen. Bäcker, Floristen und Friseure leben von ihrer Laufkundschaft. Sie müssen nicht unbedingt online zu finden sein. Mund-zu-Mund-Propaganda ist mindestens genauso effektiv - und für sie kostenlos.

Seit Browarczyk ihr Unternehmen Anfang 2015 gegründet hat, sammelte sie von acht Investoren bereits 250.000 Euro ein. "Acht Investoren klingt erst mal nach einer erschreckenden Zahl", gibt sie zu. Bei ihren Investoren handele es sich aber nicht um Risikokapitalgeber. "Ich habe ein paar individuelle Leute gefunden, die an das Produkt, an mich und an die Idee glauben und uns mit kleinen Beträgen in der Anfangsphase unterstützt haben."

In der Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen" konnte Browarczyk einen weiteren prominenten Investor gewinnen. Jochen Schweizer investierte nach einem tränenreichen Auftritt 150.000 Euro in Foreverly und erhielt dafür zehn Prozent der Unternehmensanteile. Als Browarczyk die Ausstrahlung im Fernsehen sah, hat sie sich selbst erschrocken. Eigentlich sei sie nicht jemand, der so nah am Wasser gebaut ist.

"Über Nacht hat sich einiges verändert"

Als junge Gründerin wollte Browarczyk nichts unversucht lassen, ihre Firma am Leben zu halten, begründet sie ihre Teilnahme an der Fernsehsendung. "Klar macht man sich Gedanken, ob man sich der Öffentlichkeit stellen sollte, denn damit verändert sich einiges über Nacht. Aber ich habe gewusst, dass unser Konzept das Publikum begeistern kann."

Bereut hat sie den Schritt ins Fernsehen zu gehen nicht. Eine noch bessere Vorbereitung, etwas weniger Arbeit in der Woche vor der Aufzeichnung oder eine Begleitung als Unterstützung hätten sie aber vielleicht souveräner auftreten lassen können, findet sie.

"Jochen Schweizer ist für uns eine super Unterstützung. Klar, das Geld ist wichtig. Aber ein viel größerer Mehrwehrt sind sein Know-how und seine Kontakte", sagt Browarczyk. Dass sie dafür im Gegenzug weitere Anteile abgeben musste sieht die Foreverly-Geschäftsführerin locker.

Auch persönlich profitiert Browarczyk von ihrem Start-up. Noch ist die Unternehmerin nicht verheiratet. Doch bei all ihren Kontakten in die Hochzeitsbranche kann ihre Feier nur ein rauschendes Fest werden.

Quelle: n-tv.de

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