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Algorithmus rechnet Chancen aus Peter Thiel investiert in Klage-Start-up

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Peter Thiel unterstützte Hulk Hogan finanziell in seinem Prozess gegen "Gawker".

(Foto: REUTERS)

Anhand von historischen Daten will Legalist herausfinden, ob ein Rechtsstreit erfolgreich sein kann. Dem Tech-Investor Thiel aus dem Silicon Valley ist eine Beteiligung an dem Start-up 100.000 Dollar wert. Mit Rechtstreitigkeiten kennt er sich aus.

Das Timing passt: Vor dem Hintergrund, dass Peter Thiel die Klage von US-Wrestler Hulk Hogan gegen die Skandal-Webseite "Gawker" finanziert hat, überrascht die neueste Investition des Milliardärs aus dem Silicon Valley nicht.

Der Risikokapitalgeber finanziert mit seinem Thiel Fellowship das juristische Start-up Legalist, berichtet der "Guardian". Gründerin Eva Shang erhielt 100.000 US-Dollar aus der Stiftung. Mithilfe von historischen Daten will sie aussichtsreiche Klagen identifizieren. Intelligente Algorithmen sollen Erfolgschancen und die voraussichtliche Dauer eines Rechtsstreits ermitteln. Die meisten Fälle werden Legalist zwischen 50.000 und 500.000 US-Dollar kosten. Bei einer Einigung vor Gericht werden für das Unternehmen dann 50 Prozent fällig.

Für die Entwicklung des Algorithmus untersuchten die Gründer 15 Millionen Fälle aus 10 US-Bundesstaaten. Das Unternehmen bezieht in die Prognose Faktoren wie den Richter, die Art des Gerichts, involvierte Anwälte und Hintergründe des Falls mit ein, um die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges einzuschätzen. Bestimmte Parameter, zum Beispiel wie viele Urteile ein Richter schon bearbeitet hat, können Legalist eine grobe Vorstellung darüber geben, wie lange das Verfahren dauern wird.

Gerichtshelfer für kleine Unternehmen

Legalist wird keine Klagen gegen Privatpersonen führen und hat kein Interesse an Rechtsstreiten, wie Thiel ihn gegen "Gawker" über Hulk Hogan geführt hat, stellt Shang klar. Ihr Start-up wolle sich lieber auf kleine Unternehmen spezialisieren. Bislang habe Legalist nur einen einzigen Fall angenommen, so die Geschäftsführerin. Das Start-up unterstützt ihn mit 75.000 US-Dollar und erwartet ein Ergebnis in Höhe von einer Million.

"Wir werden keine Kriminalfälle übernehmen oder Rechtsstreite gegen Medienunternehmen unterstützen", sagt Shang dem "Guardian". Für sie ist es unverständlich, dass die Annahme des Thiel Fellowships so viel negative Aufmerksamkeit bekommen hat. "Ich habe das Fellowship angenommen, weil meine Eltern Migranten der ersten Generation sind. Als ich Harvard ohne einen Abschluss verließ, wurde das Geld knapp ", sagt sie dem Blatt.

Thiel unterstützte Ex-Wrestler Hogan bei seiner Klage gegen "Gawker", weil er seinerseits vor neun Jahren von der Webseite als homosexuell geoutet wurde. Das Vorgehen des Multi-Milliardärs hatte in den USA eine Debatte über die Macht der Internetkonzerne und ihren Einfluss auf die Meinungsfreiheit ausgelöst.

Quelle: n-tv.de, jki

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