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Insgesamt 75 Anträge gestellt KfW bewilligt Hunderte Millionen für Startups

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Insgesamt wurden an den Fonds in der Virus-Krise 75 Anträge im Wert von 1,16 Milliarden Euro gestellt. 

(Foto: picture alliance/dpa)

Startups haben kaum eine Chance, durch den normalen Prüfprozess für Bank-Kredite zu kommen. Daran ändert sich auch in der Corona-Krise nicht viel. Zwar hat der Bund zwei Milliarden Euro Hilfen für Startups zur Verfügung gestellt, wirklich an kommt das Geld bislang nur bei wenigen.

Größere Startups haben bislang staatliche Corona-Hilfen im Volumen von 614 Millionen Euro bekommen. Dafür seien 28 Anträge bewilligt worden, teilte die staatliche Förderbank KfW mit. Die Wagniskapitalfonds, die das Geld bekommen, wollen damit rund 330 Startups finanzieren. Insgesamt wurden an den Fonds in der Virus-Krise 75 Anträge im Wert von 1,16 Milliarden Euro gestellt.

Größere Startups finanzieren sich meist über Wagniskapitalfonds. Diese bekommen wegen der Pandemie nun zusätzliche öffentliche Mittel. Der Staat investiert damit zusammen mit privaten Geldgebern. Kleinere Startups mit einem Umsatz von maximal 75 Millionen Euro, die keinen Zugang zu Wagniskapitalfonds haben, können über Förderinstitute der Bundesländer bis zu 800.000 Euro pro Unternehmen erhalten. Insgesamt umfassen die Corona-Hilfen für Startups zwei Milliarden Euro.

Investor Carsten Maschmeyer beobachtet bei der Vergabe von staatlichen Corona-Hilfen, dass Startups im Vergleich zu traditionellen Unternehmen benachteiligt werden. "Was ich aus der Gründerszene höre: Die Startups sind enttäuscht, dass der Staat traditionellen Unternehmen mit Geschäftsmodellen von gestern ohne Perspektive mit Milliarden hilft, sagt Maschmeyer ntv. Die KfW gebe vor allem den Fonds Geld, in denen sie eh schon drin sei. Viele Gründer kritisierten, dass die Förderbank keine objektiven Vergabekriterien habe. "Die Startups hatten keine Zeit über Jahrzehnte Reserven zu bilden. Ihnen bricht jetzt der Umsatz weg und die Investoren sind schwieriger zu gewinnen. Sie sind doppelt betroffen", sagt Maschmeyer.

Wegen der Pandemie und der wohl schwersten Rezession der Nachkriegszeit fürchten viele Startups um ihre Existenz. Sie haben in der Regel kaum eine Chance, durch den normalen Prüfprozess für Bank-Kredite zu kommen. Denn Startups haben noch keine gewachsenen Strukturen, meist keine Rücklagen und machen nur selten Gewinne. Deswegen läuft die Finanzierung über spezialisierte öffentliche und private Investoren sowie staatliche Förderprogramme.

Quelle: ntv.de, jki/rts