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Ein Elefant wirft im Kölner Zoo einen Weihnachtsbaum in die Luft.
Ein Elefant wirft im Kölner Zoo einen Weihnachtsbaum in die Luft.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mittwoch, 07. Januar 2009

Frage & Antwort, Nr. 53: Fressen Elefanten die Weihnachtsbäume?

Was geschieht eigentlich mit den Weihnachtsbäumen nach Weihnachten? Werden die wirklich von Elefanten verspeist? (fragt Peggy A. aus Berlin)

Weihnachtsbäume werden tatsächlich in Zoos und Tierparks an die Tiere verfüttert. Für die Elefanten sind sie wegen des "süßen" Harzes sogar eine Delikatesse. Diese Bäume stammen allerdings nicht aus der guten Stube, sondern sind die Bäume, die Händler nicht verkaufen konnten. Ausgediente Weihnachtsbäume nehmen die Tierpfleger nicht, weil Lamettareste oder vergessene Kugeln den Tieren schwer im Magen liegen könnten.

Alle anderen ausgedienten Christbäume werden traditionell am Dreikönigstag aus dem Haus bzw. der Wohnung gebracht. Öfen-, Eigenheim- und Gartenbesitzer haben meist selbst eine Idee zur Weiterverwendung. Alle anderen bekommen Hilfe durch die städtischen Abfallbetriebe.

Die sammeln nämlich an bestimmten Tagen die Bäume von den Fußwegen oder räumen die Weihnachtsbaum-Sammelplätze. In kleineren Gemeinden erledigt diese Arbeit manchmal auch die Freiwillige Feuerwehr. Der Gedanke, den Baum an seinen Herkunftsort Wald zurückzubringen, ist nicht nur falsch, sondern kann auch eine teure Ordnungswidrigkeit sein.

Der Baum sollte ohne Lametta- und ohne Schmuckreste, unzerkleinert, unverpackt und gut sichtbar zur entsprechenden Sammelstelle gebracht werden. Beim Rauswurf aus Balkon oder Fenster sollten Passanten nicht gefährdet werden. Tannenzweige können kompostiert oder in der Bio-Tonne entsorgt werden.

Beispiel Berlin

Allein in Berlin fallen nach dem Weihnachtsfest mindestens 400.000 Stück aussortierte Christbäume zur Entsorgung an. Diese werden von der Berliner Stadtreinigung (BSR) bis Mitte Januar eingesammelt. Pro Stadtbezirk hat die BSR zwei feste Abfuhrtage dafür eingeplant. Die Bäume werden zu 2.100 Tonnen Hackschnitzeln zerkleinert und im Laufe des Monats im Heizkraftwerk Reuter in Berlin-Spandau verbrannt. Das Energieunternehmen Vattenfall könne so 1200 Tonnen Steinkohle einsparen, erklärt Barbara Meifert, Pressesprecherin von Vattenfall. Mit der gewonnenen Energie aus Weihnachtsbaumschnitzeln könnten 700 Berliner Haushalte ein Jahr lang mit Strom und Wärme versorgt werden, zudem würden 2800 Tonnen Kohlendioxid eingespart, so Meifert weiter.

Baum im Topf

Wer sich übrigens für einen Weihnachtsbaum im Topf entschieden hat, sollte das Bäumchen allmählich an die geringen Außentemperaturen gewöhnen. Der Baum sollte an einem frostfreien und hellen Ort bis zum Frühjahr zwischengelagert und erst frühestens im März an seinem endgültigen Standort eingepflanzt werden.

Quelle: n-tv.de